30lbs für 50m?

Fragen zu Boegen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Bogenbau.
Esteban
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von Esteban »

Enbarr hat geschrieben: Das mit dem schwachen Weib war mehr ironisch gemeint, denn wenn man hier von Bögen liest die 50, 60 oder noch mehr Pfund Zuggewicht haben frag ich mich immer "wie zieht Mann das?" und fühl mich doch schon etwas schwächlich.
Ich weiß ja nicht wieviel lbs andere Frauen im Schnitt  ziehen. Bei uns im Verein ist 35lbs, soweit ich weiß, das höchste....Fita-technisch allerdings alle.
Die möglichen und sinnvollen Zuggewichte hängen auch von der Technik ab.

Die "richtigen" Männer mit ihren starken Bögen möcht ich mal bei dem Gewicht mit  FITA Technik 15 Sekunden im Anker stehen sehen, und das 2 x 30 Schuß  ;D

Ich hab auf dem FITA Bogen derzeit 28 lb/30" und auf dem "Traditionellen" 43lb/30".

Im übrigen ist Treffen wichtiger als Zuggewicht.


Gruß

Esteban
lacruz
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von lacruz »

Wie bereits gesagt wurde kommt man auf die 50m auch mit 30lbs hin, jedoch sind oft bei Tunieren die Zielen "jagdlich" gestellt.
Da hängt dann gerne mal ein oder mehrere Äste im Weg... und da wird es bei 30lbs schnell eng wenn man soweit drüber halten muss.
Bei Langbögen würde ich persönlich eher zu mehr Zuggewicht raten.
Und mit viel Training sollten 40lbs zu schaffen sein.

Lg, Lacruz
"In meiner Jugend, wenn ich einen Pfeil verloren hatte, scho? ich seinen Bruder von gleichem Schlag, den gleichen Weg ; ich gab nur besser acht, um jenen aufzufinden, und beide wagend fand ich beide oft."
Mable
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von Mable »

Ich würde es mal so sagen:

Lieber den einen oder anderen Pfeil wegen Wind, Ästen, oä am Ziel vorbeischießen, oder Abpraller am 3D Tier riskieren, als sich mit einem zu schweren Bogen die Schulter ruinieren....

Aber ich würde auch sagen, dass man mit 30# auf alle gestellten Entfernungen klarkommt.
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Snake-Jo
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von Snake-Jo »

@all: Das Zuggewicht ist denkbar ungeeignet für Vergleiche und bietet wirklich nur einen groben Anhaltspunkt. Es kommt auf die Effiziens bzw. den Wirkungsgrad des Bogens an. Das Thema hatten wir schon mal. Das Zuggewicht wird nur immer wieder gerne genommen, weil kaum jemand den Wirkungsgrad berechnen kann. Da sind die Bogenbauer und Händler gefragt, hier bei jedem Bogen den Wirkungsgrad anzugeben.
Ein gut gebauter 40 lb-Bogen mit hohem Wirkungsgrad schlägt so manchen Bogen von der Stange mit 50 lb in Geschwindigkeit und Reichweite.
Was die Auszugsweite angeht: Wenn ich mit aller Gewalt höchsten auf 25" Auszug komme, lohnt es sich, einen leistungsstärkeren Bogen zu nehmen, damit ich auch auf die 30 lb bei 25" komme, ansonsten gilt: Auszug läßt sich durch nichts ersetzen außer....
durch noch mehr Auszug!  8)
Daher lieber einen effizienten schwächeren Bogen nehmen und diesen bis zum Ohr ziehen.
Übrigens: Wer gerne seine 100 lb auf den Fingern spüren will, sollte einen Besenstiel aufspannen... ;D
Zuletzt geändert von Snake-Jo am 03.08.2007, 09:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Halvarson
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von Halvarson »

@ snake-joe

der wirkungsgrad wird bei einem bogen mit 40# auf 28" der nur 25" ausgezugen wird und dann die angestrebten 30# hat, gerunger sein als bei einem bogen, der auf 30# auf 25" gebaut wird und nicht länger ausgezogen werden darf wg bruchgefahr.

gruss
thorsten
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Thorsten

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Snake-Jo
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von Snake-Jo »

@paradoxon: nein!

- Der Wirkungsgrad ist erst einmal unabhängig vom Auszug und Zuggewicht, weil in der Regel nur Bogen mit gleichem Zuggewicht verglichen werden und die Effiziens dann auch bei der möglichen Auszugsweite berechnet werden kann. Bei der Einzelberechnung fließt natürlich beides ein, sodass ein Bogen mit 30 lb durchaus einen besseren Wirkungsgrad haben kann als ein Bogen mit 60 lb.

