"saplingbow" Bogenbauturnier 2011

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Squid (✝)
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von Squid (✝) »

Wie, du hast das Pflaster wieder entfernt? Oder verstehe ich da jetzt was falsch?
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
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inge
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von inge »

Nee, das Pflaster ist unter der Wicklung. Oberes Bild, oberer Wurfarm. Habe es nur versteckt.
Am Ende stellt sich die Frage:
Was hast du aus deinem Leben gemacht?
Was du dann wünschst getan zu haben, das tue jetzt.
( Erasmus von Rotterdam )
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Zunder
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von Zunder »

Hier geht es zum vorigen Beitrag: http://www.fletchers-corner.de/viewtopi ... 18#p264618

Mein Kandidat für den Sapling 2011 ist der Nachbau eines jungsteinzeitlichen Eibenbogens aus dem schweizerischen Ergolzwil (siehe auch Jürgen Junkmanns: "Pfeil und Bogen - Herstellung und Gebrauch in der Jungsteinzeit"). Es handelt sich dabei um einen stabförmigen Langbogen mit ca. 1,70 m Länge und von mir angenommenen ca. 3 cm Breite.
Im Gegensatz zu den englischen Langbögen ist bei den steinzeitlichen Funden nicht der Bauch, sondern der Rücken abgerundet.
Dies erhöht zwar die Bruchgefahr, vermindert aber die Dauerbiegung.

Mein Stämmchen wurde mit meinem Gränsfors Jägerbeil und Ziehmesser auf ca. 3,5 cm x 3,5 cm im Querschnitt heruntergearbeitet. Es folgten immer wieder Trockenpausen von mehreren Tagen zwischen den Bearbeitungsschritten.
Entgegen der im letzten Beitrag geäußerten Absicht, das Splintholz nicht zu reduzieren, habe ich jetzt doch einige Jahresringe abgetragen, um das Verhältnis von Kernholz zu Splintholz ausgewogener zu gestalten.

Der Trocknungsprozess meiner Eibe scheint nun weitgehend abgeschlossen zu sein. Der Gewichtsverlust der letzten beiden Tage betrug gerade mal 3g.
IMG_0001.jpeg
Werkzeuge bisher: Beil, Ziehmesser, Hufraspel, Ziehklinge.

Zum nächsten Beitrag: http://www.fletchers-corner.de/viewtopi ... 05#p268984
Zuletzt geändert von Zunder am 28.02.2011, 16:41, insgesamt 1-mal geändert.
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acker
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von acker »

Chirion , das sieht richtig gut aus was Du da so baust, das Epoxy / Hanf gefällt mir -> muß ich auch mal testen.

Morten, auch schön !

Bin mal gespannt was heute und morgen noch kommt, da sind ja noch einige am schwitzen in der Werkstatt 8)
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Zunder
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von Zunder »

@acker: Ich möchte auch einen Preis zur Verfügung stellen. Von mir gibt es einen Eibenstave (aus der gleichen Fällaktion wie mein Kandidat, also noch nicht trocken).

Viele Grüße,

Markus
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acker
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von acker »

Zunder , das liest man gerne ! werde es eintragen .
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RobinWood
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.1

Beitrag von RobinWood »

Hallo Leute,

meine krumme Ulme bekam gestern eine Feuerbestattung im Kamin.

Gemein, wie sie war... brach sie bei 20 ““ Auszug am Rücken und 42 lbs; Länge 152 cm, maximale Breite 30 mm...

Grund: Zu dünne Jahresringe am Rücken... 0,8 bis 1 mm.

Erfreulich war bei diesem Saplingsturnier , ein wenig mehr über schnelle Holztrocknung zu lernen.. Die Ulme war nach 2 Wochen auf 10 % Restfeuchte.. Hätte nie gedacht, dass es so schnell geht. Indes birgt die schnelle Trocknung die Gefahr des seitlichen Drehens während der Trocknungsphase.... musste insgesamt 3 mal nachdämpfen-


Dessen ungeachtet.... Risse im Holz gab es nicht... und ich bin gespannt auf mehr. !

Wenn noch jemand eine Idee hat, was man mit dem Rest der kerzengeraden Ulme anfangen kann, so möge man es mir sagen. Ansonsten landen viele Stave zwischen 190 und 220 cm Länge im Ofen.

