Intuitives Langbogenschießen

Bogenschiessen in der Praxis, mediterran, Daumentechnik u.a.
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intuitiv03
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Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von intuitiv03 »

Ich bin 17 jahre alt und schieße seit fast einen Jahr mit einen 46# Pfund Langbogen. :)
Ich hätte da eine Frage über die Schießtechnik. ???
Da ich eigendlich rein nur intuitiv schieße bekomme ich ab 30m Entfernung Probleme das Ziel genau zu treffen . Bis 30m funktioniert es sehr gut , aber ab 30m treffe ich nicht mehr genau. Denn meistens stimmt die Höhe nicht, ich bin zu tief.
Also wie sollte ich mir das Schießen angewöhnen dass ich auch auf weitere entfernungen gut und sicher treffe. Sollte ich vielleicht mir einen Punkt über dem Ziel suchen, oder sollte ich so lange schießen bis ich es im gefühl habe. Was ist die beste Form die ich anwenden sollte um in kurzer Zeit einen hohen Erflog zu erzielen. Mit der Spitze zum zielen möchte ich jedoch nicht anfangen.
Und wie lösen andere das Problem ???

Ich bedanke mich für die Antworten:
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Schattenwolf
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von Schattenwolf »

Na da werden sich sicher die Geister scheiden... ;D

Intuitiv!
Ich empfehle Dir, wenn Du die Möglichkeit hast, erstmal ausschließlich die weiten Distanzen zu üben. Und zwar mehrmals die Woche und die Entfernung alle 5-10 Schuss ändern. Helle (leuchtend bunte) Federn verwenden, damit Dein Auge und damit auch Dein Unterbewusstsein besser verfolgen kann wie und wohin der Pfeil fliegt. Am besten nicht nur auf der Wiese, sonder auch Hang auf- und abwärts.
Nach 4-6 Wochen sollten deutliche Erfolge bei der Trefferlage ersichtlich sein.

Von bewusst drüber halten halte ich für meinen Teil nicht viel, da man dazu erstmal bewusst die Entfernung schätzen muss.
Und dann den Grad der Überhöhung, ebenfalls bewusst und reproduktiv, festlegen.

schattige Grüße
Abergläubisch? - Pah!
1000 Generationen Erfahrung ist kein Aberglaube, sondern gesunder Menschenverstand.
So möge Thor seinen Hammer schwingen Euch allen Vernunft und Weisheit einzubleuen!
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BBouvier
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von BBouvier »

Grüsse zuvor!

Nach mehreren Jahrzehnten FITA
bin ich vor gut 3 Jahren radikal auf "Nurbogen"
umgestiegen:
Im Winter 1x wöchentlich in der Halle
und im Sommer drei- bis viermal auf der Übungswiese.
Heisst:
Ein wenig Erfahrung sollte ich mittlerweile
schon haben und Dich gut verstehen.

Auf 30 Meter schiesst es sich intuitiv noch recht nett -
alles darüber wird exponentiell schwieriger.
Ich bin dann - der flacheren Flugbahn wegen -
nach gut einem Jahr von 40# auf deutlich stärkere Zuggewichte
umgestiegen, was ganz erheblich geholfen hat!

Mein Trainingstip für Dich:
(und so praktiziere ich das seit über einem Jahre intensiv)
=>
- 6 Pfeile im Köcher
- und dann den ersten Schuss aus vielleicht 12 Schritt Entfernung
- 5 Schritt zurücktreten und den nächsten Pfeil
- weiter 5 Schritt zurück und den folgenden Pfeil
- und so weiter...

Dabei gewöhnt sich das "Hirn", inuitiv an wechselnde
Entfernungen und langsam an grössere Distanzen.

Nach einer Weile mit 20 Schritt beginnen
und dann jeweils 7 Schritt die Entfernung zum Ziele
vergrössern.

Neulich habe ich es mal wissen wollen
und gleich den ersten Pfeil (!) auf gut 60 Meter
Richtung Zielgummiwürfel geschossen.
=>
Der sass mittig im bierdeckelgrossen, gelbem Zentrum!
(ja - das lässt sich kaum leicht wiederholen,
jedoch...!)

Wichtig:
Auf das ZIEL (!) sehen und sich sagen:
"Dort sollst Du einschlagen, Pfeil!"

