Birkenbogen

Themen zum Bogenbau
Holzfäller
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Birkenbogen

Beitrag von Holzfäller »

hallo!

Ich habe letztens in einem Wald eine geniale Birke gefunden ;D
hab sie gleich umgeschlagen ;)
Total gerade-2m lang und ca. 6cm durchmesser!

Jetzt hab ich ein paar Fragen ???
1.wie lange soll ich sie lagern?(Paul comstock empfielt 2 Monate,dann Rohling machen und dann nochmal 1 Monat)
2. wie dick muss ich den bogen machen,wenn er 1,90m lang is?

Danke schon mal im voraus :)

holzfäller ;)

Edit:
nach einiger arbeit ist er jetzt fertig!
hier gehts zum Ergebnis:
http://fletchers-corner.de/viewtopic.ph ... 35#p270435
Zuletzt geändert von Holzfäller am 09.03.2011, 20:53, insgesamt 2-mal geändert.
Toleranz ist vor allem die Erkenntnis,
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arcus
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Re: Birkenbogen

Beitrag von arcus »

hab mal 2005 einen Birkenbogen gebaut--Stammchen war 5 cm dick--habe ihn ein halbes Jahr trocknen lassen.

Leider ist er dann gebrochen--kann daran liegen, daß dies erst mein 2.Bogen war und ich noch net so viel Erfahrung hatte

Auf jeden fall wird es net einfach.

Gruß Rolf
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captainplanet
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Re: Birkenbogen

Beitrag von captainplanet »

Holzfäller hat geschrieben: 1.wie lange soll ich sie lagern?(Paul comstock empfielt 2 Monate,dann Rohling machen und dann nochmal 1 Monat)
Ich würde gleich den Rohling machen und ihn dann lagern. Mindestens so lange bis er kein Gewicht mehr verliert, optimalerweise mindestens ca. 6 Monate. Aber es geht auch wesentlich schneller, wie im Saplingturnier bewiesen wurde und wird, allerdings auf Kosten der Sicherheit (Trocknungsrisse, Versprödung und so...).
2. wie dick muss ich den bogen machen,wenn er 1,90m lang is?
Diese Frage zeugt von einem prinzipiellen Unverständnis, worauf es beim Bogenbau eigentlich ankommt. Er muß natürlich so dick sein, daß er sich gut biegt ohne zu schwach zu sein. Wie viel das ist, bestimmt das Holz und nicht irgendein tabellierter Wert. Ich kann Dir nur raten, dich hier und/oder anderswo gut einzulesen bevor Du den ersten Schnitt tust!

Prinzipiell sind die Meinungen über die Tauglichkeit heimischer Birken geteilt. Aber mit 1.90m und flachem Design sollte das imho ganz ordentlich funktionieren, auch wenn Du wohl keine Weitschußrekorde aufstellen wirst.

Lg Georg
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acker
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Re: Birkenbogen

Beitrag von acker »

Hallo ,
Birke ist Zugstark und schwächelt sehr auf Druck.

Habe 2 Bogen aus Birke gebaut.
1 lange her und ich auch nicht sehr erfahren
Der war aus Ermanii Birke / Goldbirke , diese hatte einen guten Eindruck gemacht , dicht ,fest , zäh und sehr gute rückschnellkräfte.
der 2te war aus unserer hiesigen Birke -> das war nur eine Nudel.

Gruß acker
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Ravenheart
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Re: Birkenbogen

Beitrag von Ravenheart »

Mein Birkenbogen-Versuch war eigentlich ganz erfolgversprechend - und dann gab es Kompressionsbrüche an genau der Stelle, an der ich sie gedämpft und begradigt hatte! Der andere WA blieb fehlerfrei.....

Daher würde ich Hitze-Richten vermeiden!

Rabe
Holzfäller
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Re: Birkenbogen

Beitrag von Holzfäller »

Danke für die Antworten!

Das mit der Dicke ist übrigens anders gemeint!
Ich weiß,dass die dicke das zuggewicht bestimmt und dass es keine tabelle dafür geben kann :)
Aber mir ging es um die form
Ich werde wahrscheinlich etwas Mear Heath-artiges machen(Hat beim letzten Bogen gut geklappt)
ich dachte allerdings,Birke sei leicht zu bearbeiten?(sagt zumindest unser förster und Wikipedia ;D )

Gruß Holzfäller
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tomtux
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Re: Birkenbogen

Beitrag von tomtux »

bearbeiten lässt sich birke sehr gut, die kompressionstäbilität ist bescheiden!
bei 6cm würde ich den vollen durchmesser bis ca. 1/2 wurfarm beibehalten und dann pyramidal auslaufen.
tipps unter 6mm sind sehr schwierig, ich würde um die 8mm bleiben.

ich hab bis jetzt noch keine birke heil vom tiller gebracht, immer kompressionstod :(
bleibt aber ein interessantes holz und ich versuch´s sicher wieder.
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Squid (✝)
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Re: Birkenbogen

Beitrag von Squid (✝) »

