Tag,
Pfeile aus dem Hochmittelalter gibt es in Fragmenten in den "Holzfunden aus Schleswig" und im Kolloqium der "Lübecker Stadtarchäologie."
Beide Pfeile waren, sofern ich mich richtig erinnere aus Tanne.
Dann gibt es noch Fragmente des 13 Jhd. in Ausgrabungen aus Waterfront ( England )
Reste von Federn sind mir aus dieser Zeit nicht bekannt.
Pfeile z.Zt d. 13. bis 14 Jh.
-
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Re: Pfeile z.Zt d. 13. bis 14 Jh.
Vielleicht ist das für dich noch von Interesse. Bei der Arbeit an einem anderen Thema bin ich über eine Stelle gestolpert, die deine Frage streift.
Elemer Malyusz schreibt in seinem Buch 1), dass die Bauern in Ungarn bewaffnet wurden. Die Waffen waren Bögen, Lanzen, Flegel. Die Harnische blieben Adligen vorbehalten. Mit diesen Waffen sollte sie bei der Landesverteidigung helfen. Sie konnten ständig mit diesen üben und setzten sie wohl auch teilweise gegen ihre Herren ein. Die Bogenschützen wurden nicht in Sondereinheiten zusammengefasst, sondern blieben Hilfskräfte der jeweiligen Ritter.
Das Ganze bezieht sich auf Ungarn in der Zeit Sigismunds.
Die genaue Stelle kann ich dir leider nicht mehr sagen, müsste irgendwo S. 128ff sein.
1) Kaiser Sigismund in Ungarn 1387-1437. Budapest 1990.
Elemer Malyusz schreibt in seinem Buch 1), dass die Bauern in Ungarn bewaffnet wurden. Die Waffen waren Bögen, Lanzen, Flegel. Die Harnische blieben Adligen vorbehalten. Mit diesen Waffen sollte sie bei der Landesverteidigung helfen. Sie konnten ständig mit diesen üben und setzten sie wohl auch teilweise gegen ihre Herren ein. Die Bogenschützen wurden nicht in Sondereinheiten zusammengefasst, sondern blieben Hilfskräfte der jeweiligen Ritter.
Das Ganze bezieht sich auf Ungarn in der Zeit Sigismunds.
Die genaue Stelle kann ich dir leider nicht mehr sagen, müsste irgendwo S. 128ff sein.
1) Kaiser Sigismund in Ungarn 1387-1437. Budapest 1990.
Re: Pfeile z.Zt d. 13. bis 14 Jh.
Hallo!
@John:
http://www.amazon.de/Late-Viking-Age-Me ... 170&sr=8-1
@Squid:
Mit dem "Handbuch der Waffenkunde", da wäre ich vorsichtig. Natürlich kann richtig sein, was da steht. Aber nicht nur ist es keine Primärquelle, das ist auch der Wissensstand von vor 120 Jahren. Inzwischen hat sich in dem Bereich einiges getan (z.B. Mary Rose-, Schleswig-, Haithabu-Funde). Ohne seine Quellen zu prüfen, würde ich das nicht verwenden. Aussagen wie
. Im Rückschluss müssen dann auch die anderen Aussagen angezweifelt werden.
Sicher aber ein Tipp zum Nachlesen, ich werde es mal per Fernleihe bestellen. Aber im Zweifelsfall besser links liegen lassen, als es einfach so für bare Münze nehmen - im Sinne der Sache.
Gruß,
Heiner
@John:
Meinst Du das Buch hier? http://www.wachholtz.de/produkt.html?&b ... 957dd2b75cJohn Turtle hat geschrieben: Pfeile aus dem Hochmittelalter gibt es in Fragmenten in den "Holzfunden aus Schleswig" und im Kolloqium der "Lübecker Stadtarchäologie."
Und Waterford (nicht Waterfront?)?Dann gibt es noch Fragmente des 13 Jhd. in Ausgrabungen aus Waterfront ( England )
http://www.amazon.de/Late-Viking-Age-Me ... 170&sr=8-1
@Squid:
Mit dem "Handbuch der Waffenkunde", da wäre ich vorsichtig. Natürlich kann richtig sein, was da steht. Aber nicht nur ist es keine Primärquelle, das ist auch der Wissensstand von vor 120 Jahren. Inzwischen hat sich in dem Bereich einiges getan (z.B. Mary Rose-, Schleswig-, Haithabu-Funde). Ohne seine Quellen zu prüfen, würde ich das nicht verwenden. Aussagen wie
sind so wie sie da stehen schlichtweg wertlos, ohne Angabe, um welche Funde es geht. Die oben genannten Fundkomplexe zeichnen da nämlich ein anderes BildDie Pfeile der Normannen, der Engländer wie der Franzosen des 11. jhdt. waren der Länge der Bogen entsprechend von einer Länge nicht über 70 cm, und besaßen bärtige oder lanzettförmige Spitzen. Die Pfeile der englischen, französischen und deutschen Bogen hatten eine durschschnittliche Länge von 110 cm bei 1,5 cm Pfeilquerschnitt.

