Schießen in Feld und Wald?

Fragen zu Boegen zum Bogenschiessen. Keine Fragen zum Bogenbau.
menhir
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Beitrag von menhir »

Verrätst du mir auch, wo man diese Datei findet? ;)
Taran
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Beitrag von Taran »

Den Link hat Loscksely auf der ersten Seite dieses Threads schon gepostet! Einfach draufklicken!
Taran von Caer Dallben

[size=2] [color=blue][b]... και δόξα τω Θεώ ![/b][/color][/size]
bogensee

Beitrag von bogensee »

Seid gegrüßt, alle miteinander,
schönes Thema, wichtiges Thema. Und wenn auch sicher schon immer mal wieder behandelt, gerade über die Schnittstelle zwischen Bogenschützen und Restbevölkerung, zumal wenn Amts- oder Funktionsträger in für uns sensiblen Bereichen, sollte eine immer wieder aktualisierte Kommunikation schon mal eben so mitlaufen.
Ich finde es sehr bereichernd, wenn möglichst viele Leute Vieles berichten; auf manches kommt man ja selbst garnicht.

Das Roven ist des Schützen Lust - bei mir macht das sicher so ca. 90% meiner Bogenaktivitäten aus, der Rest sind Draußenschüsse auf feste Ziele ( mein derzeitiger Favorit ist die 1,5 l Grani...flasche, wahrscheinlich aus Rache, weil sie sich durch`s Pfandsystem geschmuggelt hat ).

Zumeist in Gange bin ich im Land Brandenburg, kurz nördlich über Berlin. "Mein" Wald hier direkt vor der Haustür gehört aber zu den Berliner Forsten.
Und da Berlin/Brandenburg ja quasi die Light - Version von Preußen ist, welches wiederum die Brutstätte der Bürokratie auf Erden ...; naja,
jedenfalls herrscht hier Ordnung, zumindest was Zuständigkeiten angeht: jedes Stück Landeswald ( und das ist es hier überwiegend ) hat sein Forstamt, die werden zwar auch immer mehr zusammengelegt, aber den zuständigen Revierförster findet man eigentlich immer. Notfalls durch Nachfrage in der Gemeinde. Und als guter preußischer Beamter hat er auch einmal in der Woche Sprechstunde, meist Dienstag-Nachmittag.Da dann aufzutauchen, am Besten nach telefonischer Anmeldung, löst m.E. die meisten Probleme schon im Vorfeld.
Wenn er einen nicht rausschmeißt, u.U. vielleicht sogar interessiert ist, Dich allein dadurch, daß Du den "Dienstweg" gehst, für sowas wie seriös hält, haste gewonnen:
- hier gibts dann nämlich die wichtigen Infos
für vor Ort: geschützte Bereiche im Revier (spez. Biotope, Setz- und Nistplätze,...),die UNBEDINGT zu meiden sind; an welchem Platz mit welchem Pächter bzw. Begehungsscheininhaber zu rechnen ist ( idealerweise kommt es gleich zu `ner Kontaktaufnahme); Jagdzyklen -> das kann richtig spannend sein: bei uns hier gibt es z.B. die Intervall - Jagd, d.h., bestimmte Tiere werden zu bestimmten Zeiten intensiv bejagt ( nicht mit der Thematik "Schonzeit" usw. verwechseln, das spielt da zwar mit rein, beschreibt aber nicht alles)-> so geht hier bei uns ( und sicher auch woanders) am 01.05. der Bock "auf" , und zwar für ca. 20 Tage : d.h., in dieser Zeit werden alle grünen Männer, die überhaupt noch ein Schießgewehr auf die Kanzel kriegen, unterwegs sein. 3 Wochen lang.Jeden Tag. Morgens. Und abends.Auch am Sonntag.
Wenn man keine Ausweichmöglichkeit hat, ist der Mai in B/B genau der Monat, um mal wieder in Ruhe Pfeile zu wickeln, Köcher zu nähen, ...
Und wenn man aus Unkenntnis in so ein Intervall reingerät - na, gute Nacht für`s Bogenschießen in diesem Revier für viele Jahre.
Also besser vorher den Revierförster fragen. Der ist im Übrigen auch der Einzige, der als Hoheitsträger berechtigt ist, Personalien zu verlangen und aufzunehmen. (Manch Jagdpächter tut da zwar auch gern so, güldet aber nicht.)
Ich selbst habe das große Glück, daß unser hiesiger Revierförster seit vielen Jahren ein sehr guter Freund von mir ist; seit 2 jahren schießt er Langbogen ...

