Interesse an einem Bootsbauthread?

Selbstgebaute Ausrüstungsgegenstände wie Armschutz, Köcher, etc.
Tippe
Full Member
Full Member
Beiträge: 178
Registriert: 12.09.2005, 12:54

Re: Interesse an einem Bootsbauthread?

Beitrag von Tippe »

Der Bootsbauer hat geschrieben: Ich hatte mit der Überziehmethode wie in Canoecraft beschrieben (entlüften mit nem Kunstoffspachtel ) keine Probleme blasenfrei zu arbeiten. Allerdings sind bei mir Innen nach dem Laminieren beim Aushärten Blasen aufgetreten. Heute würde ich innen zuerst eine Schicht Eopxy streichen, aushärten lassen, schleifen (eh klar) und erst dann Überziehen.
Ich habe am Steven bevor ich den Außensteven verklebt habe noch einen Streifen GFK über den Innensteven laminiert. Das ging relativ blasenfrei außer in den Bereichen wo scharfe Kanten waren. Da hat sich die Glasfaser doch ein bisschen gewehrt.

Gruß,
Tippe
Jeder ist normal, bist du ihn kennenlernst!
Taran
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 4385
Registriert: 06.08.2003, 23:46

Re: Interesse an einem Bootsbauthread?

Beitrag von Taran »

Hast du die Designmethode genau beschrieben? Nur kopieren / zeichnen und MEINEN, dass die übergänge passen, reicht doch nicht. Ich weiß es, denn so haben wir das erste Boot gebaut und mussten während des Baus die Mallspanten noch gewaltig ändern.
Du musst mehrere Ebenen und Diagonalen einzeichnen und mit der Straklatte abgleichen. Die mathematischen Kurven eines normalen Zeichenprogramms entsprechen nicht dem natürlichen Biegeverhalten von Holz.
Also ohne Straken und Arbeit auf dem Schnürboden (lofting) sehe ich da Probleme auf dich zukommen.

Sorry to be a wet blanket...
Taran von Caer Dallben

[size=2] [color=blue][b]... και δόξα τω Θεώ ![/b][/color][/size]
Tippe
Full Member
Full Member
Beiträge: 178
Registriert: 12.09.2005, 12:54

Re: Interesse an einem Bootsbauthread?

Beitrag von Tippe »

Taran hat geschrieben: Hast du die Designmethode genau beschrieben? Nur kopieren / zeichnen und MEINEN, dass die übergänge passen, reicht doch nicht...
Ich habe ja auch nicht gesagt: sei blauäugig und plane wie's dir gerade einfällt. Sondern:

Dazu lohnt es sich andere Designs anzuschauen, um einen Eindruck zu bekommen, wie das Wasser verdrängt werden soll. Oder man lehnt sich an bereits definierte Designs an.

Ich will hier ja auch nicht darstellen, dass ich alles besser weiß, sondern nur beschreiben wie ich es gemacht habe.
Natürlich habe ich keine Bootsbauer-Ausbildung und habe mir alles nur aus dem Internet zusammengesammelt!
Aber das ist ja auch gerade der Reiz und meine Motivation!  ;D

Ich habe mich an ein bereits existierendes Design (Prospector Relevation) angelehnt und bin dann aber über die Methode Seitenansicht -> Draufsicht ergibt Querschnitt zu meinem Design gekommen.
Und die Praxis gibt mir recht  8), denn ich bin ja bereits fertig zum Laminieren. Also der Bootsrumpf ist fertig.

Aber dazu später, denn erst wird was zur Beplankung gesagt!

Viele Grüße,
Tippe
Jeder ist normal, bist du ihn kennenlernst!
Taran
Forenlegende
Forenlegende
Beiträge: 4385
Registriert: 06.08.2003, 23:46

Re: Interesse an einem Bootsbauthread?

Beitrag von Taran »

Wie groß waren denn die Ansichten, die du hattest?
Glück gehabt,  jedenfalls (ist ja auch besser so)!
Und straken ist nicht so schlimm, das kann man auch ohne Ausbildung (woher hätte ich das sonst)...
Taran von Caer Dallben

[size=2] [color=blue][b]... και δόξα τω Θεώ ![/b][/color][/size]
Tippe
Full Member
Full Member
Beiträge: 178
Registriert: 12.09.2005, 12:54

Re: Interesse an einem Bootsbauthread?

