bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Bogenschiessen in der Praxis, mediterran, Daumentechnik u.a.
mamelito
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bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von mamelito »

moin erstmal,

ich habe gestern meinen neuen bogen erhalten, nigel-nagelneu und schon eingeschossen. die bilder von ihm waren toll, und er war auch toll, als ich ihn ausgepackt habe. dann habe ich ihn - wie üblich - mit dem durchtrittverfahren gespannt.
der bogen war danach total einseitig - sprich der eine wurfarm hat sich viel mehr durchgebogen als der andere -. verdreht war der bogen nicht, ich habe es auch wie bei meinen anderen bögen gemacht daher ??? ???

kann das echt sein, daß man einen bogen durch das (ja allseits so beliebte und gerne angepriesene) durchsteige- oder durchtrittverfahren derartig verhunzt?????? :'(

möglicherweise hat ja jemand von euch ähnliche erfahrungen gemacht, oder ist das unmöglich, daß dieser fehler vom spannen kommt ( bzw. der spann-methode...?)

ich für meinen teil werde jedenfalls niiiiiiieeeee nieee mehr einen bogen ohne spannschnur spannen... ( war ein langbogen--- möge er in frieden ruhen) :'( :'(
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Squid (✝)
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von Squid (✝) »

Klingt ein wenig so...  >:(

Die Durchtrittmethode ist zwar weit verbreitet, aber auch die unsicherste und gefährlichste Methode, weil man fast immer die Arme völlig unterschiedlich belastet. Bei Holzbögen kann man da u. U. viel Schaden anrichten.

Aber gib noch mal n Paar mehr Infos zu dem Bogen Preis: Welche Stärke, Länge etc, Material(-ien), Typ, Bauweise, Hersteller, neu oder gebraucht wo gekauft, etc. - Fotos? -

Man sollte nämlich auch überprüfen ob es wirklich dein Fehler war oder ob der Bogen nen Schaden hatte... schließlich war es das ERSTE Aufspannen, oder?

Welcher Arm hat denn Schaden genommen? Der, den du auf den Fußboden gedrückt hast, oder der andere?
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Mandos
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von Mandos »

Squid hat geschrieben: Welcher Arm hat denn Schaden genommen? Der, den du auf den Fußboden gedrückt hast, oder der andere?
Seit wann drückt man den unteren Arm auf den Boden? Ich drücke ihn gegen meinen Fuß und kann mir übrigens nicht vorstellen, dass du dabei den Wurfarm so ruinierst.
Klar, wenn man das dauernd macht, aber einmal...
Komisch komisch.
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Rado
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von Rado »

Man kann durch set deflexe Wurfarme mit ein wenig Risikobereitschaft gerade biegen.
Das meine ich nicht als Methode den Bogen wieder herzurichte, sondern als Möglichkeit eine gleichmäßige Biegung vorzutäuschen.
Wenn Du ihn dann wieder aufspannst, sieht man erst den Fehler.

Du könntest aber, wenn Du den Bogen sowieso schon abgeschrieben hast, ihn erwärmen, begradigen, ein backing verpassen und nachtillern.
Keine Erfolgsgarantie, aber alles besser als wegwerfen.
Gruß
Rado

PS:Bevor ich hier rumschwadronier was machbar ist;Squid hat natürlich Recht mit der Frage nach Typ und Material.
Ich bin von einem selfbow ausgegangen.Daß sich ein Glasbogen verzieht, halte ich für unwahrscheinlich.
Zuletzt geändert von Rado am 21.07.2007, 12:59, insgesamt 1-mal geändert.
Taran
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von Taran »

Dass sich ein Glasbogen verzieht...

