Auswirkung Spitzengewicht
Auswirkung Spitzengewicht
Hallo,
ich habe mir 6 Pfeile gebastelt, welche in Länge, Gewicht, Spine, Federnform und Lackierung alle gleich sind. Nunhabe ich an 3 Pfeilen 125er und an 3 Pfeilen 100er Spitzen montiert.
Welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Spitzengewichte? Mir ist klar, dass die Pfeile mit den 125er Spitzen weicher werden und die anderen härter.
Ist es so, dass die 125er Spitzen schneller stabilisieren und für kürzerer Distanzen besser sind und die Pfeile mit 100er für weite Distanzen besser sind?
Danke für eure Antworten.
ich habe mir 6 Pfeile gebastelt, welche in Länge, Gewicht, Spine, Federnform und Lackierung alle gleich sind. Nunhabe ich an 3 Pfeilen 125er und an 3 Pfeilen 100er Spitzen montiert.
Welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Spitzengewichte? Mir ist klar, dass die Pfeile mit den 125er Spitzen weicher werden und die anderen härter.
Ist es so, dass die 125er Spitzen schneller stabilisieren und für kürzerer Distanzen besser sind und die Pfeile mit 100er für weite Distanzen besser sind?
Danke für eure Antworten.
Gruss Gerhard
lieber ein .. haben und nicht brauchen, als ein .. brauchen und nicht haben
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- Haitha
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Re: Auswirkung Spitzengewicht
Wieso machen die Spitzen den spine weicher?GerhardP hat geschrieben:Hallo,
Mir ist klar, dass die Pfeile mit den 125er Spitzen weicher werden und die anderen härter.
Googel mal FOC in Bezug auf Bogenschießen (forward of center;front of center), da wirst du eine ganze Menge finden.
Fall down seven times, stand up eight.
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Re: Auswirkung Spitzengewicht
Der dynamische Spinewert sinkt durch schwere Spitzen, weil mehr Masse vorn am Pfeil ist und dadurch die Trägheit vor der geometrischen Mitte vergrößert wird. Im Abschuss ist dadurch bei gleicher Beschleunigungskraft die Durchbiegung stärker.
Übel übel sprach der Dübel,
als er elegant und entspannt
in der harten Wand verschwand
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- Heidjer
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Re: Auswirkung Spitzengewicht
Ha, was für eine Frage, die provoziert glatt einen neuen Wettbewerb: Wer erklärt am besten, den dynamischen Spine.
Also alle statischen Werte sind gleich, nur das Spitzengewicht ändert sich. Dadurch ändert sich auf jeden Fall zu aller erst mal der FOC, ist das Spitzengewicht höher, wandert der Schwerpunkt nach vorne und der FOC steigt. Je höher der FOC ist, desto schneller stabilisiert sich ein Pfeil (die schwere Spitze zieht ihn gerade), das ist der Grund warum höheres Spitzengewicht für "kurze" Distanz gut ist. Den dynamischen Spine könnte man durch steifere Pfeilschäfte (höherer statischer Spine), ausgleichen. Der Nachteil eines hohen FOC ist die stärkere balistische Flugkurve des Pfeiles, die schwere Spitze zieht den Pfeil halt schneller zu Boden.
Sinkt dagegen das Spitzengewicht geht der FOC nach unten, der Pfeilschwerpunkt wandert zur Pfeilmitte und damit näher an das Schwingungsmaximum des Pfeilschaftes. Dadurch dämpft der Schwerpunkt die Pfeilschwingung, die durch das Archers Paradox ausgelöst wurde weniger, der Pfeil stabilisiert vorwiegend duch die Bremswirkung der Befiederung. Ist der Pfeil stabilisiert, liegt er gerader in der Luft und fliegt auch gerader, er fällt weniger steil zu Boden und ist deshalb besser auf der längeren Strecke.
