Pettymessser in 5 Variationen sowie ein Testbericht
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Pettymessser in 5 Variationen sowie ein Testbericht
Hallo Messermacher,
ich mache dies jetzt mal als separaten Beitrag.
Hier eine kleine Serie von 5 Pettymessern mit unterschiedlichen Stählen und Hölzern. Warum das Ganze?
Vor 11 Jahren habe ich eines meiner ersten Küchenmesser gemacht, eine kleines Gyuto, dieses Messer ist ist aus SB1 und bei mir im tägliche Einsatz
Im Jahr 2024 habe ich 5 gleiche Messer im gleichen Stil als Mitbringsel in den Urlaub gemacht. Diese Messer sind aus 1.2419 und eines davon ist auch bei mir wieder im Einsatz.
Nun kann ich beide Messer im Einsatz vergleichen und beim Messer ais 1.2419 fällt mir folgendes auf. Ich bekomme es unglaublich scharf und schnittfreudig es ist allerdings „gefühlt“ deutlich weniger schnitthaltig. Verglichen mit dem Messer aus SB1 muss ich es deutlich öfters nachschärfen. In meiner Küche benutze ich einen Spyderco Triangle Sharpmaker.
Jetzt macht mir das im Prinzip nicht aus, scharf halten gehört ja dazu, nur kenne ich genug Leute die das halt nicht so können und nie die Übung haben werden. Darüber hinaus suche ich eine C-Stahl Option zum SB1.
Angeregt durch ein Video von Green Beetle habe ich 5 Messer aus unterschiedlichen Stählen gemacht.
Alle Messer haben die gleichen Maße:
Gesamtlänge: 240 mm
Länge der Schneide: 120 mm
Klingenhöhe: 30 mm
Dicke am Rücken: 2,1 mm
Dicke vor der Schneidfase: ca. 0,25 - 0,3 mm
Das Gewicht der Messer liegt zwischen 66g und 68 g
Hier die Stähle:
# 1 Stahl: SB1 / 1.4153.03 Griff: Wenge
# 2 Stahl: C75 / 1.1248 Griff: Imbuia
# 3 Stahl: 80 CrV2 / 1.2235 Griff: Zwetschge
# 4 Stahl: 52100 / 1.2067. Griff: Hainbuche
# 5 Stahl: 105WCr6 / 1.2419. Griff: Wacholder
Die C-Strahl Klingen habe ich mit Kaffee geschwärzt. (Muss ich noch etwa üben damit es weniger fleckig wird)
Wärmebehandlung.
Ich habe jeden Stahl nach Datenblatt wärmebehandelt. Vor dem Härten weichgeglüht und Normalisiert.
Den SB1 habe ich in Trockeneis/Aceton 2 mal tiefgekühlt, nach dem härten und dem ersten Anlassen (Ja Stickstoff wäre besser, ich habe hier in der Stadt aber keine Quelle. Laut Darrin Thomas geht auch Trockeneis, ist halt nicht ganz so effektiv). Da ich das Trockeneis schon da hatte habe ich alle Klingen (und auch die Testcoupons tiefgekühlt. Ich danke das hat z.B. beim C75 keinen Effekt aber schaden tut es sicher auch nicht. Die Härte aller Klingen liegt zwischen 60 Hrc und 65 Hrc (ich habe nur Tsubosan Testfeilen)
Ich habe von jeden Stahl auch einen Coupon gehärtet und zerbrochen, die Bruchstellen zeigen unter der Lupe ein sehr feines Korn. Fotos gibts keine, gibt meine Kamera nicht her.
Testablauf.
Wie habe ich getestet? Nun Green Bettle nimmt ein Seil aus Manilahanf 25 mm Durchmesser und schneidet Stücke ab. Manilahanf ist schön abrasiv (eigentlich eine Bananenfaser) und hart zu scheiden. Nur hier in D als Meterware nicht zu bekommen. Im Schiffszubehörhandel gibt es das als Trosse 220 m lang für 680€. Das war mir dann doch etwas zu teuer um es zu zerschneiden. Ich habe hier eine Seilhändler der eine Reststück Naturhanfseil mit 14 mm Durchmesser für kleines Geld auf Lager hatte.
