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Verfasst: 31.03.2006, 09:17
von york
guter Hinweis Lumpi!

das hatte ich vergessen zu erwähnen - das Harz binden dann relativ schnell ab. Zumindest bei 5 min-Epoxy bzw. UHU Endfest.

Verfasst: 31.03.2006, 14:05
von shewolf
So, weiter gehts:

die Hornscheibe habe ich oben und unten leicht angeflacht, um sie besser einspannen zu können

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Hier trage ich nochmal Material vom Erl ab, damit er unten schmaler wird

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Damit das Loch nur so tief wird wie der Erl, klebe ich die Länge mit Packband ab. Oben links der Holzklotz (Eberesche) mit dem aufgezeichneten Loch, durch die Hornscheibe hindurch aufgemalt

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Mangels Bohrständer habe ich einen Küchenstuhl zur Hilfe genommen, und das Loch senkrecht von oben gebohrt.

Nach dem Bohren habe ich den Kleber angerührt, und ihn mit einer Einwegspritze in das Loch gespritzt. Einmal umgerührt, nachgefüllt, Lederscheibe & Hornscheibe eingeschmiert und dann den Erl durch Horn & Lederscheibe eingesteckt.

Mhm, und dann hatte ich ein Problem: mein Klötzchen war nämlich unten schräg. Also habe ich rechts und links von der Klinge je ein schweres Marmorstück auf die Hornscheibe gelegt, und alles 15 Minuten festgehalten - mit der Hand gepreßt, sozusagen. Mentale Notiz fürs nächste Messer: Klotz so vorbereiten, das ich mit Schraubzwingen arbeiten kann! :) :)

Hier der fön im Schraubstock, der die Klinge wärmen sollte...

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Am nächsten Morgen ist der Kleber hart, und ich kann anfangen, den Griff zu bearbeiten

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Mit einem angelegten Lineal richte ich ein zweites aus, um den Klingenverlauf oben und unten auf dem Holz einzuzeichnen. Die Klinge ist mit Klebeband abgeklebt, um sie beim fixieren zu schützen

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Und los gehts... das wird nun länger dauern. Ich arbeite immer eine Seite ab, nehme dann das Messer in die Hand, und dann kommt die nächste Seite dran.

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Ganz schön spannend, so ein Messer bauen... :-) aber eins weiß ich schon: das bleibt nicht das Letzte!! :D

Verfasst: 31.03.2006, 14:12
von jaberwok
Arbeitest Du mit Deinem Ziehmesser immer so? Das ist imho falschrum....

Verfasst: 31.03.2006, 14:17
von Haebbie
Achim, erzähl keinen Quark! :D :-) ;-)

Das Ziehmesser kannste so rum oder anders rum benutztn, gerade so wie es am besten klappt. Für feinere Arbeiten ist es manchmal sogar durchaus angeraten, mit dem Spiegel nach oben zu arbeiten - lass dir das gesagt sein. :-( :D

ich würde nur an der von unserer Wölfin abgebildeten Stelle nicht mit einem Ziehmesser arbeiten, aber das ist eine andere Sache.

Grüße aus Berlin und ...

Verfasst: 31.03.2006, 14:19
von shewolf
Na ja, ich habs mal so oder anders rum, arbeite mal von oben oder von unten... der Platz ist recht eng, habe eben keine richtige Werkstatt!

Verfasst: 31.03.2006, 14:24
von jaberwok
Gut ich bin ja schon still 8-) :)

Ich würde da aber auch nur noch mit der Raspel drangehen in dem Stadium....

... ein etwas verspäteter aber

Verfasst: 31.03.2006, 14:50
von york
..., sinnvoller tipp.
wenn ich die baustufebfots von SW ansehe kommt mein tipp leider etwas zu spät.

hebt die reste vom anrühren, unbedingt auf. damit läßt sich feststellen ob die härter-harz-mischung gestimmt hat und ob der kleber richtig ausgehärtet ist. wenn der kleberrest hart ist, dann ist die "echte" klebestelle ebenfalls ausgehärtet. - jetzt könnt ihr es entsorgen.