Und eh ich aus dem Labern garnicht mehr rauskomme, nur noch kurz:

BLUNTS im Wald zu benutzen ist m.E. eh das Beste ( keine Verletzungen an Bäumen, kaum unter - die - Grasnarbe - ziehen, kein Steckenbleiben in der Höhe beim in den Weg springenden Baum (s.a. Murphys Pfeilbruchgesetze), aber: so ganz auf der sicheren Seite ist man bei einem übelgelaunten Jagdpächter, der `n bissel Waffen - Historik betrieben hat, dann doch nicht: so`n Blunt erinnert nämlich ganz fatal an den klassischen Niederwild- und Vogelpfeil ( geschnitztes Holzkeulchen statt Spitze) des späten Mittelalters ...

BEUNRUHIGUNG DES WILDES (als strafrechtl. Umstand): tja, die reine Existenz von uns zu vielen Menschen erfüllt diesen Tatbestand ja schon von sich aus, zumindest, sobald wir das Haus verlassen - wenn man "sein" Revier so halbwegs kennt, vermeidet man sensible Stellen, zumal in der brut- und Setzzeit ja eh - und was mir selbst hilft, für beide Seiten mit Erschrecken verbundene Spontanbegegnungen mit Wild zu vermeiden, sind : 1. meine klappernden Holzpfeile im Köcher ( sonst ja eher etwas nervig) und 2. mein eigenes Unvermögen, mich im Wald wirklich leise zu bewegen (Geht Euch das auch so, daß Ihr ständig über irgendwelche fiesen Äste u.ä. stolpert, die einen Schritt vorher garantiert noch nicht dagewesen sind?)
Naja.

Und nun aber wirklich zum Schluß: @ Ashtree: Du schreibst, daß das Mitführen eines Bogens ÜBERALL erlaubt ist, da der Bogen ja nicht unter das Waffengesetz fällt.
Dazu folgende kurze Anekdote, kurios aber wahr : Im Jahre 2003 setzte der sächsische Landtag eine Kommision mit dem lobenswerten Ziel ein, den Gesetzesdschungel nach Unnützem zu durchforsten und Dieses ggf. zu bereinigen:sie wurden in knapp 3000 Fällen fündig: u.a. entdeckte man ein Gesetz, das das Tragen von Bogen und Pfeilen in drei sächs. Städten, ich erinnere mich leider nur noch an die Stadt Meißen, unter schwere Strafe stellte. Gegeben im Jahre des Herrn 1325 !!! ( Sicherlich in der letzten Zeit nicht mehr allzu oft in Anwendung gekommen, nichts desto Trotz nominal aber noch gültig!) Also Vorsicht, Damen und Herren.

In diesem Sinne und den besten Grüßen an Alle.
Bogensee
Harlekin
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Beitrag von Harlekin »

das mit dem gesetz von anno domini 1325 is ja nun heftig(typisch deutsch).Also um im wald niemandem in die quere zu kommen ist sicherlich das beste immer noch vorher informieren jagdzeiten sind auch immer zu beachten und immer vorsichtig sein denn der geneigte wanderer oder pilzsucher oder jogger usw. rechnet ja nicht mit beschuss und achtet da also nicht drauf.Und immer darauf achten dass der wald sauber bleibt und ggf.auch mal müll mit rausnehmen ist reine werbung für den eigenen stand
gruß
Harlekin
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