Körperspannungen, was macht wer wie wo
Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
Verkniffen gucken müssen ist Kurzsichtigkeit/Sehfehler -> Brille!
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
.مع سلامة في أمان السهم و القوس
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- ralfmcghee
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Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
Ich mache das immer so:
1. Richtigen Stand finden.
2. Ziel anschauen; Phase 1 der Fixierung auf das Ziel.
3. Pfeil aufnocken
4. Phase 2 der Zielfixierung. Ich werde eins mit dem Ziel, eins mit dem Ziel, 1 mit dem Ziel... Es gibt nichts anders als das Ziel und den Schuss (Hauptproblem!)
5. Bogenarm von unten in Richtung Ziel bringen, Bogen nach vorne drücken, dabei Sehne ausziehen. Das ganze geschieht unter Aufbau der Rückenspannung
6. Bei meinem mediterranen Griff steht die Mittelhandmuskulatur unter einer gewissen Spannung.
7. Lösen: Einfach die Handmuskulatur entspannen; dabei gleitet die Sehne über die Finger und beschleunigt den Pfeil.
8. Kurz nachhalten und dann das, was ich bei mir als Körperspannung wahrnehme, abbauen.
Treffer: Oft daneben, manchmal sind aber auch ein paar ganz brauchbare Treffer dabei.
OT on:
Bei meiner Selbstanalyse habe ich den Eindruck, dass meine Technik besser ist als die Abstimmung meiner Ausrüstung. Ich habe mich einmal von apaloosa auf dem Parcours beraten lassen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Trefferlage durch ein leicht verändertes Halten des Bogens bei sonst unveränderten Bedingungen deutlich besser wurde. An dieser Stelle: Noch einmal herzlichen Dank an apaloosa für seinen Input!
OT off
Ergebnis: Bei meinem mediterranen Schießen mache ich eigentlich nichts anders, als ich es bei meinen ersten Versuchen von erfahrenen Leuten gelernt habe. Die Körperspannung ist nicht das Problem, sondern eher die richtige Entspannung vor und während des Schusses sowie das Ausblenden der Dinge, die mich von einem "befreiten Schuss" abhalten.
Soweit meine Erfahrungen.
LG
Ralf
1. Richtigen Stand finden.
2. Ziel anschauen; Phase 1 der Fixierung auf das Ziel.
3. Pfeil aufnocken
4. Phase 2 der Zielfixierung. Ich werde eins mit dem Ziel, eins mit dem Ziel, 1 mit dem Ziel... Es gibt nichts anders als das Ziel und den Schuss (Hauptproblem!)
5. Bogenarm von unten in Richtung Ziel bringen, Bogen nach vorne drücken, dabei Sehne ausziehen. Das ganze geschieht unter Aufbau der Rückenspannung
6. Bei meinem mediterranen Griff steht die Mittelhandmuskulatur unter einer gewissen Spannung.
7. Lösen: Einfach die Handmuskulatur entspannen; dabei gleitet die Sehne über die Finger und beschleunigt den Pfeil.
8. Kurz nachhalten und dann das, was ich bei mir als Körperspannung wahrnehme, abbauen.
Treffer: Oft daneben, manchmal sind aber auch ein paar ganz brauchbare Treffer dabei.
OT on:
Bei meiner Selbstanalyse habe ich den Eindruck, dass meine Technik besser ist als die Abstimmung meiner Ausrüstung. Ich habe mich einmal von apaloosa auf dem Parcours beraten lassen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Trefferlage durch ein leicht verändertes Halten des Bogens bei sonst unveränderten Bedingungen deutlich besser wurde. An dieser Stelle: Noch einmal herzlichen Dank an apaloosa für seinen Input!
OT off
Ergebnis: Bei meinem mediterranen Schießen mache ich eigentlich nichts anders, als ich es bei meinen ersten Versuchen von erfahrenen Leuten gelernt habe. Die Körperspannung ist nicht das Problem, sondern eher die richtige Entspannung vor und während des Schusses sowie das Ausblenden der Dinge, die mich von einem "befreiten Schuss" abhalten.
Soweit meine Erfahrungen.
LG
Ralf
Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht.
Der Student geht zur Mensa bis er bricht.
Mein Bogen geht auf den Tillerstock bis er bricht.
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Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
@Sateless
Die Punkte sind echt interessant! Nun wird mir klar warum der Wilfrid immer so schräg auf dem rechten Huf hängt - Da bildet der Körper wohl in etwa einen Gegenbogen?
Beim Kyudo geht noch die Beinmuskulatur mit ein und zumindest der linke Daumen wäre bei gespannt einzusortieren. Müsste man sich aber im Detail mal am lebenden Objekt anschauen.
@Padma
Siehste, desshalb dauert es beim modernen Kyudo auch so lange mit der Schußabgabe. Da werden in jeder Stufe die Dinge systematisch einsortiert und in die richtige Position gebracht. Das "Bewußt-Machen" des Körpers hierbei ist für mich einer der Aspekte die Kyudo so interessant machen. Aber das muss man mögen - und es geht ja auch anders und passt wohl nicht überall (ELB? der soll doch meist brechen wenn er im Vollauszug gehalten wird?).
@Squid
Kalmare haben keinen Sack. Hab extra nachgeschaut
Die Punkte sind echt interessant! Nun wird mir klar warum der Wilfrid immer so schräg auf dem rechten Huf hängt - Da bildet der Körper wohl in etwa einen Gegenbogen?
Beim Kyudo geht noch die Beinmuskulatur mit ein und zumindest der linke Daumen wäre bei gespannt einzusortieren. Müsste man sich aber im Detail mal am lebenden Objekt anschauen.
@Padma
Siehste, desshalb dauert es beim modernen Kyudo auch so lange mit der Schußabgabe. Da werden in jeder Stufe die Dinge systematisch einsortiert und in die richtige Position gebracht. Das "Bewußt-Machen" des Körpers hierbei ist für mich einer der Aspekte die Kyudo so interessant machen. Aber das muss man mögen - und es geht ja auch anders und passt wohl nicht überall (ELB? der soll doch meist brechen wenn er im Vollauszug gehalten wird?).
@Squid
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- Ravenheart
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Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
@ Fitzlibutz: und, wirst'e bei Squid auch nachschauen?
wg. Körperspannung: Hab ich noch nie drüber nachgedacht - und hab's auch nicht vor!
Don't dream it - be it! Will sagen: Denk' nicht, schieße!
Rabe

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- ralfmcghee
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Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
So ist es. Wenn man zuviel über Haltung und Schuss nachdenkt oder wenn einem belastende Dinge im Kopf herumgehen, wird das nichts mit dem Schießen. Es gibt zwar eine gute Chance, dass man durch das Schießen den Kopf frei bekommen kann, aber mitunter ist man halt doch blockiert.
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Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
@all: sehr spannendes Thema hier, weils ja auch jedenbetrifft und mich derzeit im ganz besonderen: Hab seit rund einem Jahr Probleme mit der linken Schulter.
Ausgangslage: schiesse kurzen Primbow, stark nach vorne gebeugt, Bogen fast quer ("indianisch) mit Mundwinkelanker = mediterran - hier ist zwar wenig mit der Rückenspannung, aber sehr viel mit der "Anspannung" an sich.
Bei dieser Schiessweise spielt das Greifen des Bogens einen entscheidende Rolle. Stark nach außen ausgedreht, Daumenballen am Druckpunkt "eingeankert".
Schulterproblem: Riss der linken Schulterfaszie und der Oberarmfaszie (Bindegewebe um die Muskulatur), dadurch veränderte Gelenkstellung der linken Schulter, diese kippte nach vor. Resultat: konnte 3 Monate den Bogen mit der linken
Hand nicht mal hochheben. Nach Physikotherapie und spezifischen Muskelaufbau kann ich wieder Schiessen.
Besser noch: durch das bewußte "Einrichten" und Anspannen der Schultermuskulatur bin ich wesentlich fokussierter im Schußaufbau, das Trefferbild hat sich erheblich verbessert und ich kann mich auch wieder besser entspannen nach dem Schuss. Fazit: Angst vor Schulterschmerzen führt zu konzentrierterem und besseren Schiessen (zumindest bei mir).
Von daher hat die LIste von sateless (sind wohl die Erfahrungswerte alter Daumschützen-Meister?) seine volle Berechtigung und bringt demjenigen was, der sie anzuwenden weiß.
Und sorry, das meine eigene Schilderung etwas lang geworden ist.
G_Bee
Kalmare haben so was wie einen Körpersack ......der wohl nicht gemeint war....
