tarock hat geschrieben:
Hallo!
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Wenn du alles schön in Form gebogen hast, wies dir gefällt, dann müsstest du den gesamten Bogen, oder Stück für Stück mit einer Gasflamme erhitzen. Wenn der Federstahl dann eine schöne Goldige Farbe bekommt ist er genügend erhitzt. Wenn das Metall blau wird, dann ist schon zu viel Hitze. Dann sofort weg mit der Flamme.
Dieses erhitzen nennt man Spannungsarmglühen. Kannst ja mal googeln ;)
Das wäre jetzt das Vorbereiten vom Federstahl. Danach kannst du den Bogen tillern!
Wenn du am Flacheisen nichts verbiegst, dann brauchst du es anschließend auch nicht erhitzen..
...
lg tarock
Hallo,
Spannungsarmglühen: Glühen bei einer Temperatur unterhalb der PSK-Linie mit anschließendem langsamen Abkühlen zur Herabsetzung innerer Spannungen.
PSK-Linie = 723 Grad
Spannungsarmglühen bei ca. 600 Grad (+/- 50 Grad)
die von dir genannte "Goldgelbe" Farbe entspricht ca: 230 Grad
das von dir genannte Blau entspricht ca: 290 Grad (Dunkelblau) bis 320 Grad (Hellblau)
Ich könnte mir jetzt vorstellen das du bei den genannten Temperaturen das "Anlassen" meinst. (Anlassen = Verringerung der Sprödigkeit nach einer Wärmebehandlung)
Wenn man nichts verbiegt und nichts erhitzt braucht man auch keinen Federstahl.
Gleich mal vorweg, ich habe noch nie irgendeinen Bogen aus Metall gefertigt. ABER: rein von der Metall-Seite her bringt das so wie beschrieben nichts. Wenn nichts spezielles zu dem Stahl angegeben ist (Stahlschlüssel) dann würde ich den Flachstahl erst mal in Form bringen, dann Spannungsarmglühen, dann auf ca: 780 Grad erwärmen (Kirschrot) und sofort in einem Ölbad abschrecken. Jetzt gleich ab damit in den Backofen bei ca 200-220 Grad und ca. eine Stunde drinnen lassen (nach 30 min kurz raus und abschrecken)
Der Stahl sollte jetzt eine Federhärte aufweisen und wie das nun getillert wird wissen bestimmt andere besser als ich.
Wie gesagt, das beruht jetzt rein auf Metallbearbeitung und Wärmebehandlung von Stahl. Ein nicht wärmebehandelter Kohlenstoffstahl ist nur geringfügig härter als normaler Baustahl, wird also nach dem Überschreiten einer gewissen Biegebelastung nicht mehr zurückfedern (was denke ich für einen Bogen zwingend erforderlich sein sollte

)
Was nun die Federstahl-Rundstähle (den Draht) betrifft:
Ist er schon Wärmebehandelt (sprich: Federhart) ?
Ja: dann viel Spass bei der Bearbeitung, nicht über die Anlaßstemperatur erhitzen (kein Schweißen, Löten, Flexen, Maschinelles Schleifen ohne Kühlung usw.), das führ alles zu Härteverlusten bzw, Schwachstellen beim Biegen.
Nein: dann musst du nach der Bearbeitung trotzdem noch Härten, kannst also gleich einen Flachstahl nehmen.
Freue mich schon auf Kommentare hierzu *g,
Schorl