Der ultimative "was ist traditionelles Bogenschiessen"-Thread

Was nicht in eine der anderen Kategorien passt.
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Ravenheart
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Beitrag von Ravenheart »

... nöö, nur zeitliche Überschneidung!
:D

Rabe
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locksley
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Beitrag von locksley »

Mal so als Moderator in den Raum geworfen. Ich dachte eigentlich immer hier wären Diskussionen und Fragen rund ums Bogenschiessen erwünscht? Weshalb solte man diesen Thread dichtmachen?

Soll doch Jeder seine Meinung posten, was für Ihn oder Sie traditionelles Bogenschiessen bedeutet. Daß man dabei keinen gemeinsamen nenner findet ist auch klar, aber wenns nach dem geht könnte man hier jeden zweiten Thread dichtmachen. Zwei Bogenschützen können sich doch in der regel nicht mal über die Wahl des richtigen Pfeilmaterials einig werden. ;-)
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Dendrobates
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RE: hmmmm...

Beitrag von Dendrobates »

Original geschrieben von ravenheart

Der Duden definiert "traditionell" als "überliefert, herkömmlich" ...
Vielfach ist aber gar nichts überliefert, sondern rekonstruiert - was ja nicht schlimm ist, aber als Einsicht etwaige Überlegenheitskomplexe eines "Traditionellen" lindern könnte.

Vereinfacht gesagt, ist es doch so: Da gab es Compoundbögen und hoch aufgerüstete FITA-Geräte. Und einige sagten sich: "Ich möchte das eigentlich anders machen." Und sie nannten das Andersmachen, das eigentlich nur ihre persönliche Vorliebe war, "traditionell". Denn es hatte tatsächlich hier und da etwas damit zu tun, wie es früher gewesen war. Doch weil's nun ein Wort gab, wurde fortan über die Definition gestritten, und das Wort wurde rasch zum vermeintlichen Gütestempel verklärt.

Kurzum: Es gab dann weiterhin Compounds und FITA-Bögen, und deren Besitzer scherten sich ums "Traditionelle" rein gar nicht. Dann gab es die "Traditionellen" noch dazu. Und es gab weiterhin eine ganze Menge Leute, die anders schießen wollten, sich das Etikett des "Traditionellen" aber irgendwie nicht verdienen konnten.

Gruß

Dendrobates
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Peter O. Stecher
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Beitrag von Peter O. Stecher »

Man sollte nicht vergessen das der Begriff "Traditionell" sich erst nach der Erfindung bzw. der Verbreitung des Compound-Bogens entwickelte.

Vorher fragte keiner ob z.B. Alus trad. wären od. nicht.....
https://classic-archer.com/
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Ravenheart
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RE: RE: hmmmm...

Beitrag von Ravenheart »

Original geschrieben von Dendrobates
Original geschrieben von ravenheart

Der Duden definiert "traditionell" als "überliefert, herkömmlich" ...
Vielfach ist aber gar nichts überliefert, sondern rekonstruiert -
Widerspruch! Um etwas zu REkonstruieren braucht's eine Vorlage! Und die wurde somit (in irgend einer Form, und sei es ein Bildteppich), überliefert, wo soll sie sonst her kommen?

Rabe
benz

RE: RE: RE: hmmmm...

Beitrag von benz »

Original geschrieben von ravenheart

Widerspruch! Um etwas zu rekonstruieren braucht's eine Vorlage! Und die wurde somit (in irgend einer Form, und sei es ein Bildteppich), überliefert, wo soll sie sonst her kommen?

Rabe
der Unterschied besteht darin, daß bei einer Überlieferung eine Weitergabe an bestimmte Personen innerhalb des eigenen Kulturkreises erfolgt, während bei einer Rekonstruierung nach Bildvorlagen usw. dies völlig willkürlich geschehen kann.

In "Indianerforen" wird z.B. dies seit langem ausgiebig diskutiert, welchen Stellenwert das Weiterführen indianischer Tradition durch weiße Hobbyindianer hat.

liebe Grüße benzi
Dendrobates
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RE: RE: RE: hmmmm...

Beitrag von Dendrobates »

Original geschrieben von ravenheart


Widerspruch! Um etwas zu REkonstruieren braucht's eine Vorlage! Und die wurde somit (in irgend einer Form, und sei es ein Bildteppich), überliefert, wo soll sie sonst her kommen?
Naja, es gibt Redewendungen wie jene von einer Tradition, die man wiederaufleben lässt. Und natürlich geschieht dies auf Grundlage einer schriftlichen, bildlichen oder mündlichen Überlieferung. Eigentlich aber suggeriert das Wort "Tradition" auch Ungebrochenheit, wie in der zweiten Komponente der Duden-Definition angedeutet: "herkömmlich". Ist etwas nicht mehr lebendig, so kann es nicht mehr herkömmlich sein. In diesem Sinne ist ein Klassentreffen, das seit gerade zehn Jahren regelmäßig stattfindet, schon eine Tradition. Hingegen ist das Jagen mit dem Speer - eine ungleich ältere Tätigkeit - hierzulande eben keine. Wer dem frönen würde, kehrte zu der entsprechenden Technik zurück - wäre also ein Rekonstrukteur.