Ich habe das Seil auf einem Weichholzbrett im Zugschnitt in kleine Schippsel geschnitten. Getestet habe ich mit Papier (Werbeprospektpapier von Netto). Vor dem Test ein durchgehender Schnitt im Papier über die gesamte Schneidenlänge.
Nach 5 Schnitten durch das Seil immer ein Probeschnitt durchs Papier. Wenn ich das Gefühl hatte das schneiden wird schwerer habe ich schon nach 2 bis 3 Seilschnitten geprüft. Aufgehört habe ich wenn die Klinge an einer Stelle im Papier gehakt hat. Für die Küche wäre die Schärfe sicher immer noch gut gewesen nur wollte ich ein Kriterium für alle Klingen haben wir ich aufhöre.
Das ganze habe ich mit jeder Klinge 3 mal gemacht bei 15°, 17,5° und 20° Anschliffwinkel.
Hier die Ergebnisse (Y-Achse = Anzahl der Schnitte)
Ihr werdet jetzt sicher Fragen warum ich bei SB1 bei 20° keine Ergebnisse habe? Nun insgesamt habe ich das Seil in 613 kleine Stücke geschnitten und ich hatte einfach nichts mehr übrig als ich SB1 bei 20° testen wollte. Ich habe derzeit keine Zeit (und wohl auch keine Lust) nochmal ein Stück Hanfseil zu besorgen um das nachzuholen. Ich denke es ist auch nicht falsch anzunehmen dass SB1 bei 20° jetzt plötzlich nicht schlechter wird.
Fazit:
The winner is SB1.
52100 bei 15° hat mich positiv überrascht, der ist auch recht konstant über alle Winkel. Den Stahl werde ich wohl öfters einsetzen
Bein 1.2519 hat sich mein Gefühl beim benutzen in meiner Küche bestätigt aber er ist bei den C-Stählen doch im oberen Bereich, ein feiner Anschliffwinkel geht halt nicht.
Enttäuscht hat mich 80VrV2, da hätte ich mehr erwartet.
C75 habe ich nur benutzt weil ich ein Stück da hatte, der liegt irgendwo in der Mitte.
Ersetzt das einen CATRA Test? Ganz sicher nicht, dazu gibt es zu viele menschliche Variablen. Nicht immer die gleiche Schnittart und Schnittkraft. Wie stark schneide ich in meine Unterlage? Allerdings ist das ja in der Küche auch so und zumindest war das der Versuch dies mit Daten zu untermauern.
Was mache ich jetzt mit den Messern? Die Messer aus 80CrV2 und C75 werde ich wohl nicht hergeben, oder nur an jemanden der schärfen kann. Die anderen drei, mal sehen.
So ich hoffe es gefällt. Kritik und Anregungen sind hier ausdrücklich erwünscht. Vielleicht hat mein Test ja einen Fehler den ich übersehen habe.
Danke fürs Schauen.
Roland
Jetzt noch einige Bilder
ich mache dies jetzt mal als separaten Beitrag.
Hier eine kleine Serie von 5 Pettymessern mit unterschiedlichen Stählen und Hölzern. Warum das Ganze?
Vor 11 Jahren habe ich eines meiner ersten Küchenmesser gemacht, eine kleines Gyuto, dieses Messer ist ist aus SB1 und bei mir im tägliche Einsatz
Im Jahr 2024 habe ich 5 gleiche Messer im gleichen Stil als Mitbringsel in den Urlaub gemacht. Diese Messer sind aus 1.2419 und eines davon ist auch bei mir wieder im Einsatz.
Nun kann ich beide Messer im Einsatz vergleichen und beim Messer ais 1.2419 fällt mir folgendes auf. Ich bekomme es unglaublich scharf und schnittfreudig es ist allerdings „gefühlt“ deutlich weniger schnitthaltig. Verglichen mit dem Messer aus SB1 muss ich es deutlich öfters nachschärfen. In meiner Küche benutze ich einen Spyderco Triangle Sharpmaker.
Jetzt macht mir das im Prinzip nicht aus, scharf halten gehört ja dazu, nur kenne ich genug Leute die das halt nicht so können und nie die Übung haben werden. Darüber hinaus suche ich eine C-Stahl Option zum SB1.