AAAUAAAAAA

Verfasst: 31.03.2006, 18:21
von tipiHippie
,,, Mir steht das spärliche Haupthaar zu Berge!!!

Mit dem Ziehmesser (egal wie rum) in Richtung der Messerklinge arbeiten is MÄCHTIG BÖSE... wenn Du da abrutscht sind beide Klingen hinüber.

Klinge abkleben wird zwar überal beschrieben und empfohlen, ist aber manchmal (besonders bei "Grobmotorikern") nicht ausreichend weil´s eben nur die eigenen Finger schützt und die Klinge bei unbeabsichtigtem Kontakt mit Werkzeug oft Schäden abkriegt die nicht oder nur schwer wieder zu retuschieren sind (kann sogar uralten Hasen wie dem Graubart passieren).
Ein starker Lederrest um die Klinge gefaltet und mit Klebeband zur "provisorischen Scheide" zusammengepappt bietet da mehr Schutz gegen Ausrutscher mit den meisten Werkzeugen (mit etwas Übung kommt man da aber auch durch :D )

nochmal was von mir

Verfasst: 31.03.2006, 20:28
von morganalafay
ÄHemm Räusper.

Der geneigte Historiker und "A" Fanatiker möge jetzt geschwind mal weghorchen.
Meine Methode ist weder authentisch historisch, noch ist sie gefährlich für Mensch oder Werkstück.
Ich arbeite die Messergriffe mit einem über Kopf festgeklemmten Bandschleifer heraus.
Da haste die Form in etwa 5 MInuten fertig und schleifst dann per Hand nochmal 15 min die Baerbeitungsspuren weg und den Glanz rein.

Ich mach nen Messergriff in weniger etwa ner halben Stunde ohne auch nur den Hauch einer Spur auf der Klinge zu hinterlassen.

Wie schon gesagt, weniger historisch, aber effizient.
Und natürlich viel Spaß mit dem neuen Messer.

Gruß Tom

Verfasst: 31.03.2006, 20:41
von Archiv
Keine Angst, Tom!

Wenn'se dir an's Leder wollen, werd' ich dir hilfreich in die Seite springen!!! :D :D
Ich arbeite meine Griffe auch am Bandschleifer aus.
Feinschliff dann mit Schleifpapier, Stahlwolle mit Danish Oil und wenn ich dann immer noch nicht zufrieden bin, Micromesh.

so long
Michael

Verfasst: 31.03.2006, 21:33
von shewolf
Och Jungs, ich werde dieses Jahr 40, und wißt Ihr, was Ihr mir schenken könnt? Einen Bandschleifer!!! :) :) :)

Den habe ich nämlich nicht. Und der kostet soviel, das der im Moment einfach nicht drin ist.

Also schnitzel ich weiter mit der Ziehklinge... hier der Zwischenstand, jetzt mit ovalem Hornteil:

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Na ja, ein bißchen Sandpapier hat auch mitgeholfen. Mein Erkenntnisstand: nächstes Mal die Klinge etwas weiter oben einsetzen. Auch dieses Oval ist noch zu groß zum greifen... ich werde also noch mehr abtragen müssen. Aber ab hier nur noch mit Raspel, Feile & Sandpapier.

York: zum Glück (?) klebte mir ein Holzspan mit Epoxy am Pullover, nachts um 23:00 war der schon abgebunden, da wußte ich die Klinge sitzt fest ;-)

Tippie: ja ein Lederschutz wäre nicht verkehrt. Auch was für die Liste für Messer Nr. 2... :-)

Verfasst: 31.03.2006, 21:50
von Archiv
Ist gebongt!!! :D :D

Hmmmmmmmm.....