Ausgangslage: schiesse kurzen Primbow, stark nach vorne gebeugt, Bogen fast quer ("indianisch) mit Mundwinkelanker = mediterran - hier ist zwar wenig mit der Rückenspannung, aber sehr viel mit der "Anspannung" an sich.
Bei dieser Schiessweise spielt das Greifen des Bogens einen entscheidende Rolle. Stark nach außen ausgedreht, Daumenballen am Druckpunkt "eingeankert".
Schulterproblem: Riss der linken Schulterfaszie und der Oberarmfaszie (Bindegewebe um die Muskulatur), dadurch veränderte Gelenkstellung der linken Schulter, diese kippte nach vor. Resultat: konnte 3 Monate den Bogen mit der linken
Hand nicht mal hochheben. Nach Physikotherapie und spezifischen Muskelaufbau kann ich wieder Schiessen.
Besser noch: durch das bewußte "Einrichten" und Anspannen der Schultermuskulatur bin ich wesentlich fokussierter im Schußaufbau, das Trefferbild hat sich erheblich verbessert und ich kann mich auch wieder besser entspannen nach dem Schuss. Fazit: Angst vor Schulterschmerzen führt zu konzentrierterem und besseren Schiessen (zumindest bei mir).
Von daher hat die LIste von sateless (sind wohl die Erfahrungswerte alter Daumschützen-Meister?) seine volle Berechtigung und bringt demjenigen was, der sie anzuwenden weiß.
Und sorry, das meine eigene Schilderung etwas lang geworden ist.
G_Bee
Kalmare haben so was wie einen Körpersack ......der wohl nicht gemeint war....
Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
Und was spricht dagegen, dass man einen Bestandteil nach dem anderen kurz und bewusst kontrolliert, gegebenenfalls korrigiert und aufhört dran zu denken, wenn es denn passt?ralfmcghee hat geschrieben:So ist es. Wenn man zuviel über Haltung und Schuss nachdenkt oder wenn einem belastende Dinge im Kopf herumgehen, wird das nichts mit dem Schießen. Es gibt zwar eine gute Chance, dass man durch das Schießen den Kopf frei bekommen kann, aber mitunter ist man halt doch blockiert.
Ich schreibe ohne Autokorrektur lesenswerter. Du etwa auch?
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Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
Ich denke, dass man nicht ganz ohne über den Schussablauf nachzudenken schießen kann. Klar, wer's schon jahrelang betreibt, der braucht sich nicht mehr Gedanken darüber zu machen, ob er jetzt alles richtig macht.
Und ich gehöre auch eher zu der Fraktion, die durch zu vieles Denken über die Haltung total abgelenkt wird und gar nichts mehr kann.
Aber mal so ein kurzes Innehalten bzw. Selbstkontrolle ist definitiv hilfreich. Und sei's nur ein kurzes Ausschnaufen vorm Schuss und nochmal kurz checken, ob der Ellbogen da ist, wo er hin soll. Mach ich auch nicht jedes Mal, aber wenn ich's mache, dann ist es meist besser.
Oder auch so Kleinigkeiten wie das Nachhalten. Seit ich versuche nachzuhalten, ist mein Trefferbild definitiv besser.
Ist auch noch einmal ein Unterschied, ob man für sich alleine schießt oder in Gesellschaft. Da bin ich dann sowieso noch einmal entsprechend abgelenkter...
Aber auch wenn ich alleine bin oder alle anderen ausblende, kann ich eben nicht Ellbogen, Schulter, jeden einzelnen Finger, Trizeps, Bizeps, Zehenspitze checken. Das würde mich überfordern und ich wäre wieder in der Denkmaschine und weit entfernt davon, was ich eigentlich beim Bogenschießen will.
@shokunin: Und deshalb wäre mir Kyudo viel zu anstrengend. Ich verstehe, dass da ein noch viel ganzheitlicheres Konzept dahinter steckt. Und ich finde es bewundernswert, wenn sich jemand darauf einlassen kann, weil ich es eben gar nicht kann. Bin mit dem normalen Bogenschießen schon überfordert...
Ergänzung: Was ich oben eigentlich sagen wollte:
Wenn man immer wieder kleine Dinge bewusst macht und sie dann übernimmt, dann werden sie ja irgendwann automatisch vom Körper ausgeführt. Dann gehören sie zum Schuss dazu. Das ist doch wie mit dem eigenen Auszug finden. Wenn man sich mal einige viele Schüsse darauf konzentriert, dass der immer gleich ist, dann ist der irgendwann immer gleich und man muss nicht mehr darüber nachdenken.
