Rauer und leicht rissiger Bogen

Fragen zu Boegen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Bogenbau.
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Silverbow
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Rauer und leicht rissiger Bogen

Beitrag von Silverbow »

Hallo allerseits..

Jetzt bräuchte ich mal wieder ein Tipp von Euch, da ich wieder zu viele Meinungen gehört habe und nicht weiß, was am Besten ist.

Problem: Ich war vor 2 Wochen auf einen internen Bogenturnier gewesen. Leider regnete es die ganze Zeit. Mein Bogen, ein Selfbogen / Esche Hickory, war die ganze Zeit im Regen. Als ich wieder im Hotel war, habe ich ihn zwar abgetrocknet, aber irgendwie ist die Oberfläche jetzt total kratzig. Mir scheint, als wenn die Fasern des Holzes sich aufgestellt hätten. Vor dem Turnier hatte ich ihn noch mal mit Leinölfirnis behandelt.

Nun meine Frage: Wie behandle ich den Bogen am Besten? Soll ich ihn mit feinen Sandpapier abschleifen und neu ölen oder wachsen? Oder wachsen und dann schleifen oder noch einmal ölen und dann abschleifen?

Hat es überhaupt irgendwie eine Auswirkung, wenn die Fasern nicht mehr so glatt sind? Früher waren die Bögen ja auch im Regen. ;)

Vielen Dank....
Meister des Bogenschießen ist erst,wer mit dem Horn des Hasen als Bogen und dem Haar der Schildröte als Pfeil zu schießen versteht!
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Squid (✝)
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Re: Rauer und leicht rissiger Bogen

Beitrag von Squid (✝) »

Ja, genau das ist passiert... Etwas Feuchtigkeit ist durch das Firnis gedrungen und die Fasern haben sich aufgerichtet. Möglicherweise war das noch nicht ganz durchgehärtet?
Lösung: Fein Abschmirgeln und 1 -2 mal neu Ölen / Wachsen.
Die Technik des Befeuchtens vor dem Schleifen nutzen übrigens viele Bogenbauer und erzeugen so sehr glatte Oberflächen.

Auswirkungen hat das nicht - es ist nur nicht glatt ;)
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Silverbow
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Re: Rauer und leicht rissiger Bogen

Beitrag von Silverbow »

@Squip
Danke..
Naja, den Bogen habe ich ja Ende Februar gebaut. Hatte ihn da mit Leinölfirnis geölt. Aber nur einmal und dann erst wieder vor 2 Wochen. Vielleicht war es doch zu wenig.

Ist es eigentlich sinnvoll, wenn mal zuerst ölt und dann wachst oder sollte man sich auf eine Sache beschränken? Oder ist es vom Bogenmaterial / Holzmaterial abhängig?
Die Technik des Befeuchtens vor dem Schleifen nutzen übrigens viele Bogenbauer und erzeugen so sehr glatte Oberflächen.
Hätte ich das vorher gewußt, hätte ich mein Schmirgelzeug mitgenommen. Vielleicht dann für die Zukunft. :D

Obwohl, im Regen schießen macht nicht wirklich Spaß. Alles ist nass und irgendwie schwer...
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arcus
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Re: Rauer und leicht rissiger Bogen

Beitrag von arcus »

@ silverbow

nur Leinölfirnis reicht net ! vor allem nur 2 x

nimm Hartwachsöl--das ist aus Leinöl und Carnaubawachs--2 - 3 Anwendungen(dünn) reicht dann.


Gruß Arcus
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Galighenna
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Re: Rauer und leicht rissiger Bogen

Beitrag von Galighenna »

Also Grundierungen aus Leinöl sind wasserbeständig, WENN das Holz (also die Oberfläche davon) damit vollständig gesättigt ist. Das bedeutet: Beim ersten Auftrag nimmt man mit Universalverdünnung oder ähnlichem verdünnte Leinölfirnis. Die dringt tiefer ins Holz ein. Dabei streicht man das Holz satt ein und schaut zu wie das öl im Holz verschwindet. Einfach immer wieder etwas nachstreichen, bis das Holz feucht glänzt. Dann lässt man das Holz etwa 1h so, damit möglichst viel von der Firnis einzieht. Nach einer Stunde etwa ist es aber WICHTIG den Überschuss ab zu wischen sonst wird die Oberfläche klebrig.
Am nächsten Tag (mind. 24h) ist der erste Auftrag soweit schon mal im Holz gehärtet das man den Vorgang jetzt mit unverdünntem Öl wiederholen kann. Auch beim 2 Auftrag wird das Holz noch Öl aufsaugen. Erkennbar daran, das nach einigen Minuten Einwirkzeit an manchen Stellen das Holz nicht mehr nass glänzt. Dort bzw einfach überall nochmal nachpinseln und wieder den Überschuss abwischen.
Den gesamten Vorgang (einpinseln und 24h aushärten lassen) wiederholt man mindestens 3x, bzw so lange bis das Holz nichts mehr aufsaugt.
Danach ist das Holz speckig, lässt sich mit einem Tuch auf Mattglanz polieren, und wird fast totsicher auch nach einem ganzen Tag im Regen nicht mehr aufquellen.
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand

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Silverbow
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Re: Rauer und leicht rissiger Bogen

Beitrag von Silverbow »

Danke Euch noch einmal für die sehr nützlichen Tipps. Habe sie beherzigt. Es war ja auch mein erster selbstgemachter Bogen.
Habe ihn zuerst aber noch mal abgeschmirgelt, damit ich dann mit dem Ölen und den Wachsen beginnen konnte.
Habe es öfters wiederholt.
Jetzt sieht mein Bogen wieder schön aus und fühlt sich so sanft an, wie ein Babypopo... :D

Nun muß er leider erst mal 2 Wochen ohne mich auskommen, da ich im Urlaub bin...
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