Doch nicht so kurze Frage

Fragen zu Boegen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Bogenbau.
Frede
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Doch nicht so kurze Frage

Beitrag von Frede »

Hallo Leute!

Stehe kurz davor mir einen ELB bauen zu lassen, bin mir mit der Länge aber noch nicht ganz sicher. Momentan denke ich an eine Bogenlänge im ungespannten Zustand von 1,90m. Bin selbst 1,82 (habs noch einmal nachgemessen ;D) hoch, also wäre der Bogen im gespannten Zustand ein kleines bisschen länger als ich... Was denkt ihr? Ok, überdimensioniert oder noch länger? Material ist Eibe mit Hickorybacking.
Zuletzt geändert von Frede am 25.10.2008, 13:42, insgesamt 1-mal geändert.
DerSud
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Re: Kurze Frage, aber bitte schnelle Antwort

Beitrag von DerSud »

Moinsen,

hab leider keine Ahnung  :D aber du kannst mir vielleicht sagen wo du ihn bauen lässt?

MFG
Frede
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Re: Kurze Frage, aber bitte schnelle Antwort

Beitrag von Frede »

Bei Michel Bombardier (www.bombix.de).

Im Internet steht als traditionelle Längenangabe 180 - 200cm und etwas so groß wie man selbst (ja, den bogenwiki Eintrag habe ich auch gelesen). Allerdings will ich auch nicht, dass der Bogen am Ende überdimensioniert aussieht. Auf den Bildern (die ich bisher gesehen habe) geht der Langbogen eher bis zum Kinn (habs provisorisch vermessen).
Zuletzt geändert von Frede am 24.10.2008, 18:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Squid (✝)
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Re: Kurze Frage, aber bitte schnelle Antwort

Beitrag von Squid (✝) »

Ach, Euer Ungeduldigkeit wünschen umgehend Antwort vom Pöbel???  ;D

Grundsätzlich ist deine Körperlänge nicht so relevant, wie deine Auszugslänge. Durchschnitt ist 28", aber auch 29" und 30" kommen bei Leuten mit 182 cm Körperlänge durchaus vor.

Eibe - Eibenkern! - mit Hickorybacking ist eine sehr gute Kombination. Damit sind viele Längen möglich, unproblematisch wären für auch 160 oder 200 cm soweit du dich in normalen (35 - 75 lbs) Zuggewichtsbereichen bewegst.

Was Euer Eiligkeit bedenken sollten: Je länger ein Bogen, desto ruhiger ist er. Gleichzeitig verschenkt er aber auch Leistung durch die langen Arme. Eigentlich macht ein 190 cm Bogen daher wenig Sinn - wenn der Bogenbauer weiss, was er tut, wird er sich daher für die klassische ELB-Form an dir orientieren und es kommt ein knapp körperlanger Bogen dabei heraus.
Zuletzt geändert von Squid (✝) am 24.10.2008, 18:39, insgesamt 1-mal geändert.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
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Re: Kurze Frage, aber bitte schnelle Antwort

Beitrag von Frede »

Bitte, bitte! So war das von *Uns* doch nicht gemeint^^

Danke für die ausführliche Antwort. Mein Auszug ist etwas überdurchschnittlich und Zuggewicht wird so bei 50-55 Lbs liegen.
Zuletzt geändert von Frede am 24.10.2008, 21:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Squid (✝)
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Re: Kurze Frage, aber bitte schnelle Antwort

Beitrag von Squid (✝) »

;) N. P.

Ich würde auf Körperlänge gehen. Comstock z. B. schreibt in seinem Buch "Der gebogene Stock", dass er für Selfbows sinnvoll und sicher erachtet, dass der Auszug mal 2.4 die Länge ergeben sollte.

Wenn du überdurchschnittlich ziehst, gehe ich mal von 30" aus.
Mal 2.4 = 72" = 182.88 cm.

Gehen wir nun davon aus, dass es sich ja nicht um einen Selfbow, sondern einen laminierten Bogen im ELB Design handelt, ist da noch jede Menge Spielraum vorhanden.

Interessante Faktoren wären z. B.:

- Historische Optik (also laaang)
- Gute Leistung (dann etwa 170 - 175 cm)
- Sauberes Schussverhalten (dann etwa Körperlänge)
- "Showeffekt" dann knapp 200 cm MIT Hornnocken
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Re: Kurze Frage, aber bitte schnelle Antwort

Beitrag von Frede »

Ok, also so 183cm. Aber im abgespannten oder gespannten Zustand? Denn das macht ja sicher noch 5-7cm aus.

Optik soll "kriegsbogen"ähnlich sein. Er wird sich im Griffteil leicht biegen, hat Hornnocken, keine Griffwicklung und einen kleinen Recurve. Allerdings will ich damit nicht posen, sondern regelmäßig ernsthaft schießen. Von daher sollte er schon kein Leistungdefizit haben.
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Re: Kurze Frage, aber bitte schnelle Antwort

Beitrag von Squid (✝) »

Immer abgespannt, wenn es um Längen geht. Alles andere is Trallala.
Der leichte Recurve ist historisch durchaus korrekt - es gibt einige entsprechende Darstellungen.

