Köcher für Wikinger 8. -10. Jh

Selbstgebaute Ausrüstungsgegenstände wie Armschutz, Köcher, etc.
Asgrimm
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Beitrag von Asgrimm »

Ich suche ja jetzt auch nicht DEN "Wikingerköcher". (Wikinger ist ein blödes Wort, da klingts so, als wäre das ein Volk...) Da die meisten Bogenschützen arm waren und sich einfach was anderes nicht leisten konnten und deshalb auf Wiking gingen, um halt Geld zu bekommen, werden sie das als Köcher verwendet haben, was sie fanden, wenn überhaupt ein Köcher genutzt wurde.
Es gab zwar auch in den Sagas Helden, die Bogen schossen, das dürfte aber eher die Große Ausnahme gewesen sein.
Deshalb finde ich den Haithabu Köcher interessant, weil er mir ein ungefähres Design zeigt, dass ich so auch von de Logik her nachvollziehen kann, ist ja recht einfach zu bauen und effektiv.

Gruß
Asgrimm
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Schattenwolf
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RE: RE: RE:

Beitrag von Schattenwolf »

Original geschrieben von cybernuth

Hält man sich hier an Bekanntes, so kann man formell ruhig etwas kreativ sein, ohne Autentizität einzubüßen.
Nur gehört ein Grizzlybär oder eine Klapperschlange eben nicht auf einen Nordmannköcher... :)

Hey mitlerweile gilt es als so gut wie gesichert das die wikinger über island vinland (nord-amerika) "entdeckten".....vor kolumbus...aber evtl. nach den chinesen ;-)

diese viel umschriende "A", sei es nun lobes hymnen oder schmäh rufe bezieht sich allerdings immer auf die fundlage und da gibts es nicht viel, wenn überhaupt, was mehr "A" ist als haithabu für nen wiki bogenschüze.

oder man baut seinen "hintergrund" im reenactment halt so auf das man söldner, händler und oder raubfahrer wa(h)r ;-)

also macht doch was ihr wollt :)
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Niels

Beitrag von Niels »

Mit dem Haithabu-Köcher, zu dem es ja im FFC-Kitguide sogar eine "Bauzeichnung" gibt, liegst Du sicher richtig, wenn Du tatsächlich einen Skandinavier im angegebenen Zeitraum darstellen möchtest, die man heute als Wikinger zusammenfasst.

Ein ähnlicher, heute zur historischen Einordnung benutzter Begriff, ist der der Normannen. Damit sind für die Zeit um 1066 bei den Historikern einfach keine Wikinger mehr gemeint, was angesichts einer in 150 dazwischen liegenden Jahren radikal geänderten Lebensweise auch sinnvoll ist. Nur mal so zur Verdeutlichung, weil jüngere Daten irgendwie eher Zeiträume vedeutlichen können, das ist, als würde ich als 1966 geborener auf meine Vorfahren im Jahr 1811 zurückschauen, um zu bestimmen, was ich bin.

Was die zeitgenössischen Bezeichnungen angeht, ist oft Vorsicht geboten. Da werden z.B. die landnehmenden Ungarn von den Byzantinern der Einfachheit u.a. als "Türken" bezeichnet, Barbaren sind es eh alle.

Naja und zu der coolen, negativen Beweisführung bei der historischen Betrachtung, dass quasi alles als vorhanden angenommen werden darf, was nicht ausdrücklich zu widerlegen ist, sage ich mal besser nichts weiter ...
cybernuth
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RE:

Beitrag von cybernuth »

Original geschrieben von Niels
Naja und zu der coolen, negativen Beweisführung bei der historischen Betrachtung, dass quasi alles als vorhanden angenommen werden darf, was nicht ausdrücklich zu widerlegen ist, sage ich mal besser nichts weiter ...
Das beziehe ich mal auf meine Aussage. Ich habe jedoch lediglich wörtlich Folgendes gesagt:
...und nur weil es nur wenige Funde mancher Produkte gibt, heißt das nicht, das es nicht auch andere Formen gegeben hat... und nicht, dass alles als vorhanden angenommen werden darf, was nicht ausdrücklich zu widerlegen ist.

Es gibt ja diverse verschiede Funde aus nicht organischen Materialien (Schwerter, Helme, Beschlaäge) in allen Möglichen Formen und Designs.
Daher halte ich es für sehr unwahrschenlich, dass es nr eine Köcherform gegeben hat.
Niels

RE: RE:

Beitrag von Niels »

Nö, das bezog sich nicht auf Deine Aussage, sondern darauf:
Original geschrieben von Immi

Ferner ist Normanne die Bezeichnung für Wikinger.
Ein weiterer Punkt das Du dir diesen Köcher zur Vorlage nehmen kannst- es kann Dir niemand nachweisen das Wikinger nicht so einen Köcher hatten ;-)
Es ist aber ein wenig wie der Streit um des Kaisers Bart, denn es ist ja immer von dem passenden Haithabu-Köcher die Rede, der nur deshalb im Kitguide des FFC für 1066 steht, weil er Ähnlichkeiten mit den vorhanden Abbildungen auf dem Teppich aufweist und keine Funde für diese Zeit vorliegen.

Und von mir aus, kann jeder seine Nachweisführung aufbauen, wie er will, solange er niemand damit schadet.

Mir rollen sich bei so einer Herangehensweise an einen Sachverhalt als Jurist eben immer nur die Zehnägel hoch ;-) :D Ich stelle mir dann z.B. einen Richter vor: "Der A ist Ihnen bekannt. Es ist also also durchaus möglich, dass sie sich in der xten Kalenderwoche verpflichtet haben, ihm 1.000,00 € zu zahlen. Beweisen Sie mir also, dass Sie sich nicht dazu verpflichtet haben, sonst verurteile ich sie, weil dann für mich festeht ..." Und so sowas Haarsträubendes lässt sich auch für viele Wissenschaftsbereiche konstruieren, bei denen es um seriöse Nachweisführung geht. Natürlich arbeitet man auch mal mit Spekulationen, aber dann sagt man das eben auch deutlich.
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