@benzi
Tja, Kampfkunst besteht halt aus Kampf und Kunst.... Was Kampf ist können wir in diesen Tagen ja überall auf der Welt sehen, was Kunst sein könnte, dazu habe ich mir gerade fast drei Stunden Jonathan Meese in einem Gespräch reingezogen...
Bleibt die Frage was die Verbindung dieser Beiden bedeutet...
In dem Fall würde ich Kunst von Können ableiten.
Was Kyudo betrifft, so kämpft man gegen sich selbst, es gibt da eigentlich keine äußeren Gegner, der Gegner ist das eigene Ego.
Das Treffen sollte das Ergebnis sauberer Technik sein, mind. aber eine Durchsetzung der eigenen Möglichkeiten, darum zu kämpfen, sein Können in einer Stresssituation durchzusetzen, also kämpfen können.
Das hört sich leicht an ist aber sauschwer, weil das auf Erfolg schielende Ego eitel und raffiniert ist und irgendwelche Möglichkeiten anbietet auf einem einfachen Weg zum Erfolg zu kommen.
Da gibt es durchaus Parallelen zu den Aussagen von Dir genannten Jonathan Meese. Der fordert u.a. eigentlich, dass man gegen sich selbst kämpft, bevor man gegen andere kämpft, also auch das was in der Außenwelt stört bei sich als Störung zu sehen.
Wenn also wie in Deinem Fall, die Aversion bzw. Ablehnung gegen eine Einordnung in eine Kyudogruppe vorhanden ist, so müsstest Du dieser Aversion in Bezug auf Dir selbst gegenüber nachgehen, so verstehe ich ihn jedenfalls.
In dem Zusammenhang eine interessante Aussage im Kyudo, die wenig Verbreitung gefunden hat, weil unangenehm und weil sie zu einem Kampf auffordert, den nur wenige anzunehmen bereit sind:
Kyudo macht erstmal schlechte Menschen
Damit ist gemeint, dass die in jedem Menschen vorhandenen negativen Charakterzüge im Kyudo verstärkt und offenbar werden - im Moment des Abschusses wird der Schütze nackt wie ein Kind.
Im Durchführen der sehr feinmotorischen und gleichzeitig dynamisch und kraftvollen Bewegungsabläufe innerhalb weniger Millisekunden, hat das Ego keine Chance auf einen Zugriff, es wird ausgeklammert, es kommt allein der Charakter wie er ist und nicht wie er sein sollte zum Vorschein. Allein ein wirklicher Lehrer sieht was da ist und weiß wie er zu helfen hat. Tja und die Anzahl solcher Leute ist schwer limitiert.
Vielleicht kannst Du daran erkennen, warum Du einerseits zu einer Kyudogruppe gehen solltest, andererseits, Du wirst nur mit sehr viel Glück finden, was ich hier skizziert habe, deshalb, erspar Dir das.
Gute Nacht
Yabusame