Heidjer hat geschrieben:
Sinn macht ein Rückenköcher wohl auch, wenn man auf einen Pferd sitzt und man keinen Sattelköcher oder ähnliches verwendet und ein Seitenköcher dem Pferd dauernd in die Flanke schlägt, …..
… Ich denke zu allen Zeiten gilt und galt: Form follows function, was funktioniert setzt sich durch, was stört wird geändert bis es funktioniert, auch bei Köchern und wer sich durch Wälder und Dickungen bewegt, dem reicht es sich um den Bogen kümmern zu müssen, der braucht nicht noch einen sperrigen Seitenköcher,
Hmm... also ich habe bisher weder auf historischen Darstellungen, noch in Praxi wahrnehmen können, dass Seitenköcher, die keine Sattelköcher, derart angebracht waren, dass die dem Pferd beim Reiten gegen die Flanken schlagen würden (was zugegebenermaßen ziemlich suboptimale Reaktionen des Tieres zur Folge haben könnte).
Es hat sich - entsprechend des "Denglisch"- Zitates - gerade das durchgesetzt, was funktionierte: Seitenköcher, die entsprechend angebracht waren, dass sie eben nicht störten. Dann waren sie auch praktisch.
https://www.youtube.com/watch?v=j2X9TsPhpro
https://www.youtube.com/watch?v=gXjGEeppi0o
https://en.wikipedia.org/wiki/Imperial_ ... g_Hare.jpg
Wahrscheinlich gehen die meisten bei dem Gedanken an dysfunktionale Seitenköcher immer von den Objekten aus, die man irgendwo im Handel zu kaufen bekommt und welche dann, beschwert mit diversen „zum Bogenschießen wohl unbedingt notwendigen Utensilien“ wie Bajonetten, Cheerleader-Puscheln, Flammenwerferfeuerzeugen, Teleskopen, Hundeleckerliaufbewahrungsdings und Miniatomraketen, irgendwo auf Höhe des mittleren Oberschenkels mit einem Bewegungsradius von 270 Grad herumbaumeln – meist noch mit den Pfeilnockenden nach vorn.
Das ist sicher etwas, was – je nach Sichtweise – cool aussieht.
Praktisch brauchbar ist es aber ebensowenig, wie es mit einem historisch gesehen praktikablen Seitenköcher etwas zu tun hat.