Beitrag von Tippe »

Taran hat geschrieben: Wie groß waren denn die Ansichten, die du hattest?
Glück gehabt,  jedenfalls (ist ja auch besser so)!
Und straken ist nicht so schlimm, das kann man auch ohne Ausbildung (woher hätte ich das sonst)...
Meine Ansichten habe ich von

vielen Dank übrigens an dieser Stelle an Thomas Neher.

Davon habe ich dann Originalgrößen gezeichnet und die Kurven die ich von den doch eher kleinen Bildern nicht so exakt nachgezeichnen konnte, habe ich mir über das oben beschriebene Verfahren besorgt.

Gruß Tippe
Jeder ist normal, bist du ihn kennenlernst!
Tippe
Full Member
Full Member
Beiträge: 178
Registriert: 12.09.2005, 12:54

Holzleisten Canadier

Beitrag von Tippe »

7. Beplankung

So nun wird geklotzt. Aber die erste(n) Leiste(n) ist(sind) die schwierigste(n). Wichtig an dieser Stelle ist die Vorgehensweise. Man muss die Leisten beidseitig quasi gleichzeitig anbringen, damit sich die Mallen nicht verschieben. Erst mal eine Leiste einseitig an die mittige Malle antackern. Anschließend mit der anderen Seite gleichziehen. Dann wieder erste Leiste an der nächsten Malle antackern immer an der unteren Kante Bootes bzw. an der Reeling. Selbiges mit der gleichen Malle auf der anderen Seite usw.. Wichtig! Immer die Richtschnur im Auge behalten. Sowie sich was verzieht: noch mal zurück, korrigieren und weiter geht’s. Ist man am Ende der Leiste angekommen, verleimt man diese mit dem Steven. Hinweis: Am Bug/Heck biegt sich die Reeling so stark nach oben (oder unten), dass dort evtl. später noch eine oder zwei kurze Leisten von oben aufgesetzt werden müssen, damit die Spitze die definierte Form bekommt.

Ist die erste Leiste pro Seite dran, kommt die zweite (echt jetzt?). Aber nun kommt natürlich vorher Leim drauf. Auch hier immer von der Mitte in Richtung Bug/Heck. Am besten geht die Arbeit voran, wenn man zu zweit ist: einer hält bzw. setzt Zwingen (vorsichtig) der andere tackert die Leisten zusammen.

Nach den ersten 4 Leisten (2 pro Seite) verzieht sich schon so schnell nix mehr und man kommt zügig voran. In der Rundung sieht das aber schon wieder anders aus. Da die Beplankung hier über die Breite gebogen werden muss, kommt man nur mühsam voran. Eine Leiste pro Seite, wenn man genug Zwingen hat, anschließend aushärten lassen. Bei kalten Werkstatttagen lieber länger härten lassen.
Statt Zwingen können auch Spanngurte verwendet werden. Das muss man ausprobieren wie es einem besser gefällt.

Beim Tackern ist darauf zu achten, dass die Klammern jeweils einen Korkstreifen untergelegt bekommen, um sie später wieder beschwerdefrei heraus zu bekommen. Bricht man den Kork bei Abbau ab, kann man relativ einfach einen Schraubendreher ansetzen um die Klammern heraus zu ziehen.

Bild
Bild

Ist man soweit, dass sich beide Seiten an den Steven berühren, sollte man an nur einer Seite weiterarbeiten. Man lässt dazu die Leisten über die Bootsmitte hinausragen, um sie dann, wenn die Seite ganz verplankt ist, gerade abzuscheiden. damit spart man sich eine Menge Anpassungsarbeit.

BildBild

Ist man mit beiden Seiten fertig wird die Mitte mittels Epoxy und beigemischter Holzspäne zugeklebt. Anschließend sieht es dann wie folgt aus:

Bild

Da ich den Innensteven etwas schmal gebaut habe, musste ich eine Lösung finden um die Steven zu verstärken. Dazu habe ich vor Aufkleben des Außenstevens die Stirnseiten zusätzlich mit einem Streifen Glasfaser laminiert. Dadurch reduziere ich die Möglichkeit, dass der Steven auseinanderbricht, da die Glasfaser die evtl. auftretenden Kräfte abfängt.

BildBild

Material: Holzleisten (7 mm x 25 mm x 5 m und 7 mm x 11 m x 5 m) mit Konkav-/Konvexfräsung, Tackerklammern, Leim (wasserfest, D3), Korkstreifen
Werkzeug: Zwingen, Elektro-Tacker mit mind. 14 mm Tackerlänge besser länger,
Zeit: ca. 60 Std. (gefühlte Unendlichkeit)
Zuletzt geändert von Tippe am 27.04.2007, 15:18, insgesamt 1-mal geändert.
Jeder ist normal, bist du ihn kennenlernst!
Thorus
Full Member
Full Member
Beiträge: 118
Registriert: 11.02.2005, 15:50

Re: Interesse an einem Bootsbauthread?

