Re: Rentiergeweih bleichen. Welche Methoden gibt es.
Verfasst: 09.11.2014, 20:58
Ja, s'is scho lustig hier mit zu lesen ...
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Da braucht es nicht mal die kleine Schwester. Getreu dem Motto Links ist da, wo der Daumen rechts ist! habe ich z.B. je nach Werkzeug auch zwei rechte Daumen...shokunin hat geschrieben:Klar, wenn der junge Herr Rado dann mit seinem bei Dir erworben H2O2 am Küchentisch herumplanscht, und die kleine Schwester kommt rein geschossen, rumpelt an den Tisch und ist den Rest ihrer Tage blind…
Nicht als Gesellschaft, als die Summe vieler Einzelpersonen! Hier gilt es ja, den "Gewinnern" des Systems nachzueifern, und von denen haben wir in zwei Finanzkrisen vorgelebt bekommen: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren! Das ist halt die typische Und nun verklage ich Dich!-Mentalität, die leider immer weiter um sich greift. Und wenn mir jeder Schritt in den Schuhen umgedreht werden kann, dann laufe ich eben nicht mehr. Und wenn die Richter dann dazu übergehen, die Rechte an meinem Rumgelaufe auch noch dem Schuhhersteller zuzusprechen, dann halte ich meine Füße bar in die Luft. Was bleibt mir übrig?Unterm Strich haben wir als Gesellschaft von unserer Eigenverantwortung abgedankt und sie dem Staat und unseren Versicherungen usw übertragen.
Und das geht schon beim Verdünnen (halbwegs) konzentrierter Säuren bzw. Laugen los. Schon folgender Spruch ist heutzutage nur noch den semiprofessionellen Amateuren bekannt: Erst das Wasser, dann die Säure - sonst passiert das ungeheure. Erst die Säure, dann das Wasser - so wird die Reaktion gleich krasser!Und klar, viele Leute haben keine Ahnung wie gefährlich manche dieser Allerwelts-Chemikalien sind…
Ich empfehle dringend, in einen Abzug zu investieren. Und in einen passenden Atemschutz. HCN ist eines der Gase, welches in tötlichen Dosen daher wabert, ohne dramatisch unangenehm zu riechen. H2S z.B. riecht erst mal bestialisch - bevor man sich innerhalb von Minuten dran gewöhnt hat... (Diese kurze Zeit sollte aber auch als Warnung reichen...)Mich gruselt es zwar jedes Mal wenn ich den Deckel vom Zyankali-Bad aufmache und das rieche…
Ja. Das ist eines der Probleme. Gilt genauso fürs Bogenschießen. Meine 1,40m-PVC-Stöckchenschleuder hat man gerade 25# @28", meine Deppenstöckchen haben 3D-Spitzen und ca. 20gr/#. Und trotzdem stecken die Dinger auf 15m Entfernung ca. 10-20cm tief im Heu-Rundballen. (Nur derzeit nicht, der wurde von der Liebsten an ihr Pferd verfüttert... Trainungspause für mich.) Ich habe nicht wirklich Ahnung vom Bogenschießen. Ein guter Grund, sich jedes Mal klar zu machen, was so ein Projektil für Schaden anzurichten vermag. Gilt genauso für Chemikalien. [Und somit habe ich auch noch den Bogen zum Forum hinbekommen... hehe.][...] und man wird mitunter schon fahrlässig.
Ganz ehrlich? Mir würde derzeit exakt ein guter Grund einfallen, welcher ein privater Erwerber vorbringen könnte, damit ich ihm Kleinstmengen KCN verhökern würde. Und den verrate ich nicht im Netz...Das erste Gebinde Zyankali, das ich gekauft hatte (in UK) waren 0,5kg...
Das Schlagwort hier lautet Anleitung. Damit ist zumindest bei den ersten Versuchen auch Aufsicht verbunden. Und Jäger kennen sich meines Wissens recht gut damit aus...Ich hab’ als Kind Tierschädel gesammelt, die wurden nach Anleitung eines Jägers in H2O2 gebleicht.