Allen im Wettbewerb verbliebenen Bogenfreunden wünsche ich viel Spass und Erfolg !

Melde mich von diesem Turnier ab.
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Morten
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von Morten »

@Robin Wood
Willste die wegen dem dünnen Ring im Rücken fotschmeißen ???
Kleb doch ein Backing drauf.

LG Morten
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Chirion
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von Chirion »

@ Acker danke für das Lob, Ich denke ich werd mit der Kombination aus Epoxy und Hanf sicher weiter experimentieren, entscheidend scheint der Haftvermittler zu sein ich hab nachdem ich noch feuchte Epoxyreste mit Silikonentferner weggeputzt hab bemerkt das das Putztuch sich untrennbar mit ein paar Hanfresten verbunden hat auf die ich es mehr oder weniger zufällig geworfen habe, das hat mich auf die Idee gebracht Silikonentferner als Haftvermittler bei Hanf zu versuchen, ich klemm ein Bündel Hanf in eine Klammer wie man sie zum verschließen von Frischhaltebeuteln verwendet dann Auskämmen mit einem feuchten Tuch mit Silikonentferner drüberwischen und noch feucht auf das mit Epoxi bestrichene Holz aufbringen, Epoxy drüberpilnseln, leicht anföhnen und vorsichtig überschüssiges Epoxy abstreichen.

Ich hab mich entschlossen den Ahorn aus dem Bewerb rauszunehmen, der sieht im Moment so aus.
die Form find ich schön
die Form find ich schön
ich befürchte das wenn ich den bei derzeitigen 40# fertigtiller wird er der Knitterseuche anheimfallen, die Radien werden bei dem Setback und bei der Form einfach zu klein, ich werd ihn als auf 20-25# runtertillern und hab dann vor ein Epoxyhanf Facing und Backing anzubringen, bin neugierig ob das funktioniert, da in den Regeln steht keine Facings is der raus.

Der Apfel ist auch raus, mein Sohn hat da das Pergamentbacking noch vor dem aufkleben, im feuchten Zustand mit Tusche und Aquarellstiften bemahlt, nachdem die Höhlenmalerei verdammt gut aussieht und ich beim Tillern festgestellt hab das die Vorspannung in den beiden Wurfarmen leider viel unterschiedlicher ist als es aussieht werd ich mir beim tillern Zeit lassen, also ist der raus
wäre schade um den Bogen wenn ich da beim tillern hudel Apfel ist ein wirklich feines Holz
wäre schade um den Bogen wenn ich da beim tillern hudel Apfel ist ein wirklich feines Holz
Also werd ich die verbleibenden 2 Tagen nutzen und versuchen die Geierwally zu tillern
Geierwally Wacholder mit Sehnenbacking Bilder vom Backing machen folgen wenn der Tiller was wird
Geierwally Wacholder mit Sehnenbacking Bilder vom Backing machen folgen wenn der Tiller was wird
Vorgeschichte
Zuletzt geändert von Chirion am 11.03.2011, 21:43, insgesamt 2-mal geändert.
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Chirion
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von Chirion »

@Robin Wood

Mach die Bögen aus dem Holz länger 175+ und gib ein Backing drauf, weich oder hart beides geht
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acker
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von acker »

Chirion, da haste aber ein paar Geschütze aufgefahren :o
Du baust aber auch nicht erst seid drei Wochen Bogen :)
Da ist überall ganz schön viel reflex drin ...

Gruß acker
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Chirion
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von Chirion »

@acker genaugenommen hab ich im August vorigen Jahres damit begonnen, trage mich aber seit längerer Zeit mit dem Gedanken hat nur eine Weile gedauert mich zwischen Schwertschmieden und Bogenbauen zu entscheiden, letztlich ist ein Schwert seit einiger Zeit ein reichlich unnützer Gegenstand, während Bogen tatsächlich benutzt werden. Ein Hoch auf die Erfindung des Gummitiers :) außerdem hab ich schon lange eine besondere Freude daran Holz zu bearbeiten.

