Tillerverbesserung?

Themen zum Bogenbau
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Squid (✝)
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Re: Tillerverbesserung?

Beitrag von Squid (✝) »

Teilfacing ist nicht gut.
Da kannste schleifen, wie du willst, wenn im Biegebereich ein Laminat ausläuft, ist dort immer einen Schwachstelle an der sich umgehend Stauchungen einstellen können.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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Heidjer
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Re: Tillerverbesserung?

Beitrag von Heidjer »

Squid hat geschrieben:...möllegabetähnliche Bögen mit leicht biegenden Nadeln... ...und ob es wirklich relevante Vorteile gibt, sei einmal dahingestellt.
Hallo Squid, der Vorteil ist das man keine unnötige Masse mehr in den Wurfarmen hat. Bei Nadeln die unbedingt steif sein sollen, läuft man immer Gefahr, zuviel Material stehen zu lassen, damit sich nichts biegt. ;)
Also, mit steifen Nadeln tillern und dann die Nadeln bearbeiten bis sie sich anfangen ein ganz kleines bisschen zu bewegen!


Gruß Dirk
Ein Pfeil, den Schaft gemacht aus der Pflanzen hölzern Teil, versehen mit eines Vogels Federn und einer Spitze, aus der Erde Mineral, wird von der Natur gern zurückgenommen.
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MoeM
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Re: Tillerverbesserung?

Beitrag von MoeM »

Squid hat geschrieben:Teilfacing ist nicht gut.
Da kannste schleifen, wie du willst, wenn im Biegebereich ein Laminat ausläuft, ist dort immer einen Schwachstelle an der sich umgehend Stauchungen einstellen können.
Ok sowas hatte ich mir gedacht, d.h. wenn Teilfacing dann bis zum steifen Ende.
Flexibel muss man sein :D
Grüße Moe
Gornarak
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Re: Tillerverbesserung?

Beitrag von Gornarak »

Selfbower hat geschrieben:gibt es iwas, das deine These stützt, Gornarak? Bisher habe ich keinen Möllegabet kennen gelernt, wo sich die Nadeln mitgebogen haben?!?!
Gefunden hat man ja nur ein Bruchstück. Das zeigt weder wie lang die Needletips waren, noch wie flexibel die waren.

Ich sehe das ähnlich wie Dirk M. Eben weil die Bogenbauer damals nicht blöd waren, werden die nicht unnötig totes Gewicht an die Enden des Bogens gepackt haben. Die werden schon leicht mitgearbeitet haben, selbts wenn man die Hebelwirkung nutzen wollte. Mein ganz persönlicher Geschmack ist, die eher etwas kürzer zu halten und etwas mehr arbeiten zu lassen, als andere es tun. Dennoch werden die Enden steifer als bei anderen Bögen sein. Ich mag auch die Idee, den Tips eher einen D-Tiller und somit "Mary Rose"-Charakter zu geben. Das wirkt zusammen mit dem gutmütugen Flachbogenanteil recht charmant auf mich. Das auszudiskutieren führt hier aber vermutlich zu weit. Ich war ja ohnehin schon neben dem eigentlichen Thema.
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Galighenna
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Re: Tillerverbesserung?

Beitrag von Galighenna »

Ja das führt ein wenig Offtopic. Das eigentliche Problem ist eine Art Grenzwertbetrachtung... Ab wann "biegt" sich ein Tip? Selbst wenn man ihn 5cm dick lassen würde, eine Biegung IST de facto vorhanden. Die Frage ist, wie genau man hinschaut.

Der Morten hat vor einer kurzen Weile einen ganz tollen Mölle hier vorgestellt. Dabei haben wir festgestellt, das sich die Enden tatsächlich ein ganz wenig biegen.
Aber: im Verhältnis zum Rest des WA ist die Biegung zwar sichtbar, wenn man ganz konzentriert hinschaut, aber sie ist so klein das man sie vernachlässigen kann. Das Bedeutet: Die Tips haben kein wirklich überflüssiges Gewicht und sind so gesehen schon nahe am Optimum.
Es ist ja auch kein schroffer Sprung, wenn die Tips sich zu sehr biegen und sie beginnen seitlich abzuweichen. Biegen sie nur ein ganz klein wenig zu viel, weichen sie auch nur ein ganz klein wenig ab. Je mehr desto schlimmer udn irgendwann wird es halt inakzeptabel...