So das sind nur 2 Punkte die auf den dynamischen Spine wirken, fehlt noch: Pfeilschaftmaterial, Schaftgeometrie, Federfläche, Pfeillänge, Oberflächengüte, Beschleunigungsvermögen des Bogens um nur ein paar zu nennen.
Gruß Dirk
Also alle statischen Werte sind gleich, nur das Spitzengewicht ändert sich. Dadurch ändert sich auf jeden Fall zu aller erst mal der FOC, ist das Spitzengewicht höher, wandert der Schwerpunkt nach vorne und der FOC steigt. Je höher der FOC ist, desto schneller stabilisiert sich ein Pfeil (die schwere Spitze zieht ihn gerade), das ist der Grund warum höheres Spitzengewicht für "kurze" Distanz gut ist. Den dynamischen Spine könnte man durch steifere Pfeilschäfte (höherer statischer Spine), ausgleichen. Der Nachteil eines hohen FOC ist die stärkere balistische Flugkurve des Pfeiles, die schwere Spitze zieht den Pfeil halt schneller zu Boden.
Sinkt dagegen das Spitzengewicht geht der FOC nach unten, der Pfeilschwerpunkt wandert zur Pfeilmitte und damit näher an das Schwingungsmaximum des Pfeilschaftes. Dadurch dämpft der Schwerpunkt die Pfeilschwingung, die durch das Archers Paradox ausgelöst wurde weniger, der Pfeil stabilisiert vorwiegend duch die Bremswirkung der Befiederung. Ist der Pfeil stabilisiert, liegt er gerader in der Luft und fliegt auch gerader, er fällt weniger steil zu Boden und ist deshalb besser auf der längeren Strecke.
So das sind nur 2 Punkte die auf den dynamischen Spine wirken, fehlt noch: Pfeilschaftmaterial, Schaftgeometrie, Federfläche, Pfeillänge, Oberflächengüte, Beschleunigungsvermögen des Bogens um nur ein paar zu nennen.
Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.
Re: Auswirkung Spitzengewicht
Genau gali das meine ich. Welcher Pfeil stabilisiert sich ehr und ist damit für kürze Distanzen geeignet? Ich werde es aber am Samstag auf dem Turnier mal testen. Ich wollte nur vorher wissen, welchen Pfeil ich für kurze und welchen für lange Distanzen besser ist.
Gruss Gerhard
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Re: Auswirkung Spitzengewicht
Danke Dirk,
das beantwortet schon fast alle meine Fragen und Vermutungen. So ein Pfeilfetischist bin nun auch wieder nicht.
das beantwortet schon fast alle meine Fragen und Vermutungen. So ein Pfeilfetischist bin nun auch wieder nicht.
Gruss Gerhard
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Re: Auswirkung Spitzengewicht
Am besten triffst Du auf 3D-Turnieren vermutlich mit den Pfeilen wo der dynamische Spine am besten zu Deinen Schießstil und Deinen Bogen paßt und die einen hohen FOC haben. Denn ein niedriger FOC spielt seine Vorteile erst bei über 40m aus und diese Distanz ist bei solchen Turnieren eher die Ausnahme.
Gruß Dirk
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Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.
Re: Auswirkung Spitzengewicht
Dirk du kennst mich ja,
ich schieße normal mit jedem Pfeil, nun will ich aber mal wie du und andere mit gleichen Pfeilen besser werden.
ich schieße normal mit jedem Pfeil, nun will ich aber mal wie du und andere mit gleichen Pfeilen besser werden.
Gruss Gerhard
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Re: Auswirkung Spitzengewicht
Je höher das Gewicht, desto größer die Massenträgheit, also der Widerstand gegen eine Beschleunigung.Haithabu hat geschrieben:Wieso machen die Spitzen den spine weicher?
Die Sehne schiebt von hinten, aber die Spitze reagiert nicht im gleichen Maße, sie braucht länger um auf Speed zu kommen, je schwerer sie ist. Da die Sehne aber gnadenlos weiter schiebt, wird der Schaft eben um so stärker zwischen träger Spitze und Sehne "zusammengeschoben", je schwerer die Spitze ist.
