Selfnock-Sägehilfe

Selbstgebaute Befiederungsgeräte, Spinetester, etc.
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Neumi
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Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von Neumi »

Hier der Link zur Anleitung für das Nock-Schneide-Tool:
https://fletchers-corner.de/viewtopic.php?f=66&t=28243

Ich habe das Teil mal gebaut, da ich mit meinen Nockkerben meistens nicht zufrieden bin, wenn ich Freihand schneide.
Grundsätzlich baue ich alle Pfeile mit Taper im Federbereich (auch meine parallelen Pfeile werden getapert) und deswegen habe ich noch ein Gelenk eingebaut (12er Gewindestab, eine kleine Unterlegscheibe unten, eine große oben und 2 Muttern. Die untere Mutter ist versenkt und verklebt, die obere nur verklebt. Zwischen dem beweglichen Teil und der Unterlage habe ich vor der Montage Silikonspray aufgebracht, wie auch unter der oberen Unterlegscheibe).
Für das Sägeteil habe ich ein längeres Fliesen-Sägeblatt benutzt, da mir die kurzen zu dünn waren - jetzt hat die Nocke ca. 3 mm Breite.

Nock-Schneide-Gerät_01.jpg
Die gem. Anleitung mit der Säge geschnittene Vertiefung empfinde ich als nicht ausreichend breit um einen Schaft sicher zu fixieren, deswegen habe ich die Vertiefung in beiden Bauteilen verbreitert. Jetzt funktioniert das sehr gut und der Schaft sitzt absolut fest.
Nock-Schneide-Gerät_02.jpg
Hier eine geschnittene Nocke
Hier eine geschnittene Nocke

Ich werde allerdings noch ein neues Schneidetool bauen und zwar mit Metall-Sägeblättern. Die Fliesensäge (vor allem mit der langen Kordel) kann bei Schäften aus harten Hölzern und Horneinlage verlaufen und somit schief sägen. Das wird bei dem neuen Tool ausgeschlossen sein.
Das ganze Konstrukt hat aktuell nichts gekostet, da alle Materialien vorhanden waren 🙂😎👍
Zuletzt geändert von Neumi am 10.08.2021, 08:30, insgesamt 1-mal geändert.
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...
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fatz
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Re: Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von fatz »

Sieht schon mal cool aus, aber ich bin mit der Fliesensaege nie richtig warm geworden. Frueher hab ich das oft mit Minitrennscheibe und Dremel gemacht, aber mittlerweile mach ich das mit einer ungesschlitzten Baustofftrennscheibe (5,- bei Norma), die ich auf die Drechselbank spanne. Auf die Werkzeugauflage hab ich noch eine Fuehrung mit V-Nut fuer den Schaft, 5sec fuer eine Nocke. Ist zwar ned so meditativ aber funzt prima.
Haben ist besser als brauchen.
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F'al Gran
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Re: Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von F'al Gran »

Schon schön! So etwas wollte ich mir immer schon mal basteln, habe das aus unbestimmten Gründen jedoch unterlassen.
Ich habe mir dann so einen kommerziell erhältlichen Aluminiumblock mit Führungsnuten, Schlitzen und Flügelmuttern und ein Fliesensägeblatt für die Bügelsäge gekauft und hatte gehofft, das steigere meine Präzision, war dann aber immer noch unzufrieden, weil ich dann anfing, den Alublock neu zuzusägen (ist halt etwas weicher als die Diamanten auf dem Sägeblatt...).

