Da ich nach einem reichlichen Jahr Bogenschießen immer noch eher ein Lernender als Lehrender bin finde ich die Frage durchaus interessant; und ertappe mich dabei, das gar nicht so konkret beantworten zu können....
Theoretisch meine ich, baut man die Rückenspannung vom Beginn des Ausziehens an mit auf und sollte sie beim Ankern erreicht haben; in der Daumentechnik kann man an dem Punkt vielleicht noch ein Quentchen Rücken-/Schulterspannung zulegen, um die Auszugslänge noch weiter zu erhöhen (ist aber nur (m)eine Vermutung...)
Praktisch könnte ich mir allerdings vorstellen, daß sich hier ein Automatismus rausbildet, den man so direkt gar nicht beschreiben kann (im Umkehrschluss ist es genau deshalb gar nicht so einfach, antrainierte falsche Bewegungsabläufe wieder loszuwerden, aber das nur nebenbei)
Ein Automatismus ist zum Beispiel das in die Kurve legen bei Motorradfahrern, oder das Lenken eines Zweirad mittels eines kurzen und unbewussten Lenkimpulses in die andere Richtung, ein Automatismus ist auch das Kuppeln beim Autofahren oder das Verriegeln der Autotüren beim Verlassen des Fahrzeuges.
Das Witzige ist, daß Automatismen dann aus der Kontrolle geraten, wenn man anfängt, darüber nachzudenken:
Kommt ein Tausendfüßler gelaufen und wird von einem Käfer argwöhnig beäugt. Der Käfer sagt, "Sag mal, wie machst Du das mit Deinen vielen Beinen, ohne zu stolpern?" Sagt der Tausendfüßler "Weiß ich auch nicht, hab noch nie darüber nachgedacht - ich werde es mal beobachten". Sagt der Tausendfüßler und fängt an zu stolpern und fällt um

„Es schadet nichts, wenn einen von Euch sein Kummer bedrängt, daß er sich einen Bogen umhängt und damit seinen Kummer vertreibt.“ (islamische Weisheit)
„Wer aufhört besser werden zu wollen, hört auf gut zu sein.“
(# Reflexbogen / Reiterbogen)