es gibt da ein kleines beispiel, das zum verständnis sehr hilft:
wir nehmen zwei holzstücke aus dem gleichen brett mit den möglichst gleichen eigenschaften (beide gerade gewachsen, ähnliche ringe und keine knoten).
dimensionen des ersten stücks: 50cm x 3cm x 3cm.
dimensionen des anderen stücks: 50cm x 9cm x 1cm.
merke: beide stücke haben das gleiche volumen und sind daher gleich schwer.
nun spannen wir beide hölzer an der basis, senkrecht in den schraubstock (das flache mit der breiten seiten parallel zu den backen

am oberen, freien ende befestigen wir nun eine zugwaage und belasten das holz, indem wir parallel zum boden ziehen, bis die zugwaage 15 kg anzeigt.
resultat: das vierkantholz wird sich viel weniger biegen als das flache brett, da dieses viel dünner ist und weniger widerstand bietet. um das vierkantholz gleich weit zu biegen wie das flache brett bei 15kg, braucht es mehr kraft und das obwohl gleich viel holzmasse bewegt wird.
die kehrseite der medaille ist natürlich die, dass das vierkantholz viel eher bricht oder mehr permanente krümmung beibehält.
übertragen auf den bogenbau heisst das, dass ein wurfarm so schmal wie möglich gebaut werden muss, um das maximum an leistung aus dem holz herauszukriegen. überschreitet oder besser gesagt unterschreitet man allerdings die optimale grösse, gibt das holz nach und der bogen ist futsch oder hat viel zuviel stringfollow.
beim holz kommt zusätzlich eine weitere komponente ins spiel: holz ist unterschiedlich stark in dehnung als in stauchung. esche z.b. ist bekannt dafür, gut in dehnung zu sein aber mit stauchen seine probleme zu haben. robinie ist da noch schlimmer. eibe hingegen ist sehr beslatbar auf druck. indem man nun das bauch- oder rückenprofil diesen gegebenheiten anpasst kann man noch etwas mehr aus einem holzbogen herausholen.
hoffentlch ist dieser beitrag einigermassen verständlich

gruss,
gian-luca