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Verfasst: 19.10.2006, 20:51
von Deneriel
Rheine ist mir schon ein Begriff. Ich weiß ja nicht was es da oben noch so an Händlern gibt.

Lass dir auf jeden Fall zeit und probiers erstmal aus bevor du dir für teures Geld so ein Gerät zulegst.
Die Alternative ist natürlich selber schnitzen ;-)

Zu den Pfeilen...

Verfasst: 19.10.2006, 20:55
von Kata.Kai
Stimmt, hatte die Pfeile vergessen.
Was das angeht, ist es eine Art Glaubenskrieg, was von der Orga erlaubt wird und was kategorisch nicht. Die einen lassen nur die IDV-Pfeile zu, die anderen nur die alte Bauweise, wenige Orgas erlauben beide. Wenn ich mal wieder die Zeit habe, zu einem Con zu fahren, lass ich mir vorher schriftlich geben, was in der Hinsicht erlaubt ist.

Hab heute mit den IDV und den alten Pfeilen mal einen direkten Vergleichstest gemacht:

Versuchsanordnung: Mauer in 15m Abstand, die gute Tindra verschiesst mit ihrem 36-Pfünder nacheinander drei Pfeile jedes Typs. Ich weiss, das liegt alles jenseits der normalen und erlaubten Bedingungen. Aber beim LARP kann nun mal viel passieren.
Ergebnis mit den alten Pfeilen: Schussbild ganz ok, alle Pfeile haben es problemlos verkraftet, sind etwa 1,5m zurückgeprallt.
Mit den IDV: Exzellentes Schussbild, aber die Rückpraller waren wesentlich weiter. Bei der Untersuchung war ich dann ziemlich schockiert:
Alle drei Pfeile waren von aussen völlig i.O., aber bei zwei Pfeilen war das Innenteil gebrochen bzw. gesplittert!
Jetzt muss ich natürlich nochmal betonen, dass das kein bestimmungsgemässer Gebrauch war und die IDV-Pfeile aus der verrufenen B04-Reihe stammten.
Trotzdem, obwohl ich früher glühender Anhänger der IDV-Pfeile war, seh ich das jetzt was nüchterner.

Ansonsten wie schon mein Vorredner anmerkte, überleg dir die Qualitäts- und Preisstufe des Bogens gut. Kann immer sein, dass da mal jemand versehentlich drauftritt...
Und: Nicht schummeln beim Zuggewicht! (Siehe oben :lalala )

Grüße, Kai

Da hat der Bard doch glatt...

Verfasst: 19.10.2006, 21:04
von Kata.Kai
... meinen unkonsequenten Gedanken ausgesprochen. Ein Reiterbogen in der Zugstärke hat insbesondere dann einen enormen Mehrwert, falls du mal vom Pferd schiessen möchtest: Stärkere Bögen sind dabei nicht so toll. :D

Und ich merke gerade...

Verfasst: 19.10.2006, 21:13
von Kata.Kai
... dass ich mich zum Wasserträger vom "Sicherheit beim Schiessen"-Thread entwickle. 8-|

Bin ich schon so vernünftig geworden? *grübel*

Wow, Triple Post! :D

Grüße, Kai

Verfasst: 19.10.2006, 21:18
von Deneriel
Naja, bei der nicht weniger verrufenen J05-Serie löst sich der Kleber der Spitze. Die bleibt schon drauf, so isses nicht. Aber wenn man den Pfeil dann zu schwungvoll einsammelt oder zu kräftig aus dem Köcher zieht machts einfach "plupp".

Meinen Satz von 4 Pfeilen hab ich jedenfalls auf Garantie eingeschickt und anstandslos die Köpfe mit neuem Kleber aus der Serie X06 verklebt bekommen. Wie der sich bewährt konnte ich noch nicht testen.

