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Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 14.02.2010, 20:49
von captainplanet
Mike W. hat geschrieben:Wenn die Klebefuge zu dünn wird hält sie meist nicht lange.
Eine interessante These. Kannst Du sie begründen?

Ich denke daß prinzipiell eher das Gegenteil der Fall ist: Ausgehärtetes Epoxid ist eine relativ spröde Masse, aber wenn es dünn genug ist ist es trotzdem elastisch. Wie Glas: Normalerweise bricht es sofort, aber wenn man gaaaanz dünne Fasern nimmt kann man sogar Bögen draus bauen.
Da in diesem Fall aber keine dynamischen Kräfte wirksam werden ist es imho nur eine Frage der Optik.

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 14.02.2010, 20:59
von Ravenheart
Wird Epoxi zu stark verpresst, können die Moleküle der 2 Komponenten, die miteinander reagieren und Ketten bzw. Gitter bilden sollen, sich nicht mehr ausreichend ordnen, und finden nicht genug "Anschluss-Punkte" bei "Nachbarn"...
Folge: Die Klebung wird spröde und schwächlich.

Hilfs-Bild:
1 Schulklasse in der Turnhalle. Aufgabe: jede(r) fasst eine Hand eines anderen Kindes.
Großes Knäul... gute Klebung
;D

Nun werden 2 Reihen "kindshohe" Turnkästen mit 30 cm Abstand zwischen den Reihen aufgestellt.
Alle Kinder müssen dazwischen, selbe Aufgabe...
:-\

Rabe

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 14.02.2010, 21:15
von captainplanet
Na gut, aber ob man in der Praxis so plane Flächen zustandebringt daß das eine Rolle spielt? So Moleküle, auch wenn sie verkettet sind, sind ja nicht besonders groß.  :-\

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 14.02.2010, 21:18
von walta
die erklärung vom raben verstehe ich - die metapher leider nicht :-(

grüsse
walta
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klebstoff hält am besten auf den fingern :-)

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 14.02.2010, 22:29
von Mike W.
@Georg

Ich habe leider keine Erklärung dafür.
Fest steht aber, immer wenn ich die Griffe mit Zwingen fixiert habe, sind sie, egal mit welchem Kleber, bald wieder abgegangen. Immer auf der Metallfläche( egal wie angerauht). Ich vermute,das eine dickere Fuge bei leichten Biegungen der Kinge eine Pufferwirkung erbringt. Denn wenn ich die Griffe nur kurz andrücke und sofort das Messer ablege halten sie bis heute immer! Deshalb bin ich dazu übergegangen die Hölzer aufzukleben und dann erst, dem Stahl entsrechend anzupassen.

@Rabe

Wäre `ne Erklärung. Auch wenn ich nicht glaube, das sich Fugendicken im Molekularbereich erzielen lassen. ;D

lg  Mike

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 14.02.2010, 22:35
von himself
Mike W. hat ganz recht.

Dass man die Moleküle so einengen kann dass keine Reaktion mehr möglich ist, ohne das Holz dabei eh zu pulverisieren, halte ich für unwahrscheinlich.

Man kann allerdings schon durch mäsigen Druck den Klebstoff aus der Fuge quetschen.

Beim Verkleben sehr unterschiedlicher Materealien muss der Kleber zwischen den Teilen "vermitteln".
Wenn die Fuge nicht dick genug ist kann der Kleber bei Belastung, Erschütterung, Erwärmung, Kälte, Feuchte,...nicht entsprechend reagieren und das unterschiedliche Verhalten der Materealien ausgleichen - und er reisst ab.
(Holz auf Holz ist was anderes - gleiches Verhalten und beides porös.)
Holz auf Metall sind zu unterschiedlich, daher besser mit dicker elastischer Fuge oder noch besser mit nieten/schrauben und verkleben.
Am besten ist immer eine mechanische Sicherung und Klebstoff als "Verfüllung" der Fugen um ein mechanisches Lockern zu unterbinden.

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 14.02.2010, 22:48
von Mike W.
Der Nachteil beim hier verwendeten Stahl ist, das es ausgesprochen mühsam ist eine Bohrung reinzubekommen.
Das ist immerhin ein Sägeblatt gewesen, das andere Stähle trennen soll. Entspechend hoch ist die Qualität. Wenn in der Wekstatt wieder erträgliche Temperaturen sind, werde ich eine andere Möglichkeit der Griffbefestigung vorstellen.

lg  Mike

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 14.02.2010, 23:16
von himself
Wenn's HSS war ist's nicht ganz so einfach,... sonst glühen und langsam abkühlen.

Das mit dem Nieten etc war allgemein gemeint, kommt drauf an welchen Aufwand man betreiben will und welche Belastung das Messer aushalten muss.
Kleben geht schon auch - rauhe Oberfläche und dicke Fuge ist gut wie Du ja sagtest...
Löcher, sofern sie sich reinmachen lassen helfen evtl auch beim Kleben - eine Durchdringung oder Ummantelung des Stahlteils mit Kleber ergibt eine belastbarere Verbindung.

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 14.02.2010, 23:26
von Mike W.
Weichglühen des Griffes ist mir suspekt, da sich dann auch im hinteren Klingenbereich das Gefüge verändern wird. Dadurch müßte man wegen 3 kleinen Löchern neu härten. Zweifellos machbar, aber viel Aufwand.


lg  Mike

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 14.02.2010, 23:42
von himself
Ok dann violett anlassen (bei Kohlenstoff Stahl) und mit Hartmetall Bohrer bohren.

