Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Hallo liebe FCler!
Da ich neu hier bin möchte ich mich kurz vorstellen:
27 Jahre alt
von Beruf(ung) Chemiker
und seit kurzem mit dem Bogenbau-Virus infiziert ;-)
Ich habe schon viele Stunden youtube Tutorials aufgesaugt und seitenweise Forum-Themen
gelesen. Ich bin absolut begeistert von der FC Community!!!
Wie nicht anders zu erwarten hat sich auch schon eine Frage aufgetan:
Bei dem Versuch meinen ersten Hasel für die Trocknung vorzubereiten (ala adamusminor youtube Tutorial) sind bei der Reduzierung der WAs mittels Ziehmesser (Materialabnahme bis zum Markkanal, also etwa 2,5 cm Stärke) an den Rändern sehr große und tiefgehende Spane rausgerissen. Der Ast hatte eine Länge von 190cm und einen Durchmesser von 4,5 - 5,5cm bei einem sehr geraden Verlauf. Das Messer ist nagelneu und scharf (der Vergleich zu abgenutzten oder manuell geschärften Werkzeugen fehlt mir allerdings).
Ist dies durch ein falsches Handling des Werkzeugs oder Materialfehler des Astes zu erklären?
Ich danke schonmal im Voraus! Morgen Abend folgen ein paar Bilder der WAs und der Spane!
Beste Grüße
Mattes
Da ich neu hier bin möchte ich mich kurz vorstellen:
27 Jahre alt
von Beruf(ung) Chemiker
und seit kurzem mit dem Bogenbau-Virus infiziert ;-)
Ich habe schon viele Stunden youtube Tutorials aufgesaugt und seitenweise Forum-Themen
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Wie nicht anders zu erwarten hat sich auch schon eine Frage aufgetan:
Bei dem Versuch meinen ersten Hasel für die Trocknung vorzubereiten (ala adamusminor youtube Tutorial) sind bei der Reduzierung der WAs mittels Ziehmesser (Materialabnahme bis zum Markkanal, also etwa 2,5 cm Stärke) an den Rändern sehr große und tiefgehende Spane rausgerissen. Der Ast hatte eine Länge von 190cm und einen Durchmesser von 4,5 - 5,5cm bei einem sehr geraden Verlauf. Das Messer ist nagelneu und scharf (der Vergleich zu abgenutzten oder manuell geschärften Werkzeugen fehlt mir allerdings).
Ist dies durch ein falsches Handling des Werkzeugs oder Materialfehler des Astes zu erklären?
Ich danke schonmal im Voraus! Morgen Abend folgen ein paar Bilder der WAs und der Spane!
Beste Grüße
Mattes
Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Nee, das liegt am Drehwuchs.
In diesem Falle einfach von der anderen Richtung säbeln.
Und willkommen im Forum
In diesem Falle einfach von der anderen Richtung säbeln.
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In China essen sie Hunde.
Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Danke für die schnelle Antwort!
Ich freue mich auch hier dabei zu sein !
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Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Hatte ich auch so, Lösung wie Klink schon schreibt in die entgegengesetzt Richtung arbeiten.
Achja herzlich willkommen bei die Bekloppten und schönen gruss aus Dortmund.
Mfg Martin
Achja herzlich willkommen bei die Bekloppten und schönen gruss aus Dortmund.
Mfg Martin
Handwerk ist durch Gewohnheit erlangte Geschicklichkeit.
Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
HI, und willkommen hier. Das wirst du mit der zeit fühlen wie es geht..ich ziehe das werkzeug immer irgendwie nur so für kurze Distanz, und immer schauen was da los ist..wenn du siehst dass das Material sich tief spalten will, dann sofort aufhören, weil manchmal kann man das Ding zurück kleben, und vielleicht das Stave retten. Wenn es sich nur ein bisschen gespalten hat, dann wie die andere kollegen schon gesagt haben...in die andere Richtung arbeiten, oder die Stelle nur mit Raspel oder Sandpapier.
MFG, Ciprian
MFG, Ciprian
- Spanmacher
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Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Herzlich willkommen und viel Erfolg beim Schnitzen.
Ein zu hohes Zuggewicht ist nichts anderes als Körperverletzung und verhindert darüber hinaus einen brauchbaren Trainingseffekt.
- schnabelkanne
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Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Servus und ebenfalls herzlich willkommen von mir.
Die Kollegen haben eh schon alles gesagt, ich nehm halt wenn das Ziehmesser einreisst die Raspel, besser etwas mehr schwitzen mit der Raspel als mit den Ziehmesser zuviel wegnehmen.
lg Thomas
Die Kollegen haben eh schon alles gesagt, ich nehm halt wenn das Ziehmesser einreisst die Raspel, besser etwas mehr schwitzen mit der Raspel als mit den Ziehmesser zuviel wegnehmen.
lg Thomas
The proof of the pudding is in the eating!
Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Hallo Mattes
Erst mal auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum.
Das Problem, wie Du es beschrieben hast, kenne ich auch. Das liegt aber jetzt nicht zwingend am Drehwuchs. Das kann auch daran liegen, das Du so einen Stave ja im Grunde in zwei Richtungen bearbeitest, also vom Griff weg nach außen. Wenn Du also nun vom Griff weg in Richtung ehemaliger Krone/Baumwipfel arbeitest, arbeitest Du in Wuchsrichtung. Dabei treten solche Probleme mit einem schön scharfen Messer eher selten auf. Arbeitest Du aber nun in die andere Richtung, also in Richtung Wurzel, arbeitest Du gegen den Wuchs. Dabei kann es vorkommen, gerade bei nicht ausreichend scharfem Messer, das Du Späne rausreißt, auch wenn da gar kein Drehwuchs ist.
Wenn Du ein Ziehmesser kaufst, ist es in der Regel nicht wirklich ausreichend scharf. So war es bei mir. Ich hab mich dann erst mal an den Schleifstein gesetzt und die Teile geschliffen, bis ich mich damit trocken rasieren konnte, ohne das es ziept. Ich teste das auch so.
Wenn Du ein Zugmesser schärfst, machst Du das immer an der unteren, platten Seite. Nie an der oberen, es sei denn, Du willst den Winkel der Schneide ändern. Letzteres ist aber nicht wenig Arbeit und erfordert Übung und Geschick.
Um es zu schärfen, ziehst Du das Messer auf dem eingespannten und gut angefeuchteten Stein vom Klingenrücken in Richtung Schneide, also in der umgekehrten Richtung, in der Du mit dem Messer das Holz bearbeitest. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, das die untere Fläche auch plan bleibt. Das stellst Du sicher, in dem Du darauf achtest, das Du das Messer am Ende der Schleifbewegung nicht anhebst, es also stets platt auf dem Schleifstein liegt. Auch darfst Du den Schlamm, der beim Schleifen entsteht nicht wegwischen, denn der trägt in erheblichem Maße zu dem Ergebnis bei, also immer schön drauf lassen. Zwischendurch auch ruhig mal etwas Wasser auf den Stein geben, jedoch ohne den Schlamm weg zu spülen.
Gruß
Barisat
Erst mal auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum.