Letztlich ist es in der Tat ein Glaubenskrieg - die Argumente pro IDV sind halt Sicherheit, berechnete Massen und Kräfte, und daß er dafür ne Produkthaftpflicht hat. Und die Versicherung wird sowas nicht für ein Produkt machen bei dem Unsummen an Schadensersatz vorauszusehen sind.
Argumente contra IDV ist daß die Pfeile halt anders und weiter zurückprallen und von vielen Leuten werden sie als "schmerzhafter" empfunden.

Unrecht haben beide nicht - der IDV-Pfeil leitet die Geschossenergie halt gleichmäßig ab durch den industriell geschäumten Kunststoff. Das bedeutet aber wiederum auch daß kein Puffer wie superweicher Matratzenschaumstoff oder sowas den ersten Aufprall dämpft. Beides zugleich geht halt nicht.

Ich habe Pfeil und Bogen bislang nicht auf vielen Cons dabei gehabt, aber bisher hatte auch niemand Probleme mit den IDV-Pfeilen wenn sie im Vorfeld überhaupt bekannt waren (sic!)
Wenn eine Orga den einen oder anderen Pfeiltyp ablehnt kann sie Bögen auch gleich untersagen.
Mir sind ja schon Leute begegnet die nur vom Hörensagen und aus Erzählungen Dritter den Pfeilen ablehnend gegenüberstehen.
Alle haben sie ihre Vor- und Nachteile.

Der optimale LARP-Pfeil passt für alle Bögen zwischen 15 und 30 Pfund und Auszugslängen von 26 bis 30 Zoll, zerbricht nie, hält Fußtritte aus, fliegt wie ein normaler Sportpfeil, ist in (billiger) Massenproduktion herstellbar und trifft beim Ziel Butterweich auf der Fläche einer Tupperware-Runddose auf.
Den optimalen LARP-Pfeil gibt es also nicht und nun muß jeder für sich selbst herausfinden mit welchem Material man arbeiten kann.

Ein LARP-Schütze ist immer eine Kombination aus Schütze, Bogen und nicht zuletzt dem Pfeil.
Der Mensch hinter dem Bogen muß sich im Klaren darüber sein was er tut und wie die Pfeile mit diesem Bogen fliegen, und dementsprechend den Schuß auch unterlassen wenn irgendwo eine akute Gefährdung zu erkennen ist.
Kopf und alles Unterhalb der Gürtellinie sind keine Trefferzonen, und man sollte als Schütze dann eben auch so gut zielen können, daß man auf die 10-25m die im LARP den Normalbereich darstellen dürften, trifft.

LARPer, die nicht darauf achten sich (aktiv oder passiv z.b. durch Gewandung als Heiler) aus Kämpfen herauszuhalten haben sich mE mit eventuellen blauen Flecken bei der Anmeldung zum Con einverstanden erklärt.
Dazu muß es nicht kommen aber wenn es doch mal passiert, z.b. durch einen Schuß, sollte man damit eben leben können.


Nachtrag (wieder mal):
Logo, nen Reiterbogen geht natürlich auch, die sind auch nicht sooo selten zu sehen.
Das mit dem Langbogen war ja nur ein Bleistift weil das zu meinem Charakter IMHO besser passt.

Ich hab mich zwar für einen Bogenbaukurs in 2 Wochen angemeldet, aber selbst wenn das Ergebnis präsentabel aussehen und schießen sollte werd ich den vermutlich nur selten auf ein LARP mitnehmen - da kommt wieder das "rechne damit daß er kaputt geht" ins Spiel.

Und ich sitze auch nicht soweit weg von Rheine, für die Erklärung und den Schießstil verweise ich jedoch auf andere Leute die das schon länger machen. Daran arbeite ich selbst noch.

@Philäus: Bist du denn mobil? Ich unterstelle jetzt einfach mal daß du ein Auto oder sonstiges KFZ hast oder nutzen kannst.

