Die Anmerkung war als Bestätgung Deines Standpunktes gedacht. Schon aus dem Status Gefangener ergibt sich das sogleich zwingend und erscheint mir damit tatsächlich offenkundig (da ist es schon wieder, das Adjektiv, das manchmal doch etwas achtlos verwendet wird).shokunin hat geschrieben:Wäre doch wohl uncharkteristisch für Römer die harte Arbeit in praller Sonne und unter Pfeilbeschuss selbst zu machen während Gefangene und Auxiliare sich mit Pfeil und Bogen spielen, oder?
Etwas weiter vorne habe ich mich als Antwort auf einen Beitrag vom Spanmacher dahingehend eingelassen, dass die Altvorderen, also auch die hier in Rede stehenden Römer, nicht grundsätzlich anders gedacht und gehandelt haben, als wir es heute unter vergleichbaren Bedingungen tun würden. Einfach weil Menschen sich so verhalten.
Und da ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass die Römer etwas belagern, was sie im Handstreich einnehmen könnten, kann doch der Grund für eine Belagerung logischer Weise nur darin liegen, dass sie was auch immer gerade nicht auf einfachere Weise bezwingen konnten. Sie waren also in der ungünstigeren Ausgangsposition und mussten sich auf eine zeitraubende Belagerung einlassen, weil sie das für den aussichtsreichsten Ansatz gehalten haben. Hätten sie eine bessere Idee gehabt, hätten sie die natürlich in die Tat umgesetzt.
Daraus folgt, dass die Belagerten einen Vorteil hatten. Dass denen aber wiederum die Belagerung nicht gefallen hat, dürfen wir voraussetzen, denn die Folgen einer Belagerung hatten sich damals ganz sicher auch schon herumgesprochen. Also werden sie versucht haben, ihre Belagerer von diesem Vorhaben abzubringen. Da die Römer aber nunmal da waren, mussten sie eben vertrieben werden. Und dass das nicht mit gutem Zureden zu erreichen war, dürfte den Belagerten auch klar gewesen sein.
Also mussten sie die Römer auf andere Weise davon überzeugen, dass das der falsche Ort für eine Belagerung bzw. für eine Eroberung war.
Wenn die Rebellen Bögen hatten, dann hatten sie auch Pfeile. Sonst hätten sie nämlich keine Bögen gebraucht. Und sie konnten vermutlich nicht davon ausgehen, den Römern so viele Bögen abnehmen zu können, dass sie die von den Römern hinauf geschossenen Pfeile dann hätten zurückschießen können. Wenn sie aber über Bögen und Pfeile verfügten, dann werden sie diese auch eingesetzt haben, um die Römer von ihrem Vorhaben abzubringen.
Deshalb spricht eine Menge für Deine Auffassung, einfach weil sie naheliegend ist. Oder anders ausgedrückt, weil sie sich aus der Lebenserfahrung ergibt.
Gruss,
Jürgen