Angeregt durch ein Video von Green Beetle habe ich 5 Messer aus unterschiedlichen Stählen gemacht.
Alle Messer haben die gleichen Maße:
Gesamtlänge: 240 mm
Länge der Schneide: 120 mm
Klingenhöhe: 30 mm
Dicke am Rücken: 2,1 mm
Dicke vor der Schneidfase: ca. 0,25 - 0,3 mm
Das Gewicht der Messer liegt zwischen 66g und 68 g
Hier die Stähle:
# 1 Stahl: SB1 / 1.4153.03 Griff: Wenge
# 2 Stahl: C75 / 1.1248 Griff: Imbuia
# 3 Stahl: 80 CrV2 / 1.2235 Griff: Zwetschge
# 4 Stahl: 52100 / 1.2067. Griff: Hainbuche
# 5 Stahl: 105WCr6 / 1.2419. Griff: Wacholder
Die C-Strahl Klingen habe ich mit Kaffee geschwärzt. (Muss ich noch etwa üben damit es weniger fleckig wird)
Wärmebehandlung.
Ich habe jeden Stahl nach Datenblatt wärmebehandelt. Vor dem Härten weichgeglüht und Normalisiert.
Den SB1 habe ich in Trockeneis/Aceton 2 mal tiefgekühlt, nach dem härten und dem ersten Anlassen (Ja Stickstoff wäre besser, ich habe hier in der Stadt aber keine Quelle. Laut Darrin Thomas geht auch Trockeneis, ist halt nicht ganz so effektiv). Da ich das Trockeneis schon da hatte habe ich alle Klingen (und auch die Testcoupons tiefgekühlt. Ich danke das hat z.B. beim C75 keinen Effekt aber schaden tut es sicher auch nicht. Die Härte aller Klingen liegt zwischen 60 Hrc und 65 Hrc (ich habe nur Tsubosan Testfeilen)
Ich habe von jeden Stahl auch einen Coupon gehärtet und zerbrochen, die Bruchstellen zeigen unter der Lupe ein sehr feines Korn. Fotos gibts keine, gibt meine Kamera nicht her.
Testablauf.
Wie habe ich getestet? Nun Green Bettle nimmt ein Seil aus Manilahanf 25 mm Durchmesser und schneidet Stücke ab. Manilahanf ist schön abrasiv (eigentlich eine Bananenfaser) und hart zu scheiden. Nur hier in D als Meterware nicht zu bekommen. Im Schiffszubehörhandel gibt es das als Trosse 220 m lang für 680€. Das war mir dann doch etwas zu teuer um es zu zerschneiden. Ich habe hier eine Seilhändler der eine Reststück Naturhanfseil mit 14 mm Durchmesser für kleines Geld auf Lager hatte.
Ich habe das Seil auf einem Weichholzbrett im Zugschnitt in kleine Schippsel geschnitten. Getestet habe ich mit Papier (Werbeprospektpapier von Netto). Vor dem Test ein durchgehender Schnitt im Papier über die gesamte Schneidenlänge.
Nach 5 Schnitten durch das Seil immer ein Probeschnitt durchs Papier. Wenn ich das Gefühl hatte das schneiden wird schwerer habe ich schon nach 2 bis 3 Seilschnitten geprüft. Aufgehört habe ich wenn die Klinge an einer Stelle im Papier gehakt hat. Für die Küche wäre die Schärfe sicher immer noch gut gewesen nur wollte ich ein Kriterium für alle Klingen haben wir ich aufhöre.
Das ganze habe ich mit jeder Klinge 3 mal gemacht bei 15°, 17,5° und 20° Anschliffwinkel.
Hier die Ergebnisse (Y-Achse = Anzahl der Schnitte)
Ihr werdet jetzt sicher Fragen warum ich bei SB1 bei 20° keine Ergebnisse habe? Nun insgesamt habe ich das Seil in 613 kleine Stücke geschnitten und ich hatte einfach nichts mehr übrig als ich SB1 bei 20° testen wollte. Ich habe derzeit keine Zeit (und wohl auch keine Lust) nochmal ein Stück Hanfseil zu besorgen um das nachzuholen. Ich denke es ist auch nicht falsch anzunehmen dass SB1 bei 20° jetzt plötzlich nicht schlechter wird.