Ich denke mal "Wasserstoffperoxid-Lösung". Um so verdünnter, um so unproblematischer. (Hier sei mal der Vollständigkeit halber erwähnt, dass es noch nen Haufen anderer Peroxide gibt. Viele Jugendliche weichen z.B. ihre Akne mit Benzoylperoxid ein...)Gerade relativ frisches Material hab ich dazu schon auch in verdünnter Peroxid-Lösung erwärmt. Kochen würde ich heute nicht mehr, habe ich aber...
Nö. Prinzipiell erstmal nicht. Wenn man Sicherheitsregeln beachtet. Einerseits keine offenen Feuer als Hitzequelle (wegen des freigesetztes Sauerstoffs als Brandbeschleuniger). Andererseits passend spritzgeschütze Gefäße, die aber einen Druckausgleich zulassen. Drittens wirklich ein "Arbeitsmaterial" in der Lösung, damit es nicht zu Siedeverzug kommt. Wenn man nicht so sicherheitsbewußt ist, kann man aber für seine Enkelkinder viele spannende Anekdoten sammeln...Ist es ausgesprochen gefährlich z.B. 10% H2O2 warm zu machen…
Das "degenerieren" ist ja eben das "arbeiten". Wasserstoffperoxid zerfällt zu Wasser und einen freien Sauerstoff-Radikal. Dieses Sauerstoff-Radikal oxidiert durch seinen unstillbaren Wunsch nach einem zusätzlichen Elektron alles, was nicht niet- und nagelfest (bzw. oxidationssicher) ist. Wenn "Farbstoffe" oxidiert werden, verlieren sie zu allermeist ihre Farbe - durch Zerstörung der chemischen Struktur. (Nicht anders funktioniert Bleichen durch Lichteinwirkung. Geht nur langsamer.) Da H2O2 prinzipiell nicht sehr stabil ist, da es sich rein chemisch betrachtet in einem "unglücklichen Übergangszustand" befindet - nichts halbes und nichts ganzes - nutzt es natürlich jeden sich anbietenden Reaktionspartner, um "glücklicher" zu werden.oder nur z.B. unsinnig weil es dann eben schneller degeneriert als es arbeitet?
Du weißt also, was ein "Thermostat" ist. Du benutzt das Ding als "Wasserbad", um andere Dinge nicht nur schonend und ohne offene Flamme zu erwärmen, sondern auch eine Temperaturobergrenze einzuhalten. Herzlichen Glückwunsch - in Zeiten, wo eine durchschnittliche 30-jährige Peson noch nie was von einem "Milchkochtopf" gehört hat, bist Du auf Sicherheit bedacht. Könnte es sein, dass Du betreffend Deines Wissen teilweise etwas tief gestapelt hast? Keine Sorge, ist nicht schlimm...Ich hab’ hier eben z.B. auch beheizte Bäder, eines läuft auf ca 70C. Ich gebe da alles rein (einzeln im Glas im Wasserbad) bei dem ich die Reaktion beschleunigen will
Um so höher die Konzentration, um so vorsichtiger wäre ich. Thermostat ist ne gute Sache. H2O2 nie "ohne was drin" erhitzen, damit nicht ganz viel Sauerstoff auf einmal da raus will - und sich die Flüssigkeit gleichmäßig im Raum verteilt. Eine Art Deckel gegen anderweitige Spritzer - aber so, dass ein Druckausgleich vorhanden ist. Eventuell nen CO2-Feuerlöscher in der Nähe, wenn man sowas öfter bzw. in größerem Umfang macht. Und - ähäm - nen säurefester Abzug ist immer ne gute Idee, wenn man in die "Massenproduktion" geht...Sollte ich das bei H2O2 lassen…?