Eine Rückkehr zur Einfachheit bezeichnet auch die Motivation vieler Bogenschützen besser als das Wort "traditionell". Dabei ist die Rückkehr selbst für viele nicht einmal maßgeblich, sondern eben das Einfache. Was aber als "einfach" empfunden wird, unterscheidet sich stark. Bietet es sich deshalb zur Diskussionsverkürzung an, die Messlatte des "Traditionellen" hervor zu holen?

Dabei entsteht Definitionsnot doch eigentlich erst bei der Klassifizierung zu Wettkampfzwecken. Es geht nur darum, Teilnehmer mit bestimmten Vorlieben zusammenfassen zu können. Eine Diskussion darüber, was "traditionell" ist, hat dort im Grunde nicht viel zu suchen. Sie dient vielfach nur der Überhöhung der eigenen Vorstellungen.

Gruß

Dendrobates
Bard
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Beitrag von Bard »

Wenn ichs mal wieder nem Aussenstehenden erkläre werd ich sagen ich schiesse mehr oder weniger jagdlich auf 3D Tiere. Den Begriff "traditionell" werd ich bewusst nicht erwähnen, denn.

1. Ist das eine Frage dessen was jemand hineininterpretiert.

2. Klingts für jemand der unbedarft an die Sache rangeht so nach Mittelalter oder Steinzeit..., obwohls nicht zwangsläufig was damit zu tun hat

3. Könnte sich ja jemand der aus der Fita-Ecke kommt von mir als auch so elitärem "Traditionellem" schlecht behandelt fühlen, weil ich dazu steh, dass mir das mit dem ganzen Formalismus und den ewig gleichen Scheiben nix abgibt.

Der ganze Begriff "traditionell Bogenschiessen" hat sich aufgebläht und mit allem gefüllt was ohne technische Hilfen am Bogen schiesst. Wenn jemand dafür nen Namen findet, der besser passt als "traditionell" nur her damit!!!!

MfG Bard
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geomar
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RE:

Beitrag von geomar »

Original geschrieben von benz

wohnen wir hier grad einem Krieg der Mods bei?
Hättste wohl gerne... :knuddel

Nö, war in der Tat genau das Gegenteil.
Drei Mods (mein Beitrag war gar nicht mehr erschienen) hatten sich zeitgleich mit der Thematik auseinander gesetzt - einer von Ihnen kam halt dem Wunsch nach Schließung nach (wobei auch hier anzumerken ist, dass mind. 1 Beitrag, der wohl etwas entglitten war, nicht mehr zu lesen ist).

Nach kurzer Abstimmung haben wir uns dann darauf verständigt, den Thread wieder auf zu machen - ist doch ein klasse Beleg für gelebte Demokratie.

Original geschrieben von benz
wasn das fürn theater?
Zu solch despektierlichen Äußerungen sage ich meinem 7-jährigen Sohn immer: Erst gucken, dann mucken!

oder anders:
Nicht alles, was du gerne so sehen möchtest, stellt sich in derRrealtiät auch so dar, wie du es vielleicht gerne interpretiert hättest.

Also:
locker bleiben... 8-)

_______________________________________________

Zum Thema:
Ich hab´s da schlichtweg und pragmatisch:
Ich bin auf der Suche nach dem, was ich wollte recht schnell hier im Forum gelandet und fand die Bezeichnung "treffend".

Nun abonniere ich auch noch eine Fachzeitschrift mit dem Titzel "Traditionell Bogenschießen" und bekomme das für mich und meine Umwelt ganz gut ausdifferenziert.

Den ernsthaften Versuch zu unternehmen, eine definitorische Abgrenzung vornehmen zu wollen, halte ich allerdings schon im Keim für scheiterungsbewährt.
Da tappt man zwangsläufig in die berüchtigte Komplexitätsfalle.