Fazit:
The winner is SB1.
52100 bei 15° hat mich positiv überrascht, der ist auch recht konstant über alle Winkel. Den Stahl werde ich wohl öfters einsetzen
Bein 1.2519 hat sich mein Gefühl beim benutzen in meiner Küche bestätigt aber er ist bei den C-Stählen doch im oberen Bereich, ein feiner Anschliffwinkel geht halt nicht.
Enttäuscht hat mich 80VrV2, da hätte ich mehr erwartet.
C75 habe ich nur benutzt weil ich ein Stück da hatte, der liegt irgendwo in der Mitte.
Ersetzt das einen CATRA Test? Ganz sicher nicht, dazu gibt es zu viele menschliche Variablen. Nicht immer die gleiche Schnittart und Schnittkraft. Wie stark schneide ich in meine Unterlage? Allerdings ist das ja in der Küche auch so und zumindest war das der Versuch dies mit Daten zu untermauern.
Was mache ich jetzt mit den Messern? Die Messer aus 80CrV2 und C75 werde ich wohl nicht hergeben, oder nur an jemanden der schärfen kann. Die anderen drei, mal sehen.
So ich hoffe es gefällt. Kritik und Anregungen sind hier ausdrücklich erwünscht. Vielleicht hat mein Test ja einen Fehler den ich übersehen habe.
Danke fürs Schauen.
Roland
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- Es ist besser ein gute Entscheidung rechtzeitig zu treffen als eine sehr gute zu spät.
- Ancora Imparo
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Re: Pettymessser in 5 Variationen sowie ein Testbericht
Wow, aufwendig die Grundlage für neue Projekte (deine und unsere) geschaffen und gut dokumentiert.
Danke dafür!
Auch wenn ich jetzt kein Küchenmesser selber mach, werd ich mir doch das Stück Wacholder holen, das im Park ums Eck im Gebüsch liegt und zu knorzlig für einen Bogen ist... aber sehr hübsch als Messergriff.
Sind deine Griffhölzer alle stabilisiert?
Gruß Martin
Danke dafür!
Auch wenn ich jetzt kein Küchenmesser selber mach, werd ich mir doch das Stück Wacholder holen, das im Park ums Eck im Gebüsch liegt und zu knorzlig für einen Bogen ist... aber sehr hübsch als Messergriff.
Sind deine Griffhölzer alle stabilisiert?
Gruß Martin
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Re: Pettymessser in 5 Variationen sowie ein Testbericht
Hallo Martin,
Das kommt bei mir auf die Hölzer an. Meistens stabilisiere ich die Hölzer, von den hier gezeigten sind alle unbehandelt. Hainbuche und Wenge brauchen ds eh nicht und die restlichen drei waren soweit in Ordnung dass ich sie unbehandelt ließ.
Gruß
Roland
Das kommt bei mir auf die Hölzer an. Meistens stabilisiere ich die Hölzer, von den hier gezeigten sind alle unbehandelt. Hainbuche und Wenge brauchen ds eh nicht und die restlichen drei waren soweit in Ordnung dass ich sie unbehandelt ließ.
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Re: Pettymessser in 5 Variationen sowie ein Testbericht
Schöner Bericht, Roland.
Mich überrascht die Leistung von 80CrV2 auch, hätte mehr erwartet. Meine Erfahrungen damit liegen nur im Wild aufbrechen, Schnitzen und Nägel durchhauen.
Aber wer weiß.
Viele dank fürs Teilen!
Tipp für den nächsten - Kartonfabrik oder Kartons aus
Lebensmittelgeschäften. Oder Crowdfunding für Schnittgut.
Beste Grüße
Ps:
Hast du Unterschied zwischen SB1 und SB1+ ausmachen können?
Mich überrascht die Leistung von 80CrV2 auch, hätte mehr erwartet. Meine Erfahrungen damit liegen nur im Wild aufbrechen, Schnitzen und Nägel durchhauen.
Aber wer weiß.
Viele dank fürs Teilen!