irgendwie freu ich mich unheimlich auf die Geierwally morgen, weil ich diesen Wacholderbusch von dem der Stave stammt selbst vor fast 20 Jahren ausgebuddelt hab, ich hab mich damals mit Bonsai beschäftigt. In einer Bergregion meiner Heimat die ich jetzt geografisch nicht näher eingrenzen möchte, hat mein Vater ein Almhaus, ich hab damals in der Gegend Jamadori (sehr alte zu kurz geratene Bäumels als Bonsairohmaterial ausgraben) betrieben. Mein Vater wollte ein paar Wacholder auf seinem Grundstück und so sind einige meiner Opfer keine Bonsais geworden sondern dort gelandet. Von einem davon stammt dieser Stave. Ich kann mich noch sehr gut daran Erinnern an einem sonst wunderschönen Apriltag mit dem Gebüsch auf dem Rücken über die Alm in richtung Auto gewandert zu sein, als plötzlich ein Wetterumschwung mit Wind und Schnee mich hinter einen Felsen gezwungen hat, es war von einem Moment auf den anderen arschkalt, das Gebüsch war schwer und nachdem es Bonsaizwecke nicht wirklich gutes Material war hab ich überlegt den Busch einfach liegen zu lassen, aber nachdem ich mir schon die Mühe gemacht hatte das Ding auszugraben hab ich die Zähne zusammengebissen und bin einfach stur in Richtung Auto gestapft. Beim Haus meines Vaters angelangt hab ich mir das Gewächs dann nochmal angesehen und beschlossen: Bonsai wirst du keiner.also hab ich das Gebüsch am Grund eingepflanzt, is in den nächsten Jahren gewachsen wie der Teufel :)

:) man könnt also fast sagen die Tillerei morgen ist was persöhnliches :)
Zuletzt geändert von Chirion am 26.02.2011, 01:31, insgesamt 1-mal geändert.
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acker
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von acker »

Chirion, dann haste Dich in den paar Monaten aber schon sehr weit entwickelt .

Mal etwas Hilfe geben , viel Reflex bedeutet natürlich auch viel Belastung fürs Holz .
Natürlicher , gewachsener Reflex ist immer Formstabiler / stärker als der eingedämpfte reflex ( oder eben mit trockener Hitze -> Hlp)
Durch die hohe Vorspannung wird der Bogen leichter je mehr reflex er hat und so natürlich schneller , bissiger als ein "grader " Bogen .
Aber wie schon gesagt , steigt ebenso die Belastung auf Zug und Druck für das Holz was natürlich der Langlebigkeit des Bogens meist nicht zu gute kommt .

Um das auszugleichen , wird das R / D Design heute bevorzugt angewendet .
Karl Heinz hat das mal sehr schön an einem Beispiel von 3 Bogen mit gleichem Zuggewicht + Auszug berechnet und Graphisch dargestellt .

Gruß acker
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Chirion
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von Chirion »

@Acker das spricht sehr genau das Problem mit dem Apfel an da war der Reflex auf der einen Seite gewachsen stärker, ich hab die andere Seite mit der Trockenform und dem Dämpfen angeglichen, beim nächsten mal werd ich ungekehrt vorgehen und den stärkeren gewachsenen Reflex dem schwächeren mit Dämpfen angeleichen.

und natürlich is mir klar, das ich mich mit den Teilen an den Grenzen des Möglichen bewege, aber is ja ein Turnier :) :) :)

und der Vorteil ist ohne das Turnier hätt ich warscheinlich viel länger nicht versucht diese Grenzen zu ertasten

Danke Acker für die Warnung das ich das Holz in diesem Falle belaste ist mit klar, die Erfahrung wie weit man dabei gehen kann fehlt mir Großteils, also immer schön vorsichtig Schritt für Schritt
Zuletzt geändert von Chirion am 26.02.2011, 01:51, insgesamt 1-mal geändert.
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tomtux
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Re: "saplingbow" Bogenbauturnier 3.2

Beitrag von tomtux »

@robinwood
der grund für den bruch sind nicht die dünnen ringe sondern das falsche design fürs holz. so dünne ringe brauchen länge, unter umständen auch mit biegendem griff.
dann bau ich dir aus so etwas mit 72-74" auch einen 80#er, auch ohne backing!
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