Schließlich habe ich eine Diamant-Scheibe, die Flex, den Alublock (nicht mit dem Aluhut zu verwechseln!) und zwei Aluwinkel genommen und eine Schneidlade gebastelt. Jetzt bin ich halbwegs zufrieden, das Teil ist aber laut und benötigt Strom aus der Dose :( .
Einzelteile
Einzelteile
Führungsschiene Detail
Führungsschiene Detail
montiert
montiert
mit Schraubzwinge als Anschlag
mit Schraubzwinge als Anschlag
für die Kleinserienproduktion. Naja... Für drei bis sechs Schäfte schmeißt man das Monstrum auch nicht an.
Alles wird gut...
... nichts wird besser.

m(fg)²
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locksley
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Re: Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von locksley »

Bin auch kein Freund der Fliesensäge für den Nockschlitz. Hier nehme ich drei Metallsägeblätter nebeneinander eingespannt, passt perfekt von der Breite und verläuft nicht, auch nicht frei Hand. Um mich nicht mit fremden Federn zu schmücken, ich habe das von Konny Vögele gelernt, den Nockboden mach ich dann mit der Fliesensäge, damit der Rund wird, Feinarbeit dann mit der Schlüsselfeile.
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Re: Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von klaus1962 »

Sehr schön, Neumi.
Der Griff oben auf dem Sägebügel ist noch das Tüpfel auf dem i. Ich glaub den muss ich auf meiner auch noch nachrüsten.

Die Meinungen über die Fliesensäge gehen ja auseinander.
Für meinen Teil kann ich aber sagen, dass ich damit keine Probleme habe, einen geraden Schnitt auf dem Nock-Säg-O-Mat hinzukriegen.
Zugegeben, ich hatte anfangs auch den Eindruck, dass das runde Diamantseil gerne verlaufen möchte.
Aber der Trick liegt m.M.n. darin, bloß keinen Druck auf das Holz auszuüben und nur mit vielen leichten und schnellen Zügen OHNE Druck zu sägen.

@FalGran: bei dem Alublock stimme ich voll mit Dir überein. Mir war es immer schon ein Rätsel, warum dieses eigentlich viel zu teure Stück Alu gekauft wird. Obwohl ich mir sowas selbst hätte fräsen können (weil's ja so schön aussieht), hat mir aber der Hausverstand vor der Kombination "ALU Führung - Direktkontakt mit (Diamant)Säge" abgeraten. Nicht mal wenn der Klotz aus Stein wäre, würde der lange den Diamantkörner widerstehen können.
Beim Nock-Säg-O-Mat gibt es keinen Kontakt der Zähne/Diamanten mit den Führungsflächen, Folge dessen auch keine Abnutzung der Führung.

Gruß
Klaus
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Re: Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von Alwin.K »

Da ich mich gerade mit diesem Thema beschäftige, (meine ersten Self-Nock-Pfeile und Self-Nock selbst sägen und vielleicht auch mit Inlet) kommt mir dieser Beitrag gerade recht.
Ich habe nicht vor, mir ein Selfnocksägetool für 50,-, 60,-, 80,- oder noch mehr €€€€€ zu kaufen. Also suche ich mir einen besseren Vorschlag oder zumindest eine Anregung für eigene Kreation
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Re: Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von kra »

Da ich gebarrelte Pfeile schieße mach ein normales (höchstens das von @Neumi gezeigte) Nocktool für mich keinen Sinn.
Ich säge meist mit einer Fliesensäge (Fliesensägeschnur in eine Pucksäge eingespannt) oder verwende inzwischen Holznocken.

Wichtig beim selber sägen: die Säge schräg ansetzen, 2-3x vorsichtig die Spur legen und den Schlitz auch schräg aussägen. Nach der Hälfte den Schaft wenden und von der anderen Seite weitersägen, Nockboden abrunden und mit einer Manikür-Raspel (1ß0 Stück 2€ im Drogeriemarkt) die endgültige Weite ausarbeiten. Alternativ zum "Spur legen" kann man auch mit einer Japansäge einen Schlitz machen, der die Sägekordel führt.
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Re: Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von Alwin.K »

