Hallo Leute,
ich war gestern auf der Schallaburg(Niederösterreich) in der Ausstellung "Dschingis Khan und seine Erben - das Weltreich der Mongolen".
Es war interessant um die mongolischen Hintergründe besser zu verstehen.
Ich wollte vor allem aber Bögen, Pfeile und Ausrüstung sehen, aber da gab es nicht viel Neues.
Es waren gerade mal 2 Bögen ausgestellt, ein gut erhaltener und ein recht zerfallener aus dem 10. Jahrhundert. Bei dem zerfallenen konnte man gut den Holzkern, die Sehnen und die Hornauflagen sehen, die teilweise gefehlt haben. Aber es gab keinerlei Angaben über die Holzart Bauweise, ...
Die Pfeile waren interessanter (10. Jahrhundert), sie waren ca 75-85 cm lang, geschätzte 9mm Durchmesser, gebarrelt mit Eisenspitzen (Schaftdorn). Es gab sowohl bodkinartige als auch 2-Schneidige Blattspitzen, sowie Spitzen mit einer flachen Schneide an der Vorderkante.
Die Federn waren ca.15-20cm (geschätzt) lang, eine flache Form (zwischen Parabol und Saubuckel), leicht schräg aufgeklebt, vorne und hinten mit Sehnen gewickelt. Die Nocken waren wieder dicker (ähnlich wie die Nocken von Steinmann) mit breiter flacher Kerbe. Das hat wahrscheinlich Vorteile beim Daumenrelease, da man die Nocke so besser nach hinten gegen die Sehne drücken kann.
Es hat mich erstaunt, daß die Federn direkt vor der Nocke aufgeklebt wurden (ca 2-3 cm vor der Sehne).
Die Nocken waren mit Sehne und/oder Birkenrinde (schmale Streifen) umwickelt. Es sieht so aus, als on die Nocken erst umwickelt wurden, bevor die Nockenkerbe gemacht wurde, da die Wicklung durchtrennt war.
Interessant fand ich auch, daß ein Pfeil (einfach) gespleißt wurde, mit einem dunklen Leim geklebt.
Die Pfeile waren in einem Köcher aus Birkenrinde, mit den Spitzen nach oben. Dieser bestand aus einer langen U-förmig gebogenen Leiste, die an den Seiten des Köchers befestigt war und das obere Ende des Köchers darstellt. Dazwischen wurde aus Birkenrinde der Köcher selbst befestigt. Die genaue Form konnte ich nicht erkennen, etwas oval sah es aber aus. Die Pfeile konnten oben seitlich entnommen werden.
Weiterhin waren noch 2 Sättel ausgestellt, diese bestanden aber im Prinzip nur aus den beiden Auflageflächen auf dem Pferderücken so wie 2 verbindungsstücke vorne und hinten, die wie hochgezogene Zwiesel aussehen. Es wurde erklärt, daß dadurch die Wirbelsäule des Pferdes frei lag (gute Belüftung, kein Druck).
zu sehen war auch ein mongolisches Kettenhemd, es hatte genietete Ringe (ca. 10mm). Es war wie die europäischen kettenhemden geflochten, ohne Kopfteil, mit einem gepolsterten Kragen.
Es war auch eine "Rüstung" zu sehen. Diese sah auf den ersten Blick aus wie ein dicker, nietenbesetzter Mantel. aber es wurde erklärt, daß sich darin eingenäht/genietet kleine Metallplättchen befinden. In einem Stiefel war ein Loch und man konnte die kleinen Plättchen gut sehen. Sie waren leicht überlappend wie bei einem Schuppenpanzer angebracht.
Das Fotografieren war leider verboten. Und es gabe keine Unterlagen zur Ausstellung. :-((
Liebe Grüße,
Matthias
Schallaburg: Dschingis Khan und seine Erben - das Weltreich der Mongolen
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Matthias Herp
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Ich hatte das zweifelhaffte vergnügen der "Buddhismusaustellung" (über 70% der Ausstellung geht über religion, und davon ein großteil über buddhissmus schon vor einigen Wochen.
Erzählt die Führerin immernoch geschichten über das "Leder"(sie meinte die sehnen) am bogenrücken und Schlangenhaut und Hornplatten als Teil der Schamanistischen Tradition, um Tiergeister in die Waffe zu kanalisieren? Ich habe sie während der Führung ein paarmal korrigieren müssen, weil sie haarsträubende Sachen wie diese erzählt hat.
Aber über Buddhismus konnte sie stundenlang erzählen. genaugenommen 1:15 von einer 1:30 langen führung... *gääähn*
Ist dir auch aufgefallen, das der eine Bogen, der hängend mit den "aufgelegten" Pfeilen ausgestellt wurde, "verkehrtherum" hängt? Sehenbelag zum Pfeil... :-(
Oder haben sie das mittlerweile korrigiert? (Hatte sie drauf hingewiesen.)
Erzählt die Führerin immernoch geschichten über das "Leder"(sie meinte die sehnen) am bogenrücken und Schlangenhaut und Hornplatten als Teil der Schamanistischen Tradition, um Tiergeister in die Waffe zu kanalisieren? Ich habe sie während der Führung ein paarmal korrigieren müssen, weil sie haarsträubende Sachen wie diese erzählt hat.
