Ralph hat geschrieben:So,
da mir die schlechte Handhabbarkeit des Ringes gestern abend keine Ruhe gelassen hat, habe ich überlegt und experimetntiert. Dazu habe ich etwas Pflaster aum den Daumen und eine kleine Rolle Pflaster um den Ring gewickelt und dadurch die Durchmesser, in letzterem Falle die Sehenauflagefläche erhöht.
Das führte zur Erkenntnis, dass der Ring ggf. einen etwas zu großen Durchmesser hat – was man aber durch „Umpflasterung“ des Daumens lösen könnte. Vor allem aber klappte es mit der Sehnenauflage bei gesteigertem Durchmesser des Ringes erheblich besser. Daher Schluß – Wandstärke des Ringes ist zu gering.
Ergo:
Neuen Ring bauen ! Ich habe dazu die in etwa gleiche Höhe veranschlagt, jedoch einen Außendurchmesser von 35 mm, mit Sicherheitsreserve für Verluste beim Bearbeiten (insbesondere das mit dem Bohren verbundene Einspannen macht sich bei einem dickeren Stück Horn natürlich besser, auch erhitzt sich dann das Horn nicht so sehr und es reduziert sich die Gefahr des Reißens/Platzens, wenn man ohne Kühlung bohrt). Die nach diesem Entschluß aufgrund des Hinweises von Benzi´s Link sowie in dem „Buch Pfeile, Bogen Köcher …“ betrachteten Ringe, bestätigten ein neues Vorhaben in dieser Richtung.
Da ich diesmal keine Hilfe durch andere und moderne Maschinen hatte, und auch keine entsprechend im Durchmessser dicke, runde Hornspitze, sondern nur ein flachees, aber dickes Stück Horn, entfielen alle vorhergezeigten Möglichkeiten zur Bearbeitung mit mod. Mitteln, so dass ich, bis auf ne Bohrmaschine, alles von Hand machen mußte. Das erwies sich im Nachhinein nicht mal so problematisch wie die Eierrei mit den neuen Werkzeugen beim letzten Ring:
Zunächste habe ich an einer dicken Stelle des Horns oben einen Ring von ca. 35mm Durchmesser angezeichnet. Das Stück habe ich dann abgesägt und dann, zuletzt mit ner feinen Eisensäge solange an den angerissenen Kreis herangesägt, bis ich einen mehrseitigen, etwas verkorksten Block hatte.
Diesen habe ich darauf mit einer kleinen Raspel solange ringsherum bearbeitet, bis er in etwa zylindrisch war. Mit groben Schleifpapier wurden die Stand- und Deckflächen bearbeitet, bis sie in etwa plan waren. Abenso habe ich dann die Ober und Unterseite festgelegt und enstpreched die Außenkanten abgerundet.
Darauf habe ich das Ganze in den Schraubstock eingespannt und mit schlichten Holzbohrern von 4 mm an in 2-er Schritten aufwärts bis 16 mm den zylinder aufgebohrt. Die Bohrung wurde dann mittels Feile und später, beim Erreichen des Daumendurchmessers (ständig probieren, nicht nur messen !), mittels Sckleifpapier (Letzteres am besten auf nen Bleistift wickeln) erweitert. Als ich den Ring soweit hatte, dass ich ihn grade über den Daumen „knehren“ konnte, habe ich das Ganze dann am Bogen probiert und die Wandstärke solange heruntergeschiffen, bis ich eine nach meinem Ermessen sichere Sehnenauflage hatte und die Zylinderform weiter optimiert. Dabei wurde in der Innenbohrung befindliche, etwaige Kanten mit abgeschliffen.
Ergebnis in Maßen:
Höhe: 27 mm
Durchmesser innen: 20,0 – 21,5 mm (nicht kreisrund, daher verdrehbar)
Durchmesser außen: 33 - 34 mm (o.k., größer als die Originale, bin aber auch Anfänger).
Erster Test:
Ring blockiert hervorragend. Ich werde so meine Angst vor plötzlich lösenden Schüssen hoffentlich vergessen und in Ruhe üben können. Sollte der Ring sich als zu zu wandstärkedick erweisen, kann ich ja immer noch runterschleifen.
Schmerzen momentan nicht. Werde noch ein paarmal üben (ohne Pfel) - dann mal mit Pfeil...
Ralph
P. S: Sehenbank hält . Ist leises Knistern beim Auszug normal ?
IMG_0008_1.jpg
IMG_0012 (2)_1.jpg
IMG_0019 (2)_1.jpg
IMG_0020_1.jpg
IMG_0021_1.jpg
IMG_0022_1.jpg
IMG_0023_1.jpg
Kann diesen Beitrag mal jemd. in den daumenpräsithred kopieren ? Danke !