Eine Griffwicklung ist insoweit von Vorteil, als sie die Position der Hand und des Pfeils sicherstellt - gerade zum Erzielen von gleichmäßigen Trefferbildern und auch bei Anfängern ist das von großem Vorteil.

183 ist somit sicher nicht falsch.  :)
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kra
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Re: Kurze Frage, aber bitte schnelle Antwort

Beitrag von kra »

Die ERLB waren in ihrer Hochzeit länger als ihre Schützen - also wärst du mit einem 190cm ELB heute "voll im damaligen Trend"  ;D
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– George Bernard Shaw
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Re: Kurze Frage, aber bitte schnelle Antwort

Beitrag von Frede »

Danke Leute, wird wohl etwas zwischen 183 und 190cm werden!

Hat jemand eine schöne Abbildung von den Recurves der englischen Kriegsbögen? Vielleicht auch im abgespannten Zustand?
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Re: Kurze Frage, aber bitte schnelle Antwort

Beitrag von Ravenheart »

Frede hat geschrieben: ... den Recurves der englischen Kriegsbögen?
??? ??? ???

den WAS? Flügeln der Frösche? Zehnägeln der Nacktschnecken??
Was meinst Du??

Rabe  ;D
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Re: Kurze Frage, aber bitte schnelle Antwort

Beitrag von Frede »

Du verwirrst mich ??? Meinst du, dass die gar keinen Recurve hatten?

Ich habe 3 gute Bilder von den Recurves gefunden, zwei davon kann man auf der Website des Osprey-Verlags finden, wenn man dort die Vorschau zum Buch "English Longbowman ..." nutzt. Eines ist von der Marry Rose. Weiß nicht ob ich die Bilder rauskopieren und hier reinstellen darf... Allerdings finden sich ganz unterschiedliche Abbildungen und Angaben, bei den meisten gibt es einen leichten deflex-reflex, bei anderen ein Setback oder auch mal gar nichts.
http://www.ospreypublishing.com/store/E ... 1855324916 (dort auf "SEARCH INSIDE BOOK" und dann auf eines der Bilder klicken, dann sind weitere zur Auswahl verfügbar)

Das dritte ist das Buchcover der irgendwann einmal erscheinenden Übersetzung des selben Buches:
Bild

Noch einmal zur Länge. Laut http://www.maryrose.org/ship/bows1.htm betrug die Länge: "average length of the bows is 1.98 metres (range 1.87m - 2.11m)." War das nur wegen den höheren Zuggewichten? Ist das auf einen Eibe-Hickory-Langbogen mit 50-55 Lbs nicht anwendbar?
Zuletzt geändert von Frede am 25.10.2008, 13:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Doch nicht so kurze Frage

Beitrag von Ravenheart »

;D

Recurve = beim gespannten, aber nicht gezogenen Bogen liegt die Sehne im Recurve-Bereich am WA an.

LB, LB mit Reflex = beim gespannten, aber nicht gezogenen Bogen liegt die Sehne im Recurve-Bereich NICHT am WA an, sondern berührt den WA nur an den Sehnenkerben.

Reflex ist beim engl. Warbow ein "Kann" aber kein "Muss".

Verwirrung beseitigt?  :)

wg. Länge: Für einen rund 50#-Bogen mit 28" Auszug genügen locker 1,85m. Alles Andere verschenkt nur Leistung und macht den Bogen "wabbeliger" (=mehr Nachschwingungen).

Größere Länge benötigst Du bei
a) größerer Auszugweite oder
b) höherem Zuggewicht

Warbows im Mittelalter mit deutlich ÜBER 50# Zuggewicht waren länger, um die Spannung besser zu verteilen und den Krümmungsradius zu reduzieren.

Rabe
Zuletzt geändert von Ravenheart am 25.10.2008, 14:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Doch nicht so kurze Frage

Beitrag von Frede »

Jup, war zu faul die genaue Definition nachzulesen ;D Allerdings steht in dem Osprey Buch etwas von reflexen und recurven Charakter...
Zuletzt geändert von Frede am 25.10.2008, 15:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Doch nicht so kurze Frage

Beitrag von Falkenstadl »

Ein ELB in Kriegsbogenoptik sollte nach meiner Meinung keine Recurves haben. Für mich als reiner ELB Schütze kommt so etwas nicht in Frage. Ich bin 1,85m und mein Bogen hat 76". Wenn man einen ELB schiessen will, muß man mit den "Nachteilen" leben (langsames Werfen, schwieriges Handling im Wald etc.)  Ich nehme sie gerne in Kauf, weil's trotzdem Spass macht.
Gruß
Falkensadl
Bei den Alten schauen, für die Jungen bauen.
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