Aber über Buddhismus konnte sie stundenlang erzählen. genaugenommen 1:15 von einer 1:30 langen führung... *gääähn*
Ist dir auch aufgefallen, das der eine Bogen, der hängend mit den "aufgelegten" Pfeilen ausgestellt wurde, "verkehrtherum" hängt? Sehenbelag zum Pfeil... :-(
Oder haben sie das mittlerweile korrigiert? (Hatte sie drauf hingewiesen.)
temporarily out of order
RE: Schallaburg: Dschingis Khan und seine Erben - das Weltreich der Mongolen
Einen Ausstellungskatalog gibt es. (Falls der Link nicht funktionieren sollte, google einfach mal nach dem Ausstllungstitel)Original geschrieben von Matthias Herp
Das Fotografieren war leider verboten. Und es gabe keine Unterlagen zur Ausstellung. :-((
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Matthias Herp
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RE:
Hallo LaCroix!
Die Ausstellung ist schon arg Budhismus-lastig!
Aber hatte ich mehr Glück bei der Führung, sie kannte sich nicht wirklich so gut bei dem Waffen aus, hat aber nicht so viel Blödsinn erzählt (Ich wußte gar nicht, daß die Mongolen in vollem Galopp auf 300m gezielt geschossen haben... ;-)
Ja, das ist schon peinlich, daß sie den Bogen falsch herum aufgehängt haben, das habe aber sich 98% der Museumsbesucher nicht gemerkt.
Auch die Pfeile bei dem intakten Bogen bei der Rüstung sahen mir etwas zu neu aus und waren viel gröber gearbeitet als die aus dem 10 Jahrhundert...
Aber es war ein netter Ausflug (ist nur 40km von meinemn Wohnort entfernt).
@thorstain
Sie hatten keinen Katalog mehr dort! Schlecht organisiert! Aber danke für den Tip!
Liebe Grüße,
Matthias
Die Ausstellung ist schon arg Budhismus-lastig!
Aber hatte ich mehr Glück bei der Führung, sie kannte sich nicht wirklich so gut bei dem Waffen aus, hat aber nicht so viel Blödsinn erzählt (Ich wußte gar nicht, daß die Mongolen in vollem Galopp auf 300m gezielt geschossen haben... ;-)
Ja, das ist schon peinlich, daß sie den Bogen falsch herum aufgehängt haben, das habe aber sich 98% der Museumsbesucher nicht gemerkt.
Auch die Pfeile bei dem intakten Bogen bei der Rüstung sahen mir etwas zu neu aus und waren viel gröber gearbeitet als die aus dem 10 Jahrhundert...
Aber es war ein netter Ausflug (ist nur 40km von meinemn Wohnort entfernt).
@thorstain
Sie hatten keinen Katalog mehr dort! Schlecht organisiert! Aber danke für den Tip!
Liebe Grüße,
Matthias
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AndreaSZB
RE: Schallaburg: Dschingis Khan und seine Erben - das Weltreich der Mongolen
diese Bauart wird auch heute noch genutzt ... zwischen die beiden Verbindungsstücke (Candle) wird Leder gespannt. Der Reite schwebt also leicht über dem Pferd wie in einer "Hängematte" .. Ich hatte so einen Sattel in Kirgisien auf meinem Pferd (allerdings waren die Verbinder aus Eisenrohr gefertigt)Original geschrieben von Matthias Herp
Weiterhin waren noch 2 Sättel ausgestellt, diese bestanden aber im Prinzip nur aus den beiden Auflageflächen auf dem Pferderücken so wie 2 verbindungsstücke vorne und hinten, die wie hochgezogene Zwiesel aussehen. Es wurde erklärt, daß dadurch die Wirbelsäule des Pferdes frei lag (gute Belüftung, kein Druck).
ich war so begeistert von dieser Sattelkonstr., dass ich mir einen mitgebracht habe. Leider passt dieser nicht auf breitere Pferderücken .. und nur auf die "schmalen" mittelasia. Pferderassen
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AndreaSZB
RE:
ja so ähnlich, aber die verbindung zwischen den Holzbügeln sind doch etwas star mit viel Leder versehen! Sehr viel genäht!
Was ich meine, ist ein Lederstück das zwischen dem vorderen und hinterem Bügeln mit einer lockeren Lederverschürung (Kreuzverschnürung) aufgehängt bzw. eingehängt ist. Schön war dabei auch, dass man das jederzeit problemlos reparieren konnte (z.B. die Lederriemchen einfach auswecksel usw.) ...bzw. dies auch auf seinen Sitz (Popo) einstellbar war.
Über das ganze kam dann ein weiches Lammfell!
Ich muss mal sehen, ob ich daran denke!Dann bringe ich den Sattel nach Storkow mit.
Ich hatte den Sattel nur weit weg geräumt, weil er auf keins meiner Pferden passt.
Was ich meine, ist ein Lederstück das zwischen dem vorderen und hinterem Bügeln mit einer lockeren Lederverschürung (Kreuzverschnürung) aufgehängt bzw. eingehängt ist. Schön war dabei auch, dass man das jederzeit problemlos reparieren konnte (z.B. die Lederriemchen einfach auswecksel usw.) ...bzw. dies auch auf seinen Sitz (Popo) einstellbar war.
Über das ganze kam dann ein weiches Lammfell!
Ich muss mal sehen, ob ich daran denke!Dann bringe ich den Sattel nach Storkow mit.
Ich hatte den Sattel nur weit weg geräumt, weil er auf keins meiner Pferden passt.
