Schleifspuren am Pfeil

Bogenschiessen in der Praxis, mediterran, Daumentechnik u.a.
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Ravenheart
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Re: Schleifspuren am Pfeil

Beitrag von Ravenheart »

ullrson hat geschrieben: Rabe: Wenn Du einen Bogen (nominal 40# @ 28") mit einer kurzen Sehne auf 27" Standhöhe vorspannst und mit der Bogenwaage auf 28" ausziehst wirst du enttäuschende 5# messen.
O.K., 27" war schlecht gewählt, das geht gar nicht... Nehmen wir 0 und 10", das ist plausibler.... Ich änder das oben! Danke für den Hinweis!

Dennoch:

Bei der kurzen Sehne habe ich schon viel Vorspannung! Ich denke, ich müsste deutlich mehr Kraft aufwenden, um auf 28" zu kommen....!

Bild
Zuletzt geändert von Ravenheart am 18.06.2009, 23:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Galighenna
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Re: Schleifspuren am Pfeil

Beitrag von Galighenna »

Hi alle zusammen

Interessante Diskussion habt ihr hier.

Also an Rabes prima Zeichnung kann man irgendwie schon fast direkt sehen was bei unterschiedlichen Standhöhen passiert.
Der Bogen mit kleiner Standhöhe ist schneller, weil er den Pfeil auf größerer Strecke beschleunigen kann, und sich durch die Sehnenwinkel eine höhere Geschwindigkeit des Nockpunktes ergeben. Das ist wie beim Hebel, die WA legen eine relativ kleine Strecke zurück während die Zughand auf 28" Auzug zieht. Dafür ist aber die Geschwindidkeit des Sehne beim Ablass auch schneller und der Auszug geht mit weniger Kraft.
Bei großer Standhöhe wird der Weg des Nockpunktes kürzer und die WA müssen sich weiter bewegen. Das bedeutet mehr Kraft beim Auszug, aber weniger Endgeschwindigkeit.

In geringem Ausmaß gilt also:
  • Kleine Standhöhe, mehr Speed, weniger Zugkraft, leichtere Pfeile
  • Große Standhöhe, weniger Speed, mehr Zugkraft, schwerere Pfeile
Wie stark sich das jetzt Auswirkt wenn man zwischen 6 und 9" die Standhöhe variiert kann ich nicht sagen, Ich schätze den Effekt aber eher gering ein, vll so im Bereich von 1-2 oder 3lbs Zugkraft, was sich dann auch wieder nur wenig aufs Pfeilgewicht oder den Spine Auswirkt.
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand

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ullrson
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Re: Schleifspuren am Pfeil

Beitrag von ullrson »

ravenheart hat geschrieben:
ullrson hat geschrieben: Rabe: Wenn Du einen Bogen (nominal 40# @ 28") mit einer kurzen Sehne auf 27" Standhöhe vorspannst und mit der Bogenwaage auf 28" ausziehst wirst du enttäuschende 5# messen.
O.K., 27" war schlecht gewählt, das geht gar nicht... Nehmen wir 0 und 10", das ist plausibler.... Ich änder das oben! Danke für den Hinweis!

Dennoch:

Bei der kurzen Sehne habe ich schon viel Vorspannung! Ich denke, ich müsste deutlich mehr Kraft aufwenden, um auf 28" zu kommen....!

Bild
Ich denke: Zwischen 6" und 10" wird die optimale Standöhe liegen.
0" kann nicht funktionieren, Bei höheren Standhöhen ist die Beschleunigungsstrecke und -Kraft zu klein.

Da der Cotangens von 0° unendlich ist, ist die Vorspannung praktisch egal: für den Auszug benötigst du in den ersten Millimetern keine Kraft.
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Ravenheart
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Re: Schleifspuren am Pfeil

Beitrag von Ravenheart »

Korrekt! Ich meinte aber nicht die Vorspannung in der Sehne, sondern die im WA-Rücken! Die Streckungs-Elastizität des Materials ist ja nicht linear, sondern nimmt ab, je näher man an die Streckgrenze kommt. Kann jeder mit einem Gummiband ausprobieren... Ist es entspannt 10 cm, brauche ich, um es von 11 auf 13 cm zu ziehen, weniger Kraft, als es von 13 auf 15 cm zu ziehen. Daher kann ich auch die Wurfleistung einer Zwille (bei gleichem Auszug) erhöhen, indem ich die Gummis etwas einkürze. Alltagserfahrung...