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Re: Pettymessser in 5 Variationen sowie ein Testbericht
Hallo Haitha,
SB1 und SB1+ habe ich beide schon verarbeitet und in der praktischen Anwendung keinen Unterschied bemerkt. Ich habe auch keine SB1+ in 2mm da und deswegen wohl nicht mit getestet. Wenn ich noch einmal eine Reihe mache nehme ich den mit rein.
Zum 80CrV2 der mag u.U. keine feinen Geometrien, da ich ja viele Küchenmesser mache habe ich mich darauf fokussiert. Nach Roman Landes sind es ja die drei Fakroren, Anwednung des Messers und die daraus folgende Geometrie, dafür den passenden Stahl und dann die richtige Wärmebehandlung. Ich muss tatsächlich mal nachschauen ob 80CrV2 in seinem Buch gelistet ist.
Gruß
Roland
SB1 und SB1+ habe ich beide schon verarbeitet und in der praktischen Anwendung keinen Unterschied bemerkt. Ich habe auch keine SB1+ in 2mm da und deswegen wohl nicht mit getestet. Wenn ich noch einmal eine Reihe mache nehme ich den mit rein.
Zum 80CrV2 der mag u.U. keine feinen Geometrien, da ich ja viele Küchenmesser mache habe ich mich darauf fokussiert. Nach Roman Landes sind es ja die drei Fakroren, Anwednung des Messers und die daraus folgende Geometrie, dafür den passenden Stahl und dann die richtige Wärmebehandlung. Ich muss tatsächlich mal nachschauen ob 80CrV2 in seinem Buch gelistet ist.
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Re: Pettymessser in 5 Variationen sowie ein Testbericht
In meiner Auflage ist kein 1.2235 im Anhang beschrieben, am nächsten käme Dein früher geliebter 1.2842 (S.168).Holzbieger hat geschrieben: ↑28.01.2026, 20:33
Zum 80CrV2 der mag u.U. keine feinen Geometrien, da ich ja viele Küchenmesser mache habe ich mich darauf fokussiert. Nach Roman Landes sind es ja die drei Fakroren, Anwednung des Messers und die daraus folgende Geometrie, dafür den passenden Stahl und dann die richtige Wärmebehandlung. Ich muss tatsächlich mal nachschauen ob 80CrV2 in seinem Buch gelistet ist.
Gruß
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Eibenschneider
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Re: Pettymessser in 5 Variationen sowie ein Testbericht
Boa aeh, Holzbieger,
das nenn ich mal eine aufwändige Aufstellung.
Denke, da steckt dann schon einige Jahre Erfahrung dahinter.
Ich finde die Weise der Beschreibung von Fertigung und Prüfung großartig.
Das Gefüge ist mit Sicherheit bei allen Messern feinkörniges Martensit, beim 80CrV2 wahrsch. noch etwas Austenitanteil, ein Werkstofflabor könnte das mit Schliffbild und Anätzen bestätigen .
Fragen:
Die Härten sind rel. hoch, wahrsch. bewusst so, denn Du arbeitest beim Abschrecken mit Tiefkühlen.
Die Schneidwinkel sind eher klein 15°+.
Hattest Du da noch nie Probleme mit Mikroausbrüchen an der Schneide?
Korrosion: Für mich und viele andere Hobbymessermacher kein Thema, denn die Messer werden ja gepflegt.
Aber bewerte doch mal die Korrosionsempfindlichkeit der einzelnen Werkstoffe. In einem 08/15 Haushalt spielt das eine Rolle.
Der C75 wird wohl am schlechtesten abschneiden, der 80CrV2 wohl am besten.
Ich mag den C75 trotzdem gerne, er ist einfach ursprünglich, ohne Legierung.
Schöne Grüße!
das nenn ich mal eine aufwändige Aufstellung.
Denke, da steckt dann schon einige Jahre Erfahrung dahinter.
Ich finde die Weise der Beschreibung von Fertigung und Prüfung großartig.
Das Gefüge ist mit Sicherheit bei allen Messern feinkörniges Martensit, beim 80CrV2 wahrsch. noch etwas Austenitanteil, ein Werkstofflabor könnte das mit Schliffbild und Anätzen bestätigen .
Fragen:
Die Härten sind rel. hoch, wahrsch. bewusst so, denn Du arbeitest beim Abschrecken mit Tiefkühlen.
Die Schneidwinkel sind eher klein 15°+.
