Die Frage des Hakens

Bogenschiessen in der Praxis, mediterran, Daumentechnik u.a.
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Der Sigi
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Die Frage des Hakens

Beitrag von Der Sigi »

Hallo liebe Community!

Nach einer relativ erfolglosen Recherche (einschließlich diverser Bücher zum Thema traditionelles Schießen etc...) bin ich auf der Suche nach Erfahrungsberichten.

Ich habe Recurveschießen gelernt und ich schieße auch Langbogen (bis dato mit einem flachen Haken) - die Frage ist tiefer Haken vs flacher Haken....
Mir wurde von einem Coach gesagt, dass der tiefe Haken, also wenn die Finger 45° Richtung Körper zeigen, so wie man halt mit Tab schiesst, ein besseres Release bringt, als der flache Haken. Geankert wird bei beiden, zumindest machte ich das immer so, mit dem Mittelfinger beim Mundwinkel.

Langbogen - neuer Schießhandschuh - tiefer Haken -> kein großer Unterschied?  ???

Danke
Sigi
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Bognershanni
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von Bognershanni »

Die einen sagen so, die anderen so...

Ich denke das ist eine indivituelle Sache und kannst nur du für dich entscheiden. Es hängt meines Erachtens von zu vielen persönlichen Faktoren ab (Tab-Handschuh, Zuggewicht, Ankerpunkt, Schießstil usw. usf.).

Hanni
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kra
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von kra »

Wie und wo deine Finger die Sehne greifen wirst du für dich selber ausprobieren müssen. Im ersten Fingergelenk ist sicher ein guter Startwert um damit weiter zu experimentieren.

Wie geschrieben hängt das vom Tab/Handschuh, vom Zuggewicht usw usw ab.
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benzi
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von benzi »

Der flache Haken verleitet eher dazu "zu früh" zu lösen.

Ich schiesse einen Recurve mit tiefem Haken und einen Primitivbogen mit flachen Haken, den will ich garnicht solange "ankern".

Bei einem glasbelegten Langbogen geht beides gut, da kommt es wirklich mehr auf den "Kopf" des Schützen an, mit welcher der beiden Techniken er besser zu recht kommt.

......ist aber nur meine derzeitige Meinung ohne Anspruch auf absolute Wahrheit

benzi
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GunDog
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von GunDog »

Ich habe mal zwanghaft versucht auf den tiefen Haken umzustellen weil viele "Experten" meinen das ist das Beste. Ich bin wieder davon abgekommen weil es bei mir nicht sauber funktioniert, vor allem Ankerpunkt und sauberes lösen. Ich denke jeder sollte sich seinen eigenen Stil (wie hier die Vorredner schon geschrieben haben) entwickeln. Wo es funktioniert der hat Recht.


Gundog
Der Sigi
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von Der Sigi »

Danke Leute! ich bin froh, dass ihr das auch so seht.
Aber bei den verschiedenen "Expertenmeinungen" die ich vorher schon gehört hatte, wusste ich wirklich nicht mehr was für einen Haken ich machen soll....

thx@all
Sigi
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Snake-Jo
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von Snake-Jo »

Wie bei vielen Techniken gibt es eine, die sich grundsätzlich als "optimiert" für viele Zwecke herausgestellt hat.
"Die Sehne liegt auf der Mitte des mittleren Gliedes des Mittelfingers" (leicht zu merken: die 3-M-Regel). Der Haken ist mittelmäßig gekrümmt, eher in Richtung rechter Winkel. Damit fängt man an und variiert dann nach:
- Bogenart
- persönlichen Bedürfnissen (Gebrechen)
- Ablassgerät (Tab, Handschuh, blank)
- medizinischen Aspekten bzw. physikalischen Gegebenheiten: Handgelenk gerade Linie mit Finger und Unterarm etc.
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Peter O. Stecher
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von Peter O. Stecher »

Ich denke auch, wenn man eine der Methoden gut ausführt, funktionieren beide gut. Ich nehme die Sehne bis an die ersten Fingergelenke - ist das schon tief?  Das Zuggewicht macht auch etwas aus, natürlich sind stärkere Bögen z.B. mit einem tieferen Haken besser zu kontrollieren.
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Snake-Jo
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von Snake-Jo »

@Negley: Sag ich doch, je nach Ausführung. Schau mal deine Fingergelenke an und dann behaupte nochmals:
".. bis an die ersten Fingergelenke!"
Dat jeht nich!   ;D ;D
Die ersten Fingergelenke sind normalerweise alle in unterschiedlicher Höhe, bei Männern oft Zeige- und Ringfinger auf einer Höhe, Mittelfinger wesentlich höher, d.h. hier liegt die Sehne auf der Mitte des Mittelgliedes auf.
gakujin
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von gakujin »

Nee, dat jeht äsch nit! Aaber ich glaube er sieht als das erste Fingerglied nicht das Wurzelglied sondern das Endglied und dann jeht et widder Oder nit?  ;D
Sebulon
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von Sebulon »

Der Williams hat in seinem Lehrbuch des Bogensports das so ungefähr ausgedrückt:
Die Sehne liegt beim Mittelfinger kurz hinter dem ersten Fingergelenk
bei Ring- und Zeigefinger im oder kurz vor ersten Fingergelenk. Das passt von der Anantomie ganz gut.
also bei mir :)

Was die Gewichtsverteilung angeht empfiehlt, er glaub ich (ich beweg mich grad auf dünnem Eis) den Mittelfinger am stärksten zu belasten -
also so 40% Mittelfinger, 30% Ring und Zeigefinger
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Snake-Jo
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von Snake-Jo »

Fingerglieder ja, Gewichtsverteilung nein. Ich habe das gerade mit einer exakten Federwaage nachgemessen. Die Außenfinger sind gleich, der mittlere zieht etwas mehr, so im Bereich 10 %.
Hängt natürlich viel vom "Greifwinkel" ab und wie weit man den Haken macht, aber bei Standard ist es so.
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Peter O. Stecher
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von Peter O. Stecher »

Ich meinte das letzte Fingerglied, das mit den Nägeln.  ;D  Ich mache z.B. leicht den Fehler, dass ich mit dem Zeigefinger zu wenig ziehe - komme ich wider mal drauf, und bessere mich, gehen die Pfeile natürlich wo anders hin... :o
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Snake-Jo
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von Snake-Jo »

Nee, Negley, red dich nicht raus.  :'(
Auch bei dir liegt das letzte Fingerglied (das mit den Nägeln) nicht auf einer Linie.  ;D
Wenn doch, bitte Beweis (Foto).
Sebulon
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Re: Die Frage des Hakens

Beitrag von Sebulon »

@snake jo: ja genauso meinte ich das auch  -  sorry, wenn ich mich unverständlich ausgedrückt haben sollte.
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