Osmanenbogen

Sättel, Zaumzeug, Reiterbogen, Kompositbogenbau, usw.
benz

Beitrag von benz »

Original geschrieben von Steppenreiter

@Benz beim Kontrollverlust!
Kontrollverlust macht Bewegungsabläufe runder? Meinste das ist beim Reiten auch so :)
Polvarinho
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RE:

Beitrag von Polvarinho »

Original geschrieben von Steppenreiter
Doch sind wir mal ehrlich, wie viele Unwägbarkeiten gibt es bei unserer Art des Bogenschiessens und wie wenig Zeit bleibt uns irgendetwas zu kontrollieren.....
Steppi,

keine Frage:

Einem gelungenen Schuß auf der einen Seite der Gleichung stehen auf der anderen Seite eine Ummenge an möglichst zu fixierenden Variablen gegenüber.

Ebenso ist mir völlig klar, dass bei unserem wunderschönen Sport sehr viel, ja immer noch viel zu viel, nicht wirklich bewußt abläuft.

Aber es kann doch nicht Sinne eines gelungenen Schußes sein, die an sich schon zahlreichen Variabeln möglichst noch zu erhöhen...?!

"Lass den Bogen für Dich schiessen..." meint nicht: kümmere Dich einfach um gar nix...!

Was ist denn mit übernächstem WE?

Schießt Du mit oder ohne Nockpunkt...??? 8-)
Claus
Wo es nur um das Gewinnen geht, dort gibt es zu viele Verlierer.
Niels

Beitrag von Niels »

[Total OT]
Ja Djingis, der Niels hatte sich einen Nockpunkt drangemacht. Inzwischen hat er aber die Sehne umgedreht, damit der ihn beim Schießen nicht mehr so stört (sorry Claus). :D :D

Ich denke, dass liegt im Ansatz des Bahnwettkampfs begründet. Die Schussgeschwindigkeit hat einen deutlich höheren Stellenwert als die Schusspräzision. Und auf die Schussgeschwindigkeit wirkt sich das Weglassen des Nockpunkt eben durchaus positiv aus.

Wobei ich diesem Schnellschieß-Ansatz eher kritisch gegenüber stehe. Erstens würde die ganze aus der Handziehtechnik mit den historischen Pfeilen nicht mehr wirklich funktionieren und zweitens dürfte die Präzision bei den historischen Vorbildern deutlich vor der Frequenz rangiert haben. Denen wird es ja nicht darum gegangen sein, Ihren Pfeilvorrat möglichst in wenigen Sekunden zu verbrauchen, aber egal ...

Ich habe aber auch - so verrückt das klingt - festgestellt, dass der Pfeilflug im Schnitt ohne Nockpunkt bei mir sogar besser ist, als mit. Wenn ich den Bogen schön locker halte, verändert sich die Griffhöhe beim Galopp immer ein wenig. Wenn man sich nun auf das Schießen ohne Nockpunkt eingestellt hat, spürt man nach einiger Zeit diese Veränderung und stellt sich irgendwie beim Nocken darauf ein. Der Nockpunkt verhindert das aber.

Das ist von meinem Gefühl her so ein wenig wie der Volleyschuss eines Fußballers. Auch der muss ja in Sekundenbruchteilen abschätzen können, in welcher Höhe der Ball geflogen kommt. Das Einüben auf einer starren Höhe wäre kontraproduktiv.

Der Körper kann diese Erfassen unterschiedlicher Anflughöhen (entspricht der unterschiedllichen Handauflagehöhe des Pfeils) lernen. Es klappt dann zwar nicht immer (wie beim Fußballer eben auch), aber mit viel Übung immer öfter und besser, wobei ein paar Milimeter drüber oder drunter zu nocken nach meiner Erfahrung nicht wirklich so viel ausmacht (im Verhältnis zu den anderen Faktoren auf dem Pferd).