Beitrag von Thorus »

und die Länge von 5m hat für das 4,80m Boot gereicht?!

Ich will mir nähmlich auch einen Prospektor bauen, der ist allerdings 4,95m lang. Die längsten Bretter, die ich bekommen kann, sind allerdings nur 5,20m lang, reichen die?!

schonmal Danke ;)

is blöd, wenn man die ganze Zeit blöd Fragen muss ;D wenn ich aber zum bauen anfange, dann werd ich auf jeden Fall berichten ;)
http://www.hirngerbung.de/ sehr interessante Seite
Benutzeravatar
Rado
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1802
Registriert: 02.10.2005, 18:27

Re: Interesse an einem Bootsbauthread?

Beitrag von Rado »

@Tippe: Verdammt nicht übel!!! :o
Das hättest Du unter professionellster Aufsicht mit den besten Maschinen nicht schneller hinbekommen, es sei denn du hast nen Bavaria-Legobausatz.
Zuletzt geändert von Rado am 27.04.2007, 17:27, insgesamt 1-mal geändert.
Tippe
Full Member
Full Member
Beiträge: 178
Registriert: 12.09.2005, 12:54

Interesse an einem Bootsbauthread?

Beitrag von Tippe »

Thorus hat geschrieben: und die Länge von 5m hat für das 4,80m Boot gereicht?!

Ich will mir nämlich auch einen Prospektor bauen, der ist allerdings 4,95m lang. Die längsten Bretter, die ich bekommen kann, sind allerdings nur 5,20m lang, reichen die?!

Also meine Bohlen waren etwa 5,05 m.
Das Boot wird ungefähr 4,90 - 4,95 m. Das reicht also absolut.
Die Frage ist nur, kannst du das Holz bzgl. der Enden auch voll nutzen (Risse, Äste usw.)?
Also durch die Biegung der geht vielleicht 5 cm drauf. Da brauchst du keine Angst haben,  5,20 reicht völlig hin. Da wirst du sogar 5 - 5,05 m bauen können.

Eine andere Frage ist, ob du überhaupt passendes Holz bekommst? Ich wollte eigentlich auch auf 5,0 m Bootslänge gehen, musste dann aber doch etwas kürzen weil es kein passendes Holz in der Nähe gab, welches relativ Astfrei und 5,10 - 5,20 m lang war.

Die Länge betrifft ohnehin nur die ersten 15 - 20 Leisten, da die Länge aufgrund der Bugrundung dann abnimmt.

@ Rado
Also das mit "nicht schneller hinbekommen" ist ja so eine Sache, denn ich baue ja bereits seit  Oktober 2006  ;), aber trotzdem danke für deine motivierenden Worte!

Gruß,
Tippe
Jeder ist normal, bist du ihn kennenlernst!
Tippe
Full Member
Full Member
Beiträge: 178
Registriert: 12.09.2005, 12:54

Bilder Laminat lichtecht?

Beitrag von Tippe »

So nun habe ich noch ne Frage an euch:

Ich möchte gern auf die GFK-Laminierung ein farbiges Bild auflaminieren. Dazu will ich Transparentpapier mit meinem Tintenspritzer bedrucken und nass in nass (Epoxi) auf das GFK-Laminat aufbringen. Anschließend wird das Ganze mit PU-Lack UV-beständig gemacht.

Ich habe aber dennoch bedenken, ob die Tinte mit dem UV-Filter (Lack) lichtecht ist, oder ob ich auf ein anderes Verfahren gehen sollte?

Wäre schade wenn das Bild mit der Zeit ausbleicht!

Gruß,
Tippe
Zuletzt geändert von Tippe am 29.04.2007, 19:06, insgesamt 1-mal geändert.
Jeder ist normal, bist du ihn kennenlernst!
Tippe
Full Member
Full Member
Beiträge: 178
Registriert: 12.09.2005, 12:54

Holzleistencanadier die nächste...

