Straussensehnen

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Charles
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Straussensehnen

Beitrag von Charles »

Hallo an die zähen Sehnenklopfer unter uns 8-)

hat wer schon Straussensehnen verarbeitet?
Wenn ja, wie ist der Bogen?

Ich habe heute mit einem Survival-Spezialisten gesprochen, der hat sich aus solchen Sehnen Sehnen gedreht für verschiedene Zwecke.
Er ist von den Straussensehnen hellauf begeistert, wenn es um die Verarbeitung geht. Das heisst, die Sehnen werden nicht wie bisher mühsam geklopft, sondern einfach nur mehrmals mit den Händen geknickt und schon sind die Fasern da. Dauert keine 2 Minuten für eine komplette Sehne, sagt er :-o :-o :-o
Weniger begeistert ist er allerdings von der Reissfestigkeit der gedrehten Sehnen, die Straussensehnen sind spürbar schwächer als vergleichbare gedrehte Sehnen von Hirschsehnen.
Er wird die Straussensehnen weiter verwenden, aber daraus stärkere Sehnen vom Durchmesser her drehen.

Das gibt mir zu denken, dass die Straussensehnen nicht soo gut für den Bogenbau geeignet sind.
Was meint Ihr?


Charles
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Beitrag von Überläufer »

@Charles,im thread koreanischer komposite-bogen mit hanfbacking steht ein link zu straussensehnen und auch weiters darüber...
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Snake-Jo
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Beitrag von Snake-Jo »

@Charles: Deine Frage ist berechtigt. Bislang hat hier noch keiner einen direkten Vergleich (Zugtest) zwischen Straußen- und z.B. Hirschsehnen geliefert. Würde mich auch interessieren.

Im Thread "Koreanischer Komposit" steht eigentlich nichts Verwertbares drin. Naja, der Link zu dem Straußensehen-Händler ist sicher wertvoll, aber dafür drei Seiten durchlesen... :D :D
Charles
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Beitrag von Charles »

@ ueberlaeufer: Ja, der Link zu dem Straussensehnen-Händler kennen wir alle :o

@ Snake-Jo: :D :D


Hat wer schon Straussensehnen bestellt?

Ich werde mir beinhart zwei Kilo bestellen, einige Sehnen zerdröseln und auf einem wirklich mistigen, astigen Eibendingsbums draufpappen und nach getaner Trocknungszeit alles mögliches und unmögliches damit anstellen. Bis er bricht. So richtig auf die harte Tour ;D
Dann kann ich erst sagen, ob die Straussensehnen taugen oder nicht.

Meinen ersten sehnenbelegten Bogen (Eibe, 1,15m lang, 31lbs bei 26" Auszug, belegt mit Pronghorn-Sehnen) wollte ich vor Wut zerbrechen, habe ihn bis weit über 35" ausgezogen, und was passierte? Nichts. Einfach nichts! Er hatte zwar fürchterlichst gekracht und geknackt, aber das war alles. Der Bogen hatte gehalten :wundern


Charles
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Beitrag von Eldoro »

also ich hab scon einige geklopft !
ich klopf die lieber , dauert aber auch nciht lange, lassen sich recht gut zerfassern.
das mit dem knicken hab ich mal versucht, klappt nit soooo richtig bei mir .
mit dem stein auf stein draufschlagen und schon hat man die fasern.
wenn ich da versuch zureissen ,da tuhn eher meine Finger weh, als das die sehnen reißen.
NUR die faser, wenn ich auf fadenstärke machen will , da hören die immer so früh auf, da sind halt immer solche "neben stränge";wahrscheinlich weil ichs immer dünner als bindfadenstärke versuche!
:)
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Beitrag von Überläufer »

@charles,das mit dem link war ja nur gut gemeint.. ;D
Warum wolltest du deinen bogen zerbrechen?? :)
:D
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Beitrag von Snake-Jo »

@Charles, alter Wüterich :)
Bevor Du wieder Kaputtmach- und Brechversuche an einem armen Bogen machst, probier lieber folgendes mit deinen Straußensehnen:
Nimm eine dünne Faser von Fadenstärke und 20 cm Länge, verdrill sie mit 2 weiteren Fäden und mach einen Test. An einem Ende befestige diesen Dreifachfaden (Stahlbetonwand), am anderen Ende Federwaage (bis 50 kg müßte reichen) oder häng ein Gewicht dran (Sandsack sukzessive füllen). Wenn der Faden reißt, gib bitte an:
Was hielt er aus?
Dicke der dreifach gedrehten Sehne? (Schieblehre)