Genau so verhält sich der WA-Rücken. Durch die höhere Standhöhe beginne ich den Auszug bei stärkerer Vorspannung, entsprechend brauche ich mehr Kraft. Dafür wird der Schubweg kürzer...

Rabe
tubatabu
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Re: Schleifspuren am Pfeil

Beitrag von tubatabu »

;D ;D ;D Na ihr Physiker, habt ihr prima erklärt. Danke.

Ich hab es mal ausprobiert mit der angegebenen Standhöhe, die ich im Link von Rabe für den Bogen gefunden habe. Also von 8" auf 8,5"
Das geht gar nicht! Ich war echt erstaunt das bei einem halben Inch so viel Energie verloren geht.
Da ich intuitiv schieße, habe ich auf ca. 30m, wie gewohnt angelegt und die Pfeile sind ca. 70cm tiefer auf dem Dämpfer eingetroffen. ::)

Ich hätte noch eine Frage. Weiß aber nicht, ob ich dafür ´nen neuen Thread aufmachen soll?

Als ich den Bogen bekam, war auf dem Shelf, welches waagerecht ist, also ohne Rundung, eine Plastikpfeilauflage geklebt. Diese war in die Mitte vom Shelf geklebt. Die Mitte ist aber nicht der tiefste Punkt vom Griff, sondern weiter vorn. Meinen selbstgebauten "Buckel" habe ich auf die Höhe vom tiefsten Punkt des Griffes geklebt, weil ich das so gelesen hatte.
Wie entscheide ich wo ich das Shelf hinklebe?

Schönes Wochenende euch allen gewünscht.
VG
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walta
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Re: Schleifspuren am Pfeil

Beitrag von walta »

mir ist zwar jetzt nicht ganz klar wo der pfeil genau liegt aber grundsätzlich sollte die pfeilauflage möglichst nahe bei der bogenhand liegen. auf diese art liegen pfeil und die bogenhand so parallel wie es nur geht und zeigen beide dorthin wo man auch hintreffen will. dieses "zeigen" mit der bogenhand auf das ziel unterstütz das intuitive zielen zusätzlich.

hmm - kennst sich jetzt noch einer aus :-/

grüsse
walta
-----------------
der manchmal nicht genau wiess wie er etwas beschreiben soll :-?
tubatabu
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Re: Schleifspuren am Pfeil

Beitrag von tubatabu »

Hallo.

Also, ich habe ein wenig rumexperimentiert.

Ich habe den Nockpunkt, mit einem Rohschafttest neu ausgeschoßen. Ich habe den Spine, der ja etwas zu hart war, durch Verringerung der Strangzahl der Sehne optimiert (auch getestet durch Rohschafttest). Und ich habe meinen selbstgebauten "Buckel" auf dem Shelf weiter vorn, mittig und weiter hinten angebracht und probegeschoßen. Alles ohne Auswirkung auf mein Problem. >:(
Ist ja nicht so, das die Pfeile nicht fliegen. Ich schieße ganz ordentliche Gruppen. Es bleiben nur die Schleifspuren. Werde ich wohl mit leben müssen.

Nochmals vielen Dank für eure Mühe und Antworten.

VG
tubatabu
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Bogensport Bernhard
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Re: Schleifspuren am Pfeil

Beitrag von Bogensport Bernhard »

st ja nicht so, das die Pfeile nicht fliegen. Ich schieße ganz ordentliche Gruppen. Es bleiben nur die Schleifspuren. Werde ich wohl mit leben müssen.
Also wenn alles andere passt, dann würd ich mal auf Ablassfehler tippen. Wahrscheinlich schlägt der Pfeil deswegen beim Abschuss am Bogen an. Eventuell mal jemanden auf deine Ablass achten lassen. Vll. ist ja ein Fehler erkennbar. Ich selbst hatte ewig das Problem, dass beim Ablass nicht alle Finger parallel waren und daher der Pfeil immer wieder am Bogen angeschlagen ist.

lg,
Bernhard
Esteban
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Re: Schleifspuren am Pfeil

Beitrag von Esteban »

Streetdog hat geschrieben: ....Ablassfehler ...
Sieht danach aus.

Nimm mal eine Kamera mit und film dich, bzw. laß dich filmen.

Was machst du mit den Fingern ? Wohin geht/zieht die Hand beim lösen ? Wie ist der Oberarm zum Pfeil ? Was macht die Bogenhand ?

Am besten von Hinten und von der Seite Aufnahmen.

Gruß

Esteban
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