Der Leichte! Teste es: Befestige mit Zwingen 2 gleiche Lineale an der Tischkante wie Sprungbretter.GerhardP hat geschrieben:Welcher Pfeil stabilisiert sich ehr und ist damit für kürze Distanzen geeignet?
Mache mit Klebeband bei einem das freie Ende ein Gewicht (z.B.AAA-Batterie). Biege beide parallel gleich weit und lasse sie schwingen.
Das mit dem Gewicht schwingt langsamer - aber länger. Je leichter das Ende, desto schneller stabilisiert es sich wieder.
Ein Pfeil mit leichter Spitze stabilisiert sich schneller, gebarreld NOCH schneller.
Allerdings ist eine schwere Spitze WENN sich der Pfeil erst mal stabilisiert hat, flugbahnstabiler und unempfindlicher gegen Wind und Blätter etc...
Rabe
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Re: Auswirkung Spitzengewicht
Meine Erklärung (ohne Anspruch auf Gültigkeit):Heidjer hat geschrieben:Ha, was für eine Frage, die provoziert glatt einen neuen Wettbewerb: Wer erklärt am besten, den dynamischen Spine.![]()
Also alle statischen Werte sind gleich, nur das Spitzengewicht ändert sich. Dadurch ändert sich auf jeden Fall zu aller erst mal der FOC, ist das Spitzengewicht höher, wandert der Schwerpunkt nach vorne und der FOC steigt. Je höher der FOC ist, desto schneller stabilisiert sich ein Pfeil (die schwere Spitze zieht ihn gerade), das ist der Grund warum höheres Spitzengewicht für "kurze" Distanz gut ist. ......
Je höher der FOC ist desto größer der Abstand zwischen dem Schwerpunkt des Pfeils und der Stelle, an der die Bremswirkung ansetzt. Und das stabilisiert den Pfeilflug weil sich der Pfeil schneller paralell zur Flugbahn ausrichtet. Wenn Schwerpunkt und Bremspunkt zusammen fallen hat der Pfeil (fast) keinen Grund mehr, sich paralell zur Flugbahn auszurichten, Das ergibt eine intabile Flugbahn, weil schon die kleinste Abweichung von der gestreckten Flugbahn durch den Luftwiederstand gnadenlos verstärkt wird.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
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Re: Auswirkung Spitzengewicht
soweit voll zustimmung.Ravenheart hat geschrieben: Je höher das Gewicht, desto größer die Massenträgheit, also der Widerstand gegen eine Beschleunigung.
Die Sehne schiebt von hinten, aber die Spitze reagiert nicht im gleichen Maße, sie braucht länger um auf Speed zu kommen, je schwerer sie ist. Da die Sehne aber gnadenlos weiter schiebt, wird der Schaft eben um so stärker zwischen träger Spitze und Sehne "zusammengeschoben", je schwerer die Spitze ist.
hmm nee, ganz so ist es nicht - aber da muss ich erstmal drüber sinnieren bis ich das fundiert ankritteln kann.Ravenheart hat geschrieben:Der Leichte! Teste es: Befestige mit Zwingen 2 gleiche Lineale an der Tischkante wie Sprungbretter.GerhardP hat geschrieben:Welcher Pfeil stabilisiert sich ehr und ist damit für kürze Distanzen geeignet?
Mache mit Klebeband bei einem das freie Ende ein Gewicht (z.B.AAA-Batterie). Biege beide parallel gleich weit und lasse sie schwingen.
Je leichter das Ende, desto schneller stabilisiert es sich wieder.
Ein Pfeil mit leichter Spitze stabilisiert sich schneller, gebarreld NOCH schneller.