Verfasst: 19.10.2006, 21:30
von Philius
also ich hab ja schon ein halbes jahr erfahrung mit bogensschiessen von daher weiß ich wohl wie ich die mich beim schiessen verhalten muss usw., zu anfang wollte ich mir sowieso einen bogen namens "Bärentöter" für 64€ kaufen und was ihr alles über die pfeile wisst ist erstaunlich :anbet ! Habt mich auf jeden Fall gut beraten und überzeugt, ich habe mich bereits für einen Langbogen entschieden, weil ich mal auf einem Mittelaltermarkt (oder kann man das nicht mit Sport/Larpbögen vergleiche?) mit drei Bögenarten geschossen, dem normalen Kurzbogen, dem Reiterbogen und dem Langbogen mir gefiel der letzt genannate am besten, aber da dieser mit sicherheit teuer ist werde ich erstmal mit meinem "Bärentöter" auf Con's gehen, schießen üben usw. und sofort! ;-)

Verfasst: 19.10.2006, 21:58
von Deneriel
Bloß nich!
Suche mal nach "Bärentöter" - die werden (vermutlich nich ganz zu Unrecht) hier in der Luft zerrissen.

Ich hab für meinen Langbogen 99 Euros hingelegt, also knapp unter der magischen 100 geblieben und damit bist du unter Garantie schon deutlich besser bedient als mit dem Billig-Pluchzeugs von iBäh.

Verfasst: 19.10.2006, 22:05
von benz
es gibt viele gute günstige LB, der Bärentöter gehört NICHT dazu, es gibt ihn übrigens schon viel länger als ebay, aber besser isser nicht geworden :-(

Verfasst: 19.10.2006, 23:56
von morganalafay
Moin,

hab ich heute eigentlich schon erwähnt, daß ich es immer noch strunzdumm finde, mit Pfeilen auf Leute zu schießen?

Laßt doch beim Larp die Schaumstoffwaffen, dann is doch gut. Pfeile können immer, und das wörtlich, ins Auge gehen.

Gruß Tom

RE:

Verfasst: 20.10.2006, 00:22
von benz
Original geschrieben von morganalafay

Moin,

hab ich heute eigentlich schon erwähnt, daß ich es immer noch strunzdumm finde, mit Pfeilen auf Leute zu schießen?

Gruß Tom
tja und wer hat hier an dieser Stelle nach Deiner Meinung gefragt? Man kann wirklich in jedem thread mit jedem ne Grundsatzdiskusion beginnen, nur zu was? :doh

Hey, ...

Verfasst: 20.10.2006, 00:31
von Kata.Kai
... was soll das werden, Thread-Hijacking?

Nur mal als Anekdote am Rande, Tindra hat sich bei ihrem ersten LARP die Nase gebrochen, und daran war kein Pfeil beteiligt.

Mehr sag ich dazu jetzt nicht. Ist eigentlich auch alles gesagt.

Greetz und gute Nacht,
Kai

Verfasst: 20.10.2006, 00:39
von benz
zurück zum Thema:

der Bärentöter ist nicht nur deshalb schei... weil er keine Wurfleistung hat, was hier ja nicht so schlimm wäre, sondern weil er auch absolut nichts aushält. Ich hatte mal einen mit ca 25# den hab ich aus Wut über seine Leistung in die Ecke geworfen, da isser einfach durchgebrochen, ok war nicht schade drum, nur um die Kohle......

Wenn da mein Hund zufällig drüber läuft ist der garantiert hin.... :D

Was Belastungen angeht denke ich, ist ein Selfbow weniger empfindlich als ein glasbelegter Bogen, z.b. was das Absplittern von Kanten angeht. Und mehr A isser auch :D

liebe Grüße benzi

Verfasst: 20.10.2006, 01:13
von locksley
Zur Ehrenrettung des Bärentöters muß ich anmerken, daß es davon auch vor allem fürs Larp recht brauchbare Teile gibt. Die verleimten Eschenlangbögen, von der Art her Englische Langbögen sind so schlecht nicht. So einen hab ich auch noch. Mit ner neuen Sehne schiessen sie ganz orgentlich und sind auch robust. Ich weiß nur nicht welche Händler die im Angebot haben, ich hatte meinen damals direkt von Herbertz bezogen. Leistete mir schon gute Dienste auf Märkten, wo ich den Bogen nur zum Vervollständigen der Darstellung dabei hatte, wenn der kaputt oder verloren geht ist der Schaden schnell geschätzt, und man kann bei Bedarf damit noch ganz ordentlich schiessen.

