Hier die Kornelkirschenbeweisfotos:




Hier die Haselbeweisfotos:



Insgesamt habe ich zwei Staves von der Kornelkirsche und einen von der Hasel erobert. Mein erster Kandidat wird die dünne Kornelkirsche und mein Backup der gemütliche Hasel. Ich glaube, wenn ich den ersten Stave versaue, bin ich ganz dankbar, wenn der zweite nicht so kompliziert ist. Die dicke Kornelkirsche möchte ich mir für später aufheben.

Der Hasel misst an der dicksten Stelle knapp 8 cm.

Bei der Kornelkirsche sind es knapp 5 cm.


Mit einem Handbeil und einem Ziehmesser habe ich die dünne Kornelkirsche zunächst auf den Markkanal runtergearbeitet.

Danach ging es den Seiten an den Kragen.

Im Anschluss habe ich den Rücken von der Rinde befreit. Die Struktur erinnert mich ein wenig an Hollunder. Die Borke ist aber "knuspriger".

Sie lässt sich nicht, wie z.B. bei Esche oder Wacholder in langen Streifen abziehen. Deswegen habe ich vorsichtig ein kleines scharfes Ziehmesser über Kopf verwendet.


Die letzten Reste des Bastes habe ich mit einer Ziehklinge entfernt.

Das Holz war übrigens unter der Rinde pitschepatsche nass.
Mit Maßband und Bleistift habe ich die Bogenmitte markiert.

Um den Sehnenverlauf festzulegen, habe ich eine Schnur gespannt.

Bei den Bogenmaßen habe ich mich an Blacksmiths ELB-Anleitung orientiert. Aufgrund des dünnen Saplings musste ich aber schon ein wenig variieren. auch werde ich vermutlich einen guten Teil über den Markkanal tillern müssen.

An Ästen habe ich seitlich etwas mehr Platz gelassen.

Wie allgemein üblich habe ich die Enden mit Holzleim vesiegelt, damit das Holz dort langsam und gleichmäßig trocknet. So reißt es dort nicht ein. Zusätzlich habe ich auch den Bereich des Bogens, den ich aufgrund der Maßvorgaben nicht auf den Markkanal runterarbeiten konnte komplett eingeleimt. Hoffentlich gibts dadurch keine Risse.


Da ich jetzt schon völlig fertig war, gab es für den anderen Kornelkirschenstave und den Hasel nur noch eine Quick-and-dirty-Behandlung. Dabei wird an Bauch und Seiten nur gerade so viel geschnitzt, dass das Holz angeschnitten ist. Die Rinde am Rücken wird nur etwa auf zukünftiger Bogenbreite entfernt. Enden und Äste werden wie sonst auch mit Holzleim versiegelt. Ich hoffe, dass so wenn etwas reißt, das am Bauch oder den relativ unkritischen Seiten geschieht.
Ich habe das im November mit drei Feldahornstaves so gemacht und bisher zeigen die keine Risse. Das Holz lagert auf dem Dachboden momentan aber auch recht kühl. Das Verfahren ist nur als Erste Hilfe gedacht und ersetzt nicht die spätere ordentliche Bearbeitung.
Die Haselrinde habe ich mit der stumpfen Seite eines großen Ziehmessers heruntergeschabt. Das Verfahren kann man in diesem Video sehen: http://www.youtube.com/watch?v=whlGZtx0FJM


Ich lagere die Staves an einem kühlen Platz ohne sie einzuspannen. Die Kornelkirsche hab ich noch gewogen um zu merken, wann der Stave kein Gewicht mehr verliert und also trocken ist: 1675 g.