Vor allem hätte es dazu auch eines weniger provokanten und persönlich gefärbten Eingangsstatements bedurft.
"I wish, I´d more nice things to say - but I was born not to lie" (Ben Cooper aka Radical Face)
Karly

RE: RE:

Beitrag von Karly »

Original geschrieben von Karly
Original geschrieben von Karl-Heinz
Was muß ich abfälliges schreiben damit ein Mod das Ding zumacht?
Eventuell vielleicht sowas >>>---->

Würde sich bitte mal ein Mod der guten alten Tradition erinnern und den Thread schliesen... :D :D :D
Ähmmm... wolltet Ihr den Thread wirklich schliesen weil einer auf ne Frage ne Antwort gibt ??
:D :D COOL :D :D



Aber mal spass beiseite...
Für was wird den der Begriff traditionell den alles gebraucht ??
Traditionell ist doch das was die ALTVORDEREN schon gemacht haben und wir weiterführen.. wie Gut oder auch Authentisch auch immer...
Selbst Glasfaser hat eine Tradition im Bogenbau...ALso ist diese auch traditionell
Dendrobates
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Beitrag von Dendrobates »

Original geschrieben von geomar
Vor allem hätte es dazu auch eines weniger provokanten und persönlich gefärbten Eingangsstatements bedurft.
Also eigentlich finde ich: "Persönlich gefärbt" ist bei dem Thema beinahe natürlich, und "provokant" ist eine zwangsläufige Folge. Wer drüber redet, was nun konkret "traditionell" genannt werden soll, läuft automatisch in diese Falle.

Schon deshalb gehört der Begriff verschrottet. Es lässt sich nur auf einer Metaebene ausgewogen damit umgehen - im (hier eigentlich verlangten) Detail eben nicht.

Gruß

Dendrobates
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geomar
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RE:

Beitrag von geomar »

Original geschrieben von Dendrobates:
...Es lässt sich nur auf einer Metaebene ausgewogen damit umgehen - im (hier eigentlich verlangten) Detail eben nicht.
...

*HANDREICH* :bier
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Ravenheart
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Beitrag von Ravenheart »

Wieso?

Für mich ist "traditionell" das Schießen ohne Zielhilfen, auch Compound blank!

Das kann ICH für MICH doch klar definieren und abgrenzen!

(Begründen kann ich es auch, aber das ggf. später!).

Kein Grund, den Begriff zu "verschrotten", aber doch Grund genug, drüber zu reden...

my2ct

Rabe
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RE:

Beitrag von Dendrobates »

Original geschrieben von ravenheart
Das kann ICH für MICH doch klar definieren und abgrenzen!

...

Kein Grund, den Begriff zu "verschrotten", aber doch Grund genug, drüber zu reden...
Veschrotten, weil DU für DICH definierst, wie du ja einräumst... wie andere aber nicht immer so offen zugeben. Es handelt sich um einen Begriff, der mancherorts aufzuwerten scheint. Indes bezeichnet er in Wirklichkeit nur individuelle Präferenzen.

Beispiel Pfeilgeschwindigkeit: Wieviel ich brauche und wie ich sie erreiche, kann einerseits vom Einsatzzweck abhängen. Wer zum Beispiel mit Visier schießt, kommt mit weniger aus. Wer andererseits tatsächlich jagt, erreicht sie per Zuggewicht an einem leisen, möglicherweise auch kurzen Holzrecurve. Wen aufgeschreckte Tiere nicht zu scheren brauchen, kann beim Feldschießen lautes FITA-Gerät nehmen und braucht weniger Pfunde. Das alles sind praktische Erwägungen, die aber in dieser Diskussion keine Rolle spielen.

Hier geht es stattdessen um eine Geräteauswahl, die "gefühltsmäßig stimmt". Mancher muss dafür selbst am Holzpfeil basteln, andere finden das öde und ziehen gekaufte Carbons vor. Einige finden das Gefühl sowieso nur im Wald - und dass dort weder geraucht noch geklickt werden soll. Manche räumen wiederum ein, dass sie sich selbst mit Compoundbogen "traditionell" fühlen können. All dies findet aber völlig losgelöst von praktischen Erwägungen statt, weshalb entsprechende Maßstäbe erfunden werden müssen, um allgemeingültig zu sein.

Richten diese sich wiederum an Begriffen wie "traditionell" aus, so ist das eine Verbrämung - nämlich die Herstellung einer Scheinobjektivität.

Gruß

Dendrobates
thorstain
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Tradition != Tradition

Beitrag von thorstain »

Was hier anscheinend komplett vergessen wird, ist, daß das "traditionelle Bogenschießen" mehrere Traditionen umfaßt, wie auch eine bestimmte Bogenschießtradtion durchaus mehrere "Untertraditionen" beinhalten kann.
Ein LB-Schütze z.B. gehört einer anderen Tradition an, als ein Kompositbogenschütze oder etwa ein Kyudoka (der wiederum einer der verschiedenen Schulen angehört, von der jede ihre eigene Tradition hat).
Mit anderen Worten: Tradition kennzeichnet die Pflege eines bestimmten Umgangs mit etwas, sei es in materieller, motorieller oder psychischer Hinsicht.
Oder: Auch Compoundschützen (auch wenn sie nicht blank schießen) haben eine eigene Tradition - wenn auch eine noch sehr junge.
Oder: Es gibt im Bogenschießen verschieden alte Traditionen.
Oder: Bogenschießen ist ein traditioneller Sport.
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