RE:

Verfasst: 20.10.2006, 09:43
von Deneriel
Original geschrieben von morganalafay
hab ich heute eigentlich schon erwähnt, daß ich es immer noch strunzdumm finde, mit Pfeilen auf Leute zu schießen?
[...]
Pfeile können immer, und das wörtlich, ins Auge gehen.
Eben deswegen haben sich ne Menge schlauer Leute Gedanken gemacht über die möglichst sichere Konstruktion von Pfeilen, und aus den gleichen Gründen gibt es Zugkraftbeschränkungen bei den Bögen.
Damit ein Pfeil eben nicht ins Auge geht sondern im ungünstigsten Fall am Schädel abprallt.

[Polemik]
Habe ich es schon erwähnt daß ich diese Motorradfahrer nicht leiden kann die glauben die ganze Straße wäre ihre und die sich und andere Verkehrsteilnehmer scheinbar mit Absicht in Gefahr bringen wenn sie in gefährlichen Situationen überholen oder die Beschleunigung eines anderen KFZ falsch einschätzen?
Und extrem laut sind sie auch noch.
[/Polemik]
Also lass uns LARPern unsere Bögen, Gedanken zum Thema Sicherheit wurden und werden gemacht, ich empfehle z.b. die Lektüre von Norberts Homepage (http://www.idv-engineering.de/) welche zu dem Thema und zu seinen Testmethoden Informationen enthält.
Andere testen nach ähnlichen Voraussetzungen, wenngleich sie es vielleicht nicht so schön detailliert ausführen.

Also BACK TO TOPIC BITTE

@locksley: Ich glaube nicht daß das 40€ Modell von eBay dazu gehört. Du schriebst ja schon daß du suchen mußt.

@benz: kommt vermutlich auch auf den Bogen an. Neben der Belastung durch einen Tritt o.Ä. muß der es auch aushalten mal ins feuchte oder nasse Grad gepfeffert zu werden, oder daß er bei Anwendung des alten Elfischen Zaubers nixwieweg irgendwo anschlägt. Kaputt bekommt man auf Dauer dabei vermutlich fast jeden Bogen wenn man nicht arg aufpasst.

nur so nebenbei eingeworfen..

Verfasst: 20.10.2006, 10:21
von Ravenheart
... Im Zuggewichtsbereich 20 - 30# dürften sich gut aussehende und auch anständig werfende Bogen aus Rattan herstellen lassen! Nur nicht zu lang machen, da werden sie "wabbelig", aber bis 1,60 kann man vmtl. gehen.. Hab schon lange vor, so was mal im LB-Stil herzustellen, also runder Querschnitt und zünftig mit Hornnocken..

Der Vorteil von Rattan ist:
Wegen der hohen, weichen Elastizität MUSS man dicke Querschnitte wählen, dadurch sind sie dann trotz moderatem Zuggewicht nicht so empfindlich!
Außerdem ist Rattan leicht, auch das kommt gerade niedrigeren Zuggewichten zugute. UND es ist tolerant gegen Beschädigungen (Dellen, falls man mal gegen nen Ast schlägt) und gegen Überziehen, wenn man im Eifer mal weiter auszieht als gewöhnlich.

Aus Rattan lassen sich auch gerade deshalb sogar aufwändige Phantasie-Bogen machen, ich erlaube mir, hier noch mal meinen "Elfenbogen" zu zeigen:

Bild

Bild

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Mit meiner "Elfe" im Einsatz!
:-)

Rabe

(Bauskizze)