Frage über Lärchenpfeile
Frage über Lärchenpfeile
Moin an die Pfeilbauer,
Da ich ja beruflich schon so ziemlich alles aus Lärche gebaut/hergestellt habe( Häuser, Möbel, Ställe, Fenster, Boote und noch vieles andere), frage ich mich und euch, ob ich die Reste und Abschnitte nicht zu einigermaßen vernünftigen Pfeilen verarbeiten kann. Ich habe eigentlich immer sibirische Lärche in 1A Qualität qm weise rumliegen und möchte nicht alles zur Wärmegewinnung verheizen. Mitunter denke ich einfach, was für ein schönes Stück. Da muss sich doch was draus bauen lassen. Solche perfekten Abschnitte landen meist in Tischen, Regalen oder anderen kleineren Projekten.
Da kann ich doch bestimmt auch ein paar( hundert) Schäfte draus herstellen?
Die SF bietet da widersprüchliche Ansichten
MfG
Da ich ja beruflich schon so ziemlich alles aus Lärche gebaut/hergestellt habe( Häuser, Möbel, Ställe, Fenster, Boote und noch vieles andere), frage ich mich und euch, ob ich die Reste und Abschnitte nicht zu einigermaßen vernünftigen Pfeilen verarbeiten kann. Ich habe eigentlich immer sibirische Lärche in 1A Qualität qm weise rumliegen und möchte nicht alles zur Wärmegewinnung verheizen. Mitunter denke ich einfach, was für ein schönes Stück. Da muss sich doch was draus bauen lassen. Solche perfekten Abschnitte landen meist in Tischen, Regalen oder anderen kleineren Projekten.
Da kann ich doch bestimmt auch ein paar( hundert) Schäfte draus herstellen?
Die SF bietet da widersprüchliche Ansichten
MfG
Re: Fage über Lärchenpfeile
hallo,
soweit ich informiert bin, eignet sich Lärche sehr gut zum Pfeilbau - sie muss allerdings sehr feinjährig sein - was ja bei sibirischer Lärche der Fall sein dürfte. Lärchenschäfte sind etwas schwerer als Fichtenschäfte - wohl mit Kiefer vergleichbar, aber sollen wesentlich haltbarer sein.
Wenn Du was über haben solltest - ich wüsste einen Abnehmer
soweit ich informiert bin, eignet sich Lärche sehr gut zum Pfeilbau - sie muss allerdings sehr feinjährig sein - was ja bei sibirischer Lärche der Fall sein dürfte. Lärchenschäfte sind etwas schwerer als Fichtenschäfte - wohl mit Kiefer vergleichbar, aber sollen wesentlich haltbarer sein.
Wenn Du was über haben solltest - ich wüsste einen Abnehmer
- klaus1962
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Re: Fage über Lärchenpfeile
Da ich bisher fast alle meine Pfeilschäfte selbst gefräst habe, kann ich nur sagen, daß die aus Lärche meine besten Pfeile geworden sind. Wichtig ist nur, daß das Holz möglichst feinringig ist und geraden Faserverlauf hat.
Auch hinsichtlich der Herstellung ist Lärche mein Lieblingsholz.
Also wenn Du gute Holzreste hast, nur zu, Du wirst sicher nicht entäuscht sein.
Ich habe nur einen einzigen (eher untergeordneten) Nachteil bis jetzt feststellen können. Beizfarben kommen nicht gut raus, weil das rötliche Holz die Farbe der Beizen ziemlich verfälscht. Es kommt letztendlich immer ein komischer Braun-Ton heraus.
Gruß
Klaus
Auch hinsichtlich der Herstellung ist Lärche mein Lieblingsholz.
Also wenn Du gute Holzreste hast, nur zu, Du wirst sicher nicht entäuscht sein.
Ich habe nur einen einzigen (eher untergeordneten) Nachteil bis jetzt feststellen können. Beizfarben kommen nicht gut raus, weil das rötliche Holz die Farbe der Beizen ziemlich verfälscht. Es kommt letztendlich immer ein komischer Braun-Ton heraus.
Gruß
Klaus
Re: Fage über Lärchenpfeile
Find ich klasse. Lärche wurde ja schon im Mittelalter als Pfeilholz verwendet. Denk mal drüber nach - wäre sicherlich eine gute Geschäftsidee^^
Re: Fage über Lärchenpfeile
OK,
also dann der nächste Versuch.
Ich hab Montag so 120 Stück Lärchenspaltlinge aus verschiedenen Chargen hergestellt( Kantenlänge ca. 12mm).
Dann hab ich sie auf der Tischfräse auf 9,5mm Durchmesser rund gefräst.
Dann auf dem Langbandschleifer auf 11/32 Zoll gebracht.