P.S. Natürlich kann man jetzt sagen, die Bewegung des Bogens in der Bogenhand ist der leichter auszumerzende Fehler. Aber das damit verbundene festere Zupacken wirft für mich so viele Folgeprobleme auf (beim Pfeilhalten, beim präzisem Schießen mit gestrecktem Handgelenk usw.), dass ich da nicht sicher bin.

Außerdem finde ich es ganz faszinierend mit noch einem technischen Hilfsmittel weniger auszukommen und trotzdem (zumindest hin und wieder :D ) was zu treffen.

Letztlich dürfte es auch ein wenig Geschmackssache sein, ob man das Problem am Bogengriff oder auf der Sehne zu lösen versucht.
Polvarinho
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RE:

Beitrag von Polvarinho »

Original geschrieben von Niels
Ja Djingis, der Niels hatte sich einen Nockpunkt drangemacht. Inzwischen hat er aber die Sehne umgedreht, damit der ihn beim Schießen nicht mehr so stört (sorry Claus). :D :D
ichfassesnich :bash :wundern

o.k.....wir sind alle Individualisten.. :-)

Und beim "Rauf und Runter Griffwandertag" mit der Bogenhand hat natürlich ein fester Nockpunkt eine eher destabilisierende Wirkung auf den Pfeilflug.....

So viel zum Thema: "Erhöhung der Variabeln"


ichsachjetznixmehrdazu..... undfreumichtrotzdemeuchendlichwiederzusehenimschwarzwald.....


[royalblue]
(edit: der Bandwurm sprengte das Seitenformat! Rabe)[/royalblue]
Claus
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acheson
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RE:

Beitrag von acheson »

Original geschrieben von Niels

[Total OT]
Ja Djingis, der Niels hatte sich einen Nockpunkt drangemacht. Inzwischen hat er aber die Sehne umgedreht, damit der ihn beim Schießen nicht mehr so stört (sorry Claus). :D :D

Außerdem finde ich es ganz faszinierend mit noch einem technischen Hilfsmittel weniger auszukommen und trotzdem (zumindest hin und wieder :D ) was zu treffen.
:) :) !Achtung nur Spass!

Super toll, das heisst dann komplett "back to the roots" also weg mit allen technischen Hilfmitteln!
So ein Pfeil braucht auch nicht wirklich Federn, das hat dann auch den Vorteil, dass die Leitfeder nicht mehr falsch anliegen kann.

Und so ein Sattel ist doch auch irgendwie nur neumodischer Schnick-Schnack, der einem die Verbindung zum Pferd raubt, weg damit.
:) :)
"Ich kann nur Männer gebrauchen, die hart sind!
Männer, die wirklich was aushalten!
...
Verheiratete Männer!"
(Hägar der Schreckliche)
Sir Lancelot

Grozer-Turk

Beitrag von Sir Lancelot »

@all

Danke für die Infos und das mit den Nocken ist ja auch interessant, ich bleib aber noch bei meinem Nockpunkt (eins nach dem anderen)

Original geschrieben von claus meyer

mit der sog. Durchsteigmethode:
Kennst Du sicher...! Mit rechten Hand und linkem Fuß über das rechte Bein biegen und Sehne einhängen (dabei darauf achten, dass der Bogen nicht verkippt, sonst flutscht er dir weg) und-> fertisch
Ja die Durchsteigmethode benutze ich natürlich auch, aber mit Gürtel am Bein (wegen verdrehte Wurfarme -> hab ich mir sagen lassen)
Es hat mich nur verwirrt, dass der Bogen im ungespannten Zustand praktisch in die andere Richtung zeigt.
Original geschrieben von Niels
Dann muss man in dieser etwas verreckten Haltung versuchen, die Wurfarme gleichmäßig beim Spannen zu biegen.
Ja verrenken tut sich der Herr Grozer (vermutlich der Herr auf den Bildern) hier (->usage) schon ziemlich :D

Und hier der Grozer-Türke mit net-knubbeligem Griff, oder was meinen die Experten ????
Bild
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djingis
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RE:

Beitrag von djingis »

