Die Mitte finden... Ja das kann in der Tat ein wenig tricky sein
Zuerst mal gibt da einen ermessensspielraum. Wenn das Holz sehr gerade gewachsen ist, quasi wie am lineal, dann kannst du tatsächlich an den Enden anzeichnen wo du die Tips haben willst und dann mit einem flexiblen Lineal einfach ab durch die Mitte anzeichnen. Da das Holz gerade ist, verlaufen dann auch die Fasern im Holz gerade (Ausnahme: Drehwuchs) so das das seitliche Auslaufen von Fasern kein Problem ist (es laufen ja keine/kaum welche raus)
Hast du dann die Mittellinie gezeichnet, kannst du dann einfach den Griffbereich drumherum einzeichnen, fertig... (Man bestimmt nicht erst die Griffposition. Die Position des Griffes richtet sich nach der Sehnenlinie (deine gerade von Tip zu Tip)
Wenn der Stave kurven hat, also solche die nach links und/oder rechts von der eigentlichen Bogenmitte abweichen, dann macht man das anders.
Dazu nimmt man wieder das flexible Lineal und zeichnet die Sehnenlinie ein. Danach misst man den Abstand von der Spaltkante zur Sehnenlinie auf beiden Seiten, und zeichnet die Differenz dazu an der Sehnenlinie an. Das macht man ein einigen vielen Stellen der Länge nach und erhält damit eine den Fasern folgende Mittellinie die nicht mehr gerade ist, aber in der Mitte durch das Holz verläuft. An dieser neuen Linie kannst du jetzt dein Design anzeichnen. Et voilà...
Ein etwas anderer Weg für Staves mit geringem Durchmesser wäre es, statt zu messen, nach Augenmaß auf dem "Buckel" der Rückens entlang zu zeichnen. Je größer allerdings der Durchmesser, desto schlechter kann man die höchste Linie über den Bogenrücken zuverlässig erkennen...
Wie du siehst, und dir denken kannst, kann man das eben erklärte Verfahren aber nur benutzen, wenn man den Stave aus dem Stamm gespalten hat. Hat man ihn rausgesägt, kann man ja nirgendwo mehr sehen wie die Fasern des Holzes verlaufen... Damit hast du soeben einen Nachteil des Sägens erkannt (hoffe ich *gg*)