Ich möchte Euch hier mal ein Kettenhemd vorstellen, dass ich im März diesen Jahres gebaut habe.
Das Hemd war eine Auftragsarbeit für das Neustädter Museum. Es wiegt ca. 6 kg und ist für Kinder ( ca. 1. - 5. Klasse) gedacht. ( Zum ausprobieren, herumspielen, etc. )
Ich würd die Ringe selber drehen. Ist um einiges günstiger. Ist echt einiges an Arbeit. 200 Stunden nur fürs Ringe aneinanderfügen hat mal jemand als richtwert genannt. Wenn du es nur Biegen und nicht auch noch vernieten möchtest.
Materialkosten für den Draht für einen Erwachsenen beträgt ungefähr 75 €. man benötigt vielleicht 20 000 Ringe. Aber macht tierisch Spaß wenn man das Ding endlich an hat .
Gute Anleitungen findest du hier :http://www.medieval-crusader.de/Mittelalter/Ketten.html
oder hier: http://www.kettenhemd-anleitung.de/home.htm
Ich nahm den Bogen, meinen Besten, Mein Pfeil flog hundert Schritt' gen Westen!
Schönes Hemd! Die verzinkten Ringe finde ich für den Zweck wirklich gut. Alle warnen zwar davor, dass das Zink bei längeren Tragen und Schweiß giftig sein, für die Kids zum probieren ist es aber absolut empfehlenswert. Da sauen sie sich die Klamotten nicht so ein.
Wie lang hast du ungefähr gebraucht? Es macht nämlich wirlich eine Heidenarbeit. Für mein kurzärmliches Hemd habe ich 10 Wochen jeden Tag 1-2 Stunden geknüpft.
Grüße, Marc
der auch gekaufte Ringe genommen hat
"Wer das Training in Frage stellt, trainiert nur, Fragen zu stellen!" - Die Sphinx
Ich hab derzeit ja so viele Projekte am Laufen, das ist ein Wahnsinn. Man verliert ein bisschen den Überblick...
In dem Fall will ich aber Ulrich von Liechtenstein aus dem Codex Manesse machen (https://lh4.googleusercontent.com/-BKQm ... ojecta.jpg)
Dürften grob hochgerechnet an die 60.000 Ringe sein. Natürlich selber machen und vernieten. Das wird ne Arbeit
KnechtKarl hat geschrieben:Das find ich echt mehr als schade, zumal es heute für wenig Geld passende vernietete ganz leicht zu kaufen gibt.
Von Kindern - für Kinder! Oder wie?
Zeig mir mal ein günstiges, relativ authentisches vernietetes Kettenhemd für wenig Geld. Die günstigen kommen alle aus Indien und werden von Kindern hergestellt. Glaube nicht, dass das Museum sowas wollte. Von daher Daumen hoch, für die Arbeit, die moc geleistet hat.
Die Kinder bekommen ein sauberes Hemd zum anfassen und vergleichen. Und mit den richtigen Erklärungen werden sie auch ordentlich was lernen. Dass das Hemd nicht vernietet ist, kann man ja in die Erklärung einbauen.
Chance genutzt!
Grüße, Marc
"Wer das Training in Frage stellt, trainiert nur, Fragen zu stellen!" - Die Sphinx
Das find ich echt mehr als schade, zumal es heute für wenig Geld passende vernietete ganz leicht zu kaufen gibt.
Ich mein wenn man 400 -500 € als wenig Geld bezeichnet ? Wenn du es über hast schenk es mir und gleich danach zeig mir ein Kind das weiß das kettenhemden vernietet waren. Ich mein man soll ja nu wirklich nicht mit pfeil und bogen auf ein Kind los gehen oder? Was gibt es den für Kinder besseres als was zum Anfassen und Geschichte zu erleben. Das gekaufte und vernietete würde wahrscheinlich auf Grund des Preises in der Vitrine verschwinden.
Ich nahm den Bogen, meinen Besten, Mein Pfeil flog hundert Schritt' gen Westen!
Warum wird im Zusammenhang mit Indien immer "Ki9nderarbeit" geschieen. Spätestens Christian Pohen hat mit seinen Schuhen beweisen, dass man gute und günstige Ware aus indischer Produktion definitiv ohne Kinderarbeit kriegen kann.
Seltsamerweise interessiert es bei Schuhen udn Kleidung aus China die wenigsten, dass die auch meist mit giftigen Chemikalien von Kindern und halben Sklaven produziert werden.
Gerade weil Kinder nicht wissen, dass Ringpanzer vernietet waren, ist es ein Frevel, ihnen einen falschen zu präsentieren. Die wenigsten Kinder hören oder merken sich das dazu Erklärte nicht. Sie haben dann das Bild: Kettenhemd, runde Ringe, grau matt, zusammengebogen, unnötig schwer.
400-500 Euro kostet eventuell noch ein Panzer in meiner Größe 4-5xl, kein Kinder T-Shirt.
Aber eigentlich habt Ihr Recht. Hier ist es müßig, diese Diskussion zu führen. Die Verantwortlichen in den Museen müssen endlich lernen, dass Bildung und Didaktik mit Qualität halt auch Geld kostet. Leider werden aber nach wie vor dritt bis viertklassige Marktgruppen eingeladen, weil die billig sind (nicht günstig) und ne tolle Show machen. Nur leider glauben halt die Leute, sie lernen da was....
Nochmal: Die Arbeit und die Mühe an dem Hemd will ich keinesfalls abwerten. Fürs LARP, sonstige Fantasy und meinetwegen auch Middelalda-Märkte super. Im Museum meiner Meinung nach fehl am Platz.
Das sieht ja wirklich wahnsinnig toll aus! Und 200 Arbeitsstunden.. das klingt echt heftig! Wie ist es denn dabei am besten möglich, die Ringe miteinander zu verbinden? Werden die aneinander geschweißt oder ineinander verschlungen? Grüße!
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