Naja, ich finde die Frage schon ganz interessant.
Fakt ist doch, dass laaange und laaangsam getrocknete Eibe gemeinhin zuverlässigere und leistungsfähigere Bögen ergibt, als frische oder schnellgetrocknete Eibe.
Diese Erfahrung haben ja auch nicht die Teilnehmer dieses Forums als erstes gemacht, schon die englischen Bogenmacher aus der Blütezeit des EibenELB haben derartiges berichtet und Lagerzeiten von mehreren Jahren einkalkuliert.
Wenn es beim Trocknen NUR um den Entzug von Wasser ginge, dann müsste aber ein (rissfrei) schnellgetrockneter Stave einen ebenso guten oder gar besseren Bogen ergeben, wie ein Jahre gelagerter Stave.
Im Einzelfall mag das auch so sein.
Aber empirisch betrachtet, bezogen auf eine Vielzahl von Bögen, ist das eben nicht so. Dafür sprechen zumindest die Aussagen von Bogenbauern aus mehrern Jahrhunderten (incl. Rabe, der ja auch schon den einen oder anderen Eibenbogen fabriziert hat). ;)
Das lässt aber nur den Schluss zu, dass neben dem Entzug von H2O beim Trocknen von Holz noch andere Dinge geschehen. Das ist ja auch ganz logisch, denn Holz ist nicht nur Zellstoff und Wasser sondern da dümpeln allerhand Substanzen drin rum, fett- oder wasserlöslich, sauer oder basisch, harzig oder wässrig.
Und die tun auch irgendwas beim Trocknen und verschwinden nicht einfach ins Nirwana.
Ob man diese "Tätigkeit" nun Polymerisation nennt oder "Frylmygl", ist eigentlich wurscht, aber für mich erscheint - wenn auch nur aus Erfahrungswerten und Beobachtung, nicht aus empirisch wissenschaftlicher Hinsicht - es offensichtlich, dass die Substanzen durch Reaktion signifikant für die Festigkeit des Eibenholzes verantwortlich sind.
Mich würde daher interessieren ob man mit modernen Methoden - Massenspektrographie, Elektronenmikroskopie, Dünnschnittmikroskopie einen (kostengünstigen) Vergleich zwischen 3 Holzproben (frisch, Kammergetrocknet, Langzeitgetrocknet) erstellen könnte... wäre doch mal n interessantes Thema für ne Diplomarbeit eines entsprecheden Ingenieuerstudenten

Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.