Tillerbewertung eines Anfängers

Themen zum Bogenbau
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MrWumm
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von MrWumm »

Benedikt hat geschrieben:Ziehklinge ;)
Hab ich, nur meine sind irgendwie nicht so scharf/gut, dass damit viel weggehen würde... ich bekomm damit nur feinen Holzstaub weg ???

deraNdy hat geschrieben:Je weniger Masse du an den WAenden hast umso weniger handshock wirst du beim Schießen haben.
Möllegabet/ holmegaard sind gute beispiele.
Hmm das leuchtet ein! Und die Biegen nur in dem relativ kurzen bereich? Da muss das Holz ja viel höhere Belastungen aushalten? oder täusch ich mich da?

Gornarak hat geschrieben:Rechts könnte er mir ab der Hälfte mehr biegen
hab ich auch gemerkt und schon korregiert ;)

Gringo hat geschrieben:Und vieleicht vorsichtshalber schon mal damit anfangen die Kanten zu brechen.
Okey. Und welchen radius sollten die Kanten am Rücken und am Bauch dann schlußendlich haben? ich hätte so an 3mm gedacht

SirNicholas hat geschrieben:Glaub mir Mr Wumm, wenn Du die 10 centimeter an den Tipps auch nur 3 Millimeter dicker lässt, biegen die sich nicht mehr, aber sehen dünner aus und haben weniger Holz, somit sind die WA's schneller und du erleidest keinen Handschock. ;-)
Wird gemacht :P hatte Anfangs noch kein Gefühl wie sich das Holz so biegt und da wollt ich nichts überstürzen



Hab mir jetzt noch eine Federwaage aus dem Fischereigeschäft geholt (bis 50 lbs) damit ich auf meine Angestrebten 35# komme, hab nur leider noch keine Ahnung wie weit mein Auszug ist (da ich noch keinen Bogen habe an dem ichs testen kann^^) also werd ich mal auf 30 Zoll Tillern damit ich Reserven hab ::)

Grüße Paul
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MrWumm
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von MrWumm »

Spanmacher hat geschrieben:...Glasscherben nicht das ideale Werkzeug...
Neumi hat geschrieben:Den Tipp zu geben, Glasscherben zur Holzbearbeitung zu nehmen, finde ich dermassen daneben, dass mir echt der Kamm anschwillt.

Und bevor ich Glasscheiben nehme, nehm ich doch lieber ein normales Schnitzmesser :D
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zwirn
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von zwirn »

Es ist unerlässlich, dass du lernst, wie man eine Ziehklinge schärft!!!

1. Ziehklinge vollständig entgraten
2. Mit nem dicken Schraubenzieher einen neuen Grat ziehen

https://www.youtube.com/watch?v=xAfBhBrdG5w
https://www.youtube.com/results?search_ ... linge+grat

LG Zwirn
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!

Wenn einer, der mit Mühe kaum, gekrochen ist auf einen Baum,
schon meint, daß er ein Vogel wär, so irrt sich der.
deraNdy
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von deraNdy »

Das war jetzt aber die drive in erklährung fürs ziehklingen schärfen :D
1. Entgraten
2. Rechteckig schleifen feilen, schleifstein oder schleifpapier immer feiner werden, bis eine scharfe rechteckige kante entsteht( die schon eine gewisse "schärfe" hat)
3. Mit einen geölten runden stahl( schraubendreher o.ä. ) in einem flachen winkel über die rechteckige kante ziehen. ( gewisser druck sollte vorhanden sein)
Diesen vorgang solltest du zwei bis dreimal wiederholen, wobei du den winkel zur zieklinge immer steiler stellst.
Also ca 5,10,20 grad.
Gruss Andy
Edit: haha super, links erst jetzt gesehen...also da wird eigentlich genau das gezeigt was ich gerade beschrieben hab...
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Benedikt
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von Benedikt »

Auch eine sehr nette Anleitung, mit der ich es gelernt habe :D
http://www.feinewerkzeuge.de/G10004.htm

Wie hast du die Ziehklinge biem Bearbeiten gehalten? Schon aufrecht, oder? ;)
Gruß
Benedikt
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Gringo
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von Gringo »


Okey. Und welchen radius sollten die Kanten am Rücken und am Bauch dann schlußendlich haben? ich hätte so an 3mm gedacht
Welchen Radius das schlussendlich haben wird bleibt dir überlassen. Das wird der vortschreitende Tillerprozess zeigen.
Mir ging es bei meiner Bemerkung auch nicht um irgendeinen Radius, sondern darum, das du die Kanten abrundest nachdem du Holz auf ganzer Breite am Bauch abgetragen hast. Nach jeder Holzabnahme kontrollieren ob die Kanten noch schön abgerundet sind und bevor du ihn wieder auf den Tilerbaum legst, 20-30 mal pumpen. Dann weiß der Bogen wo er hin soll.
Das mit den Kanten abrunden ist deshalb wichtig damit der Druck am Bogenbauch kompensiert werden kann.
Stell dir ein Stück Gummi vor welches du nach unten biegst.
In der Mitte wölbt es sich stark, während es oben und unten an den Kanten gerade bleibt.
Dieser Effekt darf dir beim Bogenbau nicht passieren, den Holz ist ja nicht so elastisch wie Gummi, und der Druck am Bauch führt nicht selten zum Bruch.
Ich hoffe ich hab es einigermaßen verständlich erklärt... :)

Gringo
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Heidjer
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von Heidjer »

Nochmal wegen dem "Abrunden".

