Eschestave mit Knick - begradigen?

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mischi
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Eschestave mit Knick - begradigen?

Beitrag von mischi »

Hallo ihr Bogenbauer,
ich bräuchte da mal Euren Rat!
Habe einen Eschestave in Arbeit. Soll ein Flachbogen mit pyramidialem Design werden.
Angestrebtes Zuggewicht: ca. 45#@30" bei einer Länge von 72"
Nach dem Freilegen eines Jahresringes auf dem Rücken und dem Herausarbeiten der Form stellte ich fest, dass der eine WA zwei leichte deflexe Knicke aufweist.
Nun meine Frage: Wäre es vielleicht sinnvoll, bevor ich anfange zu Tillern, diese Knicke herauszudämfen? Oder sollte ich es einfach dabei belassen? Oder ....?

Hier einige Fotos:
Esche mit Knick.jpg
Esche mit Knick_1.jpg
Esche mit Knick_2.jpg
Würde mich sehr über einige Tipps freuen :)
Gruß,
MICHAEL
tomtux
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Re: Eschestave mit Knick - begradigen?

Beitrag von tomtux »

einen deflexen knick in griffnähe reflex zu dämpfen ist relativ sinnlos, der kommt praktisch unverändert bzw. im ungüstigsten fall verstärkt wieder.
entweder lassen wie er ist oder die enden mit heissluft in einen leichten reflex (1" bis max. 2"") bringen.
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acker
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Re: Eschestave mit Knick - begradigen?

Beitrag von acker »

hm,
Doofe sache das...

Möglichkeiten :
a : so lassen -> dann den deflexen als oberen Wurfarm nehmen ,wird bei Esche aber dann mit dem kommenden set ne sehr deflexe Sache werden.

b: den Wurfarm dämpfen und + 3 -4 cm reflex biegen...kann funzen muß es aber nicht.
c: das gleiche wie b nur anstatt dampf die HlP Variante , die chancen das es funzt steigen, muß es aber nicht
d: spleissen -> dürfte das sinnigste sein.
e : nur das Ende des deflexen flippen also relfex biegen und den anderen Wurfarm anpassen...aber eher was für könner mit Tillererfahrung
Der junge Mensch lernt, was die Erwachsenen wissen und verlernt was er als Kind gewusst hat.
tomtux
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Re: Eschestave mit Knick - begradigen?

Beitrag von tomtux »

f) beide enden leicht reflex biegen und wie einen im griff deflexen bogen tillern.
der fiese knick ist am fadeout, das ist fast so wie ein im griff deflex gespleisster bogen.

ist ein wenig schwieriger zu tillern als ein schnurgerades teil, aber nicht viel und fast symetrisch.
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Blacksmith77K
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Re: Eschestave mit Knick - begradigen?

Beitrag von Blacksmith77K »

tomtux hat geschrieben:f) beide enden leicht reflex biegen und wie einen im griff deflexen bogen tillern.

Wäre auch meine Vorgehensweise. Vorzugsweise die Seite mit dem 'Knick' als oberen Wurfarm nehmen. :)
...du biegst nicht den Bogen, der Bogen biegt Dich!

76" Yew Warbow (ELB) 135#@32"
74" Yew Warbow (ELB) 105#@32"



...and several yew warbows...
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mischi
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Re: Eschestave mit Knick - begradigen?

Beitrag von mischi »

Danke für die Ratschläge :)
Mir erscheint die Variante mit den reflex gebogenen WA Enden und das Tillern eines im Griff deflexen Bogens auch am sinnvollsten zu sein. Habe aber noch einige Fragen dazu!
- Wie stark sollte der Reflex an den Enden sein (Biegeradius etc.) ???
- Wie tiller ich einen im Griff deflexen Bogen ???

Beides habe ich bisher noch nicht gemacht. Dies ist mein dritter Flachbogen den ich baue. Wobei dies der erste ist, den ich komplett aus einem Rohling herausarbeite!

Würde mich über weitere Tipps oder auch Informationsquellen freuen!
Vielen Dank schon mal im Voraus!!
MICHAEL
tomtux
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Re: Eschestave mit Knick - begradigen?

Beitrag von tomtux »

erst mal nimmst du deinen stave wie er ist und legst deine grundlinie durch die tipps. d.h. auf dem tillerbaum sind die tipps schön "im wasser" (wasserwage) auf einer horizontalen linie, unabhängig davon wie seltsam schief der griff da vielleicht aufliegt.
parallel zu diese linie wird jetzt die griffunterseite angepasst, sodass die gerade auf dem tillerbaum aufliegt.
von der grundlinie weg sollen die tipps, die jetzt unterhalb des griffs liegen, nach dem einbiegen der recurves ca. 1-2" uber dem griff liegen. faustregel bei esche ist für mich: ca. die hälfte des eingebogenen recurves bleibt erhalten. also etwa den gleichen betrag den die enden jetzt unter dem griff liegen nach oben zulegen, dann liegt das endergebniss annähernd auf griffebene.

aus einem billigen brett sägt man sich eine form aus, ich würde 25-30% der wurfarmlänge biegen um auf die vorgesehene überhöhung zu kommen. esche lässt sich extrem gut mit der heissluftpistole biegen und der gebogene bereich darf ruhig auch ein wenig getempert sein (farbveränderung), dann hält er die biegung besser.

getillert wird dann wie üblich, die biegung der wurfarme soll gleich sein, der untere wurfarm in der endphase minimal stärker. einfacher ist so etwas auf einem tillerbaum mit umlenkrolle, auf dem die bewegung der wurfarme sichtbar wird, zu tillern. vor allem der ungewohnte bereich in griffnähe ist so leichter zu beurteilen.
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mischi
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Re: Eschestave mit Knick - begradigen?

Beitrag von mischi »

DANKE an alle!
Bin mal gespannt auf meine ersten Biegeversuche!
MICHAEL
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Felsenbirne
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Re: Eschestave mit Knick - begradigen?

Beitrag von Felsenbirne »

Ich habe bei meinem Osageflat die Recurveenden bauchseitig mit Horn verstärkt. So bleibt der Reflex auf jeden Fall erhalten.
Esche ist nicht unbedingt bekannt dafür, nach dem Dämpfen die Form zu halten.
Gruss Matthias

Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften.

Antoine de Saint-Exupéry (1900-44), frz. Flieger u. Schriftsteller
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tscho
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Re: Eschestave mit Knick - begradigen?

Beitrag von tscho »

Hallo,
Du hast noch ne Möglichkeit,indem du einen Setback reinbiegst,d.h.du setzt den Griff einach ein bischen zurück,und kannst somit
wieder mit o deflex anfangen zu tillern.
Gruß
tscho
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tscho
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Re: Eschestave mit Knick - begradigen?

Beitrag von tscho »

Hier ein Bild,aber mach das angesetzte Griffstück etwas länger als dieses hier,sonst geht wieder zuviel vom Setback verloren.
20110614_1.JPG
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