Beitrag von Tippe »

8. Laminat (außen)

Die Hersteller bzw. privaten Bootsbauer, die ich im I-Net gefunden habe und die Informationen über das Bootsbauen eingestellt haben, haben teilweise unterschiedliche Ansätze, was die Art und Weise der Laminat-Herstellung angeht. Einer baut nur mit einseitigem Laminat (nur außen) und bringt noch eine Mittelspante ein, andere laminieren innen und außen und lassen dafür die Spante weg. Fragt man bei den Epoxi-Herstellern nach kommen noch weitere Meinungen dazu. Ich habe mich für innen und außen entschieden und lasse die Mittelspante weg.

Um das Laminat aufzubringen müssen einige Vorkehrungen getroffen werden. Das Boot muss enttackert werden. Die Klammerlöcher sowie evtl. Scharten, Astlöcher etc. sollten geschlossen werden. Dazu verwendet man am besten das Sägemehl vom Leistenschneiden und vermischt es mit Leim oder Epoxy. Der entstehende noch gerade streichfeste Brei wird auf die Reparaturstellen gespachtelt oder per 25 gr. Einweg-Spritze in Ritzen oder kleine Löcher reingedrückt (für die Spritzvariante sollte der Brei aber noch recht flüssig sein).
Wenn die Reparaturstellen ausgehärtet sind, kann das Boot geschliffen werden (mit 80 er bis 120 er Körnung reicht hin. Anschließend absaugen.

Das Glasfasergewebe wird über die eine Hälfte des Bootes gelegt, glattgestrichen und an der überlappenden Mitte mit Klebeband fixiert. Ich habe außen gleich beide Seiten in einem Arbeitsgang laminiert. Das war in Nachhinein aber eher schwierig, da die erste Seite noch sehr stark klebt, sodass die neue Seite nicht so gut in Position geschoben werden kann wie man möchte. Daher würde ich jetzt die beiden Seiten vom Arbeitsgang trennen.


Bild

Der Laminiervorgang selbst wird mit einem Gummispachtel vorgenommen. Das Epoxi sollte in eher kleineren Mengen angemixt werden (200 – 300 g). Lieber einmal öfter anmixen als das die Masse zu früh abbindet. Das Epoxi wird in Klecksen auf die vorher aufgelegte Glasfasermatte aufgebracht und dann mittels Gummispachtel einmassiert, bis der Harz zwischen Matte und Holz gelaufen ist und keine Luftblasen mehr eingeschlossen sind. Es wird in der Mitte begonnen und zum Bug/Heck vorgearbeitet. Nachdem die erste Hälfte laminiert und ausgehärtet ist, wird der Überlappungsbereich für die zweite Hälfte angeschliffen. Anschließend wird die 2. Hälfte wie die Erste laminiert

Wenn alles ausgehärtet ist (nach mind. 24 Std, lieber 48 Std) kann die Textur-Struktur der Glasfasermatte mit Epoxi verfüllt werden. Erst wird aber alles mit 80er –120 er Schleifpapier angeraut, dann wie bei der Lamminierung mit dem Gummispachtel das Epoxi drüberstreichen und hoffen dass alle Rauhigkeiten weg sind. Und selbst wenn nicht alles 100%ig verfüllt wurde, die Lackierung kommt ja auch noch.

Beim Verfüllen habe ich auch gleich den Namen und ein Bild mit einlaminiert, die ich vorher auf Transparentpapier ausgedruckt habe. Ob die Farbe nun unter dem Epoxi und Lack lichtecht ist, wird man sehen. Zur Not kann ich die Bilder ja wieder runterschleifen und neu machen. Es liegt ja über der Glasfaser. :o)

Bild


Die Innenlaminierung wird prinzipiell genauso gehandhabt. Nur dass man es dabei mit einer nach innen gewölbten Fläche zu tun hat. Das Schleifen ist hierbei etwas mühseliger und muss zum Großteil per Hand gemacht werden. Ach ja, und die Innenlaminierung wurde erst nach Fertigstellung des Außenwegers durchgeführt.


Material: Epoxiharz (bei Lange&Ritter L135) 5 l, Härter (bei L&R 135) 2 l, Glasfaser Körpergewebe (163g/m²) 20 m * 1 m für jeweils 2 Bahnen außen und innen,
Werkzeug: Gummispachtel, Pinsel, Mischgefäße, Rührstab, reichlich Latex Einmalhandschuhe (30 - 40),
Zeit: ca. 1,5 bis 2 Stunde pro Glasfaserbahn und Epoxi-Schicht
Zuletzt geändert von Tippe am 12.09.2007, 17:57, insgesamt 1-mal geändert.
Jeder ist normal, bist du ihn kennenlernst!
Tippe
Full Member
Full Member
Beiträge: 178
Registriert: 12.09.2005, 12:54

Holzleistencanadier die nächste...

