Re: Werbung für Kyudo - Anfängertraining
Verfasst: 29.04.2014, 16:07
Hallo Johannes!
Interessante Frage, und eine die auch bei uns immer wieder aufkommt.
Unsere Anfänger üben in der Regel gleich im Dojo mit und auch da bleibt kaum einer.
Weil man in die Leute Zeit und Energie investiert hat fragt man sich natürlich: Was passt nicht...?
Ich denke, wenn man hier so die Meinungen liesst sieht man schon in etwa was nicht passt.
Die wenigsten Leute wollen Kyudo machen. Die wollen Bogenschiessen, Zen erfahren, "was Japanisches" machen, Abschalten, Leute kennen lernen,... was-weiss-ich...
Die Leute wollen ein Wunschkonzert - und möglichst mit Sofort-Erfolgsgarantie.
Ist dann die Frage ob es sinn-bringend ist das was man macht ab zu wandeln um den Wünschen derer zu entsprechen denen Kyudo so wie es ist halt nicht zusagt...
Dann können Leute die kein Kyudo machen wollen Kyudo machen...
Und wir haben es ja schliesslich auch nicht erfunden, sondern aus Japan übernommen, wie wollten wir es denn ändern ohne uns vom japanischen Stammverband zu verabschieden...?
Kyudo ist ein Nichensport - auch in Japan (ZNKF: ca 120,000 Mitglieder glaube ich - Japan: 127 Mio Einwohner ... 0,1 % ...einer in 1000). Man wird weder hier noch dort einen Breitensport draus machen.
Ich denke man muss es halt anbieten und wenn einer mitmachen will kann er ...wenn nicht, dann halt nicht.
Der einzige Punkt in dem man etwas tun kann, ist darin Interessenten gleich entsprechend zu beraten.
Wenn Leute mit Kyudo anfangen und dann wegdriften, dann meist weil sie sich halt etwas anderes vorgestellt haben.
Man muss sie natürlich da abholen wo sie sind... man kann sie aber nicht immer da hin bringen wo sie meinen, dass sie hinwollen...
...und meist eben nicht in 4 Abenden VHS Kurs.
"Kurs-Leute" sind eh oft schwierig... die machen eben gern Kurse - das ist aber oft in sich abgeschlossen als Aktivität. Es besteht da oft kein Interesse fortlaufend etwas zu machen. Man wollte halt den Kurs machen...
Und Kyudo ist eben auch sehr vielschichtig. Es gibt sehr sportliche Vereine hier, martialische, spirituelle, formelle,...
Wenn nun ein Interessent kommt und gerade Herrigel gelesen hat und Zen erfahren will... vielleicht hat er Glück und kommt an eine Gruppe die Kyudo eher spirituell angeht... oder er hat Pech und kommt in eine Gruppe die nur die harte durchschlagende Linke übt bis die Haut vom Daumen hängt. Es gibt beides hier in Deutschland.
Ich denke man muss sich da selbst als Dojo im Klaren sein was man ist und das dann anbieten, mehr kann man nicht.
Für jeden alles sein zu wollen funktioniert für niemanden.
@carto, sateless & "german Kyudo"...
"German Kyudo" ist, soweit ich es verstehe, ein Begriff der einen eher plumpen, harten und technischen Stil beschreibt.
Deutsche Kyudoka der Heki Schule sind traditionell nicht so die riesen Fans von Formübungen. Schiesstechnik wird geübt, Form gern vernachlässigt. Japanische Lehrer des ANKF bemängeln in deutschen Kyudoka gern fehlende Finesse in der Form und meinen da eine nationale Eigenheit erkannt zu haben...
Das Prädikat "German Kyudo" kann man ganz grob gesagt als "Geballere" verstehen. Routiniert und technisch versiert, aber ohne entsprechende Form...
Die Japaner hätten es nämlich mitunter gern sehr viel formeller als wir es hier machen...
@benzi
Wenn der junge Ogasawara-sama auf einem Volksfest Kinder unterhält, dann ist das eine Sache...
das Training der Ogasawara Schule ist etwas ganz anderes.
Die Ogasawara stehen dem Kaiserhof sehr nahe und sind wohl mit Abstand die strengste und formellste Schule die sich finden lässt.
Die Idee, dass hier im Bild Kyudo-Training der Ogasawara gezeigt wird ist Quatsch.
...und das Oberhaupt der Ogasawara Schule ist immer noch Ogasawara Kiyotada soweit ich informiert bin.
Das Training in Japan ist sicher nicht weniger formell als hier zu Lande und auch in Japan ist Kyudo, wie gesagt, ein Nieschensport.
Weit mehr Menschen spielen Golf, Baseball oder sonst etwas als Kyudo. Viele Jugendliche lernen Kyudo weil "traditionelle Künste" in Japan zum offiziellen Lehrplan gehören. Es ist Pflicht ein paar davon zu belegen. Nur eine geringe Anzahl bleibt aber auch in Japan nach Schule und Studium noch dabei (mag auch dem Arbeitsrhytmus in Japan geschuldet sein...).
Wir machen hier (wie in Japan) zu Feiern usw schon auch Schiess-Spiele - von Luftballon bis Bratpfanne... wo es nur um Spass geht.
Wir haben auch schon Kinder im Dojo unterhalten - im Rahmen von Ferien-Programm. Und klar durften die alle sofort schiessen.
Auch hier wird im Kyudo-Training mal geratscht oder herum geblödelt und Gäste oder Kinder lässt man sowieso einfach machen...
Ich sehen den Unterschied nicht den Du meinst zu sehen zwischen Japan und hier.
Es gibt halt beider Orts einen Unterschied zwischen Spass-Events, Formellem Events und regulärem Training...
