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Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 18.05.2010, 13:56
von dermario
Film nicht gesehen; hatte aber EINMAL ein kettenhemd (langärmelig) an.
der Grund: anziehen 15 Sekunden, hat super gepasst echt bequem =) aber das Ausziehen (zu zweit) fast 5 Minuten, Flas jemand diese Japanischen Fingerfallen kennt..ganauso hab ich da drinen geklemmt

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 18.05.2010, 14:04
von skerm
Hattest du drunter was an oder hat sich dein Brustpelz im Kettenhemd verfangen? :D

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 18.05.2010, 14:16
von KnechtKarl
Dann hat es entweder nicht gut gepasst, oder war ein generell schlechtes Hemd oder Du hast was falsch gemacht. einen stinknormalen langärmligen Kettenpanzer inklusive fest angesetzter Handschue kann man problemlos alleine an und ausziehen und zwar in Sekunden.

...und nochmal, ich habe gar nicht erwartet, dass der Film historisch korrekt ist. Aber die Filmemacher verkaufen ihn als solchen. Dann krieg ich eben schlechte laune bei.
Aber ich muss mich ja nicht wiederholen.

Kuckt ihn EUch an und macht Euch selber Euer Bild. Wenn er Euch gefällt, freu ich mich für Euch.

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 18.05.2010, 14:36
von Firestormmd
@KnechtKarl: Ein Kettenhemd anzuziehen dauert ein paar Sekunden, es auszuziehen kann Minuten dauern, vorallem wenn man es über eine längere Zeit getragen hat. Selbst mit dieser Technik dauert es ziemlich lange:

Bild

Das Hemd funktioniert tatsächlich wie eine Fingerfalle, so wie Mario es beschrieben hat. Es fällt durch das Gewicht nach unten und zieht sich dadurch zusammen und liegt perfekt am Körper an. Das Ausziehen klappt dann nur mit fremder Hilfe oder unter extremen Verrenkungen. Ich habe schon oft Kettenhemden angehapt, daher weiss ich wovon ich rede.

Tut mir echt leid, dass dir der Film deine Laune verdorben hat. Aber er ist hisorisch korrekter, als alle anderen Verfilmungen. Kleidung, Rüstung und Co. mal aussen vor gelassen, stimmen die historischen Fakten aber mit der Realität überein:

* Richard Löwenherz stirbt an einen Armbrustbolzen in Frankreich. Er kehrt nicht nach England zurück und vermählt Robin und Marion.
* Robin ist nicht der Sohn eines Adlgen, sondern ein einfacher Bogenschütze. Ein Adliger wäre niemals ein so guter Bogenschütze gewesen.
* Die Barone rebellieren gegen Johann Ohneland und eine Carta wird auf den Weg gebracht

Der Rest der Geschichte ist freilich erfunden, da hast du sicher recht. Der Anspruch auf historische Korrektheit bezieht sich sicher nicht auf alle Details, sondern auf die groben Umstände der Geschichte.

Grüße, Marc

Hier noch ein Interessanter Bericht über den Langbogen und Robin Hood

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 18.05.2010, 14:47
von Grachus
Die Magna Carta gab es wirklich. Die barone wollten damit erreichen das sie bei der GEsetzgabe und allgemein im Land das sie für den König ja mit verwalteten mehr zu sagen hatten. NAchdem der König diese aber nicht unterzeichnete, rüsteten die Barone gegen den König, und zogen (anders als im Film) gegen ihn in den Krieg, und gewannen diesen, wodurch es zum ersten "erzwungenen" Parlament in England kam.

Mfg
Grachus

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 18.05.2010, 15:13
von KnechtKarl
und die Magna Carta wurde von einem einfachen handwerker (Robins Vater) aufgesetzt?


ich habe ebenfalls schon oft Ringpanzer getragen und diese im Einsatz gesehen. Ausziehen geht innerhalb von Sekunden.

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 19.05.2010, 16:15
von orang utan klaus
Nachdem ich den Film gestern auch gesehen habe ging ich mit gemischten Gefühlen nach Hause.
Einerseits haben mir nicht so sehr gefallen wie die Geschichte aufgebaut wurde (Robin als Ersatzsohn der sich zum Retter Englands aufschwingt, ging alles etwas schnell) und für meinen Geschmack zuviel Schlacht, zu schnelle Schnitte, zuviel Lärm. Zu den Landungsbooten wurde ja schon einiges gesagt. Kinder im Wald ebenso, das war unnötig (vielleicht durchs Kürzen des Films).
Auf der anderen Seite gabs einige Dinge die mir gut gefallen haben, z.B. die Ausstattung, Rüstungen, Kleider. Ich fand auch es gab sehr viele Bogen-Szenen die meiner Meinung nach toll umgesetzt wurden. Wie schon erwähnt wird da für mein Empfinden oft zu schnell und hektisch geschnitten, naja dient eben der Dramaturgie und nicht dem detailversessenen Beobachten. Ebenfalls gut gefallen haben mir die Intrigen und die geplante Revolte gegen den König, das kann ich mir für die Zeit sehr gut so vorstellen.