Beitrag von Tippe »

So, ich bin inzwischen ein ganzes Stück weitergekommen. Genaugenommen bin ich fertig geworden. Und bin schon ganz gespannt wie ihr das Ergebnis findet.  ;D

Aber alles der Reihe nach ...


9. Außen- und Innenweger (Stoßkanten)

Ich habe die Außenweger nach der Außenlaminierung und vor der Innenlaminierung verbaut. Das hatte den Grund, dass durch den Außenweger das Boot noch eine höhere Statik bekommt und man beim Abnehmen des Bootes von der Helling keine Angst haben muss, dass das Boot beschädigt wird, bzw. auseinanderbricht. Wäre es warscheinlich eh nicht aber sicher ist sicher.

Dazu habe ich die übriggeblieben Beplankungsleisten genommen in der Mitte aufgerennt und in 2 Schichten mit je 3 Leisten und Epoxi/Sägemehl verklebt. Auf dem Bild sieht man, dass noch eine aufgetrennte Beplankungsleiste fehlt, bevor die abschließende Hartholzleiste (Eiche) aufgeklebt werden kann.

Bild

Da ich keine Eiche in der Länge von 5m hatte, habe ich einfach die Leisten gespleißt, d. h. die Enden der zu verbindenden Teile schräg angeschnitten und miteinander verklebt. Die Leisten im Bereich Bug/Heck wurden gedämpft/gebogen bevor sie verklebt wurden. Dazu wurden die Eichenleisten ca. 20 –30 min in einem Dämpfungsrohr aufgeheizt (siehe auch Kapitel Dämpfungsrohr).
Zusammen mit den bereits vorher aufgeklebten 6 Holzleisten aus Lärche ergibt sich dann ein Wegerquerschnitt von ca. 3 cm x 3 cm.

Der Innenweger wurde vom zeitlichen Ablauf her zwar nach der Kielleiste und nach der Innenlaminierung verbaut, soll aber vom Kontext her doch hier beschrieben werden.

Der Unterschied von Außen- und Innenweger liegt im wesendlichen darin, dass der Innenweger Löcher/Schlitze hat um Wasser, welches in's Boot gekommen ist, besser heraus zubekommen.
Das Problem mit dem Wasser ist dass, da das Boot zu den Spitzen hin nach oben läuft, es (das Wasser) beim Auskippen ebenfalls nach oben läuft und nie aus dem Boot raus. Also braucht man Auslassschlitze in der Mitte des Bootes um das Wasser ablaufen lassen zu können, wenn man das Boot ankippt.
Bei der Planung dieser Schlitze ist darauf zu achten, dass die Schlitze möglichst nicht dort sind, wo die Sitze eingehängt werden, denn dort ist die Festigkeit des Wegers am Geringsten. Also: vorher Gedanken machen.
Eine weitere Überlegung, die ich so noch nicht gefunden hatte, war, dass der Weger auf die bereits Laminierte Außenkante geklebt wird. Doch gerade die Aussenkante, löste sich wenn man mit spitzem Gegenstand zwischen Holz und Laminat sticht. Deshalb habe ich es vorgezogen, in den Bereichen, wo die Duchten aufgehängt werden, rechts und links von der geplanten Aufhängung jeweils eine Edelstahlsraube zu versenken. Aber nur an der Leiste die wegen der Schlitze geteilt wird. Die abschließende Hartholzleiste bekommt keine Schraube, sie wird einfach direkt Holz an Holz aufgeklebt. Der Epoxitharz ist so fest dass die Leiste nicht abreißen wird.


Material: Hartholzleisten (Eiche), Epoxitharz, Edelstahlschrauben,
Werkzeug: Schrauber, Säge,
Zeit: ca. 16 h
Jeder ist normal, bist du ihn kennenlernst!
Tippe
Full Member
Full Member
Beiträge: 178
Registriert: 12.09.2005, 12:54

Holzleistencanadier Kap. 10

Beitrag von Tippe »

10. Kielleiste

Die Kielleiste hat die Aufgabe die Spurtreue des Bootes zu gewährleisten. Sie ist im besten Fall eine direkte Verlängerung/Verbindung der Außensteven. In diesem Fall habe ich mit eine kleinen Lücke (5 cm) sie neu angesetzt. Das liegt daran, dass das Laminat über dem Aussensteven aber unter der Kieleiste liegt.

