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Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 15.03.2016, 14:35
von fatz
Wenn du nur die Haelfte runtergearbeitet hast sollte eine 90 Grad Drehung normal noch ausgleichbar sein.
Ein aufgespannter Stave dreht sich nicht (so stark)

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 15.03.2016, 15:57
von richards
Ja, bis zum Markkanal, aber bei 90 Grad müßte ich ja auf beiden Seiten nochmal 45 Grad wegnehmen...
da bleibt ja nicht mehr viel.

Bin jetzt nicht sicher, ob er sich die letzten 3 Tage so gewunden hat oder ob das schon vorher (aufgespannt) weitgehend passiert war.
Als ich ihn feucht zugeschnitzt hatte, waren beide Seiten noch gleich...

PS: das war jetzt nicht der 8cm-Bursche, sondern eher 4,5 cm - da ist also nicht mehr viel Reserve.

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 15.03.2016, 17:35
von fatz
Dann wird's knapp. Sonst kannst halt evtl. den Bogen im Rohling drehen:

Links normal, rechts bei Verdrehung
ttt.png
ttt.png (3.57 KiB) 2067 mal betrachtet

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 15.03.2016, 17:44
von schnabelkanne
Servus, durch aufspannen alleine lässt sich ein Verdrehen nicht ganz verhindern, aber ich glaube es war "SnakeJo" der sagte wenn du einen frischen Stave in eine Richtung spannst, kann er sich nicht in eine zweite verdrehen. Deshalb spanne ich meine Staves nun leicht Reflex ein, ca. 5 cm, bei den Holler hat es 2 mal geklappt, siehe Sap-Turnier.http://www.fletchers-corner.de/download ... &mode=view
Gruß Thomas

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 15.03.2016, 20:25
von richards
o.k. - danke. Eingespannt war er ja ca. 2 Wochen um eine Biegung aus der Längsachse zu richten. Evtl. habe ich ihn auch zu früh rausgenommen - dachte er wäre schon weitgehend trocken (fühlte sich so an).
Habe noch mal genau geschaut, es sind keine 90 Grad eher knapp 60. Interessanterweise ist diese Verdrehung aber fast kompl. nur auf einer Seite, die andere hat fast nichts - das macht es etwas schwierig...

Habe jetzt gleich mal 3 weitere Stave entrindet, aber sonst noch kompl. gelassen. Die trockne ich jetzt am ganzen Stück, erstmal mind. 1 Woche draußen und dann noch 2-3 Wochen im Keller.
Kann man dem Holz eigentlich irgendwie ansehen, ob es sich verdrehen wird und wie weit? Bei Hasel sieht man ja kaum eine Maserung.

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 15.03.2016, 20:52
von Klink
@Thomas, eingesponnen wie ne Mumie :p

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 16.03.2016, 08:20
von Hetzer
richards hat geschrieben:Danke, Hetzer!

Hatte jetzt einige Haselstaves frisch aus dem Busch, einige Tage draußen stehen lassen, dann kmpl. entrindet und die Bauchseite bis auf den Markkanal freigelegt. Einge davon hatte ich auf dicke Balken mit Seilen gespannt um Biegungen etc. zu reduzieren.
...
Bin mir jetzt nicht ganz sicher, wie lange du dein Holz trocknest.
Obwohl ich selbst nun schon ziemlich lange keinen Bogen mehr gebaut habe, weiß ich doch, daß ich mein Holz immer mind. ein Jahr, meist aber länger trockenen ließ. Einfach draußen an der frischen Luft in nem grob gebauten Regal mit Überdachung, so daß kein Regen dran kam; doch selbst wenn das Holz mal ein bißchen Wasser abkriegt, ist das halb so wild. Je nach dem, wie weit ich die staves gespalten und entrindet hatte, wurden sie noch mit verdünntem Leim versiegelt (glaube das Mischungsverhältnis war je 50% Leim u. Wasser auf der Oberfläche bei abgetragender Rinde u. vorgearbeitetem Bogen, die Enden zu 5-10 cm mit 100% Leim).
Eingekeilt hab ich immer nur sehr wertvolle staves od. billets, die mir irgendwie besonders schienen. Die hab ich meist sehr sauber runtergearbeitet und dann paarweise (waren auch meist vom selben Baum) mit ein paar spacern aus Holzresten zusammengebunden.