Wenn ein Bogen 40 lb hat und nur 25" ausgezogen werden darf, dann vergleiche ich ihn erst einmal mit einem anderen 40 lb-Bogen auch bei 25", auch wenn der zweite Bogen bei längerem Auszug effektiver wäre. Mit anderen Worten: Auch hier sollten eigentlich nur zwei gleichartige Modelle, z.B. Indianerbogen mit kurzem Auszug, verglichen werden. Ansonsten gilt nach wie vor der Standardauszug von 28".
Formeln und Berechnungen gibt es als Excel-Tabelle, aber dies ist nicht der geeignete Thread dafür.
shortRec
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von shortRec »

Snake-Jo hat geschrieben: ....

Formeln und Berechnungen gibt es als Excel-Tabelle, aber dies ist nicht der geeignete Thread dafür.

Immer wenns spannend wird ist Schluss. Das war früher in der Märchenstunde schon so.  :(
Mal im Erst: Hast du die Tabellen oder einen Link da? würd mich nämlich interessieren.
Immi
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von Immi »

@paradoxon69sehe ich genau so- ein Bogen sollte abgestimmt sein um unnötige Anstrengungen oder gar Schulterschäden bei zu hohem Zuggewicht zu vermeiden.


Bin von einem 35lb Bogen auf einen 50er umgestiegen da bei großen Entfernungen (ab 30 Metern) mein inneres Auge (ich nenne es immer so:)) auch mit den zu großen Winkeln Probleme bei der Berechnung hat.
Ein direkter Schuss der durch höhere Zugkraft bzw. einem perfekt abgestimmten Bogen zu erreichen ist, ist immer einfacher ins Ziel zu bringen.

Grüße Immi
Zuletzt geändert von Immi am 03.08.2007, 11:27, insgesamt 1-mal geändert.
Ein gecresteter Pfeil fliegt nicht besser- er fliegt schöner.
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Halvarson
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von Halvarson »

@ snake-joe

im direkten vergleich sollte man nur äpfel mit äpfeln vergleichen und nicht mit melonen.
das hier ist aber kein wirkungsgradvergleichsthread (schönes wort  :P).

was ich meine ist, dass man einen bogen schiessen sollte, der auf den auszug des schützen abgestimmt ist. ein 70" langer lb der 40# auf 28" hat und locker bis 30" ausgezogen werden kann hat aber bei 25" auszug nicht die leistung wie ein 64" langer lb der 30# auf 25" hat und der max 26" ausgezogen werden darf (sonst bruch).

hier den wirkungsgrad zu vergleichen ist wie äpfel mit melonen...

aber wieviele (gerade frauen) schiessen mit melonen.

bögen, die für 28" auszug gebaut sind und die weiber schaffen es grad mal bis kurz hinter der standhöhe zu ziehen  ;D (nix für ungut).

gerade deshalb habe ich meiner frau (auf deren drängeln) eine widow bauen lassen, die perfekt auf ihren kurzen auszug angepasst wurde.

ist aber nur meine meinung und auch würdig zu diskutieren.

gruss
thorsten
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Matthias Herp
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von Matthias Herp »

Hallo paradoxon69, Snake-Jo!

Ich denke, ihr habt beide recht.
Ein Bogen hat natürlich seinen besten Wirkungsgrad bei dem Auszug, für den er ausgelegt wurde.

Wenn ich jetzt aber einen guten Bogen für mich suche, dann finde ich es durchaus zulässig, den Wirkungsgrad eines Bogens für meinen Auszugzu bestimmen.
Was bringt es mir, wenn der Wirkungsgrad bei 28" super ist, wenn ich ihn aber immer nur auf 25" ziehen kann??

Ich würde folgendes machen:
  • meine Auszugslänge bestimmen
  • mein Zuggewicht festlegen
  • Bögen aussuchen, die bei meinem Auszug das gewünschte Zuggewicht haben
  • von diesen Bögen den mit dem höchsten Wirkungsgrad wählen.
Liebe Grüße,
Matthias
Zuletzt geändert von Matthias Herp am 03.08.2007, 12:46, insgesamt 1-mal geändert.
Mable
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von Mable »

Nunja, also ich hab es so gemacht:

Auszug und max. Zuggewicht ermittelt.
zur Bogenmesse gegangen und mir einen schönen Bogen rausgesucht. Gab es nicht in 43#, also den gleichen Bogen in schwächer gesucht (waren dann 35#).
Fühlte sich beim schießen gut an -> gekauft

Fazit:
Manchmal versteh ich echt nicht warum man immer auf Effizienz und Geschwindigkeit gehen muss. Dann kann ich mir ja gleich einen Flaschenzugbogen kaufen....
Für mich ist jedenfalls Optik und das "gut-fühlen-beim-schießen" der weitaus wichtigere Kaufgrund