Doch. Samick SKB zum Beispiel ist anfällig. Ich bin sicher, dass ich meinen (vor Jahren, als ich eh noch keine Ahnung hatte) durch unsachgemäßes Aufspannen ruiniert habe.
Taran von Caer Dallben

[size=2] [color=blue][b]... και δόξα τω Θεώ ![/b][/color][/size]
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Rado
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von Rado »

Uj, wieder was gelernt.Danke.
Wenn ich daran denke wie ich meinen Old Shooter mishandelt habe...
Den hab ich übrigens auch mit der Durchsteigmethode ruiniert, aber weil er mir vom Schienbein gerutscht und gegen einen Stahlschrank gedengelt ist.
Verzogen hat er sich nicht.
Gruß
Rado
Zuletzt geändert von Rado am 21.07.2007, 13:36, insgesamt 1-mal geändert.
mamelito
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von mamelito »

Also,

es ist ein eschebogen 2-fach verleimt – nicht gespleißt, mit rohhautbacking einem aufgeleimten griffstück und lederumwickelt--- ein sehr sehr schöner und sauber gearbeiteter bogen ohne irgendeine macke--- wie gesagt eingeschossen war er auch schon (lt. Hersteller).

Ein von hand hergestelltes wirklich schönes teil, preis und hersteller lasse ich mal weg, weil das wie ich finde nichts zur sache tut und ich auch niemanden hier anprangern möchte…

Ich habe natürlich gleich bilder gemacht, auf denen man auch sieht, dass die wurfarme total ungleichmässig sind, aber nicht verdreht… er ist nach wie vor schnurgerade… !

Der verkäufer hat mir auch sofort ersatz angeboten, bzw. gesagt, er baue mir einen ähnlichen mit der selben wurfkraft (35 pfund) und material… er hat mich ganz vorsichtig gefragt, wie ich ihn gespannt hätte und dann (nachdem ich gesagt hatte mit der duchschritt-methode) seine vermutung geäußert, dass das evtl. daran liegen könne… allerdings hat er einen materialfehler nicht ausgeschlossen.
Nach dem Entspannen habe ich mir die wurfarme noch mal unter die lupe genommen und festgestellt, dass im bereich von zwei winzigen verästelungen je ein kleiner stauchriss zu sehen ist ( nur auf einem wurfarm)…

Ob die durchbiegung oben oder unten war – unten--- wenn mich nicht alles täuscht. Denn er bogenbauerknoten war fest in der nocke und ich habe das öhrchen eingehängt… habe die sehne im übrigen so gelassen, wie der verkäufer sie geschickt hat --- also nichts verkürzt oder so…---

Unten befand sich der bogen in meiner fußkehle und gespannt habe ich ihn wie immer…

Was ich sch---e finde, ist, dass ich davon noch nie was gehört habe, und ich noch nicht allzu lange einem gespräch beiwohnte (ohne mich daran zu beteiligen), in der die spannschnur pro und contra das thema war, und ich mir nur gemerkt habe, dass man für langbögen keine brauchen würde… nur den sch…ß merkt man sich !!!! >:( >:(
Eiswolf
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von Eiswolf »

Leider kann ich nichts zur Klärung beitragen. Aber ich würde gern bei mir selbst ausreichend issen schaffen soetwas zu vermeiden.

Wie benutzt man denn eine Spannschnur? Gibt es irgendwo eine Anleitung?
Der_listige_Lurch
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von Der_listige_Lurch »

Es kommt drauf an, was man für eine Spannschnur benutzt. Bei einer Longbow-Spannschnur werden beite Enden (Schlaufen) über die Tipps gezugen und dann der Bogen mit den Armen nach obengezogen bzw. die Schnur mit den Füßen auf den Boden gedrückt.
Wenn der Bogen weit genug gespannt ist "hakt" man einfach die Sehne ein und schon ist der Bogen gespannt.
Eine Anleitung gibts auch im Bodnik Katalog etc.
Dwyer
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von Dwyer »

mamelito hat geschrieben: Was ich sch---e finde, ist, dass ich davon noch nie was gehört habe, und ich noch nicht allzu lange einem gespräch beiwohnte (ohne mich daran zu beteiligen), in der die spannschnur pro und contra das thema war, und ich mir nur gemerkt habe, dass man für langbögen keine brauchen würde… nur den sch…ß merkt man sich !!!! >:( >:(
wenn du die zweite methode von denen
http://www.fletchers-corner.de/fleco/info_pages.php?pages_id=5
benutzt würde ich behaupten das fast unmöglich ist bei nem langbogen die wurfarme zu verdrehen. Also hatten die gar nicht so unrecht...
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Squid (✝)
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von Squid (✝) »

Hier sind 2 Darstellungen von der Verwendung der Spannschnur:

http://web.utanet.at/flaschfh/bo_spannschnur.gif
http://www.bogensport-seesen.de/images/ ... ehen01.gif

Der Rabe hat auch noch ein Bild in seiner Gallerie "Sonstiges".