Allerdings ist eine schwere Spitze WENN sich der Pfeil erst mal stabilisiert hat, flugbahnstabiler und unempfindlicher gegen Wind und Blätter etc...
der manuelle gegebeweis ist aber einfach.
nimm 2 pfeile, mit stark unterschiedlichem spitzengewicht damit man es deutlich sieht und wirf die beide parallel zum erdboden in die luft. einer steckt immer gerade im boden, der andere kommt parallel wieder runter.
schau dir nur mal dartpfeile an, die sind so weils sinn macht.
den barrel lass ich mal beiseite - da wirds dann haarig
@kra:
ja du liegst richtig. hinten bremsen vorne ziehen wird umso wirkungsvoller je länger der hebel ist.
- Felsenbirne
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Re: Auswirkung Spitzengewicht
Schau mal was passiert wenn du mit einem Besenstiel eine Kiste Bier wegschieben willst. Die Kiste wird ohne Durchbiegung des Stiels weggeschoben bis ich sie erwische un leertrinke. Nun versuche mit gleicher Kraft ein Auto wegzuschieben. Der Stiel fängt an sich zu biegen!Haithabu hat geschrieben: Wieso machen die Spitzen den spine weicher?
Gruss Matthias
Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-44), frz. Flieger u. Schriftsteller
Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-44), frz. Flieger u. Schriftsteller
Re: Auswirkung Spitzengewicht
Felsenbirne, deine Logik in allen Ehren, aber dein Beispiel hat einen Schönheitsfehler.
Wenn du eine Kiste Bier trinkst, biegt sich der Besenstiel rein optisch sowieso in jede Richtung....
*duck und weg*
Wenn du eine Kiste Bier trinkst, biegt sich der Besenstiel rein optisch sowieso in jede Richtung....
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Teile dein Wissen und gib nicht vor zu wissen was du nicht weißt - ein guter Ratschlag von einem tüchtigen Tischler. Das steht hier um mich daran immer zu erinnern, und für alle denen der Schuh passt.
- Heidjer
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Re: Auswirkung Spitzengewicht
Rabes Lineal Beispiel passt deshalb nicht so ganz, weil es nicht die schwere Pfeilspitze ist, die schwingt, sondern die Pfeilmitte ist der Motor für die Schwingung. Die Schwingung selbst wird durch das Archers Paradox ausgelöst, der Pfeil biegt sich im Abschuß durch und nach verlassen des Bogens zurück. Dabei überschwingt er aber die neutrale Ebene und pendelt sich erst in mehreren Schwingungen in den geraden Zustand ein. Die Schwingung selbst geschieht dabei nicht zwischen Spitze und Nockpunkt, sondern zwischen zwei Schwingungsknoten die abhängig von der Steifigkeit des Schaftes und der Massenverteilung im Pfeil selbst liegen. Wäre die Masse im Pfeil genau gleich verteilt, lägen die Schwingungsknoten jeweils bei 25% und 75% der Pfeillänge. Durch die Spitze und der Befiederung, die zugleich als Schwingungsdämpfer wirken, sind sie aber verschoben. Nach meiner Meinung stabilisiert sich ein Pfeil schneller, wenn die Schwingungsknoten weiter auseinander liegen und gleichzeitig der Massenschwerpunkt möglichst weit von der Pfeilmitte (Schwingungsmitte) entfernt ist. Das ist der Hauptgrund warum sich gebarrelte Pfeile schneller stabilisieren, die Mitte ist eh steifer wie die Enden und damit ziehen sich die Schwingungsknoten zu den Enden des Pfeils hin. Die Befiederung unterstützt diesen Vorgang dadurch das sie das hintere Ende des Pfeiles abbremst, andererseits stabilisiert sich ein gut abgestimmter Pfeil auch ohne Befiederung und fliegt gerade dahin, wo er hin soll.
Teilweise kann man diesen Effekt auf dem berühmten slomo Video sehen, obwohl es gibt bessere Videos von Easten.
Gruß Dirk
Teilweise kann man diesen Effekt auf dem berühmten slomo Video sehen, obwohl es gibt bessere Videos von Easten.
Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.