Daher kann ich nur raten:
Schießt euren Wunschbogen irgendwo Probe. Ja auch wenn ihr dazu mal 70km oder so fahren müsst (hab ich auch gemacht). Lieber einen Tag in ein Hotel investieren (ca 50€) als sich einen 300€ + Bogen kaufen, mit dem man nicht klar kommt....
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von Snake-Jo »

@Paradoxon: Zu deinem letzten Beitrag: ja, bis auf das ich bislang noch keine Äpfel mit Birnen verglichen habe, sondern für einen Vergleich mit gleichartigen Bogen plädierte. zudem müssen wir dich zum Gender-Training schicken.  ;D

@Matthias: Gute Vorgehensweise, kann ich so unterschreiben!  8)

Ich wehre mich einfach dagegen, diese mittelalterliche Pfundvergleichsgeschichte dauernd präsentiert zu bekommen, nur weil die Händler nicht in der Lage sind, physikalisch korrekte und sinnvolle Angaben zu machen.
Wenn z.b. einer fragt: Ich schieße einen Bogen mit einem Auszugsgewicht von 30 lb/ 28" und einer Pfeilgeschwindigkeit von 140 ft/ sec bei 28 g Pfeilen, reicht das für 50 m? Darauf kann ich antworten.
Die 30 lb sagen nichts aus, da kann ich wirklich einen Besenstiel bespannen und komme die 50 m nicht hin (mal etwas krass ausgedrückt).
:-\ Und damit wech mit mir.  ;D

@Mable: Grundsätzlich ja!
Aber du verwechselst da etwas: Warum soll dein 35 lb-Bogen nicht gleichzeitig effizient sein bzw. eine hohe Geschwindigkeit haben, gut aussehen und sich gut anfühlen? Das eine schließt das andere nicht aus (vergl. Matthias H.).
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Halvarson
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von Halvarson »

@ snake-joe

das mit dem obst hab ich nicht persönlich gemeint. sorry, wenn du das so verstanden hast.

bevor ich mir so´n training antue mach ich lieber einen bogenbaukurs. ist für mich interresanter.

und zur klarstellung, das `weiber´ hab ich nur in anlehnung an enbarrs text geschrieben. ich schiess doch auch nen weiberbogen (ca. 42#) und bin damit glücklich.

und die aussage von mable find ich richtig. hat man ein gutes gefühl beim probeschiessen, kann man den bogen auch kaufen.
meinen eiben elb (stricknadel sagt mein bogenbauer zu dem guten stück) hab ich auch noch nicht nachgemessen (deshalb auch ca. 42#), aber ich hab ein saugutes gefühl beim schiessen.

gruss
thorsten
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Thorsten

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Enbarr
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von Enbarr »

Hi Allerseits,

das hat sich ja hier zu einer sehr interessanten Diskusion ausgewachsen!

@paradoxon: dem Bogenbauer hatte ich bereits per Mail angekündigt dass ich noch ein paar Fragen wegen der Materialien habe, wenn wir nach seinem Urlaub telefonieren werden. Jetzt ist die Liste der Fragen auf jeden Fall noch etwas länger.
Ich bin mal gespannt was er mir zum Thema Carbon / Bambus erklären kann.

Die Bezeichnung Weib übrigens, finde persönlich jetzt nicht als beleidigend, zumal ich den Begriff zuerst benutzt und mich selbst damit auf die Schippe genommen habe.

@all: bei meinem jetztigen Bogen ging es mir nicht nach Zuggewicht, Pfeilgeschwindigkeit usw.
Er sieht akzeptabel aus, schießt sich so wie er ausieht, war absolut bezahlbar, halt genau das richtige für den ersten LB.
Im Garten kann ich nicht viel weiter als 20 Metern schiessen, das klappt ganz gut und wird auch immer besser. Im Verein auf 40 m oder im Parcour bei weiteren Zielen ist es aber mehr Glücksache das Ziel vernünftig oder überhaupt zu treffen.
Mir geht es da warscheinlich wie Immi mit seinem inneren Auge.
Wenn ich nie weiter als 20 m schiessen möcht, würd ich ewig mit meinem Old Shooter zufrieden sein.

Jetzt wo ich mir den Traum eines Custom Bogens erfüllen möcht ist es mir schon wichtig dass er nicht nur ungleich besser aussieht sondern auch eine flachere Flugbahn bringt.

Und Tschüß
Enbarr...die jetzt erst einmal in den Urlaub fährt
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Re: 30lbs für 50m?

Beitrag von talisker2de »

Meine Frau hat eine Samik Cobra mit 30 lbs. Die zieht sich wunderbar leicht und hat keinen Handschock. Allerdings kommt sie mit Holzpfeilen bei diesm Bogen nicht zurecht. Mit Carbon oder Alu hat sie mit diesem Bogen ein spitzen Schußbild. 
Dago
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