Bis dahin war alles gut. Aber als ich heute morgen in die Werkstatt ging, vielen mir fast die Glotzkorken raus: fast die Hälfte der Schäfte hat sich so zwischen1-6mm verzogen!
Bei Kiefer oder Fichte waren es bisher weniger als 20%.
Ich hab zwar die Möglichkeit Sie wieder gerade zu dämpfen, aber das ist wohl den Aufwand nicht wert( Ich hab auch anderweitig zu tun).
Ich wollte mal wissen, ob das normal ist, oder ob ich da was grundlegend falsch mache.
MfG, der an seinem Wissen Zweifelnde
also dann der nächste Versuch.
Ich hab Montag so 120 Stück Lärchenspaltlinge aus verschiedenen Chargen hergestellt( Kantenlänge ca. 12mm).
Dann hab ich sie auf der Tischfräse auf 9,5mm Durchmesser rund gefräst.
Dann auf dem Langbandschleifer auf 11/32 Zoll gebracht.
Bis dahin war alles gut. Aber als ich heute morgen in die Werkstatt ging, vielen mir fast die Glotzkorken raus: fast die Hälfte der Schäfte hat sich so zwischen1-6mm verzogen!
Bei Kiefer oder Fichte waren es bisher weniger als 20%.
Ich hab zwar die Möglichkeit Sie wieder gerade zu dämpfen, aber das ist wohl den Aufwand nicht wert( Ich hab auch anderweitig zu tun).
Ich wollte mal wissen, ob das normal ist, oder ob ich da was grundlegend falsch mache.
MfG, der an seinem Wissen Zweifelnde
Re: Fage über Lärchenpfeile
Ich hab hier ein paar von Klaus seinen Schäften rumstehen - die bewegen sich überhaupt nicht.
walta
walta
- Wilfrid (✝)
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Re: Fage über Lärchenpfeile
Der trick ist das Spalten bei Lärche und Kiefer
Wenn Du nen geraden Faserverlauf hast, gibt Lärche zwar recht schwere, aber SEHR elastische und damit dauerhafte Pfeile
Wenn Du nen geraden Faserverlauf hast, gibt Lärche zwar recht schwere, aber SEHR elastische und damit dauerhafte Pfeile
- klaus1962
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Re: Fage über Lärchenpfeile
Mach mal ein paar Fotos und zeig her.
Ich denke, daß das Holz nichts getaugt hat.
Das kann auch bei Lärche vorkommen.
Ich hab ein paar schöne Lärchenbohlen auf Lager, die werden demnächst in tolle Treppenstufen verwandelt.
Aber als Holz für Pfeilschäfte wären die "nie im Leben niemals nicht" geeignet.
Abgesehen davon wäre Richten mit Heißluft keine große Hexerei. Das dauert nur ein paar Minuten.
Dämpfen wäre mir bei Pfeilen auch zu aufwendig.
Gruß
Klaus
Ich denke, daß das Holz nichts getaugt hat.
Das kann auch bei Lärche vorkommen.
Ich hab ein paar schöne Lärchenbohlen auf Lager, die werden demnächst in tolle Treppenstufen verwandelt.
Aber als Holz für Pfeilschäfte wären die "nie im Leben niemals nicht" geeignet.
Abgesehen davon wäre Richten mit Heißluft keine große Hexerei. Das dauert nur ein paar Minuten.
Dämpfen wäre mir bei Pfeilen auch zu aufwendig.
Gruß
Klaus
Re: Fage über Lärchenpfeile
So, zweiter Versuch.
Diesesmal hab ich nur Kernholz von Herzbrettern und Bohlen verwendet.
Bis jetzt hat sich kein einziger Schaft verzogen. Wenn es bis Sonntag so bleibt, war es wohl echt das falsche Holz.
Diesesmal hab ich auch nur 24 Schäfte hergestellt, alles vor der Arbeit. Aber ich glaube das es sich gelohnt hat.
Danke für die Unterstützung.
Ach ja, wenn jemand zufällig ein paar brauchbare Federn hat, die nehme ich gerne.
Diesesmal hab ich nur Kernholz von Herzbrettern und Bohlen verwendet.
Bis jetzt hat sich kein einziger Schaft verzogen. Wenn es bis Sonntag so bleibt, war es wohl echt das falsche Holz.
Diesesmal hab ich auch nur 24 Schäfte hergestellt, alles vor der Arbeit. Aber ich glaube das es sich gelohnt hat.
Danke für die Unterstützung.
Ach ja, wenn jemand zufällig ein paar brauchbare Federn hat, die nehme ich gerne.
- klaus1962
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Re: Fage über Lärchenpfeile
Du hast geschrieben, daß Du die Schäfte auf einer Tischfräse (scheinbar keine Oberfräse) fräst.
Kannst Du davon mal ein Foto hier einstellen. Würde mich interessieren.
Und welchen Fräser verwendest Du dazu um Rundhölzer zu erzeugen ?