@ kra
kra hat geschrieben: 24.02.2025, 12:10Ich säge meist mit einer Fliesensäge (Fliesensägeschnur in eine Pucksäge eingespannt)
Wichtig beim selber sägen: die Säge schräg ansetzen, 2-3x vorsichtig die Spur legen und den Schlitz auch schräg aussägen. Nach der Hälfte den Schaft wenden und von der anderen Seite weitersägen, Nockboden abrunden und mit einer Manikür-Raspel (1ß0 Stück 2€ im Drogeriemarkt) die endgültige Weite ausarbeiten. Alternativ zum "Spur legen" kann man auch mit einer Japansäge einen Schlitz machen, der die Sägekordel führt.
So ähnlich habe ich es jetzt bei meinen ersten Selfnock- / Mittelalterpfeilen auch vor. Die ersten sollen aber erstmal noch zylindrische Schäfte und keine Inlays haben, das wird dann beim zweiten Wurf. Erstmal Erfahrungen sammeln. Ein Selfnock-Sägetool baut mir mein Kumpel nach meinen Vorstellungen. Zum Sägen nehme ich auch eine Fliesenbügelsäge mit 2,6 mm Sägeschnur. Und an die Manikürfeile habe ich auch schon gedacht, ebenso hatte ich auch die Japansäge im Visier..... ;)
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Re: Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von Alwin.K »

diese Säge habe ich bei Hornbach erstanden:

Fliesensäge, rundes Sägeblatt (Sägeschnur, diamantbesetzt), Schnittbreite 2,6 mm (den Rest macht dann vorsichtig die Saphir-Nagelfeile)
Dateianhänge
WhatsApp Image 2025-03-03 at 14.03.28(3).jpeg
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Re: Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von schnabelkanne »

Sieht gut aus mit dem Holzgriff, sowas muss ich auch mal ausprobieren.
Ich säge die Nocken immer mit der Bandsäge und dann mit kleinen Feilen erweitern, ist sehr Zeitaufwendig.
Lg Thomas
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Re: Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von Anasazi »

Mit ein wenig Aufwand:
1. 3mm loch in Schaftende ca. 1 - 1,5 cm vom Ende (Loch mittig mit Bohrständer und eingespanntem Schaft).
2. Schlitz mit 2 zusammengelegten Eisensägeblättern
3. Mit einer langsam laufenden Bohrmaschine und einer Rattail Feile (2,8 / 3 mm) wird alles schön gemacht und so präpariert, dass es klemmende Selfnocks gibt - wenn gewünscht.....
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Re: Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von kra »

Alwin.K hat geschrieben: 28.02.2025, 21:37 ...
So ähnlich habe ich es jetzt bei meinen ersten Selfnock- / Mittelalterpfeilen auch vor. Die ersten sollen aber erstmal noch zylindrische Schäfte und keine Inlays haben, das wird dann beim zweiten Wurf. Erstmal Erfahrungen sammeln. Ein Selfnock-Sägetool baut mir mein Kumpel nach meinen Vorstellungen. Zum Sägen nehme ich auch eine Fliesenbügelsäge mit 2,6 mm Sägeschnur. Und an die Manikürfeile habe ich auch schon gedacht, ebenso hatte ich auch die Japansäge im Visier..... ;)
Ich meine nicht einen Schlitz für ein Hornplättchen soncern ich mach so den Schlitz für die Sehne. Danach noch unterhalb mit nem feinen Faden abwickeln (oder auch nicht ::) ...). Hornionlays mache ich nicht, ist mir zu viel Arbeit.
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Re: Selfnock-Sägehilfe

Beitrag von Alwin.K »

kra hat geschrieben: 03.03.2025, 22:29Ich meine nicht einen Schlitz für ein Hornplättchen soncern ich mach so den Schlitz für die Sehne. Danach noch unterhalb mit nem feinen Faden abwickeln (oder auch nicht ::) ...). Hornionlays mache ich nicht, ist mir zu viel Arbeit.
Ist mir schon klar was Du meintest..... Ich nehme die Fliesenbügelsäge für beides - habe ich zumindest vor :-) Statt Horn nehme ich für´s Inlay Micarta (schwarz, 3 mm stark) -> Ich will es einfach mal gemacht haben, lach ;D Und den Nockschlitz für die Sehne habe ich vor, auch mit dieser Säge zu machen. Mal sehen, wie ich klarkomme :o
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