Hattest Du da noch nie Probleme mit Mikroausbrüchen an der Schneide?
Korrosion: Für mich und viele andere Hobbymessermacher kein Thema, denn die Messer werden ja gepflegt.
Aber bewerte doch mal die Korrosionsempfindlichkeit der einzelnen Werkstoffe. In einem 08/15 Haushalt spielt das eine Rolle.
Der C75 wird wohl am schlechtesten abschneiden, der 80CrV2 wohl am besten.
Ich mag den C75 trotzdem gerne, er ist einfach ursprünglich, ohne Legierung.
Schöne Grüße!
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Eibenschneider
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Re: Pettymessser in 5 Variationen sowie ein Testbericht
Hi, Holzbieger,
wenn Du magst, schenke ich Dir einen meiner Papierstahl Rohlinge.
Würde mich brennend interessieren, wenn daraus irgendwann dann ein Messer wird, wie Du dieses dann bewerten kannst.
Blauer oder weißer Papierstahl, siehe Foto.
Ich glaube, daß Du daraus ein besseres Messer bauen könntest als ich es kann.
Messerscharfe Grüße...
wenn Du magst, schenke ich Dir einen meiner Papierstahl Rohlinge.
Würde mich brennend interessieren, wenn daraus irgendwann dann ein Messer wird, wie Du dieses dann bewerten kannst.
Blauer oder weißer Papierstahl, siehe Foto.
Ich glaube, daß Du daraus ein besseres Messer bauen könntest als ich es kann.
Messerscharfe Grüße...
- Holzbieger
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Re: Pettymessser in 5 Variationen sowie ein Testbericht
@Eibenschneider
Erst mal Danke für Deine Rückmeldung.
Das Gefüge ist mit Sicherheit bei allen Messern feinkörniges Martensit, beim 80CrV2 wahrsch. noch etwas Austenitanteil, ein Werkstofflabor könnte das mit Schliffbild und Anätzen bestätigen .
Wie oben erwähnt habe ich Bruchproben gemacht. Anschleifen und Ätzen werde ich nicht machen lassen, da werden sich die Kosten nicht rechnen. Zum härten benutze ich mittlerweile ein schnell abkühlendes Härteöl. Darrin Thomas hat mal ein Video über 80CrV2 gemacht und darin auch nachgewiesen daß dieser Stahl bei einem langsamen Öl nicht ausreichend hart werden kann. Gerade bei Rapsöl dass viele Hobbyisten gerne nehmen, da preiswert, gut verfügbar und es stinkt auch nicht. Obwohl das Rapsöl das ich auch noch habe inzwischen ranzig ist.
Hattest Du da noch nie Probleme mit Mikroausbrüchen an der Schneide?
Nein, ich hatte diesbezüglich noch nie negative Rückmeldungen. Dazu muss ich aber sagen dass ich die 15° and der Schneide hier nur zu meinen Testzwecken gemacht habe. Das ist meiner Meinung nach ein so feiner Winkel den die wenigsten Stähle vertragen können. Keine Küchenmesser und schon gar nicht Messer für den Outdoorbereich. Beim Rasiermesser schon aber das st ein Sonderfall.
Meine Messer erhalten meist einen 20° Winkel, nur beim SB1 gehe ich runter auf ca 18°.
Mein Sohn hat bei einem seiner (von mir gemachten) Küchenmesser mal einen 15° Winkel angeschliffen und das Messer hatte an einer Stelle einen kleinen Ausbruch.
Ich habe von den Messer die ich bisher gemacht habe bisher nur zwei Rückmeldungen bezgl. eines Defekts erhalten. Das erste war ein Küchenmesser für einen Freund. Die waren mal ein Wochenende nicht zu Hause und der Sohn hat eine Party veranstaltet. Einer der Gäste meinte mit dem dünn ausgeschliffenen Messer Walnüsse zu öffnen. Das ging wohl nicht.
Das zweite für einen anderen Bekannten, als Dank für ein paar dicke Äste Goldregen (der Mann ist Baumpfleger und Landschaftsgärtner). Er hat es geschafft eine Ausbruch an das Messer zu machen. Leider ist er auch ein Grobmotoriker. Ich hätte gewarnt sein müssen, er hat es auch geschafft mir bei meiner Dozuki beim sägen das Blatt zu verbiegen.