Gruss,
Mark
Interessante Frage, und eine die auch bei uns immer wieder aufkommt.
Unsere Anfänger üben in der Regel gleich im Dojo mit und auch da bleibt kaum einer.
Weil man in die Leute Zeit und Energie investiert hat fragt man sich natürlich: Was passt nicht...?
Ich denke, wenn man hier so die Meinungen liesst sieht man schon in etwa was nicht passt.
Die wenigsten Leute wollen Kyudo machen. Die wollen Bogenschiessen, Zen erfahren, "was Japanisches" machen, Abschalten, Leute kennen lernen,... was-weiss-ich...
Die Leute wollen ein Wunschkonzert - und möglichst mit Sofort-Erfolgsgarantie.
Ist dann die Frage ob es sinn-bringend ist das was man macht ab zu wandeln um den Wünschen derer zu entsprechen denen Kyudo so wie es ist halt nicht zusagt...
Dann können Leute die kein Kyudo machen wollen Kyudo machen...

Und wir haben es ja schliesslich auch nicht erfunden, sondern aus Japan übernommen, wie wollten wir es denn ändern ohne uns vom japanischen Stammverband zu verabschieden...?
Kyudo ist ein Nichensport - auch in Japan (ZNKF: ca 120,000 Mitglieder glaube ich - Japan: 127 Mio Einwohner ... 0,1 % ...einer in 1000). Man wird weder hier noch dort einen Breitensport draus machen.
Ich denke man muss es halt anbieten und wenn einer mitmachen will kann er ...wenn nicht, dann halt nicht.
Der einzige Punkt in dem man etwas tun kann, ist darin Interessenten gleich entsprechend zu beraten.
Wenn Leute mit Kyudo anfangen und dann wegdriften, dann meist weil sie sich halt etwas anderes vorgestellt haben.
Man muss sie natürlich da abholen wo sie sind... man kann sie aber nicht immer da hin bringen wo sie meinen, dass sie hinwollen...
...und meist eben nicht in 4 Abenden VHS Kurs.
"Kurs-Leute" sind eh oft schwierig... die machen eben gern Kurse - das ist aber oft in sich abgeschlossen als Aktivität. Es besteht da oft kein Interesse fortlaufend etwas zu machen. Man wollte halt den Kurs machen...
Und Kyudo ist eben auch sehr vielschichtig. Es gibt sehr sportliche Vereine hier, martialische, spirituelle, formelle,...
Wenn nun ein Interessent kommt und gerade Herrigel gelesen hat und Zen erfahren will... vielleicht hat er Glück und kommt an eine Gruppe die Kyudo eher spirituell angeht... oder er hat Pech und kommt in eine Gruppe die nur die harte durchschlagende Linke übt bis die Haut vom Daumen hängt. Es gibt beides hier in Deutschland.
Ich denke man muss sich da selbst als Dojo im Klaren sein was man ist und das dann anbieten, mehr kann man nicht.
Für jeden alles sein zu wollen funktioniert für niemanden.
@carto, sateless & "german Kyudo"...
"German Kyudo" ist, soweit ich es verstehe, ein Begriff der einen eher plumpen, harten und technischen Stil beschreibt.
Deutsche Kyudoka der Heki Schule sind traditionell nicht so die riesen Fans von Formübungen. Schiesstechnik wird geübt, Form gern vernachlässigt. Japanische Lehrer des ANKF bemängeln in deutschen Kyudoka gern fehlende Finesse in der Form und meinen da eine nationale Eigenheit erkannt zu haben...
Das Prädikat "German Kyudo" kann man ganz grob gesagt als "Geballere" verstehen. Routiniert und technisch versiert, aber ohne entsprechende Form...
Die Japaner hätten es nämlich mitunter gern sehr viel formeller als wir es hier machen...
@benzi
Wenn der junge Ogasawara-sama auf einem Volksfest Kinder unterhält, dann ist das eine Sache...
das Training der Ogasawara Schule ist etwas ganz anderes.
Die Ogasawara stehen dem Kaiserhof sehr nahe und sind wohl mit Abstand die strengste und formellste Schule die sich finden lässt.
Die Idee, dass hier im Bild Kyudo-Training der Ogasawara gezeigt wird ist Quatsch.
...und das Oberhaupt der Ogasawara Schule ist immer noch Ogasawara Kiyotada soweit ich informiert bin.
Das Training in Japan ist sicher nicht weniger formell als hier zu Lande und auch in Japan ist Kyudo, wie gesagt, ein Nieschensport.
Weit mehr Menschen spielen Golf, Baseball oder sonst etwas als Kyudo. Viele Jugendliche lernen Kyudo weil "traditionelle Künste" in Japan zum offiziellen Lehrplan gehören. Es ist Pflicht ein paar davon zu belegen. Nur eine geringe Anzahl bleibt aber auch in Japan nach Schule und Studium noch dabei (mag auch dem Arbeitsrhytmus in Japan geschuldet sein...).
Wir machen hier (wie in Japan) zu Feiern usw schon auch Schiess-Spiele - von Luftballon bis Bratpfanne... wo es nur um Spass geht.
Wir haben auch schon Kinder im Dojo unterhalten - im Rahmen von Ferien-Programm. Und klar durften die alle sofort schiessen.
Auch hier wird im Kyudo-Training mal geratscht oder herum geblödelt und Gäste oder Kinder lässt man sowieso einfach machen...
Ich sehen den Unterschied nicht den Du meinst zu sehen zwischen Japan und hier.
Es gibt halt beider Orts einen Unterschied zwischen Spass-Events, Formellem Events und regulärem Training...
Gruss,
Mark