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Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 10.11.2018, 16:40
von fka
Ich rate dir auch dich nicht so sehr mir Plänen aufzuhalten sondern einfach wie Mühle geschrieben hat die gesamte Breite zu nutzen. Die dicke ergibt sich dann automatisch indem du so lange am Bauch Holz weg nimmst bis du bei deinem Zuggewicht bist.

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 10.11.2018, 16:52
von andi-mit-i
Welche Art von Sehnenkerben verwendet ihr ei Tips von 1 cm Breite?

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 10.11.2018, 17:13
von fatz
Da kannst eigentlich nur Overlays mit der Kerbe oben auf machen. Schau mal in die Praesis. Da findest du zig Beispiele

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 10.11.2018, 18:20
von fka
Also bei einem Zentimeter sollten doch selfnocks noch gut gehen?! Rabe hat glaube ich mal geschrieben 4mm Holz zwischen den kerben sind ausreichend.
Ich würde aber overlays drauf machen und unter einen Zentimeter gehen.
Eins noch, baue den Bogen lieber semi-pyramidal. Also 2/3 volle Breite und dann erst schmäler machen. Dann bekommst am Bauch nicht so schnell Knitterfalten wenn der Tiller nicht ganz perfekt ist.

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 10.11.2018, 19:28
von Neumi
fka hat geschrieben: 10.11.2018, 18:20Eins noch, baue den Bogen lieber semi-pyramidal.
Yep, yep, find ich auch besser - müssen keine 2/3 parallel sein, aber für Esche ist breit und dünn immer ne gute Option.

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 11.11.2018, 10:58
von schnabelkanne
Servus, lass die Tips am Anfang noch etwas breiter mind. 1,5 cm damit du wenn du auf Standhöhe bist die Sehnenlage noch korrigieren kannst. Auch den Griff noch etwas breiter, da kannst du dann eine Sehnenschieflage auch noch etwas ausgleichen.
Mach den Bogen möglichst lang für soviel Auszug, die Risse an den Stirnseiten sind nicht so schlimm, die letzten 10 cm biegen ja eh fast nicht mit und du kannst ja Overlays drauf machen oder die Risse mit Sekundenkleber füllen, das hält dann schon.
Also mind. 180 cm lang sollte er schon sein für 30" Auszug.
lg Thomas

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 11.11.2018, 19:48
von andi-mit-i
Biegung.jpg
Die Biegung wird das eine Ende bekommen. Wird das zu ner Schwachstelle?
Muss ich da von vorne herein den Bauch dicker stehen lassen?
Dieser Knick muss im Tiller nicht ausgeglichen werden, oder?

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 11.11.2018, 22:05
von schnabelkanne
Servus,
an den Tips ist eine Dicke von ca. 1,2 cm bei einer Breite von 1,2 ausreichend, die Enden sollen ja möglichst leicht sein, aber wie gesagt erst schmälern wenn du auf Standhöhe bist.
Vorsicht bei der deflexen Stelle, dort sollte der Bauch nicht genau parallel zum Rücken sein, nur dort etwas dicker lassen.

Mach noch keine Overlays drauf, dann kannst du die Enden ja immer noch leicht flippen(Reflex biegen) — falls der Sehnenwinkel über 90 Grad wird.
Lg Thomas

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 11.11.2018, 22:22
von fatz
andi-mit-i hat geschrieben: 11.11.2018, 19:48 Die Biegung wird das eine Ende bekommen. Wird das zu ner Schwachstelle?
Das ist doch max. 10cm vom Ende. Da biegt sowieso nix mehr

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 11.11.2018, 22:33
von andi-mit-i
Servus Thomas,
danke für die vielen Tipps!
Wie kann ich aber meine Tillersehne spannen
ohne die Overlays? Was würde bei einem Sehnenwinkel von mehr als 90 Grad passieren?
Was für ein Material empfiehlst du für die Overlay Tips?
LG Andi

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 12.11.2018, 04:43
von Becknbauer
Um den Bogen während des tillerns zu spannen sind entweder provisorisch ins Holz gefeilte Nocken die später wieder durch verschmälern wegfallen, oder provisorische Wickelnocken üblich.

Für Overlays taugt alles, was härter als dein Holz ist. Horn, Micarta oder Hartholz sind die üblichen Materialien.

Bei einem Sehnenwinkel ab 90 Grad ziehst du den Bogen nicht mehr in größere Spannung, sondern du ziehst so zu sagen das Holz in die Länge. Das geht aber nicht. Bedeutet, du investierst sehr viel Zugkraft ohne mehr Anschub für den Pfeil damit zu erreichen. Dein Auszug wird bretthart und es bringt nichts für den Pfeil.

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 12.11.2018, 09:55
von schnabelkanne
Servus, die Sehnenkerben zum Tillern aber nur seitlich anbringen auf keinen Fall am Rücken, schau im Wiki nach.