Korrosion
Ich denke das ist kein Thema. Das Messer aus 1.2419 ist seit zwei Jahren bei mir in der Küche im Einsatz und zeigt keine Spuren. Einige meiner ersten Messer habe ich aus 1.2842 gemacht und einige davon liegen nur rum. Auch diese zeigen keine Spuren von Rost. Wenn man die Messer nur etwas pflegt ist das kein Thema.
Eines meiner Messer ist bei einem Freund gelandet. Ein Nakiri aus selbstgeschmiedeten Damast, vorgestellt hier viewtopic.php?t=30298&start=585#top der Beitrag vom 5. April 2023. Der hatte es mir verrostet zurück gebracht. Ich habe es zurückgenommen, sauber gemacht, neu geätzt und 6 Wochen bei mir in der Küche verwendet - keinerlei Rost.
Ich habe mich mit ihm unterhalten wir er es lagert und anwendet. Sein Fehler ist, wenn er kocht macht(e) er während des Kochens das Messer nie sauber. Er fängt and und macht es dann sauber wenn er fertig ist, das kann auch 3 Stunden später sein. Da rostet jeder C-Stahl unter Einfluss von Lebensmittelsäuren (Zitronen, Tomaten etc.) Ich wische zwischendrin, nach dem schneiden jeder Zutat, meine Messer immer sauber und trocken. Das mache ich aus Gewohnheit auch bei meinen rostfreien Messern, ich mag es nicht mit "verschmutzten" Messer zu schneiden. Seit er das auch so macht hat er keine Probleme mehr mit dem Messer.
Stahlgeschenk
Das nehme ich gerne an. Da ich noch Versuche mit drei anderen Stählen machen werde kann ich das gerne ausweiten und werde dann berichten. Irgendwie kann ich Dir keine PN schicken, da Dein Usernamer nicht akzeptiert wird.
Gruß
Roland
Erst mal Danke für Deine Rückmeldung.
Das Gefüge ist mit Sicherheit bei allen Messern feinkörniges Martensit, beim 80CrV2 wahrsch. noch etwas Austenitanteil, ein Werkstofflabor könnte das mit Schliffbild und Anätzen bestätigen .
Wie oben erwähnt habe ich Bruchproben gemacht. Anschleifen und Ätzen werde ich nicht machen lassen, da werden sich die Kosten nicht rechnen. Zum härten benutze ich mittlerweile ein schnell abkühlendes Härteöl. Darrin Thomas hat mal ein Video über 80CrV2 gemacht und darin auch nachgewiesen daß dieser Stahl bei einem langsamen Öl nicht ausreichend hart werden kann. Gerade bei Rapsöl dass viele Hobbyisten gerne nehmen, da preiswert, gut verfügbar und es stinkt auch nicht. Obwohl das Rapsöl das ich auch noch habe inzwischen ranzig ist.
Hattest Du da noch nie Probleme mit Mikroausbrüchen an der Schneide?
Nein, ich hatte diesbezüglich noch nie negative Rückmeldungen. Dazu muss ich aber sagen dass ich die 15° and der Schneide hier nur zu meinen Testzwecken gemacht habe. Das ist meiner Meinung nach ein so feiner Winkel den die wenigsten Stähle vertragen können. Keine Küchenmesser und schon gar nicht Messer für den Outdoorbereich. Beim Rasiermesser schon aber das st ein Sonderfall.
Meine Messer erhalten meist einen 20° Winkel, nur beim SB1 gehe ich runter auf ca 18°.
Mein Sohn hat bei einem seiner (von mir gemachten) Küchenmesser mal einen 15° Winkel angeschliffen und das Messer hatte an einer Stelle einen kleinen Ausbruch.
Ich habe von den Messer die ich bisher gemacht habe bisher nur zwei Rückmeldungen bezgl. eines Defekts erhalten. Das erste war ein Küchenmesser für einen Freund. Die waren mal ein Wochenende nicht zu Hause und der Sohn hat eine Party veranstaltet. Einer der Gäste meinte mit dem dünn ausgeschliffenen Messer Walnüsse zu öffnen. Das ging wohl nicht.