Eins würd mich aber noch interessieren: Wie ist eure Meinung zu Robins Bogen? Marian hat einen schönen Eibenbogen wie sichs gehört, aber bei Robin bin ich mit nur mit einem sicher... Der Bogen hat stehende Jahresringe! Sieht in einigen Einstellungen etwas dreckiggrau aus, das machts noch schwerer sich auf ein Holz festzulegen. Esche, Hickory oder evtl. Ulme könnte ich mir vorstellen, aber ich bin sicher kein Holzkenner. Ulme kenne ich nur ausm Fernsehn und von Bildern. Hickory wäre möglich, aber absolut nicht authentisch.
Was sagt ihr?

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 19.05.2010, 17:30
von miro
Hallo zusammen,

heute abend schaue ich mir den Film auch an, mal sehen, was ich nach all den Kritiken selber denke. Zum Bogenholz von Robins Bogen gab es schon in diesem Thread Vermutungen. Die Mehrheit tippte auf Hickory.

Gruß miro

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 19.05.2010, 18:07
von skerm
Die Bögen sind von Steve Ralphs. http://www.steveralphs.com/
Seiner Holzauswahl nach würd ich sagen Esche mit stehenden Jahresringen.

Ich würde es schön finden, wenn er den Schauspielern beibringen würde, bis zum Ohr und nicht bis zum Mundwinkel zu ziehen. Mal hinmailen ::)

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 19.05.2010, 18:38
von Rado
Firestormmd hat geschrieben: Aber er ist hisorisch korrekter, als alle anderen Verfilmungen. Kleidung, Rüstung und Co. mal aussen vor gelassen, stimmen die historischen Fakten aber mit der Realität überein:

* Richard Löwenherz stirbt an einen Armbrustbolzen in Frankreich. Er kehrt nicht nach England zurück und vermählt Robin und Marion.
* Robin ist nicht der Sohn eines Adlgen, sondern ein einfacher Bogenschütze. Ein Adliger wäre niemals ein so guter Bogenschütze gewesen.

Der Rest der Geschichte ist freilich erfunden, da hast du sicher recht. Der Anspruch auf historische Korrektheit bezieht sich sicher nicht auf alle Details, sondern auf die groben Umstände der Geschichte.

Grüße, Marc

Sorry, Einspruch euer Ehren.
Es ist doch überhaupt nicht historisch gesichert, ob es Robin Hood je wirklich gegeben hat.
Wie kann es dann historisch Korrekt sein dass Löwenherz ihn mit einer Marion nichtverheiratet hat?

Und Heinrich VIII wird nachgesagt er hätte als Bogenschütze, seine eigene Leibwache übertroffen.
Und hier:http://www.youtube.com/watch?v=LHyTtNqwCeM&feature=related ab ca. 0:30
wird ein Langbogenschütze erwähnt, der definitiv kein unbedeutender Bauer war.
Das sagt nun nicht viel darüber aus wie es 200 Jahre vorher aussah. Nur ausschließen dass ein Adeliger eine Vorliebe für Langbogen hatte, würde ich so pauschal nicht.


Gruß
Rado

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 19.05.2010, 19:49
von the_Toaster (✝)
Zu Heinrich dem achten kann ich nur sagen, dass er Leute, die ihm nicht passten schonmal aufs Schafott schickte. Ich als Leibwächter würde ihn auch immer schön gewinnen lassen. Ein gut gelaunter König sichert da mein Überleben...

Der im Film genannte Bogenschütze wird sich durch besondere Leistungen im Krieg hervorgetan haben und deshalb auf der Grabplatte Erwähnung gefunden und von König Edward dem dritten eben jenes Belobigungsdokument bekommen haben.
Bogenschützen waren Leute aus dem Volk.

Und ja, Bogenschießen war in Adelskreisen zu bestimmten Zeiten eine recht modische Erscheinung.

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 19.05.2010, 19:59
von Anuk
Rado,
ich denke, die Aussage von Firestormmd liest sich eher so:
-Ja, Kg. Löwenherz wurde historisch korrekt in Frankreich getötet und konnte deshalb
- nein einer im Kostner- Robin Hood vollzogenen Eheschließung beiwohnen.
Oder so.

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 19.05.2010, 20:06
von Rado
Ja nee, ich hatte da verheiratet und nicht verheiratet verwechselt. Und ihn nichtsdestotrotz so verstanden, dass er von der historischen Existens eines Robin Hood ausgeht.
Wenn ichs mir so zum dritten mal durchlese, bin ich mir selbst nicht sicher.(Ob firestorm es so meinte, nicht R-H´s Existens ;D aber der Strumpfhosenmann hat ja sogar ein Denkmal)

Gruß
Rado

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 19.05.2010, 20:47
von Anuk
Sowas verwechseelt man ja gerne mal, würde ich sagen.  ;D

Ich fand die Darstellung der Legende bei Tilman Röhrig eigentlich ganz nachvollziehbar. Und letztlich: Let him be a legend so he lives forever!

Re: Robin Hood - Filmkritik auf Telepolis

Verfasst: 19.05.2010, 21:20
von dermario
Also ich werfe nochmal eine radikale meinung in die Mitte ;-) :

Wenn ich einen Film gucken will der gut ist dann gehe ich ins Kino und da isses mir fast egal ob irgendwas Historisch richtig ist.

Wenn ich Historisch richtiges sehen will guck ich Ne doku auf Arte.

Ich sage mal so, eine Realitätsnahe Verfilmung von PUH der Bär mit echten Tieren und deren verhalten, wäre einfach KEIN PUH Film.