Gruß,

Hetzer

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 16.03.2016, 09:42
von schnabelkanne
Servus, beim Trocknen ist wichtig den Stave auf eine gleichmäßige Stärke herunterzuarbeiten, trocknet dann schön gleichmässig und verzieht sich nicht so schnell. Die Breite lasse ich unverändert, so kannst du wenner sich verzieht noch
etwaskorrigieren.
Versiegeln tu ich nur Stirnseite und Fade out.

Gruss Thomas

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 16.03.2016, 10:56
von richards
Hasel trocknet ja viel schneller als Harthölzer wie Esche, Hartriegel oder gar Eibe.
Wenn die runtergearbeitet sind und nackig stehen, sind die in 6-8 Wochen weitgehend trocken,
dünne Äste noch schneller.
Sie waren schon weitgehend gleichmässig runtergearbeitet, nur im Griffbereich war noch alles dran.
Das war vielleicht der Grund, weshalb er sich gerade hier im Übergang gedreht hat.
Wenn ich Glück habe, dreht er sich vielleicht beim vollständigen Trocknen wieder etwas zurück?

Die schöneren Stücke lasse ich jetzt nur entrindet im ganzen trocknen, dann bin ich flexibler auch wenn
sie etwas schwerer zu bearbeiten sind.

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 16.03.2016, 10:57
von Neumi
Moin richards,
Bei Hasel sieht man ja kaum eine Maserung
Beim entrinden bleibt bei Hasel jede Menge Bast übrig, welcher Dir dann optimal zeigt, in welche Richtung die Fasern laufen und ob Drehwuchs vorliegt.
Kuck mal z.B. da http://www.fletchers-corner.de/viewtopi ... en#p467215
Grüsse - Neumi

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 16.03.2016, 11:26
von richards
Danke Neumi,

den Bast habe ich immer gleich mit runtergeschält, weil der so schnell braun wird und ja keine Haltbarkeit gibt.
Man kann ihn natürlich auch drauflassen - als Indikator - oder auch zur Optik :D
Muß ich mal ausprobieren.
Mit einer scharfen Ziehklinge kann man die Rinde bei frischem Hasel gut runterbekommen und den Bast noch drauflassen -
man darf dann nicht zu sehr aufdrücken. Die Drehrichtung ist lokal ja nur minimal und vermutlich so kaum zu sehen - aber über die ganze Länge dreht sich da schon mal einiges weg.

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 16.03.2016, 11:41
von Neumi
Richards, Du brauchst den Bast nicht drauf zu lassen und trotzdem sieht man bei Hasel die Faserrichtung gut - hier mal ein Beispiel, bei dem der Bast komplett weg ist
Drehwuchs.jpg
Hasel hat eben diese zahlreichen Vertiefungen, die wunderbar helfen, die Faserrichtung zu erkennen. Wenn die aber weg sind, dann hast Du einen Teil des Rückenringes abgetragen und das soll nicht sein.
Grüsse - Neumi

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 16.03.2016, 11:48
von richards
Neumi hat geschrieben: Hasel hat eben diese zahlreichen Vertiefungen, die wunderbar helfen, die Faserrichtung zu erkennen. Wenn die aber weg sind, dann hast Du einen Teil des Rückenringes abgetragen und das soll nicht sein.
Grüsse - Neumi
D.h. doch dann aber, ich darf den Bast gar nicht entfernen, oder?
Ich gehe da vermutlich immer zu grob dran, arbeite die Rinde mit dem Zugmesser runter, versuche natürlich nur den Bast mit wegzunehmen, teilweise rutscht man aber schon mal leicht ins Splintholz ab. Wäre das schon problematisch?
Trocknet der Stave mit Bast genauso schnell wie ohne?

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 16.03.2016, 12:00
von Neumi
lies einfach mal den verlinkten Thread - der heisst "Haselnuss entrinden"

Re: Haselstave (8 cm DM) spalten?

Verfasst: 16.03.2016, 12:22
von fatz
richards hat geschrieben:Ich gehe da vermutlich immer zu grob dran, arbeite die Rinde mit dem Zugmesser runter, versuche natürlich nur den Bast mit wegzunehmen, teilweise rutscht man aber schon mal leicht ins Splintholz ab. Wäre das schon problematisch?
Das ist nicht problematisch, das ist boese!

Der Ruecken ist heilig. Punkt!!

Wenn Ziehmesser zum entrinden, dann mit der Hinterseite. Spachtel geht oft besser.