Dann ist der klar und gehört dazu wie die beiden Füße auf dem Boden.
Oder eben die Fingerhaltung an der Sehne. Anfangs musste ich mir echt noch bei jedem Schuss überlegen, ob nun über oder unter dem Nockpunkt eingenockt wird und welche Finger dann wo sein sollen.
Ich war froh, wenn der Pfeil überhaupt den Bogen verließ.
Heute läuft das natürlich automatisch und so hoffentlich auch mal das Nachhalten und die schöne Schulter....
Und dann kann man meinetwegen über andere Körperteile diskutieren...
Otto Normalschütze bestimmt nicht über alle....
Und ich gehöre auch eher zu der Fraktion, die durch zu vieles Denken über die Haltung total abgelenkt wird und gar nichts mehr kann.
Aber mal so ein kurzes Innehalten bzw. Selbstkontrolle ist definitiv hilfreich. Und sei's nur ein kurzes Ausschnaufen vorm Schuss und nochmal kurz checken, ob der Ellbogen da ist, wo er hin soll. Mach ich auch nicht jedes Mal, aber wenn ich's mache, dann ist es meist besser.
Oder auch so Kleinigkeiten wie das Nachhalten. Seit ich versuche nachzuhalten, ist mein Trefferbild definitiv besser.
Ist auch noch einmal ein Unterschied, ob man für sich alleine schießt oder in Gesellschaft. Da bin ich dann sowieso noch einmal entsprechend abgelenkter...
Aber auch wenn ich alleine bin oder alle anderen ausblende, kann ich eben nicht Ellbogen, Schulter, jeden einzelnen Finger, Trizeps, Bizeps, Zehenspitze checken. Das würde mich überfordern und ich wäre wieder in der Denkmaschine und weit entfernt davon, was ich eigentlich beim Bogenschießen will.
@shokunin: Und deshalb wäre mir Kyudo viel zu anstrengend. Ich verstehe, dass da ein noch viel ganzheitlicheres Konzept dahinter steckt. Und ich finde es bewundernswert, wenn sich jemand darauf einlassen kann, weil ich es eben gar nicht kann. Bin mit dem normalen Bogenschießen schon überfordert...
Ergänzung: Was ich oben eigentlich sagen wollte:
Wenn man immer wieder kleine Dinge bewusst macht und sie dann übernimmt, dann werden sie ja irgendwann automatisch vom Körper ausgeführt. Dann gehören sie zum Schuss dazu. Das ist doch wie mit dem eigenen Auszug finden. Wenn man sich mal einige viele Schüsse darauf konzentriert, dass der immer gleich ist, dann ist der irgendwann immer gleich und man muss nicht mehr darüber nachdenken.
Dann ist der klar und gehört dazu wie die beiden Füße auf dem Boden.
Oder eben die Fingerhaltung an der Sehne. Anfangs musste ich mir echt noch bei jedem Schuss überlegen, ob nun über oder unter dem Nockpunkt eingenockt wird und welche Finger dann wo sein sollen.
Ich war froh, wenn der Pfeil überhaupt den Bogen verließ.
Heute läuft das natürlich automatisch und so hoffentlich auch mal das Nachhalten und die schöne Schulter....
Und dann kann man meinetwegen über andere Körperteile diskutieren...
Otto Normalschütze bestimmt nicht über alle....
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- ralfmcghee
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Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
@Sateless:
Dagegen spricht natürlich gar nichts. Ich bin davon überzeugt, dass insbesondere einem Einsteiger in den Bogensport all diese Dinge bewusst gemacht werden müssen, damit er eine Chance hat, die ganzen Aspekte des Schießens zu erfahren. Auch einem erfahrenen Schützen wird es sicher nicht schaden, seine Körperspannung hier und da zu checken oder checken zu lassen. Ich habe z.B. durch eine Videoaufnahme meiner Schüsse erkannt, dass ich beim Lösen die Sehnenhand ganz massiv verrissen habe. Natürlich muss man so etwas korrigieren; in diesem Fall habe ich es selber hinbekommen, in anderen Fällen wird ein Trainer oder auch ein Schützenkollege hilfreich sein.