Die Gefahr dass die Klinge mit weich wird ist da - stimmt - aber besonders bei hochlegierten Stählen wirst Du eh Deine liebe Mühe haben irgendwas weich genug zum Bohren zu bekommen.
Wenn die Klinge z.B in nassem Sand steckt und Du den Griff mit dem Schreidbrenner erhitzt passiert normalerweise nix.
Und die Klinge soll ja bei dieser Art Messer nicht so hart sein dass sie brechen kann.

Ist bekannt was für ein Stahl es ist?

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 15.02.2010, 01:43
von eddytwobows
Moin Walta...

Wenn Dir nur Epoxy zu unsicher ist, hätte ich da noch eine Idee, bzw. einen Vorschlag, um die Griffschalen noch zusätzlich zu sichern...
Den Erl per Flex an zwei Stellen versetzt Bauch- und Rückenseitig dreiecksförmig bis zur mitte einkerben und dort die Griffschalen zusätzlich mit zwei Schrauben oder Nieten zusammenpressen, das sollte auf jeden Fall halten, siehe Bild...
Ich habe zwecks Vereinfachung einfach mal eine Tanto-Klingenform genommen, aber das Prinzip dürfte auch bei jeder anderen Klingenform funktionieren, vorrausgesetzt, der Erl ist breit genug dafür...

Gruß
etb

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 15.02.2010, 02:03
von Harbardr
...egal, ob nun Epoxi- oder Acrylatkleber (z.B. Uhu Endfest 300 / Starbond) Verwendung findet es hat zumindest bei mir IMMER funktioniert, bzw. gehalten u. dies ohne zusätzliches Verstiften. Auch bei passenden Bohrungen, wenn ohne Kopfplatte gearbeitet wurde.

Den Erl, ähnlich wie's Walta zeigt (nur nicht so stark ausnehmen, mehrere ein bis zwei Millimeter tiefe Radien reichen vollkommen aus), mit "Kehlungen" (geht mit'm Dremel u. 'nerm rundem Schleifkörper sehr gut) versehen u. dann unter leichtem Druck spannen.
Das mit dem Andruck betrifft ja nur die Kopfplatte u. die Zwischenlagen, der Erl steckt ja in der eh etwas größeren Bohrung u. möglichst unsichtbare Klebefugen sollten ja angestrebt werden...

Für's Bohren gehärterter Stähle gibt es u.a. bei Bades and more die passenden Bohrer.
Bei dem selben Anbieter gibt es auch die Starbondkleber, die sich, aufgrund ihrer unterschiedlicher Viskositäten, einfach u. problemlos verarbeiten lassen (z.B. auch zum Füllen kleinster Risse im Griffholz).
Nur, wenn's ums schnelle Arbeiten geht, dann führt nicht's am Epoxi u. der Wärmebehandlung vorbei.
Z.B. Endfest 300, 10 Minuten bei 100 Grad...

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 15.02.2010, 05:44
von walta
das mit den löcher bohren hab ich mir am anfang überlegt dann aber wider verworfen.
zur erklärung: die form der klinge ist am schluss auch die form des griffes. es werden die griffteile links und rechts aufgeklebt und dann der klingenform folgend ausgeschnitten. ein zweiteiliger griff also.
vor dem kleben selber mach ich mir eher weniger gedanken ich denke das bringe ich schon hin. ich überleg eher ob ich die einzelteile nacheinander oder gemeinsam aufklebe. nacheinander mit 5-min epoxi oder alles auf einmal zusammenbasteln und einen 24h epoxi nehmen - alles auf einmal ist halt mehr sauerrei und fummelei beim feilen (die griffhölzer sind immerhin schräg angebracht)

grüsse
walta
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zu viele bedenken :-)

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 15.02.2010, 10:15
von Ravenheart
captainplanet hat geschrieben: Na gut, aber ob man in der Praxis so plane Flächen zustandebringt daß das eine Rolle spielt? So Moleküle, auch wenn sie verkettet sind, sind ja nicht besonders groß.  :-\
Das stimmt dann, wenn die beiden Komponenten so gut vermischt sind, dss sich neben jedem Molekül A auch ein B befindet (und daneben wieder ein A .... )
So ist es aber in der Praxis nicht!
Da müssen sich die jeweiligen "Partner" erst finden. (Darum wird die Klebung auch um so fester, je wärmer (unterhalb Zersetzung) sie abbindet. Die Moleküle können sich besser bewegen, finden daher mehr Anknüpfpunkte!)
In einer dünn gepressten Fuge ist das schwieriger..

Rabe

Re: klinge - und was nun?

Verfasst: 16.02.2010, 18:02
von walta
dann hab ich gleich eine frag hinterher: wäre es dann nicht noch besser wenn man das epoxy beim zusammenrühren bereits erwärmt? dünnflüssiges kann doch besser vermischt werden. hat das schon jemand probiert (z.b. im wasserbad oder mittels wärmeplatte oder fön)? bei einem 5min epoxy könnte ich mir vorstellen das man dann gar nicht so schnell kleben kann wie das zeug hart wird aber bei einem 24h zeug müsste es doch eigentlich gehen?

grüsse
walta
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fragen über fragen :-?