Viel Erfolg wünscht Dir:
BB
Windmann
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von Windmann »

intuitiv03 hat geschrieben: Was ist die beste Form die ich anwenden sollte um in kurzer Zeit einen hohen Erflog zu erzielen.
Intuitiv schießen und da in kurzer Zeit einen hohen Erfolg haben wollen? :-\ Ich sage mal: NEIN! Wie schon aus den vorherigen Meinungen herauszulesen ist, benötigt diese "Methode" Zeit, und davon etwas mehr.
Auch nach erst einem Jahr in diesem wunderschönen Hobby dürfte Dir klar sein, dass 30 Meter zum Ziel schon eine ganze Menge sind. Grundsätzlich gehört da schon mehr Übung dazu, als wenn es näher steht. Was ich Dir aber auch unbedingt mal in den Kopf legen möchte, ist Dein Zuggewicht. Auf diese Entfernung ändert sich die Flugbahn Deines Pfeiles schon beträchtlich, was heißt, Du musst höher halten. Logisch. Nimmst Du also einen stärkeren Bogen, umgehst Du das auf elegante Weise. Natürlich schulst Du Deine Fähigkeiten aber nicht in die Richtung, wo Dein Bogen schwächer wird bei größeren Distanzen. Für mich ist das die Herausforderung beim instinktiven Schießen.
Wie schon vorher beschrieben, musst Du Dir möglichst viele Reize suchen, um die Entfernungen instintiv "einzutrainieren". Eine weitere Alternative zum oben erwähnten, wäre, wenn Du mal ein Knie auf den Boden stellst.
Ansonsten, ganz ehrlich, immer weiter schießen. Irgendwann findet Dein Körper alleine die richtige Haltung für die Entfernung. Jede mentale Verkrampfung führt dazu, dass Du auf jeden Fall daneben triffst.
Lass Dir Zeit...
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SeKan
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von SeKan »

Hallo intuitiv03,
ich trainiere auch, wie oben beschrieben, mit "zurückgehen". In meinem Verein nennt man das einen Walkup machen.
Das mache ich seit dem Frühjahr, und ich muss sagen, das es für mich eine sehr effektive Methode ist. Wir machen es auch rückwärts, also von weit immer näher ran.

Davor hatte ich das gleiche Problem wie Du (habe es eigentlich immer noch, nur weniger ;)) und habe eine andere Technik ausprobiert. Nämlich bis ca. 30 m. intuitiv, weiter dann über die Pfeilspitze. War aber nix für mich.

Beim Zuggewicht sehe ich eigentlich kein Prob. Ich schieße mit meinem 40er LB besser (auch auf weit) als mit meinem 50er, den ich nicht so gut behersche- ist mehr Arbeit als geschmeidiges Schießen........... ;D .

Gruß SeKan

Und versuch mit Leuten zusammen zu üben, die es können. Also ich meine, nach Möglichkeit nicht alleine rumwursteln, ich weis, wovon ich rede ::) .
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BBouvier
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von BBouvier »

<"ist mehr Arbeit -
als geschmeidiges Schießen.">


Ja...diese Erfahrung habe ich ebenfalls gemacht:
Nach etwa 50 Pfeilen mit dem 70# er fangen die
ersten Pfeile an, erratisch zu fliegen, und dann
höre ich meist auf.
Dahingegen fliegen die letzten zehn von 100 mit dem 40#er
noch immer recht ordentlich.
------------------------------------------------

An Deiner Stelle vergrösserte ich einstweilen (!) die Entfernung
bei wechselnden Distanzen, anstatt sie zu verringern:
Damit ergibt sich eine Steigerung der Schwierigkeit.

Erst wenn man das beherscht, sollte man auf das Ziel
zugehen, was realitätsnäher ist.

Beste Grüsse!
BB
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Mike W.
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von Mike W. »

Wir haben im Verein Ziele auf: 10m, 20m, 30m, 40m, 45m und 50m, dazu noch einige zum rumschleppen.
Oft üben wir mit je 2 Pfeilen/ festes Ziel,aber nicht schön der Reihe nach, sondern etwa 10m-45m- 30m..., also Querbeet!
Anfangs trifft hauptsächlich der 2. Pfeil, während der 1. mehr zum Abchecken der Haltehöhe dient.
Das ändert sich mit der Zeit.
Dann könnte man es aufpeppen indem man in der Runde auf einen anderen Bogen wechselt. ;D


Gruß Mike

Achso, zum Zuggewicht: meine 3 Lieblingsbogen LB 42#, LB45#, RC 45#. Reicht für meine Holzpfeile für 'ne ordentliche Flugbahn.
55" Hybrid 54#@29"
56" Hybrid 52#@29"

Nichts was ich schreibe ist persönlich zu nehmen, außer ich weise extra darauf hin!
Das Heute ist das Morgen von Gestern, nur ohne Illusionen!
Rettet den Wald!! Esst mehr Spechte!!
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BBouvier
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von BBouvier »

Nachtrag.

Ich zitiere SeKan:
<"Und versuch mit Leuten zusammen zu üben,
die es können.
Also ich meine, nach Möglichkeit nicht alleine rumwursteln.">


Genau!!
...und viel mehr Spaß macht das auch noch!
Mit einem Freunde, der etwa genauso weit ist wie ich,
schiessen wir Beide abwechselnd je einen Pfeil:
1:0 für Dich...eins Beide...2:1 für mich...und so weiter...