Ich denke allerdings, dass die Instinkte ebenso wichtig sind wie die Spannung der zahlreichen Muskel, die am Schuss beteiligt sind. Meine persönliche Erfahrung ist hierbei, dass meine Schüsse fast immer misslingen, wenn ich dezidiert über die Körperspannung nachdenke und mich anstatt des Schusses mit meinen Muskeln beschäftige. Das soll natürlich keine Verallgemeinerung sein, sondern betrifft zunächst nur mich.
Krasse Fehler in der Technik verderben auf lange Sicht die Option, ein guter Schütze zu werden - keine Frage. Aber viele Menschen neigen zu einer "Über-Technisierung" ihres Tuns und unterdrücken damit ihre Instinkte. Das sehe ich u.a. auch in meinem Beruf, in der Musik, wo ich oft das Bauchgefühl vermisse, und letztlich auch beim Bogenschießen, wenn vor lauter Technik der Schuss aus dem Körpergefühl heraus unterdrückt wird.
Training - Technik: Auf jeden Fall. Aber viele Menschen müssen wieder zu ihrem gesunden Körpergefühl ohne "Intellektualisierung der physiologischen Körperabläufe" zurückfinden. Okay, das war viel Text und ich bin kein Fachmann und auch kein guter Schütze. Aber ich habe gesehen, dass meine Schüsse einfach besser sind, wenn ich nicht sooo viel über perfekte Form und Körperspannung sinniere. Aber bitte: Das soll keine Propaganda für schlampiges Bogenschießen sein.
LG
Ralf
Edit: Padmas Beitrag ganz viel Wichtiges: Mit dem Training kommt natürlich die Automatisierung, deshalb geht es ja nicht völlig ohne Training und Ausbildung. Ich sehe ja auch, dass viele meiner Bekannten, die körperlich kräftiger sind als ich, meine Bögen nicht ziehen können. Einem Schützen, der ein gutes Maß an Technik gelernt hat, passiert das nicht, es sei denn, der Bogen wäre definitiv zu stark. Und wie Padma habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass es anfangs durchaus ein Problem war, den Pfeil vernünftig einzunocken und in Richtung des Ziels fliegen zu lassen. Mittlerweile geht das.
Ralf
Dagegen spricht natürlich gar nichts. Ich bin davon überzeugt, dass insbesondere einem Einsteiger in den Bogensport all diese Dinge bewusst gemacht werden müssen, damit er eine Chance hat, die ganzen Aspekte des Schießens zu erfahren. Auch einem erfahrenen Schützen wird es sicher nicht schaden, seine Körperspannung hier und da zu checken oder checken zu lassen. Ich habe z.B. durch eine Videoaufnahme meiner Schüsse erkannt, dass ich beim Lösen die Sehnenhand ganz massiv verrissen habe. Natürlich muss man so etwas korrigieren; in diesem Fall habe ich es selber hinbekommen, in anderen Fällen wird ein Trainer oder auch ein Schützenkollege hilfreich sein.
Ich denke allerdings, dass die Instinkte ebenso wichtig sind wie die Spannung der zahlreichen Muskel, die am Schuss beteiligt sind. Meine persönliche Erfahrung ist hierbei, dass meine Schüsse fast immer misslingen, wenn ich dezidiert über die Körperspannung nachdenke und mich anstatt des Schusses mit meinen Muskeln beschäftige. Das soll natürlich keine Verallgemeinerung sein, sondern betrifft zunächst nur mich.
Krasse Fehler in der Technik verderben auf lange Sicht die Option, ein guter Schütze zu werden - keine Frage. Aber viele Menschen neigen zu einer "Über-Technisierung" ihres Tuns und unterdrücken damit ihre Instinkte. Das sehe ich u.a. auch in meinem Beruf, in der Musik, wo ich oft das Bauchgefühl vermisse, und letztlich auch beim Bogenschießen, wenn vor lauter Technik der Schuss aus dem Körpergefühl heraus unterdrückt wird.
Training - Technik: Auf jeden Fall. Aber viele Menschen müssen wieder zu ihrem gesunden Körpergefühl ohne "Intellektualisierung der physiologischen Körperabläufe" zurückfinden. Okay, das war viel Text und ich bin kein Fachmann und auch kein guter Schütze. Aber ich habe gesehen, dass meine Schüsse einfach besser sind, wenn ich nicht sooo viel über perfekte Form und Körperspannung sinniere. Aber bitte: Das soll keine Propaganda für schlampiges Bogenschießen sein.