Original geschrieben von claus meyer
Zweitens: Wir sind alle Anfänger....
(und dürfen daher einen Nockpunkt benutzen)
......das werde i c h zumindest ganz schmerzlich in dauchingen erleben dürfen!!!
aber nur wer den schmerz kennt, lernt ihn zu vermeiden (ot djingis).....
und den nockpunkt müsst ihr mir schon mit gewalt wegnehmen oder verbieten!!! :motz ; ich bleib bei meinem notnagel.....
den wandertag am griffstück habe ich mit einem einfachen "trick" unterbunden. ein paar wicklungen lederband für die handinnenfläche und selbige verrutscht weder nach oben, noch nach unten. und damit habe ich für mich die rechtfertigung für den festen nockpunkt, weil ich dann nicht "überlegen" muss, ob die abschusshöhe wenigstens sehenseitig passt. und ein reitender pfeil haut erst mal schön auf den handrücken :bash und verliert ja auch leistung :-( und das kann ich überhaupt nicht brauchen........
aber in ein paar tagen werden wir mehr wissen.
.......die vaquera passt nach der montage einer dachgepäckbox jetzt in die "heckablage" meines sportsters......(frontera kurz, 4 pers. mit gepäck für eine woche!!!) 8-)
... die zukunft ist der rest unseres lebens, also lebe die zukunft ...
- vertraue auf gott, aber binde dein pferd an -

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sundancewoman
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RE: Grozer-Turk

Beitrag von sundancewoman »

Original geschrieben von Sir Lancelot

Ja verrenken tut sich der Herr Grozer (vermutlich der Herr auf den Bildern) hier (->usage) schon ziemlich :D

Und hier der Grozer-Türke mit net-knubbeligem Griff, oder was meinen die Experten ????
Ich hab den Grózer-Türke (30#)! Siehe hier Userbild!

Ich finde den Griff prima! Die Wölbung geht nach vorne und NICHT seitlich. Sonst ist das ein schmaler Griff, die Finger kann man vorne gut umschliessen. An dem Bogen ist alles zierlich, da passt kein gerade Griff hin!!
Der Grozer-Türke ist ein nachgebauter Flight-Bogen. Ein original hängt bei Grózer im Verkaufsraum. Aufspannen geht "mädchenleicht",
aber nicht ganz ohne verrenken, weil es ein kurzer Bogen mit starkem Reflex ist!
Oder zu zweit spannen. Eh besser für den Bogen, kannst nicht verdrehen.

Gruß: Sundancewoman ;-)
Es komt nicht darauf an, den bequemsten Weg zu finden, sondern den Richtigen zu gehen
hornwyrm
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Türke oder Mongole

Beitrag von hornwyrm »

Schöner Bogen, aber meines Erachtens kein Türke.
Ich schieße mit der Kassai-Anfertigung dieses Bogens, den Wolff 3, und wie man sehen kann hat dieser Bogen die Mongolische Brücke, wo die Sehne oben aufliegt, wie meiner.
Bei einem Türkische Bogen laut " Turkish archery and the composite Bow (Paul Kloppsteg, 1934 u. 2005) kann es vorkommen daß die beiden Wurfarme in ungespannter Form sogar einander kreuzen.

Diese kann man nur auf eine Art Spannen.
Man bindet sich einen Gürtel um, legt eine Spannkordel auf dem Bogen, setzt sich hin mit den Bogen an die Füße, die Sehne an eine Seite iengelegt. ein Band mit Ring über die eingelegte Shne, die andere Seite der Spannschnur übers andere Ende. dann drückt mann die Beine, und damit den Bogen aus bis mann die andere Seiten einnocken kann.
Ich werd dies auch mit meinem Mongolen mal ausprobieren.
Mongol
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Beitrag von Mongol »

Kassai-Bögen sind Sportbögen und orientieren sich nur sehr grob an historischen Vorlagen - Das ist schon ein Türken/Tataren-Bogen ;-)
Ein kluger Mann bemerkt alles.
Ein dummer Mann macht über alles eine Bemerkung
(H. Heine)
benz