Ich kann das Gleiche liefern für Hirsch- oder Rehbeinsehnen.
Charles
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Beitrag von Charles »

@ ueberlaeufer: :knuddel :knuddel :D
Warum ich ihn zerbrechen wollte? Habe beim Sehnenbelegen alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte: 8-)


[url=http://www.fletchers-corner.de/cpg/albums/userpics/13311/PICT0513.jpg]
Bild[/url]





@ Snake-Jo: Dein Vorschlag ist sehr gut, das mache ich sofort, sobald die Straussensehnen da sind. Aber trotzdem mache ich den unbarmherzigen Bogentest (**) :D


Der sadistische ;-) Charles


Edit: Bild repariert (neues Foto gemacht) :-)
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Beitrag von Snake-Jo »

@Charles: Und wenn er ihn besteht, dann gehst du mit ihm ins Bett? (siehe dein Foto)

:D :D :D
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kra
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Mein erster Eindruck

Beitrag von kra »

(aber keine Messung der Reißfestigkeit!!) ist nicht gerade euphorisch.
Bisher habe ich eine Sehne begonnen zu zerlegen. Es ist ziemlich viel glasharte Substanz zwischen den Faserbündeln eingelagert, die wie auch Glas bricht :-(. Ganze Sub-Stränge brechen beim biegen. Die Ausbeute ist nicht sehr hoch und die gewonnenen Fasern habe eine Länge von bis zu 20cm. Reißfestigkeit ist dem Anschein nach nicht sehr hoch und scheint geringer als bei Hirschsehnen zu sein.

Klar, 40cm Länge sind beeindruckend, aber ob das Material zum Belegen eines Bogen taugt, da bestehen bei mir zumindest noch Fragezeichen...

Der von Snake Jo vorgeschlagenen Zugtest:
Ein 2mm-Strang (2 verdrillte Faserbündel von je 5-8 Einzelfasern) ist bei 40# gerissen.
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Beitrag von Eldoro »

hmmm... zwischen meinen sehnen ist auch so ein komisches zeug , wie glas oder plastik, was ist das ?
naja ich hau da immer mit einem stein drauf, ich krieg da schon 40 cm raus, allerdings verzweigen sich die sehr dünnen sehnensträhge zu einem etwas diekeren, oder besser gesagt flachen stück, was tun ? :-)
reisfest sind die bei mir schon, beim letzt test hab meine finger eher eschmerzt als das da sich was getan hat ! :-)
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Beitrag von Snake-Jo »

@kra: Vielen Dank für deinen Bericht. Das hört sich sehr, sehr schlecht an. Bei Hirschsehnen ist ein fadendünner Strang kaum zerreisbar, ja: DAS sind Sehnen! Warum die beim Strauß, der ja auch laufen muss 8-| 8-| 8-|
anders sind, versteh ich nicht.
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Beitrag von buechse82 »

vielleicht liegt es an der trocknungsmethode,
oder sind das Zuchtstrauße, mit weniger Bewegung, aber mehr Kraftfutter. Was wiegt eigentlich so ein Strauß ?
auf biegen und brechen
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Beitrag von kra »

Das mit der Trocknungsmethode kann hinkommen. Die Sehne war evtl. künstlich getrocknet (hatte zumindest braune Verfärbungen, die wie zu heiß gewordene Druckstelen aussahen). Und zu viel Auslauf werden die Strauße auch nicht gehabt haben - sonst setzen sie nicht schnell genug Fleisch an.

Zudem war es die erste Sehne, deren Fasern mir in den Finger gestochen haben, ähnlich wie bei einem Büschel Draht. Sind auch sonst sehr "störrisch", ähnlicher einem Bündel Drähte als einer aufgefaserten Sehne.
Werde da mal anfragen.

@Snake Jo, nach Matzenbach bring ich 2 Sehnen mit.

Gruß, Axel
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Beitrag von Eldoro »

hey kra hast du die auch auf dieser seite gekauft ?
naja bei mir sah es ganz so aus als wären die übern grill getrocknet !
man sieht richtig die stellen, wo halt wie wenn ma sie auf m grill wirfft, schwarze stellen halt !
das mit dem dratigen hab ich noch nit fesgestellt, klopf da auch wie ein verückter, weil da sich nie wass lösen will ! ;(
ist es denn schlimm wenn die übern "grill" etrocknet werden? :o
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