LG
Ralf
Edit: Padmas Beitrag ganz viel Wichtiges: Mit dem Training kommt natürlich die Automatisierung, deshalb geht es ja nicht völlig ohne Training und Ausbildung. Ich sehe ja auch, dass viele meiner Bekannten, die körperlich kräftiger sind als ich, meine Bögen nicht ziehen können. Einem Schützen, der ein gutes Maß an Technik gelernt hat, passiert das nicht, es sei denn, der Bogen wäre definitiv zu stark. Und wie Padma habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass es anfangs durchaus ein Problem war, den Pfeil vernünftig einzunocken und in Richtung des Ziels fliegen zu lassen. Mittlerweile geht das.

Ralf
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Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
Ich sollt' den armen Squid besser in Ruhe lassen - aber wer weiss...?Ravenheart hat geschrieben:@ Fitzlibutz: und, wirst'e bei Squid auch nachschauen?![]()
wg. Körperspannung: Hab ich noch nie drüber nachgedacht - und hab's auch nicht vor!
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Rabe
Und das mit dem theoretisieren ist wohl viel Einstellungs- und Charaktersache. Habe volles Verständnis für reine Praktiker wie dich und Squid. Da geht das Gelaber eben auf die Spermatophoren. (Hab schon wieder streberhaft nachgelesen...)
[edit: Auch versteckte Stänkereien SIND Stänkereien und werden hier NICHT geduldet! Rabe]
Würde es global mal so umreissen:
- Bei gutem Bewegungsvorbild braucht es wenig Theorie - die sind aber in allen Sportarten extrem selten
Wer anfängt, dem kann Theorie den Einstieg erleichtern - muss es aber nicht
Wer gut ist, kann mit Theorie noch besser werden -oder auch nicht, je nachdem wie er es umsetzen kann
[edit: Auch versteckte Stänkereien SIND Stänkereien und werden hier NICHT geduldet! Rabe]
Wer's sich selbst beibringt findet im reinen Üben selten sein Optimum.
Wer's mag solls tun oder lassen - zumindest macht theoretisieren sozialen Austausch in vielerlei Form
[edit: Auch versteckte Stänkereien SIND Stänkereien und werden hier NICHT geduldet!
Dies ist eine ernst gemeinte Verwarnung!
Rabe]
Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
Es gibt da sicher verschiedene Ansätze. Meiner:
1. Natürlich sollte - nein MUSS - man bei einer neuen Sportart das Grundprinzip verstehen und erlernen. Es gibt viel zu viele Autodidakten, die sich mit viel zu starken Bögen eine mieserable Technik aneignen, die man nur mit viel Aufwand korrigieren kann.
2. Wer ernsthaft und wirklich zielsicher schießen will, der muss auch weitere theoretische Dinge zu Ablass und Haltung erlernen.
3. Wer's olympisch haben möchte, der muss zwingend noch mehr Theorie erlernen und den Bewegungsablauf komplett verinnerlichen. Und zwar ohne Pause.
Ich sehs ja bei mir: Im März oder April schieße ich mir mit maximal 35 lbs einen ziemlichen Mist zusammen. Nach der Saison, so im September oder Oktober gibt es eine zufriedenstellende Trefferlage mit dem 48-pfünder.
1. Natürlich sollte - nein MUSS - man bei einer neuen Sportart das Grundprinzip verstehen und erlernen. Es gibt viel zu viele Autodidakten, die sich mit viel zu starken Bögen eine mieserable Technik aneignen, die man nur mit viel Aufwand korrigieren kann.
2. Wer ernsthaft und wirklich zielsicher schießen will, der muss auch weitere theoretische Dinge zu Ablass und Haltung erlernen.
3. Wer's olympisch haben möchte, der muss zwingend noch mehr Theorie erlernen und den Bewegungsablauf komplett verinnerlichen. Und zwar ohne Pause.
Ich sehs ja bei mir: Im März oder April schieße ich mir mit maximal 35 lbs einen ziemlichen Mist zusammen. Nach der Saison, so im September oder Oktober gibt es eine zufriedenstellende Trefferlage mit dem 48-pfünder.