Gruß
Klaus
Kannst Du davon mal ein Foto hier einstellen. Würde mich interessieren.
Und welchen Fräser verwendest Du dazu um Rundhölzer zu erzeugen ?
Gruß
Klaus
- captainplanet
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Re: Fage über Lärchenpfeile
Der Begriff "Sibirische Lärche" bezeichnet eine Art (Larix sibirica) und bedeutet nicht zwangsläufig, daß die Lärche in Sibirien gewachsen ist. Es gibt also durchaus auch sibirische Lärchen mit relativ dicken Ringen.laurin hat geschrieben:... - sie muss allerdings sehr feinjährig sein - was ja bei sibirischer Lärche der Fall sein dürfte.

Bester Rindengrapscher von FC!!!
Re: Frage über Lärchenpfeile
schade captain, und ich hatte schon so eine romantische Vorstellung....tiefster sibirischer Winter - ein unerschrockener Holzfäller mit seinem Rentiergespann.........
Klaus, auf der Tischfräse setzt man eine Art Profilfräser ein, der etwa auf 45 mm 4halbkeisförmige Profile 9,1mm fräst.
Man fertigt dann Holzleisten und schiebt diese einmal rechts und dann links am Fäser vorbei.
So erhältst Du 4 Schäfte. Der entstandenen Grat in der Mitte der Schäfte wird abgeschliffen.
Klaus, auf der Tischfräse setzt man eine Art Profilfräser ein, der etwa auf 45 mm 4halbkeisförmige Profile 9,1mm fräst.
Man fertigt dann Holzleisten und schiebt diese einmal rechts und dann links am Fäser vorbei.
So erhältst Du 4 Schäfte. Der entstandenen Grat in der Mitte der Schäfte wird abgeschliffen.
- klaus1962
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Re: Frage über Lärchenpfeile
@laurin
Das muß ja ein cooler Profil-Fräskopf sein.
So was hab ich auch schon mal gesucht, aber leider nicht gefunden. Bisher habe ich nur welche mit 1/4 Kreise.
Ist Dein Fräskopf eine Sonderanfertigung ?
Gruß
Klaus
Das muß ja ein cooler Profil-Fräskopf sein.
So was hab ich auch schon mal gesucht, aber leider nicht gefunden. Bisher habe ich nur welche mit 1/4 Kreise.
Ist Dein Fräskopf eine Sonderanfertigung ?
Gruß
Klaus
Re: Frage über Lärchenpfeile
hallo Klaus,
ich selbst hab keinen - auch keine Tischfräse. Ich mühe mich mit der Oberfräse ab. Aber ein Bekannter von mir hat sowas.
Der hat sich die Fräsköpfe für die verschiedenen Schaftdurchmesser von einem Werkzeugmacher machen lassen.
Lohnt sich sicherlich erst wenn Du das gewerbsmässig betreibst.
ich selbst hab keinen - auch keine Tischfräse. Ich mühe mich mit der Oberfräse ab. Aber ein Bekannter von mir hat sowas.
Der hat sich die Fräsköpfe für die verschiedenen Schaftdurchmesser von einem Werkzeugmacher machen lassen.
Lohnt sich sicherlich erst wenn Du das gewerbsmässig betreibst.
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Re: Frage über Lärchenpfeile
Also Schaefte macht man nicht mit einem 4 fach Profilfraeser, sondern immer einzeln.
Mit jeder Bohrmaschine und Oberfraese im Tisch eingespannt mit entsprechendem Fraesblock ist das kein Problem.
Alles haengt von der Qualitaet des Ausgangsholzes und dann des Zuschnitts ab. Ein guter Minimalansatz ist mindestens 3 Jahresringe durchgaengig pro Schaft.
@laurin:Errinnerst Du dich noch an die 23/64 Zederschaefte,die Du auf dem Saluki probegeschossen hast? Das sind Qualitaetsschaefte. Diese Schaftmarke ist immer noch erhaeltlich. Ich habe ja deine Spinesuchaktion verfolgt mit "minderwertigen" Schaeften und da hast Du Ueberaschungen erlebt...
Mit jeder Bohrmaschine und Oberfraese im Tisch eingespannt mit entsprechendem Fraesblock ist das kein Problem.
Alles haengt von der Qualitaet des Ausgangsholzes und dann des Zuschnitts ab. Ein guter Minimalansatz ist mindestens 3 Jahresringe durchgaengig pro Schaft.
@laurin:Errinnerst Du dich noch an die 23/64 Zederschaefte,die Du auf dem Saluki probegeschossen hast? Das sind Qualitaetsschaefte. Diese Schaftmarke ist immer noch erhaeltlich. Ich habe ja deine Spinesuchaktion verfolgt mit "minderwertigen" Schaeften und da hast Du Ueberaschungen erlebt...