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 12.11.2018, 10:55
von Ravenheart
andi-mit-i hat geschrieben: 11.11.2018, 22:33 Nun würde ich den Bogen aber gerne länger bauen. Sollte ich hierzu den Reflex mitnutzen?
Klar, wieso nicht, so wild ist der nich...
andi-mit-i hat geschrieben: 11.11.2018, 22:33 Ich habe im Netz verschiedene Zeichnungen gefunden und bin noch ratslos welcher Typ für mein Holz zu empfehlen wäre. Holmegaard / Moellegabet / Pyramidalbogen ? Was würdet ihr empfehlen?
Halbpyramidal, die Steinzeitbogen sind für Fortgeschrittene...
andi-mit-i hat geschrieben: 11.11.2018, 22:33 Ich hab nen 30" Auszug
Gerade dann brauchst Du VIEL biegenden Bereich - je mehr sich die Biegung "verteilt", desto besser hält der Bogen!
Holmi und Mölle nutzen die Länge nicht aus, als Anfänger tut man aber gut daran, das zu tun!
andi-mit-i hat geschrieben: 11.11.2018, 22:33 Hat jemand von euch eine bemaßte Zeichnung zu einem Pyramidal-Bogen?
https://bogensportwiki.info/index.php?t ... idal-Bogen
andi-mit-i hat geschrieben: 11.11.2018, 22:33 Die Tips hab ich momentan mit 1,5 cm angezeichnet - ich hab Angst vor so dünnen Stöckchen.. 0,5 cm bis 1 cm - kann das echt halten???
Ja...
andi-mit-i hat geschrieben: 11.11.2018, 22:33 Ich glaube ich verstehe diese Bogen-Physik noch nicht..
Biegungs-Spannung berechnet sich Kraft x Hebel-Länge. An den Kerben ist die Länge 0, daher auch die Biegung.
Es treten also nur "Scherkräfte" auf, (d.h.: Die Kraft möchte die Sehne durch das Holz durchziehen...)
4 mm Holz von z.B. 1 cm Dicke leisten da genügend Widerstand.
andi-mit-i hat geschrieben: 11.11.2018, 22:33 Die Biegung wird das eine Ende bekommen. Wird das zu ner Schwachstelle?
Nein
andi-mit-i hat geschrieben: 11.11.2018, 22:33 Muss ich da von vorne herein den Bauch dicker stehen lassen?
Nein, aber er soll auch auf keinen Fall DÜNNER werden, daher lieber 1 - 2 mm zugeben...
andi-mit-i hat geschrieben: 11.11.2018, 22:33 Dieser Knick muss im Tiller nicht ausgeglichen werden, oder?
Die letzten 10 (- 15 cm des Bogens, je nach Gesamtlänge) sollen eh steif sein. Das erreicht man, indem ab ca. 12 (- 17) cm vor dem Ende einfach die Dicke bis zum Ende erst mal konstant lässt (bzw. weniger abnehmen lässt als im übrigen Bogen).
Wenn Du mit dem Taper (=Dicken-Abnahme) vom Griff aus an der "Welle" angekommen bist, zeihst Du die Dicke, (sagen wir mal als Beispiel: 12 mm) einfach erst mal per Lineal bis zum Ende gerade durch. Dann kannst Du in der Mitte der Welle die Dicke auf 13 - 14 mm reduzieren. Schöne weiche Übergänge machen. Dann vermisst Du Dicke noch mal genau, und hast Du nirgens die 12 mm unterschritten kannst Du ab der Welle zum Ende hin noch auf 10 mm reduzieren - (muss aber auch nicht, SOO viel macht das bischen Holz nicht aus...)

fka hat geschrieben: 10.11.2018, 18:20 Also bei einem Zentimeter sollten doch selfnocks noch gut gehen?!
Rabe hat glaube ich mal geschrieben 4mm Holz zwischen den kerben sind ausreichend.
So ist es... Arcus hat auch schon 3 mm gemacht. Das sind aber mal wieder Extreme, als Anfänger darf man ruhig 2 mm zugeben... ;)
fka hat geschrieben: 10.11.2018, 18:20 Ich würde aber overlays drauf machen und unter einen Zentimeter gehen.
Muss m.E. nicht, als Anfänger muss man nicht an's Limit gehen!

Rabe

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 12.11.2018, 15:06
von andi-mit-i
Ich bin ganz begeistert von eurem Engagement!
Vielen Dank für die Zeit, die Ihr einem Neuling schenkt, dieses Forum ist wirklich Klasse!
Liebe Grüße, Andi

Re: Gebrochener Esche-Bogen nach dem Typ „Tybrind Vig“

Verfasst: 15.11.2018, 17:31
von andi-mit-i
Jetzt bekommt der Bogen langsam eine Form. Folgende Fragen stellen sich mir jetzt:

1. Wie weit darf ich zu Beginn des Tillerns den Bogen auf dem Tillerstock spannen?
2. Wie peilt man nun die gewünschten 45# an?
3. Wann versuche ich den Bogen auf die Standhöhe zu spannen?
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