Zuletzt geändert von Squid (✝) am 12.08.2014, 16:20, insgesamt 2-mal geändert.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
- Wilfrid (✝)
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Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
Ich habe ja nun mit 63 Jahren und dem ersten Bogen mit 10 ein wenig Bogenerfahrung. Nicht viel, aber fürn Flitzebogenschießen reichts.
Während des Schießens oder so über Spannung, Körperhaltung und ähnliches Nachdenken, ist kontraproduktiv. Also so ein Gedanke: "Dein Ellenbogen rechts ist zu hoch oder links ist durchgedrückt, " ist voll daneben.Erst im Kopf und dann im Ziel
Nicht denken, schieß einfach....
Oder
Wenn Du Bogenschießen willst, dann tu´s doch.
Nur vor dem Schießen, bei den Trockenübungen und nach dem Schießen darf man ja auch mal darüber nachdenken, was man gemacht hat.
Und vieles kann einem jemand zeigen, der zuguckt oder man siehts dann auf Filmen von einem selbst.
Was mir noch garnicht aufgefallen ist, das ich so schräg im Gelände stehe ...
Liegt aber bei den stärkeren Bögen zumindest an der Lage des Ziels ...
Während des Schießens oder so über Spannung, Körperhaltung und ähnliches Nachdenken, ist kontraproduktiv. Also so ein Gedanke: "Dein Ellenbogen rechts ist zu hoch oder links ist durchgedrückt, " ist voll daneben.Erst im Kopf und dann im Ziel
Nicht denken, schieß einfach....
Oder
Wenn Du Bogenschießen willst, dann tu´s doch.
Nur vor dem Schießen, bei den Trockenübungen und nach dem Schießen darf man ja auch mal darüber nachdenken, was man gemacht hat.
Und vieles kann einem jemand zeigen, der zuguckt oder man siehts dann auf Filmen von einem selbst.
Was mir noch garnicht aufgefallen ist, das ich so schräg im Gelände stehe ...
Liegt aber bei den stärkeren Bögen zumindest an der Lage des Ziels ...
- kra
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Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
Wilfried,
im Prinzip hast'e Recht, wenns drauf ankommt ist Denken während dem Schießem nicht zielführend. Vorher sich selber vergattern bringt schon was.
Aber beim Üben, wenn es mir nicht ums Treffen geht bringt das bewußte Schießen durchaus etwas. So kannst du einen gewünschten Bewegungsablauf einschleifen und üben.
Nur darfst du dabei nicht auf Treffer hoffen.
Im Wechsel (10/10) bewußt und "unbewußt" zu schießen kann auch durchaus was bringen.
im Prinzip hast'e Recht, wenns drauf ankommt ist Denken während dem Schießem nicht zielführend. Vorher sich selber vergattern bringt schon was.
Aber beim Üben, wenn es mir nicht ums Treffen geht bringt das bewußte Schießen durchaus etwas. So kannst du einen gewünschten Bewegungsablauf einschleifen und üben.
Nur darfst du dabei nicht auf Treffer hoffen.
Im Wechsel (10/10) bewußt und "unbewußt" zu schießen kann auch durchaus was bringen.
“Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.”
– George Bernard Shaw
– George Bernard Shaw
- Blacksmith77K
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Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
...das ist wohl einer der Punkte, bei dem die Theorie unsinniges Zeug in die Köpfe von 'interessierten' Menschen bringt.Fitzlibutz hat geschrieben:(ELB? der soll doch meist brechen wenn er im Vollauszug gehalten wird?).

Warum sollte ein englischer Langbogen brechen, wenn er im Vollauszug gehalten wird?!
...du biegst nicht den Bogen, der Bogen biegt Dich!
76" Yew Warbow (ELB) 135#@32"
74" Yew Warbow (ELB) 105#@32"
...and several yew warbows...
76" Yew Warbow (ELB) 135#@32"
74" Yew Warbow (ELB) 105#@32"
...and several yew warbows...
Re: Körperspannungen, was macht wer wie wo
Brechen vielleicht nicht.
Aber würde er nicht zunehmend mehr Set entwickeln, wenn er nun daunernd in diese Position gequält wird um Fotos zu machen??
Aber würde er nicht zunehmend mehr Set entwickeln, wenn er nun daunernd in diese Position gequält wird um Fotos zu machen??
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.