Das Problem, wie Du es beschrieben hast, kenne ich auch. Das liegt aber jetzt nicht zwingend am Drehwuchs. Das kann auch daran liegen, das Du so einen Stave ja im Grunde in zwei Richtungen bearbeitest, also vom Griff weg nach außen. Wenn Du also nun vom Griff weg in Richtung ehemaliger Krone/Baumwipfel arbeitest, arbeitest Du in Wuchsrichtung. Dabei treten solche Probleme mit einem schön scharfen Messer eher selten auf. Arbeitest Du aber nun in die andere Richtung, also in Richtung Wurzel, arbeitest Du gegen den Wuchs. Dabei kann es vorkommen, gerade bei nicht ausreichend scharfem Messer, das Du Späne rausreißt, auch wenn da gar kein Drehwuchs ist.
Wenn Du ein Ziehmesser kaufst, ist es in der Regel nicht wirklich ausreichend scharf. So war es bei mir. Ich hab mich dann erst mal an den Schleifstein gesetzt und die Teile geschliffen, bis ich mich damit trocken rasieren konnte, ohne das es ziept. Ich teste das auch so.
Wenn Du ein Zugmesser schärfst, machst Du das immer an der unteren, platten Seite. Nie an der oberen, es sei denn, Du willst den Winkel der Schneide ändern. Letzteres ist aber nicht wenig Arbeit und erfordert Übung und Geschick.
Um es zu schärfen, ziehst Du das Messer auf dem eingespannten und gut angefeuchteten Stein vom Klingenrücken in Richtung Schneide, also in der umgekehrten Richtung, in der Du mit dem Messer das Holz bearbeitest. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, das die untere Fläche auch plan bleibt. Das stellst Du sicher, in dem Du darauf achtest, das Du das Messer am Ende der Schleifbewegung nicht anhebst, es also stets platt auf dem Schleifstein liegt. Auch darfst Du den Schlamm, der beim Schleifen entsteht nicht wegwischen, denn der trägt in erheblichem Maße zu dem Ergebnis bei, also immer schön drauf lassen. Zwischendurch auch ruhig mal etwas Wasser auf den Stein geben, jedoch ohne den Schlamm weg zu spülen.
Gruß
Barisat

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Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
oder ganz einfach mit einer Raspel arbeiten.
Der junge Mensch lernt, was die Erwachsenen wissen und verlernt was er als Kind gewusst hat.
Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Beziehungsweise mit dem Ziehmesser nicht zu ehrgeizig arbeiten. Es ist effektiver, mit vielen Bewegungen jeweils nur kleine Späne abzutragen, als mit wenigen große. Klinge schön schräg zur Zugrichtung, damit sie auch schneidet, und immer von außen nach innen arbeiten.
Dies ist die Welt.
Wundervolle und schreckliche Dinge werden geschehen.
Sei ohne Furcht.
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Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Vielen Dank für die tollen Tipps!
Einen Schleifstein werde ich mir auf jedenfall auch besorgen. Der sollte wohl in meinem Werkzeugkoffer nicht fehlen!
Einen Schleifstein werde ich mir auf jedenfall auch besorgen. Der sollte wohl in meinem Werkzeugkoffer nicht fehlen!

Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Nö, vergiss das mal wiederWenn Du ein Zugmesser schärfst, machst Du das immer an der unteren, platten Seite.
Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Dies ist die Welt.
Wundervolle und schreckliche Dinge werden geschehen.
Sei ohne Furcht.
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Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Zum Schärfen hab ich einfach ne ausgelutschte Polyfan-Scheibe in die Flex gespannt und ab ging er. Bis jetzt steht die Klinge astrein ^^
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Re: Bearbeitung von Hasel mit dem Ziehmesser
Ich nutze zum schärfen meiner Klingen ein handelsüblichen Wasserschleifstein 600/1000 für das grobe, danach kommt mein Belgischer Brocken 8000/10000 zum Abziehen wird immer so scharf das man damit gut arbeiten kann.
MFG Martin
MFG Martin
Handwerk ist durch Gewohnheit erlangte Geschicklichkeit.