Und dabei kontrollieren wir uns gegenseitig
auf Fehler.

Gruss,
BB
AZraEL
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von AZraEL »

@intuitiv
das system, was du in deinem ersten post beschreibst, nennt sich "gap shooting". bis zu einer gewissen entfernung (also soweit, wie der pfeil so zusagen gradeausfliegt) schieße ich auch intuitiv, alles was darüber hinaus geht suche ich mir oberhalb des eigentlichen zielpunktes einen neuen zielpunkt zum "visieren". dabei sollte man aber wissen, welche höhenabweichung die pfeile ab welcher entfernung ungefährt haben. klappt bei mir eigentlich ganz gut.
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BBouvier
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von BBouvier »

<"suche ich mir oberhalb des eigentlichen zielpunktes
einen neuen zielpunkt">


Welcher "eigentliche Zielpunkt" denn?
=>
- falls man intuitiv schiesst, hat man
gar keinen "Zielpunkt".
- und - selbst falls man denn einen hätte -
dann wäre der bei grösseren Entfernungen
doch irgendwo undefinierbar im Blau des Himmels ... ?

*grübel*

Gruss,
BB
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SeKan
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von SeKan »

Sehe ich auch so.

Ich kenne welche die das so machen. Das Problem dabei ist, das man oft erst einen "Probepfeil" vorschießen muss.
Ich schaue ausschließlich immer aufs Ziel. Mein Bestreben geht dahin, das der Körper ohne großartig nachzudenken von selbst die richtige Höhe "einstellt"- beim erstem Schuss.
Geht nicht immer, aber immer öfters.

LG SeKan

Ach ja, eine Zeit lang habe ich mir auch noch den Pfeilflug immaginiert. Geht auch, geht aber auch ohne. Vieleicht macht man es ja auch immer, nur merkt man es nicht. So etwa, wie man irgendwann nicht mehr darüber nachdenkt, ob man beim Auto den 2. oder den 3. Gang nimmt.
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Netzwanze
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von Netzwanze »

BBouvier hat geschrieben: - falls man intuitiv schiesst, hat man
gar keinen "Zielpunkt".
Doch, einen Zielpunkt hat man. Nämlich das Kill selber. Oder verbindest Du dir die Augen und schießt dann?
Auch ein intuitiver Schütze zielt; er hat nur keinen Visierpunkt - das wäre dann ein Punkt innerhalb oder außerhalb des Kill, den er mit irgend einem Teil des Bogens/Pfeils "bewusst" in Deckung bringt. Wichtig ist das "bewusst", denn ein intuitiver Schütze macht dies, aufgrund seines Trainings und seiner Erfahrung "unbewusst". Im Grunde genommen passiert genau das gleiche - er bringt zwei Bilder in Deckung.
"Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann was er will, sondern dass er nicht tun muss was er nicht will" (Jean-Jacques Rousseau)
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von SeKan »

@Netzwanze

Jupp, hast Recht.
Ich denke, wenn man oben genannte Zielpunkte durch Visierpunkte ersetzt, passt`s?

LG SeKan
AZraEL
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von AZraEL »

ja, das ist etwas schwierig der definitionen wegen.
aber natürlich habe ich beim intuitiven schießen einen zielpunkt - den punkt, den ich ansehe, weil ich ihn treffen will. wenn ich einen tennisball auf ein ziel werfe, geschieht das ja auch mehr oder weniger intuitiv, trotzdem schaue ich mein ziel dabei an.
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Netzwanze
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Re: Intuitives Langbogenschießen

Beitrag von Netzwanze »

Dann ist das ja klar. ;D

Übrigens machen das viele "intuitiven" Schützen so. Bis zu einer bestimmten Entfernung wird der Bogen rein aus dem Bauch heraus in die "richtige" Richtung gehalten und es passt. Darüber hinaus wechselt man gerne in eine Art Gapshooting. Auch das lässt sich mit intuitivem Schießen verbinden:

- Entfernung schätzen "huch, das ist weit".
- Anderen Zielpunkt suchen (das geschieht wieder intuitiv) und darauf konzentrieren.
- Anhalten und schießen.

Dadurch bleibt alles Intuitiv.

Ander wiederum visieren tatsächlich irgendwo in den Bäumen.
Das hatte ich früher beim Clout auch schon gemacht. Irgendwann hat man es raus, welche Ecke des Bogens auf welchen Baumwipfel gehalten werden muss, damit man das Clout gut trifft.
"Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann was er will, sondern dass er nicht tun muss was er nicht will" (Jean-Jacques Rousseau)
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