Bild

Für die Kielleiste habe ich wie bei den Wegern Eiche verwendet, die ich um auf die Länge zu kommen gespleißt habe. Außerdem wurde sie in zwei Schichten verklebt.
Die Kielleiste hat vom Querschnitt eine eher Dreieckform mit abgerundeter Spitze.


Material: Hartholzleisten (Eiche), Epoxitharz
Werkzeug: Schrauber, Säge, Raspel, Hobel
Zeit: ca. 6 h
Zuletzt geändert von Tippe am 12.09.2007, 18:37, insgesamt 1-mal geändert.
Jeder ist normal, bist du ihn kennenlernst!
Tippe
Full Member
Full Member
Beiträge: 178
Registriert: 12.09.2005, 12:54

Holzleistencanadier

Beitrag von Tippe »

11. Decks

Die Decks stellen eine feste Verbindung zwischen Steuer- und Backbord her und entlasten den Steven. Dazu wird ein passgenaues Eichenbrett (aneinandergeleimte Eichenleisten) zwischen die beiden Innenweger an Bug und Heck eingeklebt. Zur Stabilisierung habe ich dieses Brett an den Rändern noch mit weiteren Leisten verstärkt. Da im Bereich der Steven die Bootskanten etwas gebogen nach oben auslaufen, muss man die Decks mittels Bandschleifer bzw. Hobel und Schleifpapier etwas angleichen.

Bild

Material: Eichenleisten , Leim, Epoxitharz
Werkzeug: Säge, Raspel, Hobel, Bandschleifer
Zeit: ca. 4 h
Zuletzt geändert von Tippe am 12.09.2007, 18:38, insgesamt 1-mal geändert.
Jeder ist normal, bist du ihn kennenlernst!
Tippe
Full Member
Full Member
Beiträge: 178
Registriert: 12.09.2005, 12:54

Holzleistencanadier

Beitrag von Tippe »

12. Lackierung

Da der Epoxy nicht gänzlich UV-beständig ist, muss ein Schutz drüber. Dazu wird die Epoxi-Oberfläche mit DD-Lack auf Polyurethan-Basis überzogen, das geschieht wahlweise per Pinsel oder  Rolle. DD-Lack ist ein 2-Komponenten-Lack und muss logischerweise vorher angerührt werden. Man nimmt besser etwas weniger und mischt dann noch mal an, als dass man die Hälfte wegschmeißt.
Zum Auftragen gibt es meiner Meinung noch einen Hinweis/Tip: nachdem man die zu lackierende Fläche lackiert hat, sollte man noch mal auf Tropfen/Läufer etc. achten, denn der Lack ist sehr zähflüssig und läuft auch nach einer halben Stunde noch.
Jede Fläche wird in 3-4 Schichten lackiert. Dazwischen muss eine Trockenzeit von mind. 8 Stunden und höchstens 2 Tagen abgewartet werden, sonst geht die nachfolgende Schicht keine chemische Verbindung mehr zur vorherigen Schicht ein.

Das größte Problem für mich war den Lack zu besorgen. Durch die steigenden Sicherheitsanforderungen bei der Verwendung von Gefahrenstoffen haben viele Hersteller das Sortiment um Lacke auf Polyurethan-Basis reduziert. Ich wurde dann trotzdem bei Hornbach fündig: Hart-Lack von Wilckens aus dem Bootsbau. Die Menge, die dort zu finden war, reichte aber nicht und die Nachbestellung dauerte mir zu lange. Ich bin dann letztendlich über einen Wassersport-Vertrieb fündig geworden. War dann zwar etwas teurer, aber man muss eben überall mit Kompromissen leben.

Bild

Achtung: Die Lackierung sollte man grundsätzlich nur mit aktivem Atemschutz (Vollmaske mit Aktiv-Filter) durchführen! Die Dämpfe des Lacks sind gesundheitsschädlich!

Material: 4-Liter DD-Lack (2-Komponenten Lack) auf Polyurethan-Basis, Verdünnung (zum Reinigen)
Werkzeug: Lackierrollen für Harzlacke, breite Pinsel, Gummihandschuhe, Atemmaske mit Aktivfilter
Zeit: 7 Schichten á 1,5 h = 10,5 h
Zuletzt geändert von Tippe am 12.09.2007, 18:38, insgesamt 1-mal geändert.
Jeder ist normal, bist du ihn kennenlernst!
Antworten

Zurück zu „Ausrüstungsbau“