[Total OT]
Ja Djingis, der Niels hatte sich einen Nockpunkt drangemacht. Inzwischen hat er aber die Sehne umgedreht, damit der ihn beim Schießen nicht mehr so stört (sorry Claus).
Ich denke, dass liegt im Ansatz des Bahnwettkampfs begründet. Die Schussgeschwindigkeit hat einen deutlich höheren Stellenwert als die Schusspräzision. Und auf die Schussgeschwindigkeit wirkt sich das Weglassen des Nockpunkt eben durchaus positiv aus.
Wobei ich diesem Schnellschieß-Ansatz eher kritisch gegenüber stehe. Erstens würde die ganze aus der Handziehtechnik mit den historischen Pfeilen nicht mehr wirklich funktionieren und zweitens dürfte die Präzision bei den historischen Vorbildern deutlich vor der Frequenz rangiert haben. Denen wird es ja nicht darum gegangen sein, Ihren Pfeilvorrat möglichst in wenigen Sekunden zu verbrauchen, aber egal ...
Ich habe aber auch - so verrückt das klingt - festgestellt, dass der Pfeilflug im Schnitt ohne Nockpunkt bei mir sogar besser ist, als mit. Wenn ich den Bogen schön locker halte, verändert sich die Griffhöhe beim Galopp immer ein wenig. Wenn man sich nun auf das Schießen ohne Nockpunkt eingestellt hat, spürt man nach einiger Zeit diese Veränderung und stellt sich irgendwie beim Nocken darauf ein. Der Nockpunkt verhindert das aber.
Das ist von meinem Gefühl her so ein wenig wie der Volleyschuss eines Fußballers. Auch der muss ja in Sekundenbruchteilen abschätzen können, in welcher Höhe der Ball geflogen kommt. Das Einüben auf einer starren Höhe wäre kontraproduktiv.
Der Körper kann diese Erfassen unterschiedlicher Anflughöhen (entspricht der unterschiedllichen Handauflagehöhe des Pfeils) lernen. Es klappt dann zwar nicht immer (wie beim Fußballer eben auch), aber mit viel Übung immer öfter und besser, wobei ein paar Milimeter drüber oder drunter zu nocken nach meiner Erfahrung nicht wirklich so viel ausmacht (im Verhältnis zu den anderen Faktoren auf dem Pferd).
P.S. Natürlich kann man jetzt sagen, die Bewegung des Bogens in der Bogenhand ist der leichter auszumerzende Fehler. Aber das damit verbundene festere Zupacken wirft für mich so viele Folgeprobleme auf (beim Pfeilhalten, beim präzisem Schießen mit gestrecktem Handgelenk usw.), dass ich da nicht sicher bin.
Außerdem finde ich es ganz faszinierend mit noch einem technischen Hilfsmittel weniger auszukommen und trotzdem (zumindest hin und wieder

) was zu treffen.
Letztlich dürfte es auch ein wenig Geschmackssache sein, ob man das Problem am Bogengriff oder auf der Sehne zu lösen versucht.