Verfasst: 01.04.2006, 02:50
von tipiHippie
...ist zwar optisch ne schöne Klinge, aber der Übergang zur Angel sticht mir etwas ins Auge. Wäre besser wenn die Schneidenseite so lang wäre wie der Rücken, so daß die volle Klingenbreite im Hornstück zu liegen käme.
So wie die Klinge jetzt eingesezt ist hast Du die schmalste (und schwächste) Stelle da wo das Biegemoment bei seitlicher Beanspruchung am größten ist... eine potenzielle Schwachstelle die, wenn nicht zum Broch, so doch zum Verbiegen neigen kann.
Eine Lösung wäre gewesen die Klinge weiter in den Griff zu versenken, was natürlich die saubere Anpassung des Hornstücks viel schwieriger gestaltet hätte. Aber das ist bei DIESER Klinge ja schon gegessen...

Also beim nächsten Klingenkauf drauf achten daß Rücken und Schneide gleich lang sind und der Übergang zur Angel nicht abrupt ist. Gutes Beispiel sind zum Beispiel die Mora-Messer die´s u.a. bei Brisa gibt.

Hast denn schon eine Vorstellung von der endgültigen Form des Griffes? Beim einfach drauflosschaffen ist schnell mal irgendwo was zu viel weggeschnickt oder von den Proportionen her nicht mehr da wo´s sein soll.

Mein Vorschlag: Da die Klinge ja schon verklebt ist, aus starker Pappe ein Klingenmodell basteln, den Kindern die Knete abnehmen und daraus einen Griff formen der gut in der Hand liegt.
Die Pappklinge dient dazu die Lage der Klinge im Griff zu bestimmen. Ich nehme mal an Du hast das Loch für die Angel schön mittig in die Hornscheibe und das Holzstück gebohrt und dabei nicht beachtet daß die Angel bei Deiner Klinge nicht mittig in der Längsachse sitzt sondern von der Mitte bis etwa zum oberen Drittel reicht.
Auf Deinen letzten Fotos sitzt die Klinge im unteren Drittel des Griffs (waagrecht gesehen). An der Oberseite kann meines Erachtens noch jede Menge Material weg; an der Unterseite würde ich nicht mehr viel machen.

Verfasst: 01.04.2006, 14:05
von shewolf
Tippie: ja Du hast Recht, die Klinge sitzt zu weit oben und ich hätte sie tiefer in den Griff einlassen sollen :schaem

Die Klinge hat ein Kumpel von Gervase handgeschmiedet, darum ist sie nicht richtig gleichmäßig. Aber für ein ungarisches Brötchenmesser anno 970 wird´s schon gehen...

Als Griffform (äh, wieviele "f" sind denn nur erlaubt? :) ) nehme ich die leicht anschmiegende Form meines DICK-Messers. Ich feile und fühle und feile und fühle... :-)

Das Messerende will ich einem ungarischen Grabfund nachbauen. Man hat in einem Grab einen stilisierten Eulenkopf aus Knochen gefunden, den will ich aus dem Holz des Messerendes schnitzen.

Edit: Damion, die Post war da :knuddel :bussi :knuddel

Bohrende Fragen eines Unbedarften

Verfasst: 03.04.2006, 13:24
von Bertram
...weil Dumme Fragen (danke Harbardr) gibts ja offenbar nicht!

Also:

Nach mehrstündiger, arbeitszeitvernichtender, aber ungemein anregender Lektüre der div. Messerthreads hier drinne:

AUCH MACHEN WILL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Hab sowas zwar noch nie gemacht, aber das gilt für diverse handwerkliche Tätigkeiten, wie z.B. Köcherbau und Leder punzieren - und das funtkionierte dank :anbet Shewolf's :anbet genialen Anleitungen auch.

OK: die Materialien (Klingen, Griffmaterial, Kleber, Öle etc.) weiß ich zu bekommen. Aber: welche werkzeugliche Grundausstattung brauche ich? Verfüge über Bohrmaschine und Bandschleifer. Was brauchts noch? Werkbank? Fixierter Schraubstock? Schleifmaschine? Sägen, Feilen, Raspeln? Erste-Hilfe-Kurs?
Gebt bitte Antworten.
Ihr wisst.
Ich nicht.

Dankend im Voraus

Bertram aus England (britisch Londonien, genauer gesagt)