Zeder: vom Baum zum Pfeil?

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Archerbald
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Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von Archerbald »

Hallo Leute,

in der Nähe wird bald eine Zeder gefällt (>1m Durchmesser an der Basis). Wenn ich mir da etwas als Pfeilschaftholz sichern möchte, hat da jemand einen Tipp?
Meine Idee: ein nicht so dickes Stück aus dem Stamm das ich in Viertel spalten kann (so 150 cm lang) und dann trocknen.
Mit einem 4m Stamm zum Sägewerk ist mir zu aufwändig.

Viele Grüße (aus Mumbai)
Archerbald
kräuterhexe
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Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von kräuterhexe »

Hallo Archerbald, welche Zeder meinst du denn?
Soweit ich weiß, verwenden die Pfeilbauer keine Zeder (cedrus atlantica, cedrus deodora oder andere), sondern die Nutkazypresse (Chamaecyparis nootkatensis), fälschlich als Zeder bezeichnet. Ob echte Zeder auch für Pfeile geeignet ist, kann dir vielleicht ein anderer beantworten. Wenn du nicht weißt welchen Baum du vor die hast, wären ein paar Fotos nicht schlecht. LG Kräuterhexe
"Was ist das nit gifft ist? Alle ding sind gifft und nichts ist ohn gifft. Allein die dosis macht das ein ding kein gifft ist." Paracelsus
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Rizzar
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Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von Rizzar »

Hmm, wird auf jeden Fall ein größeres Vorhaben das nichts mehr mit Preis/Leistung zu tun hat.
In jedem Fall muss erstmal das Holz zum Pfeil taugen, dann schneiden/trocknen wieder schneiden, durch die Fräse.
Bis daraus nen Schaft entstanden ist vergeht so seine Zeit und auch etliche Stunden vorbereitung (klar, baust ja nicht nur einen enzelnen,trotzdem).
Dann, wenn das ding trocken ist, rund ist, die richtige länge hat: gewicht, spine messen, in gruppen einteilen.
Um da seinen passenden Satz zusammenzubekommen wird es mehr als nen stückchen holz sein, das über die wupper geht

In jedem Fall nur etwas, um sagen zu können, sieh her, den hab ich selbst gebaut!

Trotzdem ne tolle idee, als erweiterung würd ich den baum selbst fällen wollen, für die federn selbstgezüchtete flatterviecher halten und mit blattspitzen aus bronze (gut, die legierung sollte man nicht auch noch selbst zusammenschürfen) versehen :-D
Genni
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Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von Genni »

Also ich würde wie Kräuterhexe schOn sagte erstmal gucken was es für eine Zeder ist. Für Pfeile ist es Lawsons Scheinzypresse. Ansonsten in entsprechend lange Spaltlinge SPALTEN und trocknen. Natürlich versiegelt.
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Lexa
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Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von Lexa »

Hallo Gemeinde,

möchte mein Senf auch dazu geben, hätte mir von der Zeder so 1,20 cm Stücke sägen lassen, trocknen, dann so 12 x 12 mm Stöckchen draus gesägt und ab damit in Fräsmaschine wie bei Walta und Klaus beschrieben, auf 8/10 mm rundfräsen und schon haste schöne Pfeilschäfte.

Tip von mir, sehe bei Sperrmüllaktionen immer die Lattenroste von den Betten rumliegen, der Rahmen meistens aus Buche und einem Stück, nehme ich mir mit nach nach Hause, säge sie mir wie schon o.g. auf das Maß, ab in die Fräse, Ergebnis: geile Buchenschäfte.

Und das alles gratis, außer Strom natürlich, aber ne Menge Spass!

Gruß Axel
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walta
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Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von walta »

1m Stücke sind lang genug,bei 1,50 kannst du die 50 cm wegschmeissen.
Ich selber hab sowas mit Esche gemacht, hab das Ding nur geviertel und ärgere mich jetzt das es so grosse Stücke sind die ich nicht selber auf der Kreissäge schneiden kann. Ein Sägewerk hat damit sicher kein Problem aber wenn man sich schon die Arbeit antut dann will ich schon alles selber machen.

Ob es sich auszahlt sowas selber zu machen - hmmm - wenn man spass daran hat dann auf alle Fälle.

walta
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Lexa
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Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von Lexa »

Ok, im Baumarkt kosten Buchenschäfte 1 m ab 1.99€, aber man ist doch Stolz wie Bolle, wenn man was selber gebaut hat, oder!!???

Gruß Axel
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klaus1962
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Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von klaus1962 »

@archerbald
Die Idee "vom Baum zum Pfeil" ist gut. Bin schon gespannt, was für Holz (ich meine die Qualität) Du da ergatterst.