Sicher aber ein Tipp zum Nachlesen, ich werde es mal per Fernleihe bestellen. Aber im Zweifelsfall besser links liegen lassen, als es einfach so für bare Münze nehmen - im Sinne der Sache.
Gruß,
Heiner
Zuletzt geändert von Heiner am 07.03.2008, 09:37, insgesamt 1-mal geändert.
"Gegen Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens."
Re: Pfeile z.Zt d. 13. bis 14 Jh.
@ Heiner
Zum Handbuch: Ich weiss, darum hab ich ja auch auf das Erscheinungsdatum hingewiesen.
Ich dachte es käme rüber, dass es das genaueste Werk nicht ist :) . Is schon stellenweise ein wenig verklärt und auch schlichtweg falsch. Aber es ist eine interessante Zeitgeschichtliche Quelle. Für bare Münze nehm ich da aber gar nix.
By the way: Orientiert hat er sich offenabr an einer Darstellung eines "Landsknechts mit Langbogen" aus den Zeugbüchern von Maximilian I. Leider ist das Bild im Netz nicht aufzufinden. Die Zeichnung ist extrem genau und zeigt einen typischen ELB mit Hornnocken, der Tiller stimmt ;-) und die Pfeile haben old-englich Befiederung und ne Bodkinspitze
Sq
EDIT: Ein ÄHNLICHES Bild, dass allerdings hinsichtlich des Bogens nicht ganz so detailgetreu ist, ist hier zu finden: http://www.kriegsreisende.de/renaissanc ... euzeit.jpg
Zum Handbuch: Ich weiss, darum hab ich ja auch auf das Erscheinungsdatum hingewiesen.

Ich dachte es käme rüber, dass es das genaueste Werk nicht ist :) . Is schon stellenweise ein wenig verklärt und auch schlichtweg falsch. Aber es ist eine interessante Zeitgeschichtliche Quelle. Für bare Münze nehm ich da aber gar nix.
By the way: Orientiert hat er sich offenabr an einer Darstellung eines "Landsknechts mit Langbogen" aus den Zeugbüchern von Maximilian I. Leider ist das Bild im Netz nicht aufzufinden. Die Zeichnung ist extrem genau und zeigt einen typischen ELB mit Hornnocken, der Tiller stimmt ;-) und die Pfeile haben old-englich Befiederung und ne Bodkinspitze
Sq
EDIT: Ein ÄHNLICHES Bild, dass allerdings hinsichtlich des Bogens nicht ganz so detailgetreu ist, ist hier zu finden: http://www.kriegsreisende.de/renaissanc ... euzeit.jpg
Zuletzt geändert von Squid (✝) am 07.03.2008, 11:14, insgesamt 1-mal geändert.
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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- Sr. Member
- Beiträge: 303
- Registriert: 06.08.2003, 23:46
Re: Pfeile z.Zt d. 13. bis 14 Jh.
@ Heiner
1. Ja das Buch meine ich
2. Natürlich Waterford, mann sollte kein Radio hören beim posten :-)
Aber das Buch was Du meinst habe ich nicht. Ich habe das aus einem Fachartikel ( englisch ) aber den hab ich auch nur als Kopie vorliegen.
ich müßte mal nachsehen wie der Verfasser heißt
1. Ja das Buch meine ich
2. Natürlich Waterford, mann sollte kein Radio hören beim posten :-)
Aber das Buch was Du meinst habe ich nicht. Ich habe das aus einem Fachartikel ( englisch ) aber den hab ich auch nur als Kopie vorliegen.
ich müßte mal nachsehen wie der Verfasser heißt
Pfeilfragmente Waterford
Hier mal die Informationen zu den Pfeilfunden aus Waterford:
1 Fundstück (A) wurde klar als Pfeil identifiziert, 1 weiteres (B) möglicher Weise ebenfalls.
Stück A:
- Datiert auf Mitte 12. Jahrhundert
- Der Erhaltungszustand war sehr schlecht zum Fundzeitpunkt, das Stück ist fast umgehend zerfallen. Zum Glück wurde es vorher fleissig dokumentiert.
- Der Schaft war von Nock an 580 mm lang, davon 25mm im Sockel der Spitze
- Runder Querschnitt: 9 mm Spitze, tapert auf 4,5 mm am Nock
- Augenscheinlich befindet sich eine Kerbe für die Sehne am Nockende (schwammig formuliert)
- Zur Befiederung usw. keine Informationen
- Holz nicht identifizert; lediglich als nicht Eibe klassiert
.
Stück B:
- Material Eibe
- Sind im Grunde zwei Fragmente, die zusammengesetzt Stück A ähneln
- Keine weiteren Informationen, die nicht schon aus (A) hervorgehen würden.
Das war's zu Waterford. Wenn ihr mich fragt, das ist eher ein Armbrustbolzen als ein Pfeil.
Gruß,
Heiner
Quelle: Late Viking Age and Medieval Waterford: Excavations 1986-1992 (Gebundene Ausgabe), ISBN-10: 1872002986, ISBN-13: 978-1872002989, S. 545, 546, 552
1 Fundstück (A) wurde klar als Pfeil identifiziert, 1 weiteres (B) möglicher Weise ebenfalls.
Stück A:
- Datiert auf Mitte 12. Jahrhundert
- Der Erhaltungszustand war sehr schlecht zum Fundzeitpunkt, das Stück ist fast umgehend zerfallen. Zum Glück wurde es vorher fleissig dokumentiert.
- Der Schaft war von Nock an 580 mm lang, davon 25mm im Sockel der Spitze
- Runder Querschnitt: 9 mm Spitze, tapert auf 4,5 mm am Nock
- Augenscheinlich befindet sich eine Kerbe für die Sehne am Nockende (schwammig formuliert)
- Zur Befiederung usw. keine Informationen
- Holz nicht identifizert; lediglich als nicht Eibe klassiert

Stück B:
- Material Eibe
- Sind im Grunde zwei Fragmente, die zusammengesetzt Stück A ähneln
- Keine weiteren Informationen, die nicht schon aus (A) hervorgehen würden.
Das war's zu Waterford. Wenn ihr mich fragt, das ist eher ein Armbrustbolzen als ein Pfeil.
Gruß,
Heiner
Quelle: Late Viking Age and Medieval Waterford: Excavations 1986-1992 (Gebundene Ausgabe), ISBN-10: 1872002986, ISBN-13: 978-1872002989, S. 545, 546, 552
"Gegen Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens."