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Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 24.04.2012, 21:09
von Lord Hurny
Danke für die Anregung,
aber ne, nicht bei diesem krummen, hügeligen Ding, dafür ist es viel zu spät, ich stell demnächst mal ein Foto von der Drauf- bzw. Seitenansicht rein, damit man sehen kann was ich meine ;)

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 24.04.2012, 21:27
von Dachs
Das kommt dabei raus, wenn man nicht mitbekommt, dass der Threat drei Seiten hat. Die Aussage glt dem eigentlichen -clängst verstorbenen Projekt.
Gruß
Dachs

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 27.04.2012, 09:22
von Lord Hurny
Dieser Bogen gibt mir nach wie vor Rätsel auf, oder besser gesagt das Holz.

es handelt sich hier ja um Eibe, die 19 Jahre gelagert wurde und offensichtlich viel zu trocken ist (6%) - deshalb (wahrscheinlich) ja auch der Bruch vor einigen Monaten.
Der vorliegende "reanimierte" Bogen hat Wurfarme, die von 43mm auf 15mm Breite auslaufen und von 13mm auf 10mm dünner werden.
Der Bogen hat einen natürlichen Reflex von 9cm und biegt sich wie Gummi, soll heißen, trotz der noch eher kräftigen Abmessungen der Wurfarme hat er nur ein Kinderzuggewicht von 28#@27". Ausserdem nimmt er trotz Vollauszug (teilweise 20 Sekunden gehalten) keinen mm Set an.

Der Bogen bzw. das Holz kommt mir für diese Abmessungen und diesen Trocknungsgrad viel zu schwer vor - er liegt aktuell ohne Sehne über 600 Gramm! (ein aktueller Osage von mir mit ähnlichen Abmessungen und Sehnenbacking hat nur 490 Gramm).

Ich habe damit noch keinen Pfeil verschossen, irgendwie habe ich das Gefühl, dass der Bogen beim ersten Schuss irre in den WA's nachschwabbeln wird und wahrscheinlich das nicht aushält und bricht.

Am Wochenende werde ich mir die Kettenhaube überstreifen, die Schutzbrille aufsetzen und das Ding schießen ;D
(Natürlich mit Highspeed Videodokumentation)

Edit: Sehne für ein Backing werde ich für dieses übergewichte Ding nicht verschwenden - das kann gar keine Rakete werden..

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 27.04.2012, 11:09
von Ravenheart
...nun, auch Eibe ist letztlich "nur Holz"...
Auch bei Eibe gibt es - wenn auch selten - Stücke, die in ihrer Leistung eher ..."beschaulich" sind...

Ich habe ein Stück, das optisch 1a ist: Kräftige Farbe, feine, gleichmäßige Ringe...
Der Bogen daraus (max. b x d = 3,5 x 3,2 cm) müsste eigentlich mind. um die 75# haben... kommt aber nur auf ca. 50# und wirft eher lahm...

Einziges auffälliges Merkmal: Der Bogen ist deutlich SCHWERER als erwartet (gefühlt, nicht gemessen, aber mein Gefühl trügt mich selten...)

Vmtl. ein "Bruder"....

Rabe

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 27.04.2012, 17:51
von Lord Hurny
So,
"Schwabbel" hat die ersten Pfeile überlebt - komischerweise.
Aber die setzen während des Fluges Moos an, und die WA's wabbeln nach dem Schuss wie Pudding, deshalb "Schwabbel".
Auf die Reichweite mit 10gpp Pfeilen bin ich schon gespannt ;D .

Ich werd ihn trotzdem finishen und schön machen...

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 02.05.2012, 09:24
von Gornarak
Meiner Meinung nach ist es ungünstig, dass du nach den Fades und nicht nach den Tips ausgerichtet hast. Dadurch muss der reflexe Wurfarm mehr biegen, als der gerade, wird also mehr belastet. Das kann man aus optischen Gründen so machen, das Tillerbild sieht auch schön aus und der Rabe machts ähnlich.
Ich persönlich, und ich glaube auch der Gali, tendiere dazu, nach den Tips auszurichten, damit beide Arme beim Auszug den gleichen Weg zurücklegen. So, wie du es gemacht hast, riskierst du, dass der reflexe Wurfarm eher bricht.
Die Ausrichtphilosophie scheint aber an Religion zu grenzen. Deswegen wollte ich nur mal sagen, wie man es auch hätte anders machen können.

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 02.05.2012, 10:12
von Lord Hurny
Das ist mir auch von Anfang an immer wieder durch den Kopf gegeistert, besonders jetzt bei der "Reanimation".
Die Bruchgefahr des oberen WA wäre dabei sicherlich geringer.
Leider hat sich sehr früh abgezeichnet, dass dieses Ding nie schnell werfen wird, daher habe ich einen Bruch regelrecht provoziert - sozusagen im Sinne der Wissenschaft ;) .
Da er aber bis jetzt gehalten hat, wird er ein RH-Backing bekommen damit das auch so bleibt. Der Bogen ist ein hervorragendes Beispiel für Abweichungen bei der Wurfleistung innerhalb der gleichen Holzgattung.
Ich bin mir zienlich sicher, dass ich mit einem vernünftige Stück Eibe einen Bogen mit ähnlichem Design und Gewicht hinkriege, der über 50# an Zuggewicht bei gleichem Auszug erreicht. Und dieses Stück trocknet seit über einem halben Jahr in meiner Werkstatt vor sich hin... ;D

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 16.06.2012, 10:36
von Lord Hurny
Was soll ich bloß mit diesem Gummibogen machen, was soll bzw. was kann das noch werden?

so siehts momentan aus:
Standhöhe 16,5cm...
Standhöhe 16,5cm...
32# bei 28" Auszug, hab ihn auch schon bis 30" gezogen, da kommt dann die furcgtbar Wand....
32# bei 28" Auszug, hab ihn auch schon bis 30" gezogen, da kommt dann die furcgtbar Wand....
direkt nach dem Abspannen 8cm Reflex, nach etwas Ruhe wieder 12cm...
direkt nach dem Abspannen 8cm Reflex, nach etwas Ruhe wieder 12cm...
ich denke ich werd als nächstes die Enden flippen, das Stacking beginnt langsam bei 27".
Wenn er dann über 40# kommt und 28" Auszug problemlos mitmacht, wird er gefinished.

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 16.06.2012, 11:17
von Gornarak
Die Wand kommt wohl, weil du die 90° Sehnenwinkel überschreitest. Dagegen kann man, wie du ja schon planst, die Enden flippen.

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 16.06.2012, 11:34
von Blacksmith77K
Im Grunde genommen bietet dir dieses Stück Eibe einen faszinierenden Rahmen für einen Kompositbogen. ...denk' mal drüber nach... ;)

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 06.08.2012, 12:59
von Lord Hurny
@Blacky,
Ich hab drüber nachgedacht und den ersten Schritt in dese Richtung getan.

1) ich hab die Enden noch weiter gebogen und etwas Reflex im Griffbereich reingedämft...
2) ...und die erste Lage Sehne aufgelegt - 2 folgen noch

bevor ich jedoch Horn ins Spiel bringe, lasse ich die Sehnenauflage mind. 3 Monate trocknen, bei Bedarf nachtillern, einschiessen und das Zuggewicht prüfen. Ohne Sehne lag er bei 30#@28".

hier ein paar Bilder zum aktuellen Status:
nach dem ich die 1. Sehnenlage aufgebracht habe, hat er einiges vom neu gedämften Reflex/Recurves verloren...
nach dem ich die 1. Sehnenlage aufgebracht habe, hat er einiges vom neu gedämften Reflex/Recurves verloren...
...darum wird beim Trocknen mit verkehrt aufspannen nachgeholfen, wieder Reflex zu gewinnen..
...darum wird beim Trocknen mit verkehrt aufspannen nachgeholfen, wieder Reflex zu gewinnen..
die erste Lage Sehne nach 24 Stunden Trockenzeit...
die erste Lage Sehne nach 24 Stunden Trockenzeit...

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 06.08.2012, 13:04
von Galighenna
Cool!
Wenn du den Bogen mit Sehne probeschießt, hast du die Möglichkeit die Pfeilgeschwindigkeit zu messen? Wenn du dann später Horn auf den Bauch klebst, könnte man nochmal messen und damit den Effekt des Horns quantifizierbar nachmessen, sowohl was Leistung als auch Wirkungsgrad angeht... Achja und ein Kraft/Weg Diagramm wäre dann interessant. Ohne dem kann man die Berechnungen eh nicht durchführen.
Sowas täte mich brennend interessieren...

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 06.08.2012, 13:27
von Arry
Na Mensch, Dein Bogen hat ja einen wechselvollen Werdegang :) Spannend! Drücke Dir die Daumen, dass die Sehnenschicht hält; Eibe soll sich laut Karpowicz nicht ganz so einfach verleimen lassen.

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 06.08.2012, 20:09
von Lord Hurny
So, Lage 2 und 2,5 sind drauf - für mehr haben leider meine Vorräte an Sehne nicht gereicht...

@ Gali,
sei versichert, das Ding wird nach Strich und Faden vermessen und getestet
- nach jedem wichtigen Arbeitsschritt ;)

@Arry,
ich hoffe Karpowicz hat unrecht... :D

leider heißt es jetzt wieder warten.... :P

Re: Eibe, die Erste

Verfasst: 06.08.2012, 20:15
von Galighenna
Wunderbar :) Das wird auf jedenfall sehr spannend!
Ich bleibe dran, und drücke dir weiterhin die Daumen :)