Hat eigentlich schon mal jemand ein Birkenbacking versucht?
Bei den hier beschriebenen Eigenschaften - leicht, zäh, reissfest - müsste das Zeugs doch eigentlich optimal sein, oder?
Es ist mir egal ob schon mal jemand sowas gebaut hat.
Ich will ja nicht unken, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle geht das schief.
Holzfäller
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Re: Birkenbogen

Beitrag von Holzfäller »

hast recht damit Tomtux :)
Birke wächst vor allem überall und-Ich hab nachgefragt-Förster nennen sie oft Unkraut des waldes
Meiner hat mir die erlaubnis gegeben,alle birken rauszuholen,die mir gefallen!
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acker
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Re: Birkenbogen

Beitrag von acker »

Squid hat geschrieben:Hat eigentlich schon mal jemand ein Birkenbacking versucht?
Bei den hier beschriebenen Eigenschaften - leicht, zäh, reissfest - müsste das Zeugs doch eigentlich optimal sein, oder?
Jups, das wurde genau dafür genommen in Skandinavien , Rußland ebenfalls mein ich .
Die Bogen hatten einen Rücken aus Birke , Bauch aus sehr dichter Kiefer und angespleißte Recurves .
Sehen aus wie der Legolas Bogen ohne den Zierrat .

Gruß acker
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eddytwobows
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Re: Birkenbogen

Beitrag von eddytwobows »

@Holzfäller

Habe meine ersten Bogenbauexperimente mit heimischer Birke gemacht, Flachbogen, geht also durchaus...
Allerdings hatte der ursprüngliche Stamm einen Durchmesser von gut 40cm...

Bei einem Stammdurchm. von 6cm, wie bei Dir, wirst Du wohl um einen runden, od. zum. halbrunden Rücken nicht herumkommen, da würde sich ein Design zwischen Holmegaard und Möllegabbet (Holmmölli ;) :D ) Bogen förmlich anbieten...
Länge ist ok, mit 1,90m bist Du auf der sicheren Seite... kaputtkürzen kann man ihn dann immer noch... ;) :)

Zur Trocknungszeit und Bau: Solltest Du so machen, wie von Captainplanet und ravenheart beschrieben... Rinde runter, Rohling grob in Form bringen und dann bei Zimmertemperatur (18-20°C max.) vorsichtig trocknen lassen... sollte eigentlich nicht länger als max. 2- 2 1/2 Mo. brauchen... vielleicht noch zum trocknen leicht reflex auf einem Balken o.ä. spannen.

Viel Spaß beim bau und berichte mal zwischendurch, wie es so läuft...

Grüße
etb
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Mike W.
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Re: Birkenbogen

Beitrag von Mike W. »

Mein erster richtiger Holzbogen, mit 12 o. 13 Jahren grob zurechtgeschnitzt, war aus Birke.
Ich war damals sehr zufrieden, vor allem mit der Biegsamkeit des Holzes.
Allerdings war das kein Stammholz sondern aus dem Druckholz eines größeren Astes.
Zur Zeit trocknet ein solches Stück hier vor sich hin. Ich habe dem Holz die (sehr) grobe Form gegeben.
Durch das Trocknen ist er jetzt deutlich reflex geworden( etwa 170cm mit etwa 25cm Reflex).
So nach und nach nehme ich nun immer mal etwas Holz runter um die Trocknung zu beschleunigen.
Dabei arbeite ich mich schon mal gaanz langsam an den Bogen im Holz heran. ;D


mfg Mike
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Halldor
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Re: Birkenbogen

Beitrag von Halldor »

acker hat geschrieben: Jups, das wurde genau dafür genommen in Skandinavien , Rußland ebenfalls mein ich .
Die Bogen hatten einen Rücken aus Birke , Bauch aus sehr dichter Kiefer und angespleißte Recurves .
Sehen aus wie der Legolas Bogen ohne den Zierrat .
Hallo Acker,
hast du dazu genauer Informationen? Aus welchem Material waren denn die Recurves?
Birke und Kiefer sind ja nicht unbedingt die typischen Bogenhölzer und das reizt mich irgendwie :)

Gruß
Stefan
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acker
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Re: Birkenbogen

Beitrag von acker »

Der junge Mensch lernt, was die Erwachsenen wissen und verlernt was er als Kind gewusst hat.
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Re: Birkenbogen

Beitrag von Holzfäller »

hallo!

Danke für die Tips!
ich werde hier gerne meine Erfolge/Misserfolge hier reinschreiben! ;D
nochmal zur form
ich glaub ich war gestern zu ungenau :-[
Der Stamm ist 6cm breit UND ca.4.5cm tief.
Das mear heath-Design bietet sich an,weil auf einer seite bessere jahresringe stehen :)

Aber ich hab ne neue Frage!
ich habe am unteren ende eine art Kuhle mitten im stamm gefunden :o
was machen?
ich hab überlegt,ob ich nicht die beiden hügel auf den seiten "abschnitze",aber ich hab bedenken:

schadet es dem Jahresring(und damit dem bogenrücken) wenn ich leicht von der Oberfläche entferne?
der Jahresring ist wirklich schön dick (Ca.6mm)
ich werde versuchen hier ein Bild reinzustellen :)

mfg Holzfäller ;)
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