Dann wird der Erwerb aber gewerblich, und da kann ich dann andere Maßstäbe als für den privaten Endverbraucher anlegen. Gewerbeschein abgeheftet, Empfang bestätigt, fertich.shokunin hat geschrieben:Und als Goldschmied macht man doch immer noch vieles selbst in der Werkstatt.
Habe mich selber noch nicht damit auseinander gesetzt, aber ich vermute mal stark, sowas gibt es in D in der Zwischenzeit auch. Zumindest für passende Fachkreise....dass es hier ein Fertigprodukt gibt, das ich lokal kaufen kann.
AUA! Genau dafür gibt es Verschlüsse mit Druckausgleichsfunktion, die den entstandenen Überdruck raus lassen, aber alle Flüsigkeit drin behalten. Dringend empfohlen! Solch Cent-Artikel verhindert schwerste Unfälle. (Diese Verschlüsse sind in D zumeist GELB. Für Medizinflaschen mit GL28-Gewinde sehen die dann z.B. so aus.)Immer wenn ich mein 30% H2O2 aufmache, dann ist da etwas Druck auf der Flasche.
Genau. So, deucht mir, hatte ich das auch weiter oben beschrieben.Ich dachte die Sauerstoff-Radikale reagieren da eben im Zweifelsfall auch mit einander zu 02, welches dann entweicht, und dass das der natürliche Degenerationsprozess ist.
Das ist tatsächlich meist weniger das Problem. Meist findet die Erwärmung von außen statt (z.B. das Behältnis steht regelmäßig in der Sonne, sowieso vorhandener (Schwel)Brand), dann steigt der Druck in der Flasche (mit falschem Deckel), die Flasche explodiert (oder schmilzt bei Plastflaschen und punktueller Erwärmung), ätzende Lösung wird quer im Raum und auf gegebenenfalls anwesenden Lebewesen verteilt, so ein Brandherd existiert wird der durch den freigesetzten Sauerstoff noch dramatisch beschleunigt... Die anwesenden Lebewesen - im Zweifelsfall verätzt, geblendet und glassplitterperforiert - verfallen in Panik und richten beim Versuch, die Flucht zu ergreifen, noch mehr Schaden an -> noch bessere Brandmöglichkeiten...Und, nachdem der auch schon exotherm ist, wenn man den durch Erwärmen beschleunigt, er zum rasanten Selbstläufer werden kann...
Naja, so ganz stimmt das nicht. Unter Anwesenheit von Protonen (=Wasserstoff-Ionen = H+; also im sauren Milieu) kann eine Oxidation auch stattfinden mit anschließendem Freisetzen von Sauerstoff. Will meinen, ich habe die oxidierende Wirkung und anschließend auch noch Sauerstoff. Da kommt es sehr auf die spezielle Reaktion und das fragliche Reaktionsumfeld an. (siehe auch Wiki -> Redoxtitration mit KMnO4) Chemie ist halt verzwickt...Das entweichende O2 ist aber ja eigentlich ungewollt, denn es hat mit nix als "sich selbst" reagiert... da war eben die Frage nach dem Gleichgewicht zwischen Beschleunigung der gewünschten Reaktionen auf dem Werkstoff und der gleichermassen beschleunigten Reaktion der Radikale untereinander zu O2 und H2O...
Ich sehe das so wie @shokunin. H2O2 wird bein Leinöl vor allem erst mal die gesunden Doppelbindungen in den Fettsäuren oxidieren. (Industriell nennt sich so etwas "Härtung". Ungefähr so macht man Margarine.) Könnte aber sein, dass dann an den Doppelbindungen zu einem gewissen Anteil alkoholische Gruppen entstehen oder die Bindung aufgebrochen wird und kurzkettige Aldehyde oder auch kurzkettige Carbonsäuren entstehen. Alles nicht so lecker - ich würds nicht kosten!Rado hat geschrieben:Sehe ich das richtig dass Leinöl und H2O2 eine heisse Mischung sind und Kontakt ganz unbedingt zu vermeiden ist?