RE: Türke oder Mongole

Beitrag von benz »

Original geschrieben von hornwyrm


Diese kann man nur auf eine Art Spannen.
Man bindet sich einen Gürtel um, legt eine Spannkordel auf dem Bogen, setzt sich hin mit den Bogen an die Füße, die Sehne an eine Seite iengelegt. ein Band mit Ring über die eingelegte Shne, die andere Seite der Spannschnur übers andere Ende. dann drückt mann die Beine, und damit den Bogen aus bis mann die andere Seiten einnocken kann.
Ich werd dies auch mit meinem Mongolen mal ausprobieren.
Wenn Du das überlebt hast, mach doch bitte mal ein Bild. Ich kann mir absolut nicht vorstellen wie das aussehen soll, wo die Spannschnur verlaufen soll?

Wenn der Bogen sich da raus dreht, bekommst Du ihn, wenn ich Deine Beschreibung richtig verstanden habe, mitten in die Fre....

Viel Spass und denk an das Bild bitte, zur Not auch aus dem Krankenhaus, hält dann andere vom Nachmachen ab.

liebe Grüße benzi
Steppenreiter

Kontrolle und Kontrollverlust

Beitrag von Steppenreiter »

Ich gebe zu ich bin eingeknickt. Habe mir doch noch einen Nockpunkt drangemacht, war einfach nicht kühn genug... :-(

Und trotzdem, der Nockpunkt ist eine Hilfe, die zur Kontrolle verleitet und Kontrolle heißt Zeitverlust, was schon schlimm ist, doch noch viel schwerer wiegt der Verlust der Ursprünglichkeit.

-- Follow the power of nature -- (**)
Polvarinho
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Beitrag von Polvarinho »

Aber Steppi, :-(

jetzt heul hier mal nicht rum von wegen Verlust der Natürlichkeit u.s.f. 8-) :D

Kontrolle heißt gute Technik.
Gute Technik heißt Zeitgewinn.
Und das macht Dich schneller während Du immer mehr Kontrolle bewußt aufgibst...um dann mit unbewußter Kompetenz "den Bogen schiessen zu lassen".............

Thats it! Pefekt!!

Also nicht über den Nockpunkt jammern...außer er sitzt falsch.... :D
Claus
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djingis
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RE:

Beitrag von djingis »

Original geschrieben von claus meyer

Also nicht über den Nockpunkt jammern...außer er sitzt falsch.... :D
...und dafür kann ich nix, hab´ nur zugezwickt, wo der steppi hingedeutet hat :D dass er sein soll..........
und er hielt!!!!!

...ganz ehrlich...für mich hatten die alten profis im bogenschießen sicher auch bald so eine orientierungskrücke. sind doch sonst auch auf alles mögliche gekommen, was dem guten pfeilflug dienlich war ;-)
ich sehe es auch nicht als "einknicken", sondern als zugeständnis an den möglichen erfolg.
grüße von rainer
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Steppenreiter

Beitrag von Steppenreiter »

Ich glaube Benz war's, der sich darüber wunderte, dass er zu Beginn seiner Bognerlaufbahn traumhafte Ergebnisse schoss, sich dann mit Technik befasste und seitdem nix mehr funktioniert.

Wir hatten dann eine längeren Exkurs über einen Indianer, der um die Jahrhundertwende plötzlich aus dem Busch kam und zeigte was er drauf hatte ohne irgendeiner erkennbaren Technik.

Mein derzeitiges Zwischenergebnis ist:
"Kontrolle und Eile sind vom Teufel!" Und Claus: aus dem Loch lass ich dich nicht raus, sich solange routinieren bis du auch ohne Kontrolle kontrolliert bist, ist nur die halbe Miete. Denn kommt etwas dazwischen funktioniert es schon nicht mehr, das ist wie mit der Geschichte von Li-tsu und Hun. (für Findige: sie steht auf der Atarn HP)
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