Deshalb mag ich mal folgendes Definieren:
Die Tips vom Möllegabet biegen sich. Die Biegung ist, wenn optimal gebaut, gerade eben sichtbar, aber so klein das es keine sichtbare seitliche Abweichung gibt, und so klein das sie im Vergleich zur Gesamtbiegung der WA vernachlässigbar klein ist.
Deshalb darf man sagen: Die Needle-Tips sind gerade eben steif.

So und nun wollen wir sehen was aus dem Bambus hier wird ;)
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MoeM
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Re: Tillerverbesserung?

Beitrag von MoeM »

Galighenna hat geschrieben:So und nun wollen wir sehen was aus dem Bambus hier wird ;)
Ja das interessiert mich tatsächlich brennend^^

Hab heut noch ein bisschen Hand angelegt. Das ist das bisherige Ergebniss
DSC_0047.JPG
Ist bei 30" auf knapp 20# angekommen.
Links ist der untere WA, welcher etwas nach der Mitte, noch einen deutlichen Knick aufweißt und bereits jetz schwächer ist. Hier macht mir iwie auch die Nodie Probleme.
Der rechte scheint mir bereits ziemlich nah an der Form.
Kann das vielleicht jemand bestätigen bzw. weitere Anmerkungen machen?
Danke
Grüße Moe
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MoeM
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Re: Tillerverbesserung?

Beitrag von MoeM »

So weiter gehts. Irgendwie krieg ich den Knick unten nicht raus, mit dem Oberen bin ich auch nach dem Abschwächen recht zufrieden!? Kommt das nur mir so vor, vielleicht ist der Unterschied ja doch tolerierbar. Nur langsam geht mir die Mittellage aus... ???
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Galighenna
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Re: Tillerverbesserung?

Beitrag von Galighenna »

Oh ja... der Knick ist beträchtlich! Auf dem Tillerstock sieht man es schon gut, aber auf dem Auszugsbild springt der Knick einem schon richtig ins Auge.
Da der Bogen jetzt schon nur noch 20# hat wird es schwierig für mich, einzuschätzen wie es weitergehen soll, bzw. ob es Sinn macht, dieses hier auszubügeln und dann am Bauch was aufzukleben, oder ob man besser gleich einen neuen baut, der von Anfang an stimmiger ist. Ich habe nämlich kaum Bambus Erfahrung und das Material ist nicht so nach meinem Geschmack. Der Toaster wüsste sicher besser Rat. Ich hoffe jedenfalls das ich keinen groben Unfug erzähle. Aber ich denke nicht, sonst würd ichs nicht machen. ;)

Jedenfalls:
Wenn du ne Bauchlage aufkleben willst, dann sollte der Tiller vorher auf jeden Fall stimmen. Dabei ist das Zuggewicht dann erstmal egal. Durch die Bauchlage bekommt man das eigentlich gut wieder hoch.
Ich habe mal angezeichnet wo und wie ich Tillern würde:
DSC_0054.jpg
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MoeM
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Re: Tillerverbesserung?

Beitrag von MoeM »

Gut das bestätigt mal meine Sichtweise.
Hatte mir als Notlösung schon überlegt im Knick evt. ein Glasfaserstück mit ins Epoxy für die Klebung zu legen, als "inneres Pflaster" sozusagen. Hat sowas vielleicht schon jemand gemacht oder hält es für sinnvoll?
Jetzt wirds mal Zeit für ne Tapervorrichtung oder Massivbauweise...
Grüße Moe
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Galighenna
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Re: Tillerverbesserung?

Beitrag von Galighenna »

Nein, bitte im Knick kein "inneres" Glasfaser verbasteln! Damit hast du später inhomogenes Material im Wurfarm, und dann bekommst du ganz merkwürdige Effekte. DAS würde ich definitiv lassen. ;)

Wenn der Bi-Lam nach der Tillerkorrektur nur noch 10# hat oder so, ist das nicht weiter schlimm. Dann wird die Bauchlage eben statt 3 auf 1mm halt von 4 auf 2,5mm getapert oder so. (nur geschätzt)
Vor dem Aufleimen musst du aber sowieso erstmal gucken ob sich das Bauchlaminat sauber gleichmäßig biegt.
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