Das zweite für einen anderen Bekannten, als Dank für ein paar dicke Äste Goldregen (der Mann ist Baumpfleger und Landschaftsgärtner). Er hat es geschafft eine Ausbruch an das Messer zu machen. Leider ist er auch ein Grobmotoriker. Ich hätte gewarnt sein müssen, er hat es auch geschafft mir bei meiner Dozuki beim sägen das Blatt zu verbiegen.
Korrosion
Ich denke das ist kein Thema. Das Messer aus 1.2419 ist seit zwei Jahren bei mir in der Küche im Einsatz und zeigt keine Spuren. Einige meiner ersten Messer habe ich aus 1.2842 gemacht und einige davon liegen nur rum. Auch diese zeigen keine Spuren von Rost. Wenn man die Messer nur etwas pflegt ist das kein Thema.
Eines meiner Messer ist bei einem Freund gelandet. Ein Nakiri aus selbstgeschmiedeten Damast, vorgestellt hier viewtopic.php?t=30298&start=585#top der Beitrag vom 5. April 2023. Der hatte es mir verrostet zurück gebracht. Ich habe es zurückgenommen, sauber gemacht, neu geätzt und 6 Wochen bei mir in der Küche verwendet - keinerlei Rost.
Ich habe mich mit ihm unterhalten wir er es lagert und anwendet. Sein Fehler ist, wenn er kocht macht(e) er während des Kochens das Messer nie sauber. Er fängt and und macht es dann sauber wenn er fertig ist, das kann auch 3 Stunden später sein. Da rostet jeder C-Stahl unter Einfluss von Lebensmittelsäuren (Zitronen, Tomaten etc.) Ich wische zwischendrin, nach dem schneiden jeder Zutat, meine Messer immer sauber und trocken. Das mache ich aus Gewohnheit auch bei meinen rostfreien Messern, ich mag es nicht mit "verschmutzten" Messer zu schneiden. Seit er das auch so macht hat er keine Probleme mehr mit dem Messer.
Stahlgeschenk
Das nehme ich gerne an. Da ich noch Versuche mit drei anderen Stählen machen werde kann ich das gerne ausweiten und werde dann berichten. Irgendwie kann ich Dir keine PN schicken, da Dein Usernamer nicht akzeptiert wird.
Gruß
Roland
- Es ist besser ein gute Entscheidung rechtzeitig zu treffen als eine sehr gute zu spät.
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Re: Pettymessser in 5 Variationen sowie ein Testbericht
Hi, Holzbieger, habe Dir eine private Nachricht wg. Sendung des Rohlings geschrieben.
Nochne Frage zum Anlassen.
Hast Du die Messer nach dem Härten angelassen?
Wenn ja, zu welcher Anlaßfarbe oder welcher Temperatur?
Die Kohlenstoffstähle > 0,8% verspröden gerne etwas aus meiner Sicht (die legierten eher weniger..), wenn sie zu brutal auf Härte getrimmt werden.
Anlassen macht sie dann wieder zäher, allerdings auf Kosten der Härte.
Nochne Frage zum Anlassen.
Hast Du die Messer nach dem Härten angelassen?
Wenn ja, zu welcher Anlaßfarbe oder welcher Temperatur?
Die Kohlenstoffstähle > 0,8% verspröden gerne etwas aus meiner Sicht (die legierten eher weniger..), wenn sie zu brutal auf Härte getrimmt werden.
Anlassen macht sie dann wieder zäher, allerdings auf Kosten der Härte.
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Re: Pettymessser in 5 Variationen sowie ein Testbericht
Hallo
Natürlich sind die Klingen angelassen. Alle nach entsprechenden Datenblatt, die genauen Temperaturen hab ich nicht him Kopf und müsste diese nachlesen. Die Temperaturen liegen im Bereich 190° - 200°C, Farbe strohgelb. Zwei mal for 2 Stunden.
Gruß
Roland
Natürlich sind die Klingen angelassen. Alle nach entsprechenden Datenblatt, die genauen Temperaturen hab ich nicht him Kopf und müsste diese nachlesen. Die Temperaturen liegen im Bereich 190° - 200°C, Farbe strohgelb. Zwei mal for 2 Stunden.
Gruß
Roland
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