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Re: Reiterbogen - woher und welche Pfeile?

Verfasst: 22.03.2011, 18:18
von benzi
Janitschar hat geschrieben:Und was sagst du zu der Aussage?
ähm....... nichts ;D

ich hab in den 15 Jahren in denen ich Bogen schiesse so viele Theorien über die Ursachen von Handschock gehört und gelesen....... ich denke irgendwie stimmen sie alle.......... aber keine für sich alleine........

benzi

Re: Reiterbogen - woher und welche Pfeile?

Verfasst: 22.03.2011, 19:16
von Feanor1307
Moin Moin,

@Benzi
Das denke ich auch!

@all

Das Thema Vorteile/Nachteile des Asymetrischen Bogens ist ein sehr spannendes wozu es sicher viele (qualifizierte) Meinungen gibt. Vielleicht sollte man dazu einen eigenen Thread aufmachen um dem Ganzen etwas mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Zu dem was der Prof. da sagt, nun ja, ich weis nicht. Ich glaube die Asymmetrie des Yumi hat am ehesten mit der Übernahme alter, nicht hinterfragter Traditionen zu tun, als irgendwelchen Vorteilen bezüglich des Handschocks. Bei einem gut ausbalancierten symmetrischen Bogen bewirkt eine dezentrale Auflage immer stärkere Vibration, einen stärkeren Handschock, sowie geringere Abschussgeschwindigkeit. Wird der Pfeil genau mittig aufgelegt und aus dem Zentrum geschossen eliminieren sich die Schockwellen der Arme in der Mitte so das diese absolut ruhig wird. Liegt man außerhalb dieser Mitte gibt es Wellen, ggf. Handschock aber auf jeden Fall Vibratinenen. Und da kommen wir zu dem Grund warum der Yumi Schütze seinen Bogen wegdrehen muss. Durch die asymmetrische Haltung und die damit verbundenen Vibrationen genügt das Archers Paradox nicht um den Pfeil sicher um den Griff zu lenken. Wegdrehen wird praktisch zur Notwendigkeit (sieht man im Video übrigens hervorragend, Mensch schüttelt das!). Das der Pfeil durch die Drehung des Handgelenks beschleunigt wird halte ich vorsichtig ausgedrückt für Mumpitz. Selbst bei sehr rascher Drehung des Handgelenks dreht man die Hand gerade schnell genug das der Pfeil am Griff vorbei kommt. Geht auch kaum schneller und das ist gut so. Denn wäre der Impuls signifikant würde man dem Pfeil beim Ablass noch einen schönen Klapps auf die Seite geben, was das Zielen schwierig macht.
Jene Dinge die in diesem Video dargestellt werden machen mir den Eindruck, als hätte man aus der Not eine Tugend gemacht. Die japanischen Bögen waren irgendwann asymetrisch. Warum dem so war ist eine interessante Frage. Vielleicht war es eine Frage der Handlichkeit, vielleicht eine Frage des Materials, aber die Gründe die hier angeführt werden ließen sich mit anderen Designs besser lösen. Es ist wahrscheinlich wie mit vielen (bei weitem nicht allen) anderen Dingen der japanischen Kultur: Sie sind nicht auf maximale Effizienz ausgelegt sondern auf das Ritual. Beispiel 1 Teezeromonie: Man kann den Tee aufkochen, trinken und hat das Koffein im Blut. Man kann das aber auch so richtig in die Länge ziehen und ein Ritual daraus machen. Beispiel 2 Yumi schießen: Man kann einen richtig guten Bogen nehmen (z.B. chin. Kompositbögen der Konfuzius Ära) und damit sein Ziel treffen. Oder man macht ein Ritual daraus, vernachlässigt diese Aspekte und nimmt einen Yumi. Der Yumi ist für mich ein ideales Beispiel dafür was herrauskommt, wenn ein unterlegenes Prinzip bis zum letzten Punkt perfektioniert wird (dafür gibt es sicher gute Gründe) aber einem anderen auf den gleichen Zweck ausgelegtem dennoch immer unterlegen sein wird. Weitere Beispiele: Zeppeline, Verbrennungsmotoren, Pfeil+Bogen etc..

Grüße Feanor

P.S.: Für mich gehören Yumis, mitsamt zugehöriger Technik zu den optisch elegantesten und schönsten Bögen überhaupt!

Re: Reiterbogen - woher und welche Pfeile?

Verfasst: 23.03.2011, 12:59
von benzi
naja der Yumi ist ja nur die extreme Form der Asymetrie......... wir haben ja auch asymetrische Bogenfunde bei Hunnen und Skythen........ ich kann dazu eigentlich nur sagen, dass die Asymetrie eine etwas andere Schiesstechnik erfordern, dazu gab es einen thread von Jo........ (snake-jo) ich kann ihn aber nicht finden.......... :'(

benzi

Re: Reiterbogen - woher und welche Pfeile?

Verfasst: 24.03.2011, 23:00
von Hexer
Richtig, bin ebenfalls groß, ebenfalls Daumenschütze seit noch nicht allzu langer Zeit und hab ebenfalls einen ziemlich langen Auszug.
Genauer gesagt sind meine Schäfte 33" lang und sie reichen mir gerade so (für meinen Bogen ist auch ein Maximalauszug von 33" angegeben). Ich könnte problemlos auch 34" oder je nachdem wie ich meinen Ankerpunkt legen will sogar 35" ausziehen.

Mein aktueller Bogen ist ein Grozer Nomad G6 Avar. Meines Wissens hat der Fiberglaswurfarme, so fühlt er sich jedenfalls auch an. Ist meiner Meinung nach absolut kein schlechter Bogen aber es gibt auf jeden Fall auch besseres und genau das such ich grade. Der Avar war damals der einzige Reiterbogen in relativ niedriger Preisklasse den ich mit einer Angabe von mehr als 32" Maximalauszug gefunden habe, zudem hat er mir ganz gut gefallen und so wurde er gekauft. Inzwischen bin ich besser informiert was das Angebot an Reiterbögen für langen Auszug angeht aber alles was ich bisher so aufstöbern konnte wurde hier eigentlich auch schon genannt (und noch ein paar Modelle mehr, prima Sache!). Man muss für so einen Bogen meines Wissens auch tatsächlich nicht übermäßig viel Geld ausgeben, selbst wenns ein guter sein soll.