Bogentypen in Deutschland

Fragen zu Ausrüstungsgegenständen wie Armschutz, Köcher, etc. Keine Fragen zum Armschutzbau, etc.
Authomas
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Re: Bogentypen in Deutschland

Beitrag von Authomas »

Edradour hat geschrieben:
Hans-Juergen hat geschrieben:[...]
Vielleicht hilft Dir diese Seite weiter http://www.deutschland-im-mittelalter.d ... #langbogen
Sorry, aber nach dem Lesen weniger Sätze ist klar, dass der Inhalt nicht sonderlich fundiert bis reiner Quatsch ist.
Keine gute Quelle...
Eh, ja, das mit dem Auszug klingt nicht grad nach massiver Sachkunde. Aber wo wir gerade dabei sind, mir wurde das untere Bild (mit dem "Kurzbogen") gerade als Beispiel für Seitenköcher im Hochmittelalter präsentiert und mein erster Gedanke dazu war: das sieht eher geklaut (Kriegsbeute) oder geschenkt aus, vielleicht noch kopiert - aber von der Bogenform (die Enden sehen für mich nicht nur gebogen sondern sehr nach steifen Siyahs aus) und auch vom Köcher her sieht es für mich eher nach Richtung Asien als ursprünglich europäisch aus. Hab aber so schnell keinen Bildbeleg bezüglich Köcher gefunden, der das untermauert hätte (was auch daran liegt dass FC über die Jahre ständig die Bilder verloren hat und die Hälfte aller Google-Bildertreffer auf FC verweist und tote Links produziert).

Und Sorry fürs Thread hijacken und Wilkommen, Johannes :-)
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Treibholzhai
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Re: Bogentypen in Deutschland

Beitrag von Treibholzhai »

Hans-Juergen hat geschrieben: Vielleicht hilft Dir diese Seite weiter http://www.deutschland-im-mittelalter.d ... #langbogen
Authomas hat geschrieben: Eh, ja, das mit dem Auszug klingt nicht grad nach massiver Sachkunde.
Viel besser (seltsamer) finde ich das erste Bild:

Bild
Bilduntertitel: "Bild 36: Bogen in gespanntem Zustand (a"), in ungespanntem Zustand (a') und nach dem Abschuss (a). Die Sehne in ungespanntem Zustand (b) und in gespanntem Zustand (b')."

Position a (der Vorneüberschlag der Wurfarme :D ) ist nur erreichbar unter Stauchung oder seitlichen Verkrümmung der Wurfarme oder durch Überdehnung der (Schnippsgummi- ;D )Sehne. Wo in diesem Moment die Sehne liegt, vorbeisegelt/schlabbert, wüßte ich gerne mal.

Andreas
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Galighenna
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Re: Bogentypen in Deutschland

Beitrag von Galighenna »

Auch wenn das nur eine Skizze ist, aber rolle doch mal geistig die WA von der Krabbenform in die Standhöhe ab... Fällt dir da auch auf das die in der Krabbenform viel zu kurz sind?
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand

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Treibholzhai
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Re: Bogentypen in Deutschland

Beitrag von Treibholzhai »

Jaja, Galighenna, und im entspannten Zustand gibt's nur einen Wurfarm. :D Und auch der ist kürzer als der gespannte darunter; aber das ist doch klar: bei Gummibögen dehnen sich die Wurfarme mit dem Auszug in der Länge mit! :D :D :D

Es ist eine Skizze, da bin ich nicht so pingelig. Solange das Prinzip stimmt. Den Wurfarmüberschlag kannte ich allerdings noch nicht.
Wer ist hier Spezialist für das Bauen seltsamer Bögen? Welches Holz gibt solch eine kurzhintereinander folgende Dehnung und Stauchung (und umgekehrt je nach Bauch und Rücken) ohne Schaden her?
Und wie führt man die Sehne an Wurfarmen und Mittelteil vorbei, ohne den Pfeilflug zu stören?
;)
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Ravenheart
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Re: Bogentypen in Deutschland

Beitrag von Ravenheart »

Nee, nee, die Bildunterschrift ist Unsinn!

Das Bild zeigt

a) den Bogen im Zustand OHNE Sehne
a') im gespannten Zustand auf Standhöhe und
a") im Vollauszug

Nach dem Abschuss geht er wieder auf a') zurück, mehr nicht. Erst nach dem ENTspannen erreicht er wieder a)...
Holz, das das aushält, gibt es nicht! Allenfalls mit Rattan kann man NÄHERUNGSWEISE solche Verbiegungen machen....

Diese Bogen bestehen am Bauch aus Horn und am Rücken aus Sehnenbacking. Nur in der Mitte, um die "neutrale Zone" gibt es einen dünnen Holzkern, der als Trägermaterial für Horn und Sehne dient. Und selbst der hält es nur aus, weil er vom Horn und dem Sehnenbacking am Durchbrechen gehindert wird....

Rabe
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Treibholzhai
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Re: Bogentypen in Deutschland

Beitrag von Treibholzhai »

Und wieder was gelernt. Ich dachte, das Bild sei ein Witz, jetzt wird es Gundlage für eine Lektion. ;)

Das heißt, Rabe, wenn ich Dich richtig verstehe, gibt es durchaus Bögen, die ohne Sehne so eine Form haben? Nach vorne gebogene Wurfarmenden, ok, aber so?

Wie bespannt man dann so ein Ding?
BildSo?

Andreas

PS
Gehörte diese Diskussion nicht eher in das Forum Geschichte? Oder wenigstens zu Bögen anstatt Ausrüstung?
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