Schnelltrocknen von Eibe

Themen zum Bogenbau
Boettger
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Re: Schnelltrocknen von Eibe

Beitrag von Boettger »

Achso, ich dachte die ganze Zeit, dass die Eibenstämme so eingelagert werden und hatte mich schon gewundert.

Als Rohlinge im Heu trocknen - das kann ich mir ganz gut vorstellen. Das Heu sorgt für einen guten Abtransport der Feuchtigkeit und verhindert gleichzeitig zu schnelles Trocknen einzelner Schichten durch Luftzug etc.
So wäre dann für eine schonende Trocknung gesorgt - was Eibe ja scheinbar recht gut tut.

Ein halbes Jahr im Heu ist bezogen auf einen Bogenrohling ja nicht gerade Schnelltrocknung par excellance.
Aber doch, das kann ich mir sehr gut vorstellen.

mfG
Bernhard Langbogen

Re: Schnelltrocknen von Eibe

Beitrag von Bernhard Langbogen »

@Boettger

Wenn geistig verwirrte bis zu 12 Jahren Trocknungszeit für Eibe veranschlagen dann betrachte ich meine 6 Monate durchaus als Schnelltrocknen.

Bernhard
Charles
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Re: Schnelltrocknen von Eibe

Beitrag von Charles »

kra hat geschrieben: Ich will die Frage mal auf Bambus erweitern.
Bei den Fligenrutenbauern ist ja sehr lang gelagerter Tonkin-Bambus hoch im Kurs (Charles, bitte berichtigen, falls ich einer Mär aufgesessen bin), weil der sehr viel härter und federnder geworden ist als "nur" getrockneter.
Das stimmt. Älteres gut abgelagertes Tonkin ist eher zu bevorzugen als "nur" einige Jahre lang getrocknetes Tonkin. Altes Tonkin "federt" schneller und "beruhigt" sich eher. Ist aber ein rein subjektives Gefühl beim Werfen.


@Nikodemus: Bleib weiter dran an der Sache, Danke schon mal dafür!


Der ganze Thread hat sich sehr interessant entwickelt. Weiter so!


Charles
Freundschaft zwischen zwei Menschen beruht auf der Geduld des einen
*ind. Sprichwort*
Boettger
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Re: Schnelltrocknen von Eibe

Beitrag von Boettger »

Bernhard Langbogen hat geschrieben: Wenn geistig verwirrte bis zu 12 Jahren Trocknungszeit für Eibe veranschlagen ...
12 Jahre Trocknungszeit entspricht grob über den Daumen etwa ein Drittel der Gesamtlebenszeit eines Bogenjägers der Jungsteinzeit. 
:D

Mir kam noch ein Gedanke, von dem ich nicht so recht weiß, wie er sich in dieses Thema einordnen lässt und ob er wirklich weiter helfen kann, oder eher in die Irre führt.
Von Brennholz sagt man, dass es nach 2-3 Jahren (Weichholz 2 Jahre) Lagerzeit optimal zum Heizen ist. Lagert man es über diese Zeit hinaus, verliert das Holz an Brennwert.
Welche Prozesse sich hinsichtlich des Brennwertes im Holz genau abspielen, darüber habe ich mir bislang keine Gedanken gemacht und das kann ich auch nicht beantworten.
Es könnte aber einen Bezug zum Thema haben.

mfG
Zuletzt geändert von Boettger am 08.03.2008, 09:34, insgesamt 1-mal geändert.
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captainplanet
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Re: Schnelltrocknen von Eibe

Beitrag von captainplanet »

Trockenes Brennholz das nur durch Lagerung weiter an Brennwert gewinnt, dagegen wehrt sich mein Verstand entschieden. Ich kann mir nicht mal ungefähr vorstellen wie das funktionieren sollte.

Daß viele Jahre abgelegenes Holz nur durch den oxidativen Streß der Luft in Verbindung mit normaler Luftfeuchte dann langsam etwas schlechter brennt kann ich mir aber schon vorstellen. Gewisse Inhaltsstoffe könnten  zu Produkten mit niedrigerem Brennwert umgewandelt werden, aber eine gewisse "Grundstruktur" des Holzes muß dem gegenüber resistent sein. Sonst müßte alles Holz daß wirklich lange liegt (in Dachstühlen alter Kirchen o.ä.) zu Staub zerfallen.

Mfg Georg
Bester Rindengrapscher von FC!!!
Bernhard Langbogen

Re: Schnelltrocknen von Eibe

Beitrag von Bernhard Langbogen »

Das hängt zum Teil von der Holzfeuchtigkeit ab.
Je feuchter ein Brennholz ist um so schlechter brennt es und umso
stärker verrust der Kamin.
Lagert man Brennholz zu lange im freien wird das Holz "mürbe", der Beginn des Morschen.  Mann erkennt dies daran das man das Gefühl hätte das Holz verliert den zusammenhalt zwischen den Holzfasern. Wie dann morsches Holz aussieht brauch ich wohl nicht Erklären.

lg
Bernhard
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