Bei einen Bogen gibt es im "Betrieb" große Zugkräfte am Bogenrücken und große Druckkräfte am Bogenbauch im Holz. Diese Kräfte können nicht um scharfe Kanten herum, dort würden sie gestopt und wirken dann auf einen sehr kleinen Punkt ein. Auf dem Bogenrücken führt das dann zu einen Aufstellen eines Spanes und dann zum Absplittern und weiter reißen desselben. Beim Bogenbauch beginnt an so einer Stelle dann ein Kompressionsbruch, der Beginn eines Stauchbruches.

Was den Radius betrifft, nun am besten mit den Fingerspitzen über den Bogen streichen und fühlen wo es harte Kanten und Grate gibt und die verschleifen. Die Kanten sollten sich dann etwa so anfühlen wie der Rand eines Kaffeebechers.


Gruß Dirk
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MrWumm
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von MrWumm »

Danke für die hilfreichen Anleitungen :) hatte garnicht daran gedacht dass man ein "Stück Stahlblech" schärfen kann, aber jetzt merk ich den Unterschied! Nach ein Paar versuchen sind Papierartige Späne rausgekommen

Ahhh jetzt hats Klick gemacht^^ danke Gringo und Heidjer, die waren wirklich noch sehr scharfkantig... hab sie dann auf Kaffeebecherrandfeeling geschliffen und dann beim weiteren tillern ist das passiert :'(

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Interessant ist, dass beide Wurfarme im Mittleren Bereich diese Risse (?) aufweisen, aber nur auf der Seite, wo die Sehne verläuft (die verläuft nämlich leider außermittig, also ca. 1cm neben dem Griff).
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Heidjer
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von Heidjer »

Mein Beileid, das sind Stauchbrüche wie aus dem Lehrbuch. ::)
Das Holz war mit der Biegebelastung überfordert und die Druckbelastung hat an den Stellen die Druckfestigkeit überstiegen, einzelne Holzzellen sind kollabiert und zerquetscht worden.


Gruß Dirk
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von MrWumm »

Oh...
Liegt das daran, dass ich den Bogen auf der Seite mit den Stauchbrüchen extra geschwächt habe, damit die Sehne mehr in die Mitte wandert?
deraNdy
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von deraNdy »

Ich denke das kann man so pauschal nicht sagen, aber möglich.
Um die stauchbrüche beim nächsten Bogen zu vermeiden...
Wie hast du den bzw. Mit welcher kraft hast du den Bogen ausgezogen?
Hat diese dein angestrebtes zuggewicht überstiegen?
Haben die Wurfarme sich zu stark zu dieser Seite geneigt?( meintest du das mit in die Mitte gewandert)
Immer nur soweit ausgezogen wie der Tiller gut bzw. Bis er sich verschlechtert und dann verbessert?
Das sind alles faktoren die zu der knitterseuche oder zum bruch führen. Je nach Holzeigenschaften.

Gruss Andy
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SchmidBogen
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von SchmidBogen »

Da wäre noch gut gewesen wenn Du davon ein Foto gehabt hättest oder hättest machen können oder noch machen könntest?
Um zu sehen wie die Sehne aussermittig verläuft und unsere Profis und Ecksperten sich davon ein Bild machen können und Dir dann auch Fachmännischen Rat geben können für Deinen nächsten Bogen.

Mehr sag ich dazu jetzt nicht, da ich krank im Bett liege und selber keine Fotos zurzeit habe von irgend einem Bogen von mir, nicht dass hier noch Jemand wieder Hitzewallungen wieder bekommt. :P :-* ;D

Doch sag ich und zwar: Mein Beileid auf der einen Seite zu Deinem ersten Bogen und zum anderen Glückwunsch zu Deinen ersten lehrreichen Erfahrungen, die wirst Du fortan mit Dir tragen bei Deinen zukünftigen Bogenprojekte, Mr Wumm. :)
- Tradition trifft Moderne -
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zwirn
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von zwirn »

MrWumm hat geschrieben:Oh...
Liegt das daran, dass ich den Bogen auf der Seite mit den Stauchbrüchen extra geschwächt habe, damit die Sehne mehr in die Mitte wandert?
Ich verstehe nicht, was du damit meinst.

Wenn eine Sehne falsch liegt, dann wird der Stave durch Dämpfen oder mit der HLP gerichtet.
Evtl. auch durch Verändern der Sehnenkerbe.

LG Zwirn
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MrWumm
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von MrWumm »

deraNdy hat geschrieben:Mit welcher kraft hast du den Bogen ausgezogen?
es waren so ca. 25 pfund beim letzten mal auf dem Tillerstock... aber die Brüche sind ja nicht nach dem aufspannen auf den Tillerstock entstanden, sondern beim pumpen davor, also genau kann ichs nicht sagen. Angestrebt waren ja 35 pfund

deraNdy hat geschrieben:Haben die Wurfarme sich zu stark zu dieser Seite geneigt?
also ich würds nicht als stark bezeichnen... eine seite war ca. 2-4 mm schwächer (dort sind die Brüche aufgetreten)

deraNdy hat geschrieben:Immer nur soweit ausgezogen wie der Tiller gut bzw. Bis er sich verschlechtert und dann verbessert?
ja, zuletzt hat er so ausgesehen:
Bild
danach habe ich noch was abgenommen, nochmal getillert, nochmal abgenommen und dann gepumpt und dann waren sie da

deraNdy hat geschrieben:knitterseuche
;D
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MrWumm
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Re: Tillerbewertung eines Anfängers

Beitrag von MrWumm »

Ojee, gute Besserung SirNicholas :-\

hier die Fotos:
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SirNicholas hat geschrieben:...Jemand wieder Hitzewallungen bekommt
;D ;D ;D

Hab wirklich viele Erfahrungen gesammelt... hab auch gleich mit Numero 2 angefangen xD
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