Mein Tip:
- die Ringe sollten dünn (möglichst weniger als 2mm) sein, sonst verziehen sich die Schäfte später.
- nimm kein Stück vom Bodenbereich, dort laufen die Fasern krumm zu den Wurzeln weg.
- auf jedenfall spalten, damit Du erkennen kannst, ob die Fasern eingermaßen gerade sind. Wenn das nicht zutrifft, lohnt sich der weitere Aufwand nicht.
- nicht vierteln, sondern halbieren und dann bohlenartig (5-10cm dick) weiterspalten.
(- evtl. die gespaltenen Bohlen gleich mit der Kreissäge parallel der Fasern in ca. 1,5cm dicke Brettchen sägen.
Dann mit Abstandhalteren stapeln. So trockenen die Brettchen am schnellsten)

So habe ich es bei meinem Versuch mit Pappelholz für Pfeilschäfte gemacht und diese Vorbereitung hat perfekt geklappt.
Nur leider war Pappel das mieses Pfeilholz, was mir bisher in die Finger gekommen ist. ;)
Wenn mir allerdings einmal eine schöne Bergfichte vor die Füße fallen wird, würde ich es wieder versuchen.

Gruß
Klaus
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Archerbald
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Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von Archerbald »

Hallo Leute,

@Kräuterhexe
Es ist eine Himalaya-Zeder (Cedrus deodara).

@Rizzar
Auch ich hab beim selbermachen meine Grenzen (fürn Schellack fange ich keine Läuse und das Griffleder lasse ich auch andere abziehen ;-)
Aber die Schaftfräse habe ich und die will ab und zu gefüttert werden.

@Walta
Nachdem ich die Fällung heute nicht besuchen konnte, habe die Holzfäller eh Meterholz gemacht.

Viele Grüße
Archerbald
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captainplanet
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Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von captainplanet »

Wenn die Zeder groß genug ist, wäre es auch interessant zu probieren einen Bogen draus zu machen! Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, daß hier jemals jemand einen Zedernbogen gebaut hätte. Es gibt also noch Forschungsbedarf!

Lg Georg
Bester Rindengrapscher von FC!!!
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luetze
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Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von luetze »

Ich kann mich noch erinnern als ich im Verein zum Training mal gesagt habe das ich Kiefernschäfte benutze und nicht wie die meisten ZYPRESSENSCHÄFTE :o :o :o .
Da brach ein Gebrüll und besserwisser Belehrgehabe aus, ich weiß genau - und schon alle seid vielen Jahren - und und und.
Da habe ich nur gesagt, ok ok schießt eure Zeder die so schön riecht ;) , dabei kann jeder schon bei Wikipedia lesen das aus echter Zeder z.B. Zigarrenhumidore gemacht werden weil das Holz geruchlos ist.
Sie denken jetzt mich bekehrt zu haben und schießen weiter mit Zeder, Glaube versetzt halt Berge ;) .
Nur mal so als Anekdote.
Archive

Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von Archive »

Die Zedernpfeile aus Amiland werden meist entweder aus
"Western Red Cedar" gebaut, was botanisch gesehen eine Thuja plicata ist, also ein Art Lebensbaum oder aus
"Port Oxford Cedar" gebaut, was botanisch gesehen eine Chamaecyparis lawsoniana also eine Scheinzypresse ist.
Mit echter Zeder haben beide Baumarten nichts zu tun. Das die Nutka(schein)zypresse (Chamaecyparis nootkatensis) auch verwendet wird, davon habe ich noch nichts erfahren, doch zuzutrauen ist es der Amis, die jeden Pfeilschaft als "Cedar" betiteln, wenn man damit Geld machen kann.

Gruß Mütze
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walta
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Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von walta »

Archerbald hat geschrieben: Aber die Schaftfräse habe ich und die will ab und zu gefüttert werden.
Na dann zeig mal her das gute Stück. Wir lernen schliesslich vom gegenseitig abschauen.

walta
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Heidjer
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Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von Heidjer »

Boah den Mütze bei einen Fehler in der Pflanzenwelt erwischt, wann passiert das schon mal. ;D ;)

Die Zedernpfeile werden aus Port Orford Zedern hergestellt, das bezieht sich auf den Ort in Oregon und nicht auf Oxford aber sonst hat er natürlich recht. Die Oregon Zeder ist eine Scheinzypresse eine Chamaecyparis lawsoniana.


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.
Archive

Re: Zeder: vom Baum zum Pfeil?

Beitrag von Archive »

Guuut Dirk, dann gib doch bitte mal "Port Oxford Cedar" bei Google ein, und berichte uns was du siehst.... Ja, das sind weniger Treffer als bei "Port Orford Cedar" aber es sind genug um mich zu verwirren.
Aber, wen interessieren Vulgärnamen, wenn man den richtigen Namen, den internationalen Namen kennt. 8)

Gruß Mütze
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