Theoretisch BRAUCHT man keine Spannschnur. Wenn man routinemäßig im Gefühl hat, wieviel Druck man an welcher Stelle ausübt, kommt mit der Durschsteigmethode klar - man darf nur keinen Fehler machen.
Sicherer ist die Zieh-Methode (siehe link von Dwyer) aber die Verrenkungen bei langen Bögen sind ziemlich albern.
Die Spannschnur ist die sicherste Methode - man muss eben ein weiteres Stückchen Ausrüstung rumschleppen.

Es geht letztlich auch weniger ums Verdrehen der Wurfarme. Das Problem ist vielmehr, dass bei falschem Durchsteigen ein Wurfarm auf einer ganz kurzen Strecke viel zu stark gebogen wird, was sich dann als dauerhafter Knick bemerkbar machen kann.
Zuletzt geändert von Squid (✝) am 21.07.2007, 18:09, insgesamt 1-mal geändert.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
mamelito
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von mamelito »

hallo nochmal,

danke mal für die links mit der bogenspannschnur...

und alle anderen tipps...

ich für meinen teil jedenfalls habe aus der misere gelernt und zwar, daß ich einen bogen (wie schon vorher gesagt) niiiiieeee mehr mit der durchsteige-methode spannen werde. empfehlen werde ich das auch niemandem mehr, ob langbogen oder anderer bogen, egal !!!

ich hatte wenigstens noch glück, daß mir der verkäufer den bogen komplett ersetzt, allerdings glaube ich nicht, daß das jeder machen würde.

dann würde ich mich noch viel mehr ärgern >:( >:(

fazit :durchsteige methode --- nie mehr und absolut nicht weiterzuempfehlen ! >:(

eigentlich wollte ich hier... noch ein bildle von dem armen bogen reinkopieren, aber das tut nicht so wie ich will... warum weiß ich nicht... :-[
KoLegolas
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von KoLegolas »

Bei der Durchsteigemethode, gibt es aber auch noch die Möglichkeit mit einer
Fußschlaufe zu arbeiten.
Also nicht den Bogen am Schienbein einharken.

Man legt sich einen Riemen ans Fußgelenk an.
An diesem Riemen ist dann eine Schlaufe drann,
wo man den Bogenarm einharken kann.

Der Rest geht genauso vonstatten wie sonst auch.

Durch die Schlaufe, wird aber der GANZE untere Arm gebogen
und nicht nur wie ohne Schlinge ab etwa dem Schienbein.

Durch die Fußschlinge kommt der Griff auch ein ganzes stück besser über's
Gesäß, wodurch wiederum mehr über die Mitte als über einen Arm gespannt wird.

Durch die Schlinge, wird der Bogen also im ganzen gleichmäßiger gespannt.

Die Fußschlinge, kann man übrigens während des ganzens Schießens angelegt
lassen.
Wenn man dann z.B an der Standhöhe etwas ändern will,
braucht man nicht erst wieder die Spannschnur rauskramen.

Und stören tut sie auch nicht.

Guckst du Hier

Gruß
KoLegolas
Der_listige_Lurch
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von Der_listige_Lurch »

Der Riemen ist aber nur für Recurve Bögen geeignet oder? ???
Ein Langbogen findet darin doch keinen Halt :-\

Der Lurch
KoLegolas
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Re: bogen ohne spannschnur gespannt - jetzt isser verhunzt -

Beitrag von KoLegolas »

Stimmt.
Daran habe ich gar net gedacht *g*.

Aber wenn der Bogen stark Reflex ist, könnte es vieleicht gehen.
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